Hertha BSC

Analyse der Testspiele – Viele Gewinner, Kurt der Verlierer

Hertha BSC nahm am Thüringer Medien Cup teil, um sich dort mit den beiden Drittligisten Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena zu messen. Ein willkommenes Auftaktprogramm, um erste Spielpraxis zu erlangen und neue Gesichter präsentieren zu können. Wir haben die beiden Testspiele gesehen und werden einen kleinen Überblick über sie und einige individuelle Leistungen geben.

Dardai konnte sich ein erstes Bild seiner Mannschaft machen (Photo by Alexander Scheuber/Bongarts/Getty Images)

Souveräne Siege

Das erste Spiel für Hertha BSC in diesem kleinen aber feinen Wettbewerb fand am Samstag um 19.30 Uhr statt. Der Gegner hieß Rot-Weiß Erfurt, der bereits “voll im Saft steht”, da sein erstes Saisonspiel bereits am 22.7. gegen Preußen Münster und Hertha-Leihgabe Nils Körber ausgetragen wird.

Folgende zwei Aufstellungen bestritten die Partie: 
1. Halbzeit:
 Jarstein – Haraguchi, Langkamp, Rekik, Mittelstädt – Darida-Maier – Dárdai, Duda, Kalou – Ibisevic
2. Halbzeit: Klinsmann – Pekarik, Baak, Lustenberger, Kurt – Skjelbred, Kade – Leckie, Covic, Stocker – Esswein

Hertha hatte das Spiel von Anfang an im Griff, bereits nach neun Minuten hätte es 1:0 stehen müssen, jedoch konnte Vedad Ibisevic seine Großchance nicht nutzen.  Der Bosnier hatte auch nach 24 Minuten die nächste gute Möglichkeit, seinem Schuss, der von Salomon Kalou aufgelegt wurde, fehlte aber der Druck, sodass er keine Gefahr darstellte. In der 29. Minute machte er es aber besser und verwandelte im Nachschuss die Flanke von Maxi Mittelstädt zur Führung. Nur zehn Minuten später schlenzte Salomon Kalou einen Distanzschuss ins linke Eck, sodass eine ungefährdete 2:0-Führung zur Halbzeit die Anzeigetafel zierte, Dardais Sohn Palko hatte den Treffer vorbereitet. Im zweiten Durchgang wurde die gesamte Elf ausgetauscht, sodass man erneut viele neue Gesichter sehen konnte. Eines tat sich bereits hervor, Neuzugang Mathew Leckie bereitete in eindrucksvoller Weise den 3:0-Endstand durch Valentin Stocker vor. Das Tor wurde durch einen großartigen Diagonalpass von Per Skjelbred eingeleitet und durch einen Doppelpass von Leckie und Esswein in den Strafraum getragen, wo Stocker nur noch einschieben musste.

Gegen Carl Zeiss Jena spielte die Elf, die gegen Erfurt die zweite Hälfte bestritten hatte und auch sie gab sich keine Blöße. Nach einer gemächlichen Anfangsviertelstunde nahm die Begegnung Fahrt auf, so hatte Fabian Lustenberger nach 15 Minuten eine gute Chance, die Jenas Keeper nach an den Pfosten lenken konnte. Auch danach behielt Hertha das Heft des Handelns in der Hand und produzierte einige Möglichkeiten. In der 31. Minute leitete Julius Kade das 1:0 durch einen starken Schnittstellenpass ein, den Maurice Covic auf Mathew Leckie weiterleitete, der sein erstes Tor im blau-weißen Dress erzielen konnte. Nur drei Minuten später wurde Julius Kade im Strafraum umgeschubst, der daraus entstandene Elfmeter wurde sicher von Alexander Esswein verwandelt. Die zweite Hälfte wurde mit zehn neuen Spielern begonnen, einzig Jonathan Klinsmann durfte die vollen 90 Minuten absolvieren, da Rune Jarstein aufgrund von muskulären Problemen geschont wurde. Nach dem Pausentee passierte allerdings nicht mehr allzu viel, einzig Ibisevics Chance zum 3:0 in der 47 Minute sorgte noch für Aufsehen, ansonsten blieb es recht ruhig.

