Hertha BSCSpieler

Fabian Lustenberger ist die Antwort auf viele Fragen

Hertha BSC belegt aktuell Rang 14 der Bundesliga-Rückrundentabelle, die Ergebnisse sind sehr unbeständig und besonders auswärts macht der der Europa-Aspirant eine enttäuschende Figur. In den Fan-Kreisen und Medien werden oft die fehlenden Weisers und Dudas als Problem festgemacht, jedoch gibt es einen Spieler, der die Antwort auf viele Fragen zu scheinen seid. Fabian Lustenberger ist der Spieler, den man erst vermisst, wenn er länger fehlt.

Lustenberger ist besonders auswärts ein Garant gewesen. (Photo credit should read TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

 

Schweizer Uhrwerk

Fabian Lustenberger absolvierte in dieser Woche seine erste Trainingseinheit, nachdem er über einen Monat lang an einer Schambeinentzündung laboriert hatte. Der 28-Jährige stand zuletzt am 25. Februar gegen Eintracht Frankfurt auf dem Rasen, nach dieser Begegnung verpasste er sieben Spiele und wird eventuell auch den Rest der Rückrunde nicht mehr als Kaderspieler erleben. Bis zu seiner Verletzung war er ein Gesicht für die Herthaner Beständigkeit. Mit ihm spielte Dardais Mannschaft eine herausragende Hinrunde, zur Winterpause belegte man sogar den dritten Tabellenplatz. “Lusti” absolvierte in dieser Halbserie 14 von 17 möglichen Partien, war ein absoluter Stammspieler und belegte, dass er keine Kapitänsbinde brauchte, um wichtig für die Mannschaft zu sein.

(Foto: TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Dardai reagierte auf das miserable Europa-Aus gegen Bröndby und übergab Lustenbergers Amt Stürmer Vedad Ibisevic. Der Schweizer war zuvor drei Jahre lang Herthas Spielführer und nachdem seine vorherige Saison ausbaufähig war, vermutete das Umfeld, dass er nun endgültig aus dem Team abmontiert wird. Dardais Entscheidung schien aber zwei saftige Früchte zu tragen, zum einen zämte das neue Amt Ibisevic sichtlich, der nun weniger impulsiv auf dem Rasen auftrat und zum anderen wirkte Lustenberger befreit. Er schien sich nun voll auf seine sportliche Leistung zu konzentrieren und fand so bereits am ersten Spieltag zurück in die Mannschaft. Dardai lobte ihn ausdrücklich und stellte ihn gegen den SC Freiburg in die Startelf, “Jetzt muss Lusti sich steigern, und das tut er. Er trainiert wie ein Weltmeister”, urteilte der Ungar.

Daraufhin war Lustenberger nicht mehr aus der Mannschaft herauszudenken, er war eine feste Säule. In der vergangenen Saison noch oft frühzeitig vom Feld genommen, konnte er 13 seiner 14 Spiele über die gesamte Laufzeit absolvieren, ein Indiz dafür, dass er endlich mal zu 100% fit war. Auf dem Feld glänzte er nicht, er ließ andere strahlen. Als unermüdlicher Arbeiter und Defensiv-Koordinator hielt er Herthas Kreativspielern den Rücken frei und sorgte für eine beeindruckende Gesamtstabilität der Mannschaft. Technisch oder strategisch nicht so beschlagen wie Darida oder Skjelbred, lieferte Lustenberger Hausmannskost ab, die aber exzellent schmeckte.

Er verkörperte Herthas Defensivstärken

Herthas starke Hinrunde war vor allen Dingen durch die überaus stabile Abwehrarbeit und offensive Effizienz gekennzeichnet. Die Mannschaft kassierte nur 19 Gegentore, spielte sechsmal zu null und war in vielen Statistiken Spitzenreiter, in Disziplinen, die Lustenberger hauptsächlich ausübt. Es trafen nur dreimal Mittelfeldspieler gegen die “alte Dame”, zudem kassierte Hertha nicht einen einzigen Distanztreffer. Erst in der Rückrunde trafen zwei Spieler außerhalb des Berliner Strafraums (Petersen, Goretzka), doch auch diese Tore gelten nicht als klassische Distanzschüsse. Zudem stellte sich Hertha sicher gegen Konter auf und so gelang den Gegnern nur ein einziges Tor nach einer Umschaltaktion.

