BundesligaEinzelkritik

Einzelkritik 3. Spieltag: Hertha BSC – Werder Bremen

Mit vier Punkten aus drei Ligaspielen verabschiedet sich Hertha BSC in die englischen Wochen. Das Unentschieden gegen Werder Bremen war leistungsgerecht, auch wenn sich wohl beide Mannschaften mehr ausgerechnet hatten. Der Spielverlauf gab aber nicht mehr her, denn kein Team konnte sich eine wirkliche Feldüberlegenheit erspielen. Was bei Hertha dazu führte, soll in der Einzelkritik aufgeschlüsselt werden.

Tor

Rune Jarstein – Note: 1-

Der Norweger musste gegen Bremen seine bis dahin beste Saisonleistung zeigen. Einige Male rettete er seine Mannschaft vor einem Gegentreffer.

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Bereits in der vierten Spielminute musste Jarstein eingreifen. Er lenkte einen Volleyschuss von Florian Kainz gerade noch über die Latte, zeigte dabei einen starken Reflex. Danach gab es ein noch ein paar kleinere Szenen, insgesamt blieb es aber recht ruhig für den 32-Jährigen.

Bis zur 59. Minute, in der Thomas Delaney Jarstein überwand. Sein Schuss aus der Distanz hätte niemals durchkommen dürfen (die Kollegen Stark und Esswein werden noch besprochen), letztendlich war Herthas Schlussmann aber machtlos. Der Treffer war zu platziert, als dass er noch hätte herankommen können.

Kurz nach dem Gegentor durfte sich Jarstein aber noch einmal auszeichnen. In der 63. Minute parierte er den Schuss von Fin Bartels in überragender Manier. Obwohl der Bremer nur noch Herthas Keeper vor sich hatte, konnte er den Ball wegen dessen Glanztat nicht einschieben.

Eine sehr starke Partie von Jarstein, der Hertha zweimal vor einem Rückstand bewarte.

Abwehr

Mitchell Weiser – Note: 4-

(Foto: TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Herthas Rechtsverteidiger scheint nicht allzu gut in Saison zu finden, besonders am vergangenen Sonntag ließ er viel von seinem Potenzial vermissen.

Weiser war schon nach vier Minuten nicht auf seinem Posten, orientierte sich am völlig falschen Gegenspieler und ließ Kainz freie Schussbahn. Auch danach blieb seine Seite eine Brutstätte für Bremer Chancen. Der 23-Jährige wurde am laufenden Band überspielt- oder laufen, was vor allem an seinem mangelhaften Stellungsspiel lag. Schaltete sich Mathew Leckie nicht mit nach hinten ein, wodurch sich Weiser besser am Mann orientieren konnte, verließ er seine Position in den unpassendsten Momenten. Dadurch entstanden immer wieder Lücken in Herthas Viererkette, die Bremens Umschaltspiel perfekt entgegenkamen. Bremen durfte insgesamt sieben (!) Flanken im gefährlichen Raum spielen, ein weiteres Indiz dafür, dass Weiser nur selten konzentriert verteidigte. Auch in den direkten Duellen hatte Weiser meist das Nachsehen, nur selten konnte er Situationen klären.

Offensiv fand er auch kaum statt, er hielt sich ungewohnt häufig nur an der Mittellinie auf, anstatt seine beliebten Läufe in die Tiefe zu suchen. Gegen sehr kompakt verteidigende Bremer hätte es solche Aktionen unbedingt gebraucht, um sie öfter auseinanderzuziehen. Tatsächlich gelangen Weiser dennoch zwei Torschussvorlagen, er war immerhin effizient. Besonders auffällig war aber, wie erfolglos seine Dribblings an diesem Tag waren, er kam an nahezu keinem Gegenspieler vorbei.

Defensiv wirklich schwach und offensiv ungewohnt blass agierte Mitchell Weiser. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dies seine schwächste Vorstellung in der noch jungen Saison ist.

Sebastian Langkamp – Note: 2-

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Eine solide Partie Langkamps, der seine wenigen Situationen zufriedenstellend löste.

In den 90 Minuten ist dem Innenverteidiger kaum ein Vorwurf zu machen. Ein bis zweimal stand er etwas ungünstig zum Ball, insgesamt aber zeigte er eine ruhige Vorstellung. Im Strafraum ließ er nichts anbrennen, klärte dort sämtliche Szenen und war immens zweikampfstark, ob in der Luft oder am Boden. Er hatte stets alles im Griff und außer dem Schuss von Bartels in der 63. Minute war keine Chance Bremens auf einen Fehler von ihm zurückzuführen.