Fazit: Taktisch sah man zwar wenig neues, jedoch war die Frische und Körpersprache der Spieler beeindruckend anzusehen. Sie war in beiden Spielen über 90 Minuten Herr auf dem Platz, absolut souverän und Betriebstemperatur, was nach dem anstrengenden Fitness-Trainingslager in Bad Saarow nicht zu erwarten war. Man merkte jedem Spieler an, dass er sich empfehlen wollte, da er Konkurrenzkampf in diesem Jahr so hart sein wird wie nie zuvor. Defensiv kaum gefordert, überzeugte vor allem das Offensivspiel der “alten Dame”, das gut einstudiert und direkt wirkte. Man sah viele gute Offensivläufe- Kombinationen, die so früh in der Vorbereitung nach gar nicht sitzen müssten. Sicherlich waren die Gegner kein absoluter Maßstab für die Liga, jedoch verkauften sich Erfurt und Jena keinesfalls unter Wert, sodass man ein sehr positives Fazit ziehen kann. Im zweiten Spiel merkte man ihnen die schweren Beine zwar an, jedoch stimmte zur jedem Minute die Mentalität und Konzentration.

Viele Gewinner

Wir kommen zu den Beurteilungen einer Spieler, die in den beiden Partien zum Einsatz kamen. Dabei gehen wir vor allen Dingen auf die neuen und jungen Gesichter des Team ein.

Jonathan Klinsmann: Der namenhafte Neuzugang aus den USA durfte ganze 135 Minuten zeigen, was er kann und konnte durchaus überzeugen. Der 20-Jährige hatte zwar ein paar technische Wackler, seine Präsenz im Strafraum und seine weiten Abstöße waren aber auf einem wirklich guten Niveau. Man darf gespannt sein, wie er sich hinter Thomas Kraft und Rune Jarstein entwickelt, eine gewisse Grundklasse besitzt er aber augenscheinlich.

Karim Rekik: Wusste bereits zu gefallen, war von der ersten Minute an voll da. Der 22-Jährige war sehr präsent, gut in den Zweikämpfen und besitzt sowohl im Ballbesitz als auch gegen den Ball ein gutes Positionsspiel. Es war schön zu sehen, dass er so intuitiv in die Mannschaft fand und sofort Verantwortung übernahm.

Florian Baak: Hat für seine 18 Jahre einen unglaublich robusten Körper, den er gut einzusetzen weiß. Seine Zweikampfführung wirkte bereits sehr unaufgeregt und entschlossen, er ließ nichts anbrennen. Zudem scheint er eine Waffe bei Standards zu sein, im Spiel gegen Erfurt verfehlte mit einem Kopfball nach einer Ecke nur knapp das gegnerische Tor.

(Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Genki Haraguchi: Haraguchi überraschte und gefiel in der ungewohnten Rolle als Rechtsverteidiger sehr gut. Der 26-Jährige zeigte schöne Läufe in die Tiefe, vernachlässigt die Defensivarbeit aber nicht. Er wirkte weitaus motivierter, als noch im Saisonende. Pal Dardai möchte ja in Zukunft auch mal mit einer Dreierkette spielen, in der Außenspieler benötigt werden, die sowohl offensiv, als auch defensiv ihre Aufgaben erfüllen kann. Dafür zeigte der Japaner gute Anlagen und sollte er doch bleiben, könnte er eine Option für dieses System sein.

Sinan Kurt: Er ist wohl der einzige Verlierer dieser beiden Partien. Bereits nach dem Spiel gegen Erfurt von Pal Dardai öffentlich gerüffelt, zeigte er sich gegen Jena kein Stück verbessert oder motivierter. Auch er spielte in der Rolle des Außenverteidigers, um laut Dardai mehr Platz für Offensivaktionen zu bekommen, jedoch traute er sich kaum über die eigene Hälfte hinaus und zeigte keinerlei Spielwitz oder Lauffreudigkeit. Er löste ein bis zwei Defensivprobleme aufgrund seiner Technik ganz gut, mehr bekam man aber nicht zu sehen. Aufdrängen geht anders und daran muss sich Kurt messen lassen. In dieser Verfassung wird es auch in der kommenden Saison nahezu unmöglich Einsatzminuten zu erhalten.

