BundesligaEinzelkritik

Einzelkritik 1. Spieltag: Hertha BSC – VfB Stuttgart

Der Start in die neue Saison ist geglückt, Hertha BSC gewann im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart unspektakulär, aber auch verdient mit 2:0. Damit bleibt sich die “alte Dame” treu, denn seit dem Bundesliga-Aufstieg von vor fünf Jahren verlor die Mannschaft nicht ein einziges Auftaktspiel in höchsten Deutschen Spielklasse. In der Partie gegen den Aufsteiger aus dem “Schwabenländle” agierten die Spieler in blau-weiß zwar noch zu zögerlich, ihre wenigen Chancen nutzen sie aber in Person von Neuzugang Mathew Leckie eiskalt. Die erste Einzelkritik dieser Spielzeit wird aufzeigen, wer neben dem Australier gut in das Jahr gestartet ist und wer nicht.

Tor

Rune Jarstein – Note: 3-

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der Norweger ging nahezu ungeprüft aus dieser Partie heraus, denn nur zwei Schüsse der Stuttgarter gingen direkt auf sein Tor.

Und auch diese strahlten keine Gefahr aus, Gentners Versuch aus der Ferne und Teroddes Gewaltschuss aus spitzem Winkel forderten den 32-Jährigen nicht heraus. Jarstein hatte besonders in der ersten Halbzeit einen ruhigen Nachmittag, da das Spiel vor allem in Stuttgarts Spielhälfte ablief und deren Konter nicht konsequent ausgespielt wurden, sodass sie gar nicht bis zu Herthas Schlussmann durchbrachen.

Im zweiten Durchgang wurde es etwas heißer im Berliner Strafraum, da Jarsteins Vordermänner dem Gegner mehr Platz ließen und dieser gerne ausgenutzt wurden. Ein Beispiel wäre Asanos Schuss an den Pfosten, bei dem Jarstein machtlos gewesen wäre. Richtig brenzlich wurde es, als er schon geschlagen war und einmal Karim Rekik und das andere Mal Marvin Plattenhardt für ihn retten mussten.

Auch wenn es in der Schlussphase einige sehr gute Möglichkeiten für die Cannstätter gab, konnte sich Jarstein nicht sonderlich auszeichnen, sodass es keine allzu einprägsame Leistung von ihm zu sehen gab.

Abwehr

Mitchell Weiser – Note: 3+

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der U21-Europameister darf endlich wieder auf seiner Lieblingsposition, der rechten Verteidigung auflaufen und konnte dort durchaus überzogen, auch wenn es noch Luft nach oben gibt.

Weiser bildete zusammen mit Mathew Leckie die höchst dominante Angriffsseite von Hertha BSC. Sie kombinierten sich immer wieder durch die gegnerischen Abwehrreihen hindurch und setzen einander in Szene. So gab es im ersten Durchgang auch wenig Abwehrarbeit zu verrichten, da der VfB in seiner eigenen Hälfte eingeschnürt wurde und nur durch zaghafte Umschaltaktionen in Herthas auftauchte.

Der 23-Jährige zeigte viele seiner typischen Tempoläufe, bei denen er von seiner rechten Seite aus bis in die gegnerische Hälfte dribbelt und dadurch Platz für seine mitgelaufenen Mannschaftskollegen schafft. Viele dieser gelangen auch, jedoch fand er nur selten die Lücke für gefährliche Schnittstellenpässe, sodass er die Kugel letztendlich an Skjelbred oder Darida übergab. Dadurch liefen viele seiner Aktionen eher ins Leere, auch wenn ihm anzurechnen ist, dass er immerhin etwas Spielwitz und Risiko zeigte. Sicherlich war auch ein Grund, dass Stuttgart defensiv sehr gut positioniert war und genau solche Aktionen zu unterbinden wusste.

Nach dem Halbzeitpfiff musste sich Weiser defensiv mehr engagieren, da die Stuttgarter nun mutiger wurden und seine schnellen Außenspieler in Szene setzen wollten. Weisers Gegenspieler war dabei Josip Brekalo, der sich aber nur selten gegen Herthas Rechtsverteidiger durchsetzen konnte. Weiser verteidigte diszipliniert und ließ Brekalo eigentlich nur einmal ziehen, dessen Schuss musste Rekik klären.

Eine mehr als solide Leistung von Mitchell Weiser, dem aber jedoch noch die letzte Konsequenz und Durchschlagskraft fehlte. Er ließ aber bereits aufblitzen, welch gutes Duo er mit Leckie bilden kann.

Sebastian Langkamp – Note: 3

(Foto: TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Solide ist die passende Bewertung für die Leistung des Innenverteidigers, der wenig gefordert wurde.