Herthas letzte Auswärtspunkte (Photo by Ronny Hartmann/Bongarts/Getty Images)

Diese Werte stellen ein direktes Lob an Lustenbergers Arbeit dar, da der Schweizer die Räume rund um den eigenen 16er schützt. Sein exzellentes Stellungsspiel und seine giftige Zweikampfführung lassen dem Gegnern nur wenig Zeit und Platz, um sich für einen Schuss aus der Ferne vorzubereiten. Zudem zeichnet ihn die alte “Manndecker”-Attitüde aus, durch die er an seinen Gegenspielern dranbleibt und in den Strafraum durchstartende Mittelfeldspieler begleitetet und somit an Toren hindert. Er mimt den klassischen Staubsauger vor der Viererkette und verzeichnet oft die am meisten abgeblockten Schüsse, eben weil er so nahe an seinen Gegenspielern steht.

Des Weiteren war Lustenberger besonders in der Fremde ein wichtiges Element für Dardai. Auswärts verlagert Hertha sein Spiel 5-10 Meter weiter nach hinten, will den Gegner angreifen lassen, um zu kontern. Bereits in der Hinrunde funktioniert dies nicht perfekt, aber weitaus besser, als es mittlerweile der Fall ist. Mit Lustenberger holte Hertha sieben seiner neun Auswärtspunkte, seit er fehlt, kam kein einziger hinzu. Mit Lustenberger trat Hertha in den fremden Stadien sicherer auf und konnte die Räume um den eigenen 16er herum weitaus besser zustellen. “Hertha tritt sehr kompakt auf”, lautete das Urteil vieler gegnerischer Trainer, ein Lob an Lustenbergers Leistungen. Kam es auswärts zu eher kämpferischen Spielverläufen, die sehr enge Ergebnisse hervorbrachten, so hatte Hertha mit dem Schweizer öfter die Nase vorn. Seit er fehlt, setzte es acht Auswärtsniederlagen in Folge.

Ohne ihn läuft es nicht

Lustenberger fehlt nun seit dem Spiel in Hamburg und das merklich. Hertha konnte in den sieben Rückrundenspielen ohne ihn nur sechs Punkte sammeln und wirkte oftmals ungewohnt fahrig. Die Herthaner Defensive leidet massiv unter seiner Verletzung, sie kassierte in in den sieben Spielen elf Gegentore und präsentierte sich vor allen Dingen in Köln und gegen Hoffenheim recht machtlos.

Jarstein war gegen Süles Hammer chancenlos.(Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Die Entstehungsgeschichten der letzten Gegentore ist besonders interessant und zeigt auf, welche Lücke Lustenberger hinterließ. Gegen Köln, Hoffenheim, Mönchengladbach und zuletzt Mainz 05 kassierte Hertha BSC insgesamt fünf Gegentore aus der Distanz, eine eklatante Schwäche, die es mit Lustenberger nicht gab. Unter ihm gab es in 19 Spielen eben nur zwei Gegentore außerhalb des Strafraums. Ohne ihn schafft es die Mannschaft nicht, diese Räume konsequent zu schließen, wodurch beispielsweise einem Benes oder Süle viel zu viel Platz gelassen wurde. Es hätten auch mehr Tore dieser Art fallen können, jedoch traf Hoffenheims Kramaric zweimal das Aluminium und auch Mönchengladbach scheiterte öfters am Torrahmen.

Zudem ist Hertha konteranfälliger denn je, was besonders gegen den 1. FC Köln sichtbar war, der durch zwei Konter Tore schoss. Auch die TSG aus Hoffenheim setzte den 1:3-Schlusspunkt durch eine Umschaltaktion. Borussia Mönchengladbach konnte seine zahlreichen Konterchancen nicht vergolden, sonst hätte Hertha noch mehr Gegentreffer dieser Art erhalten.