Arne MaierDer 18-jährige Mittelfelspieler war hingegen eines der aufblitzenden Talente von Hertha. Er stellte immer wieder gute Dreiecke, war sehr gut anspielbar und ballsicher. Zudem hat er die Schnittstellenpässe absolut drauf, er spielt sie  nur noch etwas zu hart, sodass sie die Offensivspieler selten erlaufen konnten. Mit jeder Minute Einsatzzeit wurde er präsenter und selbstsicherer. Er nutzte diese Bühne herausragend und macht Lust auf mehr, ein echtes Juwel. Man erkennt, dass er bereits vieles vereint, was einen guten Spielgestalter ausmacht.

Ondrej Duda: Die Technik und der Spielwitz von Duda sind schon herausragend, das ließ sich sehr oft erkennen. Er zeigte richtig gute Ansätze, Dinge, die kaum ein anderer Herthaner so beherrscht. Seine Hackenpässe und Entscheidungsfindung auf engem Raum ließen einen immer wieder mit der Zunge schnalzen. Sicherlich tauchte er, besonders in der zweiten Partie, oftmals noch unter, jedoch muss bei ihm noch ein anderer Maßstab angelegt werden. Es ist wichtig, dass er nach dieser ewig langen Pause wieder Selbstsicherheit erhält und eine gewisse spielerische Bindung mit seinen Kollegen aufbaut, zudem ist jede Minute wichtig, in der er beschwerdefrei auf dem Feld stehen kann.

(Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Palko Dardai: Er war bereits gut eingebunden, hatte viele Ballaktionen und war besonders gegen Erfurt auffällig. Dennoch merkt man ihm sein junges Alter und seinen noch sehr schmächtigen Körper deutlich an. Er verzeichnete viele Ballverluste und verschleppte Angriffe, weil er oft unnötig ins Dribbling ging und diese selten gewinnen konnte. Dennoch war es gut zu beobachten, dass er sich nie hängen ließ und immer wieder Präsenz ausstrahlte. Zum einen muss er ein seiner Robustheit, zum anderen auch an der Varianz seiner Spielzüge arbeiten, da er zu oft nach innen zieht, was für seinen Gegenspieler leicht auszurechnen ist.

Maurice Covic: Eventuell sogar der Gewinner der beiden Spiele, weil von ihm wohl am wenigsten erwartet wurde. Der 19-Jährige erhielt im Gegensatz zu allen anderen eingesetzten Eigengewächsen keinen Profi-Vertrag, bewarb sich aber am eindringlichsten um einen. Der Offensivallrounder überzeugte durch seine quirlige Art und hohe Aktivität im Angriffsdrittel. Seine enge Ballführung und beeindruckende Dynamik lässt sich gut mit dem Spielstil von Emre Mor vergleichen, auch wenn wir sicherlich von verschiedenen Qualitätsstufen reden. Covic war an unzähligen Offensivaktionen beteiligt, großartig eingebunden und der Vorbereiter des Tores von Mathew Leckie. Das einzige Fragezeichen, das er hinterlässt, ist die Bundesligatauglichkeit, da er dort weitaus weniger Platz hätte und seine Gegenspieler viel robuster und handlungsschneller wären. Ansonsten zeigte er zwei sehr berauschende Darbietungen.

Mathew Leckie: Wie Karim Rekik konnte auch der Australier sofort zeigen, warum Hertha sich seine Dienste gesichert hat. Der 26-Jährige trumpfte durch sein unglaubliches Tempo, seine Läufe in die Tiefe und Spitze, sowie seine Kombinationsfähigkeiten auf. Er war immer wieder anspielbar, hatte viele Ideen und zeigte sogar seine Kopfballstärke, zudem war nichts von seiner Torflaute in seiner Ingolstädter Vergangenheit zu sehen. Leckie zeigte, dass er viele Attribute besitzt, die dem Kader bisher gefehlt hatten und in dieser Saison sehr wichtig werden könnten.

Fazit: Es ist positiv herauszuarbeiten, dass die Neu-Profis aus dem Nachwuchs, aber auch die externen Neuzugänge allesamt bereits eine gewisse Frühform an den Tag legen und gut zusammenspielen können. Nun kehren auch noch die Nationalspieler Marvin Plattenhardt, Mitchell Weiser und Davie Selke zurück (Stark noch verletzt), wodurch der Konkurrenzkampf und die Qualität noch einmal deutlich erhöht wird.