Langkamp hatte die klare Aufgabe, Stuttgarts Torjäger Simon Terodde nicht von der Seite zu weichen und Zuspiele auf ihn zu verhindern – Diese gab es aber gar nicht erst. Der Stürmer wurde von seinen Mitspielern überhaupt nicht eingebunden, weshalb auch Herthas Innenverteidiger relativ beschäftigungslos blieb.

Der 29-Jährige gewann 60% seiner Zweikämpfe, fing zwei Bälle ab und klärte ebenso viele Aktionen – Zahlen, die einen gesitteten Arbeitstag beschreiben.

Sein Aufbauspiel war gewohnt unspektakulär, die meisten seiner Pässe spielte er entweder zu Weiser oder zu Rekik, also ohne großes Risiko. Dadurch lässt sich seine gute Passquote von 90% erklären.

Eine ordentliche Leistung von Langkamp, der wenig von seinem Können zeigen konnte.

Karim Rekik – Note: 2-

(Photo by Karina Hessland/Bongarts/Getty Images)

Der Neuzugang spielte so souverän, dass man meinen müsste, er wäre schon seit Jahren Teil dieser Mannschaft.

Während sein Nebenmann Langkamp speziell auf Terodde zu achten hatte, sollte Rekik “nach vorne” verteidigen und auch Plattenhardt auf dem Flügel aushelfen. Der Holländer zeigte dabei ein kompromissloses Zweikampfverhalten und vor allen Dingen ein konzentriertes Stellungsspiel. Allzu viel konnte er aber nicht zeigen, da es zu recht wenigen Duellen kam und Stuttgart nur selten in den Strafraum eindrang. In nur einer Szene war er wirklich gefordert, als er Brekalos Schuss abblockte, den Jarstein nicht mehr hätte retten können.

In einer Disziplin beeindruckte er 22-Jährige aber besonders: Die Spieleröffnung. Die Weise, in der er Bälle fordert, seine Mitspieler dirigiert und offensiv denkt, ist bemerkenswert. Rekik versucht mit quasi jedem seiner Pässe das Spiel seiner Mannschaft voranzubringen und sucht die Schnittstellen im Mittelfeld, um einen schnellen Angriff zu ermöglichen. Seine Zuspiele sind zudem von einer außerordentlichen Schärfe und Genauigkeit geprägt, weshalb sie auch nahezu nie abgefangen werden können (97% Passquote). Bei Herthas teilweise bleiernem Spielstil ist solch ein kreativer Innenverteidiger von unschätzbarem Wert.

Defensiv recht unterfordert, konnte sich Rekik vor allem spielerisch behaupten. Er agiert bereits mit einem großen Selbstbewusstsein und macht keine “halben Sachen”, sondern spielt mit einer großen Sorgfalt.

Marvin Plattenhardt – Note: 3-

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

In einer recht ereignislosen Begegnung schwamm Herthas Linksverteidiger “nur so mit” und konnte wenig ansprechendes zeigen.

“Platte” gehörte zur linken Angriffsseite. die von Weiser und Leckie deutlich abgehangen wurde. Zusammen mit Salomon Kalou wirkte er ziemlich ideenlos und wenig gefährlich für die Schwaben-Abwehr. Zwar versuchte er etwas offensiv beizusteuern, jedoch gelang ihm sehr wenig. Nur eine seiner fünf Flanken kam bei einem Mitspieler an, am Ende stand eine Null auf seinem Torschussvorlagen-Konto. Ihm fehlten Dynamik und Kreativität. Er war stets bemüht.

Gegen den Ball sah es schon besser aus. Plattenhardt hatte meistens keine Probleme mit seinem körperlich unterlegendem Gegenspieler Asano, gewann die meisten Duelle gegen ihn. Dabei zeigte er einige sehr starke Tacklings. Der pfeilschnelle Japaner entwischte ihm nur in der Schlussphase ein paar Mal zu oft, jedoch sollte es keine Konsequenzen geben.

Plattenhardt kann deutlich mehr, als er bei dieser Partie gezeigt hatte. Ihm fehlte die Präsenz in der gegnerischen Hälfte, er konnte selten so vorstoßen, wie man es von ihm kennt. Da ist noch weitaus mehr drin.

Mittelfeld

Per Skjelbred – Note: 1-

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Hätte ihm nicht ein gewisser Australier die Show gestohlen, wäre Skjelbred der Mann des Spiels gewesen.

Der Norweger strahlte sowohl defensiv, als auch offensiv eine riesige Präsenz aus und war schlichtweg der Chef auf dem Feld. Brillieren konnte er aber vor allem in seiner stärksten Disziplin: Die Balleroberung. Der 30-Jährige las die Stuttgarter Angriffe überragend, sodass er durch ein exzellentes Stellungsspiel unzählige Bälle abfing. Zudem gewann er seine Zweikämpfe in einer beinahe schon anmutigen Art, indem er seinen Gegenspielern die Kugel elegant vom Fuß spitzelte und quasi nie auch nur an einem Foulspiel kratzte. So gewann er 70% seiner Duelle, die beste Quote aller Spieler an diesem Tag.