Eine weitere Statistik, die beweist, wie wichtig Lustenberger zu sein scheint, ist die Gegentorbilanz nach Minuten. In seinen 19 Bundesliga-Einsätzen in dieser Saison ist Hertha sowohl in der Anfangs-, als auch in der Endphase der Partien sehr konzentriert gewesen, kassierte nur acht Gegentreffer in den ersten und letzten 15 Minuten eines Spiels. Das stellt einen der ligaweit besten Werte dar. Ohne den Mittelfeldspieler sind es in diesen Anfangs- und Schlussviertelstunden in neun Spielen bereits sechs erhaltene Tore gewesen. Die Mannschaft scheint auch in diesem Kriterium die Sicherheit Lustenbergers zu benötigen, der sich 90 Minuten lang voll fokussieren kann und seine Defensivreihen lautstark koordiniert, ein Abwehr-Leader ist.

Die fehlende Wertschätzung

Es sind nun viele Zahlen gefallen und sicherlich lässt sich nicht alles zu 100% auf Lustenberger zurückführen, jedoch zeigen sie in der Summe klar auf, dass er fehlt. Sein Stellungsspiel, sein Zweikampfverhalten und seine Art, Herthas Defensive immer wieder zu ordnen, sie fehlen. Ein Niklas Stark ersetzt ihn natürlich oftmals eindrucksvoll, hat aber teilweise andere Stärken und eben Schwächen. Es scheint, als ob Lustenberger der unbesungene Held der blau-weißen Hinrunde sei und seine unaufgeregte Spielweise und Konstanz fehlen würde. Lustenberger hat klare Defizite, er kann ein Spiel strategisch nicht aufziehen, er kann keine überragenden Vertikalpässe spielen und auch sein Tempo ist mehr als ausbaufähig, jedoch können diese Aufgaben von einem Skjelbred oder Darida übernommen werden, die seine Stärken aber nicht kompensieren können.

Fabian Lustenberger ist der Spieler, den man erst vermisst, wenn er länger fehlt.

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Hertha BSC belegt aktuell Rang 14 der Bundesliga-Rückrundentabelle, die Ergebnisse sind sehr unbeständig und besonders auswärts macht der der Europa-Aspirant eine enttäuschende Figur. In den Fan-Kreisen und Medien werden oft die fehlenden Weisers und Dudas als Problem festgemacht, jedoch gibt es einen Spieler, der die Antwort auf viele Fragen zu scheinen seid. Fabian Lustenberger ist der Spieler, den man erst vermisst, wenn er länger fehlt.

Lustenberger ist besonders auswärts ein Garant gewesen. (Photo credit should read TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

 

Schweizer Uhrwerk

Fabian Lustenberger absolvierte in dieser Woche seine erste Trainingseinheit, nachdem er über einen Monat lang an einer Schambeinentzündung laboriert hatte. Der 28-Jährige stand zuletzt am 25. Februar gegen Eintracht Frankfurt auf dem Rasen, nach dieser Begegnung verpasste er sieben Spiele und wird eventuell auch den Rest der Rückrunde nicht mehr als Kaderspieler erleben. Bis zu seiner Verletzung war er ein Gesicht für die Herthaner Beständigkeit. Mit ihm spielte Dardais Mannschaft eine herausragende Hinrunde, zur Winterpause belegte man sogar den dritten Tabellenplatz. “Lusti” absolvierte in dieser Halbserie 14 von 17 möglichen Partien, war ein absoluter Stammspieler und belegte, dass er keine Kapitänsbinde brauchte, um wichtig für die Mannschaft zu sein.