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Hertha BSC nahm am Thüringer Medien Cup teil, um sich dort mit den beiden Drittligisten Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena zu messen. Ein willkommenes Auftaktprogramm, um erste Spielpraxis zu erlangen und neue Gesichter präsentieren zu können. Wir haben die beiden Testspiele gesehen und werden einen kleinen Überblick über sie und einige individuelle Leistungen geben.

Dardai konnte sich ein erstes Bild seiner Mannschaft machen (Photo by Alexander Scheuber/Bongarts/Getty Images)

Souveräne Siege

Das erste Spiel für Hertha BSC in diesem kleinen aber feinen Wettbewerb fand am Samstag um 19.30 Uhr statt. Der Gegner hieß Rot-Weiß Erfurt, der bereits “voll im Saft steht”, da sein erstes Saisonspiel bereits am 22.7. gegen Preußen Münster und Hertha-Leihgabe Nils Körber ausgetragen wird.

Folgende zwei Aufstellungen bestritten die Partie: 
1. Halbzeit:
 Jarstein – Haraguchi, Langkamp, Rekik, Mittelstädt – Darida-Maier – Dárdai, Duda, Kalou – Ibisevic
2. Halbzeit: Klinsmann – Pekarik, Baak, Lustenberger, Kurt – Skjelbred, Kade – Leckie, Covic, Stocker – Esswein

Hertha hatte das Spiel von Anfang an im Griff, bereits nach neun Minuten hätte es 1:0 stehen müssen, jedoch konnte Vedad Ibisevic seine Großchance nicht nutzen.  Der Bosnier hatte auch nach 24 Minuten die nächste gute Möglichkeit, seinem Schuss, der von Salomon Kalou aufgelegt wurde, fehlte aber der Druck, sodass er keine Gefahr darstellte. In der 29. Minute machte er es aber besser und verwandelte im Nachschuss die Flanke von Maxi Mittelstädt zur Führung. Nur zehn Minuten später schlenzte Salomon Kalou einen Distanzschuss ins linke Eck, sodass eine ungefährdete 2:0-Führung zur Halbzeit die Anzeigetafel zierte, Dardais Sohn Palko hatte den Treffer vorbereitet. Im zweiten Durchgang wurde die gesamte Elf ausgetauscht, sodass man erneut viele neue Gesichter sehen konnte. Eines tat sich bereits hervor, Neuzugang Mathew Leckie bereitete in eindrucksvoller Weise den 3:0-Endstand durch Valentin Stocker vor. Das Tor wurde durch einen großartigen Diagonalpass von Per Skjelbred eingeleitet und durch einen Doppelpass von Leckie und Esswein in den Strafraum getragen, wo Stocker nur noch einschieben musste.

Gegen Carl Zeiss Jena spielte die Elf, die gegen Erfurt die zweite Hälfte bestritten hatte und auch sie gab sich keine Blöße. Nach einer gemächlichen Anfangsviertelstunde nahm die Begegnung Fahrt auf, so hatte Fabian Lustenberger nach 15 Minuten eine gute Chance, die Jenas Keeper nach an den Pfosten lenken konnte. Auch danach behielt Hertha das Heft des Handelns in der Hand und produzierte einige Möglichkeiten. In der 31. Minute leitete Julius Kade das 1:0 durch einen starken Schnittstellenpass ein, den Maurice Covic auf Mathew Leckie weiterleitete, der sein erstes Tor im blau-weißen Dress erzielen konnte. Nur drei Minuten später wurde Julius Kade im Strafraum umgeschubst, der daraus entstandene Elfmeter wurde sicher von Alexander Esswein verwandelt. Die zweite Hälfte wurde mit zehn neuen Spielern begonnen, einzig Jonathan Klinsmann durfte die vollen 90 Minuten absolvieren, da Rune Jarstein aufgrund von muskulären Problemen geschont wurde. Nach dem Pausentee passierte allerdings nicht mehr allzu viel, einzig Ibisevics Chance zum 3:0 in der 47 Minute sorgte noch für Aufsehen, ansonsten blieb es recht ruhig.