Des Weiteren konnte Skjelbred auch spielerisch überzeugen, denn er gewann die Bälle nicht nur, er wusste auch etwas mit ihnen anzufangen. Selbst auf engstem Raum, wenn die Stuttgarter zum Gegenpressing ansetze, konnte er intelligente Lösungen finden. Er brachte großartige 94% seiner Pässe an den Mann, was sein sauberes Spiel verdeutlicht. Der Mittelfeldmotor trieb das Aufbauspiel seiner Mannschaft deutlich an und fand er keine Lücke für den Pass, traute er sich auch einige Läufe in die Tiefe, bei denen er zahlreiche Gegenspieler stehen ließ.

Eine wunderbare Vorstellung des Norwegers, der sich extrem dominant und motiviert zeigte. Seine Balleroberungen -und Verarbeitungen waren einer der absoluten Lichtblicke in dieser sonst so trägen Partie, mit denen er den VfB einige Male komplett ausbremste.

Vladimir Darida – Note: 2-

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Während Skjelbred vor allem in der Defensive aushalf, sollte Vladimir Darida das Angriffsspiel aufziehen und dirigieren.

Der 27-Jährige war im ersten Durchgang der mit Abstand auffälligste Spieler auf dem Feld. Er traute sich als einziger Akteur, auch mal aus der Distanz abzuschließen, zudem hatte er immer wieder gute Ideen für das Überwinden der VfB-Abwehr. Leider blieben all diese Aktionen ohne Ertrag. Dennoch ist positiv hervorzuheben, dass er die zentrale Figur für Herthas Spiel nach vorne war und die meisten Ballkontakte aller Spieler hatte. Fast alles ging über Darida.

Nach dem Pausentee nahm seine Präsenz in der Offensive etwas ab, dafür engagierte er sich in der eigenen Hälfte umso mehr. Der Tscheche half mit, die Konter von Stuttgart zu unterbinden, indem er sich für kein Laufduell zu schade war und ca. 60% seiner Zweikämpfe gewann. Er betrieb ein riesiges Aufwand und lief starke 12,4 Kilometer, die seine Präsenz auf dem Platz noch einmal unterstreichen.

Nachdem Darida in der vergangenen Saison nur selten sein wahres Potenzial abrufen konnte, war das Spiel gegen den VfB Stuttgart wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Er versuchte sich in alle Mannschaftsabteilungen einzuschalten und war somit ein großer Faktor für dieses Spiel.

Mathew Leckie – Note: 1

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Welch ein Einstand! Der Neuzugang aus Ingolstadt traf in seinem ersten Bundesligaspiel für Hertha gleich doppelt und konnte auch sonst überzeugen.

Leckie bildete auf dem rechten Flügel das dynamische Duo mit Mitchell Weiser, dass Stuttgart große Probleme bereitete und letztendlich den Sieg bedeuten sollte. Der Australier hatte im ersten Durchgang noch zahlreiche gute Ansätze, jedoch blieb es zunächst bei diesen. Er “vernaschte” seinen Gegenspieler Ailton des öfteren, jedoch konnte er daraus nur wenig Kapital schlagen. Zudem hatte er einige unsaubere Ballannahmen, wodurch er Berliner Angriffsversuche eigenständig unterband.

Die zweite Halbzeit sollte positiver verlaufen und das nach nur wenigen Sekunden, In der ersten Minute nach dem Wiederanpfiff wurde Leckie von Ibisevic auf die Reise geschickt, dribbelte Gegenspieler Ailton fußballerisch hochwertig aus und schloss eiskalt ins lange linke Eck ab. Damit war sein Bundesliga-Debüt im blau-weißen Trikot bereits geglückt, es sollte jedoch noch besser kommen.

Denn der 26-Jährige erzielte auch den zweiten Treffer des Tages, in der 62. Minute, um genau zu sein. Marvin Plattenhardt brachte einen Eckstoß in den Strafraum, der Ball wurde zum freistehenden Leckie abgefälscht und dieser legte ihn zum 2:0 ins Tor.

Leckie feierte somit ein traumhaftes Debüt und war der Spieler des Spiels. Eine sehr vielversprechende Leistung von ihm, da er sogar defensiv überaus aktiv war und nicht nur auf seine beiden Treffer reduziert werden sollte, so eigenartig das klingen mag.

Salomon Kalou – Note: 4-

(Photo by Karina Hessland/Bongarts/Getty Images)

Der Ivorer war der wohl unauffälligste Spieler im blau-weißen Dress und muss sich dringend steigern.

Kalou fand zu keinem Moment wirklich in diese Begegnung und wirkte überaus ideenlos. Er fand in Herthas Offensivspiel kaum statt und hatte er das Spielgerät, verlor es auch wieder schnell, da kaum eines seiner Dribblings von Erfolg gekrönt war.