(Foto: TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Dardai reagierte auf das miserable Europa-Aus gegen Bröndby und übergab Lustenbergers Amt Stürmer Vedad Ibisevic. Der Schweizer war zuvor drei Jahre lang Herthas Spielführer und nachdem seine vorherige Saison ausbaufähig war, vermutete das Umfeld, dass er nun endgültig aus dem Team abmontiert wird. Dardais Entscheidung schien aber zwei saftige Früchte zu tragen, zum einen zämte das neue Amt Ibisevic sichtlich, der nun weniger impulsiv auf dem Rasen auftrat und zum anderen wirkte Lustenberger befreit. Er schien sich nun voll auf seine sportliche Leistung zu konzentrieren und fand so bereits am ersten Spieltag zurück in die Mannschaft. Dardai lobte ihn ausdrücklich und stellte ihn gegen den SC Freiburg in die Startelf, “Jetzt muss Lusti sich steigern, und das tut er. Er trainiert wie ein Weltmeister”, urteilte der Ungar.

Daraufhin war Lustenberger nicht mehr aus der Mannschaft herauszudenken, er war eine feste Säule. In der vergangenen Saison noch oft frühzeitig vom Feld genommen, konnte er 13 seiner 14 Spiele über die gesamte Laufzeit absolvieren, ein Indiz dafür, dass er endlich mal zu 100% fit war. Auf dem Feld glänzte er nicht, er ließ andere strahlen. Als unermüdlicher Arbeiter und Defensiv-Koordinator hielt er Herthas Kreativspielern den Rücken frei und sorgte für eine beeindruckende Gesamtstabilität der Mannschaft. Technisch oder strategisch nicht so beschlagen wie Darida oder Skjelbred, lieferte Lustenberger Hausmannskost ab, die aber exzellent schmeckte.

Er verkörperte Herthas Defensivstärken

Herthas starke Hinrunde war vor allen Dingen durch die überaus stabile Abwehrarbeit und offensive Effizienz gekennzeichnet. Die Mannschaft kassierte nur 19 Gegentore, spielte sechsmal zu null und war in vielen Statistiken Spitzenreiter, in Disziplinen, die Lustenberger hauptsächlich ausübt. Es trafen nur dreimal Mittelfeldspieler gegen die “alte Dame”, zudem kassierte Hertha nicht einen einzigen Distanztreffer. Erst in der Rückrunde trafen zwei Spieler außerhalb des Berliner Strafraums (Petersen, Goretzka), doch auch diese Tore gelten nicht als klassische Distanzschüsse. Zudem stellte sich Hertha sicher gegen Konter auf und so gelang den Gegnern nur ein einziges Tor nach einer Umschaltaktion.

Herthas letzte Auswärtspunkte (Photo by Ronny Hartmann/Bongarts/Getty Images)

Diese Werte stellen ein direktes Lob an Lustenbergers Arbeit dar, da der Schweizer die Räume rund um den eigenen 16er schützt. Sein exzellentes Stellungsspiel und seine giftige Zweikampfführung lassen dem Gegnern nur wenig Zeit und Platz, um sich für einen Schuss aus der Ferne vorzubereiten. Zudem zeichnet ihn die alte “Manndecker”-Attitüde aus, durch die er an seinen Gegenspielern dranbleibt und in den Strafraum durchstartende Mittelfeldspieler begleitetet und somit an Toren hindert. Er mimt den klassischen Staubsauger vor der Viererkette und verzeichnet oft die am meisten abgeblockten Schüsse, eben weil er so nahe an seinen Gegenspielern steht.

Des Weiteren war Lustenberger besonders in der Fremde ein wichtiges Element für Dardai. Auswärts verlagert Hertha sein Spiel 5-10 Meter weiter nach hinten, will den Gegner angreifen lassen, um zu kontern. Bereits in der Hinrunde funktioniert dies nicht perfekt, aber weitaus besser, als es mittlerweile der Fall ist. Mit Lustenberger holte Hertha sieben seiner neun Auswärtspunkte, seit er fehlt, kam kein einziger hinzu. Mit Lustenberger trat Hertha in den fremden Stadien sicherer auf und konnte die Räume um den eigenen 16er herum weitaus besser zustellen. “Hertha tritt sehr kompakt auf”, lautete das Urteil vieler gegnerischer Trainer, ein Lob an Lustenbergers Leistungen. Kam es auswärts zu eher kämpferischen Spielverläufen, die sehr enge Ergebnisse hervorbrachten, so hatte Hertha mit dem Schweizer öfter die Nase vorn. Seit er fehlt, setzte es acht Auswärtsniederlagen in Folge.