Fazit: Taktisch sah man zwar wenig neues, jedoch war die Frische und Körpersprache der Spieler beeindruckend anzusehen. Sie war in beiden Spielen über 90 Minuten Herr auf dem Platz, absolut souverän und Betriebstemperatur, was nach dem anstrengenden Fitness-Trainingslager in Bad Saarow nicht zu erwarten war. Man merkte jedem Spieler an, dass er sich empfehlen wollte, da er Konkurrenzkampf in diesem Jahr so hart sein wird wie nie zuvor. Defensiv kaum gefordert, überzeugte vor allem das Offensivspiel der “alten Dame”, das gut einstudiert und direkt wirkte. Man sah viele gute Offensivläufe- Kombinationen, die so früh in der Vorbereitung nach gar nicht sitzen müssten. Sicherlich waren die Gegner kein absoluter Maßstab für die Liga, jedoch verkauften sich Erfurt und Jena keinesfalls unter Wert, sodass man ein sehr positives Fazit ziehen kann. Im zweiten Spiel merkte man ihnen die schweren Beine zwar an, jedoch stimmte zur jedem Minute die Mentalität und Konzentration.

Viele Gewinner

Wir kommen zu den Beurteilungen einer Spieler, die in den beiden Partien zum Einsatz kamen. Dabei gehen wir vor allen Dingen auf die neuen und jungen Gesichter des Team ein.

Jonathan Klinsmann: Der namenhafte Neuzugang aus den USA durfte ganze 135 Minuten zeigen, was er kann und konnte durchaus überzeugen. Der 20-Jährige hatte zwar ein paar technische Wackler, seine Präsenz im Strafraum und seine weiten Abstöße waren aber auf einem wirklich guten Niveau. Man darf gespannt sein, wie er sich hinter Thomas Kraft und Rune Jarstein entwickelt, eine gewisse Grundklasse besitzt er aber augenscheinlich.

Karim Rekik: Wusste bereits zu gefallen, war von der ersten Minute an voll da. Der 22-Jährige war sehr präsent, gut in den Zweikämpfen und besitzt sowohl im Ballbesitz als auch gegen den Ball ein gutes Positionsspiel. Es war schön zu sehen, dass er so intuitiv in die Mannschaft fand und sofort Verantwortung übernahm.

Florian Baak: Hat für seine 18 Jahre einen unglaublich robusten Körper, den er gut einzusetzen weiß. Seine Zweikampfführung wirkte bereits sehr unaufgeregt und entschlossen, er ließ nichts anbrennen. Zudem scheint er eine Waffe bei Standards zu sein, im Spiel gegen Erfurt verfehlte mit einem Kopfball nach einer Ecke nur knapp das gegnerische Tor.

(Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Genki Haraguchi: Haraguchi überraschte und gefiel in der ungewohnten Rolle als Rechtsverteidiger sehr gut. Der 26-Jährige zeigte schöne Läufe in die Tiefe, vernachlässigt die Defensivarbeit aber nicht. Er wirkte weitaus motivierter, als noch im Saisonende. Pal Dardai möchte ja in Zukunft auch mal mit einer Dreierkette spielen, in der Außenspieler benötigt werden, die sowohl offensiv, als auch defensiv ihre Aufgaben erfüllen kann. Dafür zeigte der Japaner gute Anlagen und sollte er doch bleiben, könnte er eine Option für dieses System sein.

Sinan Kurt: Er ist wohl der einzige Verlierer dieser beiden Partien. Bereits nach dem Spiel gegen Erfurt von Pal Dardai öffentlich gerüffelt, zeigte er sich gegen Jena kein Stück verbessert oder motivierter. Auch er spielte in der Rolle des Außenverteidigers, um laut Dardai mehr Platz für Offensivaktionen zu bekommen, jedoch traute er sich kaum über die eigene Hälfte hinaus und zeigte keinerlei Spielwitz oder Lauffreudigkeit. Er löste ein bis zwei Defensivprobleme aufgrund seiner Technik ganz gut, mehr bekam man aber nicht zu sehen. Aufdrängen geht anders und daran muss sich Kurt messen lassen. In dieser Verfassung wird es auch in der kommenden Saison nahezu unmöglich Einsatzminuten zu erhalten.