Zudem stellte er auch keinerlei Gefahr für das gegnerische Tor dar, nicht eine Torschussvorlage oder ein eigener Abschluss gelangen ihm. Es wirkte beinahe so, als ob er bereits eine gesamte Saison in den Beinen hätte und ausgelaugt wäre, so schwerfällig und meist unsichtbar agierte er.

Defensiv half er tatsächlich ordentlich mit, so klärte er eine brenzliche Situation mit einem ansehnlichen Fallrückzieher. Viel mehr gelang ihm aber nicht.

Eine enttäuschende Vorstellung des 32-Jährigen, der dringend an sich arbeiten muss.

Sturm

Alexander Esswein – Note: 4

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Auch Esswein konnte nicht überzeugen, auch wenn er deutlich bemühter als Kalou wirkte.

Esswein ist ein besonderer Fall, denn es ist eindeutig zu sehen, dass er alles gibt. Der 27-Jährige zerreißt sich auf dem Feld, jagt jedem Ball hinterher und wirft alles in den Zweikampf, jedoch zeigt bei allem Einsatz auch deutliche Defizite.

So verschleppte und verschluderte er in der ersten Halbzeit unzählige Angriffe, weil er seine sehr unsaubere Ballannahme in der Vorbereitung anscheinend nicht verbessern konnte. Dadurch erstickte er zig Möglichkeiten des Vorstoßes bereits im Keim und arbeitete somit eher gegen seine Mannschaft, als sie zu unterstützen. Seine technischen Unzulänglichkeiten stellten in dieser Begegnung ein echtes Problem dar. Seine beste Aktion hatte er in der 39. Minute, als ihn Weiser bediente und er nach einer starken Drehung auf den Kasten Zielers schoss, der Schuss jedoch zu unplatziert war und kein Problem für den Keeper war.

In der zweiten Halbzeit wurde es etwas besser, er schien warmgelaufen zu sein. Er lief immer wieder in die gefährlichen Zonen, wurde aber zu selten gesucht und bedient, weshalb diese Sprints vergebens waren. Es blieb dabei, dass Esswein zwar bemüht, aber eben auch sehr wirkungslos war.

So war es folgerichtig, ihn nach rund 70 Minuten und nur 23 Ballkontakten auszuwechseln, es war ein schlichtweg unglücklicher Arbeitstag für Esswein, der seine starke Form aus der Vorbereitung überhaupt nicht bestätigen konnte.

Vedad Ibisevic – Note: 4+

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der Bosnier war ebenso schlecht aufgelegt, konnte seiner Mannschaft aber mit seiner einen wirklich guten Aktion zum Sieg verhelfen.

Für den schlechten Auftritt von Ibisevic gibt es zwei Gründe. Zum einen bekam er kaum brauchbare Zuspiele, da Hertha nahezu nie gefährlich in den Strafraum Stuttgarts eindringen konnte und auch die Flanken der Flügelspieler zu Wünschen übrig ließen. Für einen Mittelstürmer wie den “Vedator” sind diese Vorlagen essenziell, ansonsten wird er nicht in die Positionen kommen, die er für seine Tore braucht.

Zum anderen ließ er es oftmals gar nicht dazu kommen, dass es solche Angriffe hätte geben können. Der 33-Jährige muss sich an Esswein orientiert haben, denn auch er konnte keine Zuspiele technisch sauber verarbeiten, sodass er nahezu jeden Ball nach wenige Sekunden wieder verlor. Dadurch konnte er nicht gewohnt sichere Anspielstation darstellen, die für Herthas Angriffsspiel so wichtig ist.

Doch eine Aktion hatte Ibisevic im Köcher, denn kurz nach der Halbzeit gab es einen Einwurf für Hertha. Mitchell Weiser brachte diesen auf eben Ibisevic, der den Ball hervorragend auf Leckie weiterleitete, welcher diesen zum 1:0 verwandelte. Eine tolle Vorarbeit, die den Auftritt des Berliner Kapitäns ein wenig retten konnte.

Ein ansonsten rabenschwarzer Tag für Ibisevic lässt nur hoffen, dass es gegen den BVB wieder besser wird.

Einwechslungen

Niklas Stark – Note: 3-

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Der 22-jährige Defensivspieler gab gegen den VfB Stuttgart sein “kleines” Comeback, nachdem er viele Wochen aufgrund seiner Rippen-Verletzung aussetzen musste.

Er wurde im defensiven Mittelfeld eingesetzt und sollte die Führung über die Zeit retten. Tatsächlich machte er seine Sache auch recht gut, er gewann 60% seiner Zweikämpfe und verlor auch keines seiner zwei Kopfballduelle.

Zudem brachte er alle seine sechs Pässe zum Mitspieler, keine großartige Tat, aber immerhin produzierte er keine Fehler.

Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Einsatz ist, dass Stark seine Verletzung überstanden hat und wohl wieder eine ernstzunehmende Option für die Startelf sein sollte.