Ohne ihn läuft es nicht

Lustenberger fehlt nun seit dem Spiel in Hamburg und das merklich. Hertha konnte in den sieben Rückrundenspielen ohne ihn nur sechs Punkte sammeln und wirkte oftmals ungewohnt fahrig. Die Herthaner Defensive leidet massiv unter seiner Verletzung, sie kassierte in in den sieben Spielen elf Gegentore und präsentierte sich vor allen Dingen in Köln und gegen Hoffenheim recht machtlos.

Jarstein war gegen Süles Hammer chancenlos.(Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Die Entstehungsgeschichten der letzten Gegentore ist besonders interessant und zeigt auf, welche Lücke Lustenberger hinterließ. Gegen Köln, Hoffenheim, Mönchengladbach und zuletzt Mainz 05 kassierte Hertha BSC insgesamt fünf Gegentore aus der Distanz, eine eklatante Schwäche, die es mit Lustenberger nicht gab. Unter ihm gab es in 19 Spielen eben nur zwei Gegentore außerhalb des Strafraums. Ohne ihn schafft es die Mannschaft nicht, diese Räume konsequent zu schließen, wodurch beispielsweise einem Benes oder Süle viel zu viel Platz gelassen wurde. Es hätten auch mehr Tore dieser Art fallen können, jedoch traf Hoffenheims Kramaric zweimal das Aluminium und auch Mönchengladbach scheiterte öfters am Torrahmen.

Zudem ist Hertha konteranfälliger denn je, was besonders gegen den 1. FC Köln sichtbar war, der durch zwei Konter Tore schoss. Auch die TSG aus Hoffenheim setzte den 1:3-Schlusspunkt durch eine Umschaltaktion. Borussia Mönchengladbach konnte seine zahlreichen Konterchancen nicht vergolden, sonst hätte Hertha noch mehr Gegentreffer dieser Art erhalten.

Eine weitere Statistik, die beweist, wie wichtig Lustenberger zu sein scheint, ist die Gegentorbilanz nach Minuten. In seinen 19 Bundesliga-Einsätzen in dieser Saison ist Hertha sowohl in der Anfangs-, als auch in der Endphase der Partien sehr konzentriert gewesen, kassierte nur acht Gegentreffer in den ersten und letzten 15 Minuten eines Spiels. Das stellt einen der ligaweit besten Werte dar. Ohne den Mittelfeldspieler sind es in diesen Anfangs- und Schlussviertelstunden in neun Spielen bereits sechs erhaltene Tore gewesen. Die Mannschaft scheint auch in diesem Kriterium die Sicherheit Lustenbergers zu benötigen, der sich 90 Minuten lang voll fokussieren kann und seine Defensivreihen lautstark koordiniert, ein Abwehr-Leader ist.

Die fehlende Wertschätzung

Es sind nun viele Zahlen gefallen und sicherlich lässt sich nicht alles zu 100% auf Lustenberger zurückführen, jedoch zeigen sie in der Summe klar auf, dass er fehlt. Sein Stellungsspiel, sein Zweikampfverhalten und seine Art, Herthas Defensive immer wieder zu ordnen, sie fehlen. Ein Niklas Stark ersetzt ihn natürlich oftmals eindrucksvoll, hat aber teilweise andere Stärken und eben Schwächen. Es scheint, als ob Lustenberger der unbesungene Held der blau-weißen Hinrunde sei und seine unaufgeregte Spielweise und Konstanz fehlen würde. Lustenberger hat klare Defizite, er kann ein Spiel strategisch nicht aufziehen, er kann keine überragenden Vertikalpässe spielen und auch sein Tempo ist mehr als ausbaufähig, jedoch können diese Aufgaben von einem Skjelbred oder Darida übernommen werden, die seine Stärken aber nicht kompensieren können.

Fabian Lustenberger ist der Spieler, den man erst vermisst, wenn er länger fehlt.

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