Arne MaierDer 18-jährige Mittelfelspieler war hingegen eines der aufblitzenden Talente von Hertha. Er stellte immer wieder gute Dreiecke, war sehr gut anspielbar und ballsicher. Zudem hat er die Schnittstellenpässe absolut drauf, er spielt sie  nur noch etwas zu hart, sodass sie die Offensivspieler selten erlaufen konnten. Mit jeder Minute Einsatzzeit wurde er präsenter und selbstsicherer. Er nutzte diese Bühne herausragend und macht Lust auf mehr, ein echtes Juwel. Man erkennt, dass er bereits vieles vereint, was einen guten Spielgestalter ausmacht.

Ondrej Duda: Die Technik und der Spielwitz von Duda sind schon herausragend, das ließ sich sehr oft erkennen. Er zeigte richtig gute Ansätze, Dinge, die kaum ein anderer Herthaner so beherrscht. Seine Hackenpässe und Entscheidungsfindung auf engem Raum ließen einen immer wieder mit der Zunge schnalzen. Sicherlich tauchte er, besonders in der zweiten Partie, oftmals noch unter, jedoch muss bei ihm noch ein anderer Maßstab angelegt werden. Es ist wichtig, dass er nach dieser ewig langen Pause wieder Selbstsicherheit erhält und eine gewisse spielerische Bindung mit seinen Kollegen aufbaut, zudem ist jede Minute wichtig, in der er beschwerdefrei auf dem Feld stehen kann.

(Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Palko Dardai: Er war bereits gut eingebunden, hatte viele Ballaktionen und war besonders gegen Erfurt auffällig. Dennoch merkt man ihm sein junges Alter und seinen noch sehr schmächtigen Körper deutlich an. Er verzeichnete viele Ballverluste und verschleppte Angriffe, weil er oft unnötig ins Dribbling ging und diese selten gewinnen konnte. Dennoch war es gut zu beobachten, dass er sich nie hängen ließ und immer wieder Präsenz ausstrahlte. Zum einen muss er ein seiner Robustheit, zum anderen auch an der Varianz seiner Spielzüge arbeiten, da er zu oft nach innen zieht, was für seinen Gegenspieler leicht auszurechnen ist.

Maurice Covic: Eventuell sogar der Gewinner der beiden Spiele, weil von ihm wohl am wenigsten erwartet wurde. Der 19-Jährige erhielt im Gegensatz zu allen anderen eingesetzten Eigengewächsen keinen Profi-Vertrag, bewarb sich aber am eindringlichsten um einen. Der Offensivallrounder überzeugte durch seine quirlige Art und hohe Aktivität im Angriffsdrittel. Seine enge Ballführung und beeindruckende Dynamik lässt sich gut mit dem Spielstil von Emre Mor vergleichen, auch wenn wir sicherlich von verschiedenen Qualitätsstufen reden. Covic war an unzähligen Offensivaktionen beteiligt, großartig eingebunden und der Vorbereiter des Tores von Mathew Leckie. Das einzige Fragezeichen, das er hinterlässt, ist die Bundesligatauglichkeit, da er dort weitaus weniger Platz hätte und seine Gegenspieler viel robuster und handlungsschneller wären. Ansonsten zeigte er zwei sehr berauschende Darbietungen.

Mathew Leckie: Wie Karim Rekik konnte auch der Australier sofort zeigen, warum Hertha sich seine Dienste gesichert hat. Der 26-Jährige trumpfte durch sein unglaubliches Tempo, seine Läufe in die Tiefe und Spitze, sowie seine Kombinationsfähigkeiten auf. Er war immer wieder anspielbar, hatte viele Ideen und zeigte sogar seine Kopfballstärke, zudem war nichts von seiner Torflaute in seiner Ingolstädter Vergangenheit zu sehen. Leckie zeigte, dass er viele Attribute besitzt, die dem Kader bisher gefehlt hatten und in dieser Saison sehr wichtig werden könnten.

Fazit: Es ist positiv herauszuarbeiten, dass die Neu-Profis aus dem Nachwuchs, aber auch die externen Neuzugänge allesamt bereits eine gewisse Frühform an den Tag legen und gut zusammenspielen können. Nun kehren auch noch die Nationalspieler Marvin Plattenhardt, Mitchell Weiser und Davie Selke zurück (Stark noch verletzt), wodurch der Konkurrenzkampf und die Qualität noch einmal deutlich erhöht wird.

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