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Der Start in die neue Saison ist geglückt, Hertha BSC gewann im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart unspektakulär, aber auch verdient mit 2:0. Damit bleibt sich die “alte Dame” treu, denn seit dem Bundesliga-Aufstieg von vor fünf Jahren verlor die Mannschaft nicht ein einziges Auftaktspiel in höchsten Deutschen Spielklasse. In der Partie gegen den Aufsteiger aus dem “Schwabenländle” agierten die Spieler in blau-weiß zwar noch zu zögerlich, ihre wenigen Chancen nutzen sie aber in Person von Neuzugang Mathew Leckie eiskalt. Die erste Einzelkritik dieser Spielzeit wird aufzeigen, wer neben dem Australier gut in das Jahr gestartet ist und wer nicht.

Tor

Rune Jarstein – Note: 3-

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der Norweger ging nahezu ungeprüft aus dieser Partie heraus, denn nur zwei Schüsse der Stuttgarter gingen direkt auf sein Tor.

Und auch diese strahlten keine Gefahr aus, Gentners Versuch aus der Ferne und Teroddes Gewaltschuss aus spitzem Winkel forderten den 32-Jährigen nicht heraus. Jarstein hatte besonders in der ersten Halbzeit einen ruhigen Nachmittag, da das Spiel vor allem in Stuttgarts Spielhälfte ablief und deren Konter nicht konsequent ausgespielt wurden, sodass sie gar nicht bis zu Herthas Schlussmann durchbrachen.

Im zweiten Durchgang wurde es etwas heißer im Berliner Strafraum, da Jarsteins Vordermänner dem Gegner mehr Platz ließen und dieser gerne ausgenutzt wurden. Ein Beispiel wäre Asanos Schuss an den Pfosten, bei dem Jarstein machtlos gewesen wäre. Richtig brenzlich wurde es, als er schon geschlagen war und einmal Karim Rekik und das andere Mal Marvin Plattenhardt für ihn retten mussten.

Auch wenn es in der Schlussphase einige sehr gute Möglichkeiten für die Cannstätter gab, konnte sich Jarstein nicht sonderlich auszeichnen, sodass es keine allzu einprägsame Leistung von ihm zu sehen gab.

Abwehr

Mitchell Weiser – Note: 3+

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der U21-Europameister darf endlich wieder auf seiner Lieblingsposition, der rechten Verteidigung auflaufen und konnte dort durchaus überzogen, auch wenn es noch Luft nach oben gibt.

Weiser bildete zusammen mit Mathew Leckie die höchst dominante Angriffsseite von Hertha BSC. Sie kombinierten sich immer wieder durch die gegnerischen Abwehrreihen hindurch und setzen einander in Szene. So gab es im ersten Durchgang auch wenig Abwehrarbeit zu verrichten, da der VfB in seiner eigenen Hälfte eingeschnürt wurde und nur durch zaghafte Umschaltaktionen in Herthas auftauchte.

Der 23-Jährige zeigte viele seiner typischen Tempoläufe, bei denen er von seiner rechten Seite aus bis in die gegnerische Hälfte dribbelt und dadurch Platz für seine mitgelaufenen Mannschaftskollegen schafft. Viele dieser gelangen auch, jedoch fand er nur selten die Lücke für gefährliche Schnittstellenpässe, sodass er die Kugel letztendlich an Skjelbred oder Darida übergab. Dadurch liefen viele seiner Aktionen eher ins Leere, auch wenn ihm anzurechnen ist, dass er immerhin etwas Spielwitz und Risiko zeigte. Sicherlich war auch ein Grund, dass Stuttgart defensiv sehr gut positioniert war und genau solche Aktionen zu unterbinden wusste.

Nach dem Halbzeitpfiff musste sich Weiser defensiv mehr engagieren, da die Stuttgarter nun mutiger wurden und seine schnellen Außenspieler in Szene setzen wollten. Weisers Gegenspieler war dabei Josip Brekalo, der sich aber nur selten gegen Herthas Rechtsverteidiger durchsetzen konnte. Weiser verteidigte diszipliniert und ließ Brekalo eigentlich nur einmal ziehen, dessen Schuss musste Rekik klären.

Eine mehr als solide Leistung von Mitchell Weiser, dem aber jedoch noch die letzte Konsequenz und Durchschlagskraft fehlte. Er ließ aber bereits aufblitzen, welch gutes Duo er mit Leckie bilden kann.

Sebastian Langkamp – Note: 3

(Foto: TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Solide ist die passende Bewertung für die Leistung des Innenverteidigers, der wenig gefordert wurde.

Langkamp hatte die klare Aufgabe, Stuttgarts Torjäger Simon Terodde nicht von der Seite zu weichen und Zuspiele auf ihn zu verhindern – Diese gab es aber gar nicht erst. Der Stürmer wurde von seinen Mitspielern überhaupt nicht eingebunden, weshalb auch Herthas Innenverteidiger relativ beschäftigungslos blieb.

Der 29-Jährige gewann 60% seiner Zweikämpfe, fing zwei Bälle ab und klärte ebenso viele Aktionen – Zahlen, die einen gesitteten Arbeitstag beschreiben.

Sein Aufbauspiel war gewohnt unspektakulär, die meisten seiner Pässe spielte er entweder zu Weiser oder zu Rekik, also ohne großes Risiko. Dadurch lässt sich seine gute Passquote von 90% erklären.

Eine ordentliche Leistung von Langkamp, der wenig von seinem Können zeigen konnte.

Karim Rekik – Note: 2-

(Photo by Karina Hessland/Bongarts/Getty Images)

Der Neuzugang spielte so souverän, dass man meinen müsste, er wäre schon seit Jahren Teil dieser Mannschaft.

Während sein Nebenmann Langkamp speziell auf Terodde zu achten hatte, sollte Rekik “nach vorne” verteidigen und auch Plattenhardt auf dem Flügel aushelfen. Der Holländer zeigte dabei ein kompromissloses Zweikampfverhalten und vor allen Dingen ein konzentriertes Stellungsspiel. Allzu viel konnte er aber nicht zeigen, da es zu recht wenigen Duellen kam und Stuttgart nur selten in den Strafraum eindrang. In nur einer Szene war er wirklich gefordert, als er Brekalos Schuss abblockte, den Jarstein nicht mehr hätte retten können.

In einer Disziplin beeindruckte er 22-Jährige aber besonders: Die Spieleröffnung. Die Weise, in der er Bälle fordert, seine Mitspieler dirigiert und offensiv denkt, ist bemerkenswert. Rekik versucht mit quasi jedem seiner Pässe das Spiel seiner Mannschaft voranzubringen und sucht die Schnittstellen im Mittelfeld, um einen schnellen Angriff zu ermöglichen. Seine Zuspiele sind zudem von einer außerordentlichen Schärfe und Genauigkeit geprägt, weshalb sie auch nahezu nie abgefangen werden können (97% Passquote). Bei Herthas teilweise bleiernem Spielstil ist solch ein kreativer Innenverteidiger von unschätzbarem Wert.

Defensiv recht unterfordert, konnte sich Rekik vor allem spielerisch behaupten. Er agiert bereits mit einem großen Selbstbewusstsein und macht keine “halben Sachen”, sondern spielt mit einer großen Sorgfalt.

Marvin Plattenhardt – Note: 3-

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

In einer recht ereignislosen Begegnung schwamm Herthas Linksverteidiger “nur so mit” und konnte wenig ansprechendes zeigen.

“Platte” gehörte zur linken Angriffsseite. die von Weiser und Leckie deutlich abgehangen wurde. Zusammen mit Salomon Kalou wirkte er ziemlich ideenlos und wenig gefährlich für die Schwaben-Abwehr. Zwar versuchte er etwas offensiv beizusteuern, jedoch gelang ihm sehr wenig. Nur eine seiner fünf Flanken kam bei einem Mitspieler an, am Ende stand eine Null auf seinem Torschussvorlagen-Konto. Ihm fehlten Dynamik und Kreativität. Er war stets bemüht.

Gegen den Ball sah es schon besser aus. Plattenhardt hatte meistens keine Probleme mit seinem körperlich unterlegendem Gegenspieler Asano, gewann die meisten Duelle gegen ihn. Dabei zeigte er einige sehr starke Tacklings. Der pfeilschnelle Japaner entwischte ihm nur in der Schlussphase ein paar Mal zu oft, jedoch sollte es keine Konsequenzen geben.

Plattenhardt kann deutlich mehr, als er bei dieser Partie gezeigt hatte. Ihm fehlte die Präsenz in der gegnerischen Hälfte, er konnte selten so vorstoßen, wie man es von ihm kennt. Da ist noch weitaus mehr drin.

Mittelfeld

Per Skjelbred – Note: 1-

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Hätte ihm nicht ein gewisser Australier die Show gestohlen, wäre Skjelbred der Mann des Spiels gewesen.

Der Norweger strahlte sowohl defensiv, als auch offensiv eine riesige Präsenz aus und war schlichtweg der Chef auf dem Feld. Brillieren konnte er aber vor allem in seiner stärksten Disziplin: Die Balleroberung. Der 30-Jährige las die Stuttgarter Angriffe überragend, sodass er durch ein exzellentes Stellungsspiel unzählige Bälle abfing. Zudem gewann er seine Zweikämpfe in einer beinahe schon anmutigen Art, indem er seinen Gegenspielern die Kugel elegant vom Fuß spitzelte und quasi nie auch nur an einem Foulspiel kratzte. So gewann er 70% seiner Duelle, die beste Quote aller Spieler an diesem Tag.

Des Weiteren konnte Skjelbred auch spielerisch überzeugen, denn er gewann die Bälle nicht nur, er wusste auch etwas mit ihnen anzufangen. Selbst auf engstem Raum, wenn die Stuttgarter zum Gegenpressing ansetze, konnte er intelligente Lösungen finden. Er brachte großartige 94% seiner Pässe an den Mann, was sein sauberes Spiel verdeutlicht. Der Mittelfeldmotor trieb das Aufbauspiel seiner Mannschaft deutlich an und fand er keine Lücke für den Pass, traute er sich auch einige Läufe in die Tiefe, bei denen er zahlreiche Gegenspieler stehen ließ.

Eine wunderbare Vorstellung des Norwegers, der sich extrem dominant und motiviert zeigte. Seine Balleroberungen -und Verarbeitungen waren einer der absoluten Lichtblicke in dieser sonst so trägen Partie, mit denen er den VfB einige Male komplett ausbremste.

Vladimir Darida – Note: 2-

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Während Skjelbred vor allem in der Defensive aushalf, sollte Vladimir Darida das Angriffsspiel aufziehen und dirigieren.

Der 27-Jährige war im ersten Durchgang der mit Abstand auffälligste Spieler auf dem Feld. Er traute sich als einziger Akteur, auch mal aus der Distanz abzuschließen, zudem hatte er immer wieder gute Ideen für das Überwinden der VfB-Abwehr. Leider blieben all diese Aktionen ohne Ertrag. Dennoch ist positiv hervorzuheben, dass er die zentrale Figur für Herthas Spiel nach vorne war und die meisten Ballkontakte aller Spieler hatte. Fast alles ging über Darida.

Nach dem Pausentee nahm seine Präsenz in der Offensive etwas ab, dafür engagierte er sich in der eigenen Hälfte umso mehr. Der Tscheche half mit, die Konter von Stuttgart zu unterbinden, indem er sich für kein Laufduell zu schade war und ca. 60% seiner Zweikämpfe gewann. Er betrieb ein riesiges Aufwand und lief starke 12,4 Kilometer, die seine Präsenz auf dem Platz noch einmal unterstreichen.

Nachdem Darida in der vergangenen Saison nur selten sein wahres Potenzial abrufen konnte, war das Spiel gegen den VfB Stuttgart wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Er versuchte sich in alle Mannschaftsabteilungen einzuschalten und war somit ein großer Faktor für dieses Spiel.

Mathew Leckie – Note: 1

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Welch ein Einstand! Der Neuzugang aus Ingolstadt traf in seinem ersten Bundesligaspiel für Hertha gleich doppelt und konnte auch sonst überzeugen.

Leckie bildete auf dem rechten Flügel das dynamische Duo mit Mitchell Weiser, dass Stuttgart große Probleme bereitete und letztendlich den Sieg bedeuten sollte. Der Australier hatte im ersten Durchgang noch zahlreiche gute Ansätze, jedoch blieb es zunächst bei diesen. Er “vernaschte” seinen Gegenspieler Ailton des öfteren, jedoch konnte er daraus nur wenig Kapital schlagen. Zudem hatte er einige unsaubere Ballannahmen, wodurch er Berliner Angriffsversuche eigenständig unterband.

Die zweite Halbzeit sollte positiver verlaufen und das nach nur wenigen Sekunden, In der ersten Minute nach dem Wiederanpfiff wurde Leckie von Ibisevic auf die Reise geschickt, dribbelte Gegenspieler Ailton fußballerisch hochwertig aus und schloss eiskalt ins lange linke Eck ab. Damit war sein Bundesliga-Debüt im blau-weißen Trikot bereits geglückt, es sollte jedoch noch besser kommen.

Denn der 26-Jährige erzielte auch den zweiten Treffer des Tages, in der 62. Minute, um genau zu sein. Marvin Plattenhardt brachte einen Eckstoß in den Strafraum, der Ball wurde zum freistehenden Leckie abgefälscht und dieser legte ihn zum 2:0 ins Tor.

Leckie feierte somit ein traumhaftes Debüt und war der Spieler des Spiels. Eine sehr vielversprechende Leistung von ihm, da er sogar defensiv überaus aktiv war und nicht nur auf seine beiden Treffer reduziert werden sollte, so eigenartig das klingen mag.

Salomon Kalou – Note: 4-

(Photo by Karina Hessland/Bongarts/Getty Images)

Der Ivorer war der wohl unauffälligste Spieler im blau-weißen Dress und muss sich dringend steigern.

Kalou fand zu keinem Moment wirklich in diese Begegnung und wirkte überaus ideenlos. Er fand in Herthas Offensivspiel kaum statt und hatte er das Spielgerät, verlor es auch wieder schnell, da kaum eines seiner Dribblings von Erfolg gekrönt war.

Zudem stellte er auch keinerlei Gefahr für das gegnerische Tor dar, nicht eine Torschussvorlage oder ein eigener Abschluss gelangen ihm. Es wirkte beinahe so, als ob er bereits eine gesamte Saison in den Beinen hätte und ausgelaugt wäre, so schwerfällig und meist unsichtbar agierte er.

Defensiv half er tatsächlich ordentlich mit, so klärte er eine brenzliche Situation mit einem ansehnlichen Fallrückzieher. Viel mehr gelang ihm aber nicht.

Eine enttäuschende Vorstellung des 32-Jährigen, der dringend an sich arbeiten muss.

Sturm

Alexander Esswein – Note: 4

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Auch Esswein konnte nicht überzeugen, auch wenn er deutlich bemühter als Kalou wirkte.

Esswein ist ein besonderer Fall, denn es ist eindeutig zu sehen, dass er alles gibt. Der 27-Jährige zerreißt sich auf dem Feld, jagt jedem Ball hinterher und wirft alles in den Zweikampf, jedoch zeigt bei allem Einsatz auch deutliche Defizite.

So verschleppte und verschluderte er in der ersten Halbzeit unzählige Angriffe, weil er seine sehr unsaubere Ballannahme in der Vorbereitung anscheinend nicht verbessern konnte. Dadurch erstickte er zig Möglichkeiten des Vorstoßes bereits im Keim und arbeitete somit eher gegen seine Mannschaft, als sie zu unterstützen. Seine technischen Unzulänglichkeiten stellten in dieser Begegnung ein echtes Problem dar. Seine beste Aktion hatte er in der 39. Minute, als ihn Weiser bediente und er nach einer starken Drehung auf den Kasten Zielers schoss, der Schuss jedoch zu unplatziert war und kein Problem für den Keeper war.

In der zweiten Halbzeit wurde es etwas besser, er schien warmgelaufen zu sein. Er lief immer wieder in die gefährlichen Zonen, wurde aber zu selten gesucht und bedient, weshalb diese Sprints vergebens waren. Es blieb dabei, dass Esswein zwar bemüht, aber eben auch sehr wirkungslos war.

So war es folgerichtig, ihn nach rund 70 Minuten und nur 23 Ballkontakten auszuwechseln, es war ein schlichtweg unglücklicher Arbeitstag für Esswein, der seine starke Form aus der Vorbereitung überhaupt nicht bestätigen konnte.

Vedad Ibisevic – Note: 4+

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der Bosnier war ebenso schlecht aufgelegt, konnte seiner Mannschaft aber mit seiner einen wirklich guten Aktion zum Sieg verhelfen.

Für den schlechten Auftritt von Ibisevic gibt es zwei Gründe. Zum einen bekam er kaum brauchbare Zuspiele, da Hertha nahezu nie gefährlich in den Strafraum Stuttgarts eindringen konnte und auch die Flanken der Flügelspieler zu Wünschen übrig ließen. Für einen Mittelstürmer wie den “Vedator” sind diese Vorlagen essenziell, ansonsten wird er nicht in die Positionen kommen, die er für seine Tore braucht.

Zum anderen ließ er es oftmals gar nicht dazu kommen, dass es solche Angriffe hätte geben können. Der 33-Jährige muss sich an Esswein orientiert haben, denn auch er konnte keine Zuspiele technisch sauber verarbeiten, sodass er nahezu jeden Ball nach wenige Sekunden wieder verlor. Dadurch konnte er nicht gewohnt sichere Anspielstation darstellen, die für Herthas Angriffsspiel so wichtig ist.

Doch eine Aktion hatte Ibisevic im Köcher, denn kurz nach der Halbzeit gab es einen Einwurf für Hertha. Mitchell Weiser brachte diesen auf eben Ibisevic, der den Ball hervorragend auf Leckie weiterleitete, welcher diesen zum 1:0 verwandelte. Eine tolle Vorarbeit, die den Auftritt des Berliner Kapitäns ein wenig retten konnte.

Ein ansonsten rabenschwarzer Tag für Ibisevic lässt nur hoffen, dass es gegen den BVB wieder besser wird.

Einwechslungen

Niklas Stark – Note: 3-

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Der 22-jährige Defensivspieler gab gegen den VfB Stuttgart sein “kleines” Comeback, nachdem er viele Wochen aufgrund seiner Rippen-Verletzung aussetzen musste.

Er wurde im defensiven Mittelfeld eingesetzt und sollte die Führung über die Zeit retten. Tatsächlich machte er seine Sache auch recht gut, er gewann 60% seiner Zweikämpfe und verlor auch keines seiner zwei Kopfballduelle.

Zudem brachte er alle seine sechs Pässe zum Mitspieler, keine großartige Tat, aber immerhin produzierte er keine Fehler.

Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Einsatz ist, dass Stark seine Verletzung überstanden hat und wohl wieder eine ernstzunehmende Option für die Startelf sein sollte.

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