Bei dem 29-Jährigen kann man es recht kurz machen. Langkamp wurde zwar nicht allzu sehr gefordert, überzeugte aber durch gutes Stellungsspiel und volle Konzentration, wodurch er einige Situationen souverän klären konnte. Eine gewohnt unaufgeregte Darbietung von ihm.

Karim Rekik – Note: 2

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Der Holländer spielt sich immer mehr in die Herzen der Hertha-Fans. Auch gegen Bremen spielte er groß auf.

Rekik ist voll angekommen und das zeigte er auch am Sonntag. Er errichtete auf seiner Position eine Sperrzone für Bremer Angriffe und wer es doch wagen sollte, dort hineinzustoßen, sollte amtlich weggetackelt werden. Dabei agierte der 22-Jährige aber vor allem fair, seine Zweikämpfe hielten stets die Balance. Rekik beging in der Partie kein einziges Foul, beeindruckend, wenn man die Intensität beobachtet, mit der er in die Duelle einsteigt. Rekik tackelte, fing Bälle ab, klärte brenzliche Angelegenheiten und das alles mit einer großen Ruhe.

Musste der Innenverteidiger das aber mal nicht machen, zog er das Spiel auf. Sicherlich hat man schon riskantere Pässe von ihm gesehen, dennoch dachte er stets nach vorne und versuchte das Spiel schnell zu machen. Seine Passquote von 97% ist dementsprechend beeindruckend.

Eine starke Partie von Rekik, der zahlreiche Bremer Angriffe durch sein exzellentes Stellungsspiel und Zweikampfverhalten bereits im Keim erstickte. Mit ihm in der Innenverteidigung geht der Herthaner Fan gleich selbstbewusster ins Spiel gegen Athletic Bilbao.

Marvin Plattenhardt – Note: 3

(Photo by Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Eine ordentliche Leistung Plattenhardts, dem jedoch in manchen Momenten die letzten Prozente fehlten.

Defensiv sah es meist gut aus, was der 25-Jährige zeigte. Er hatte zunächst ein paar Wackler im Stellungsspiel und der Rückwärtsbewegung, das besserte sich aber deutlich. Mit der Zeit kam Bremen auf seiner Seite kaum noch durch, musste die Flanken meist aus dem Halbfeld schlagen. Besonders in den direkten Zweikämpfen glänzte Plattenhardt. Er gewann die Mehrzahl und vor allem seine Tacklings waren erfolgreich.

Herthas Antwort auf den Volleyschuss von Kainz in der vierten Minute war ein exzellenter Freistoß von Plattenhardt, der den Kopf von Niklas Stark fand. Leider konnte er den Ball nicht im Tor unterbringen und leider stand er auch im Abseits. Es ist dennoch erwähnenswert, da “Platte” danach nur noch wenig zur Offensive beitragen konnte. Das lag weniger an seinen Bemühungen, als vielmehr an der Genauigkeit seiner Flanken. Insgesamt schlug er sieben Hereingaben, jedoch fanden nur noch zwei ihre Ziele. In der 88. Minute hätte es jedoch noch beinahe mit dem Assist geklappt, seine starke Flanke konnte Ibisevic aber leider nicht ins Tor köpfen.

Solide, nicht mehr und nicht weniger. Plattenhardt muss wieder etwas dominanter in seinem Spiel werden. So ist das “nur” Durchschnitt.

Mittelfeld

Per Skjelbred – Note:  2+

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Auch Herthas anderer Norweger überzeugte auf ganzer Linie.

Skjelbred agierte einmal mehr als perfekte Verbindung zwischen Defensive und Offensive. Im gegnerischen Ballbesitz glänzte er mit seinem unfassbar guten Stellungsspiel und fing dadurch 5 (!) Bälle ab, eine herausragende Bilanz. Zudem gewann er 65% seiner Zweikämpfe, was vor allem auf seine starken Tacklings zurückzuführen ist. Zusammen mit Niklas Stark bildete “Schelle” das Auffangnetz für die gegnerischen Konter, die er durch seinen großen Aktionsradius immer wieder frühzeitig beendete. Dass Bremen nach der Anfangsphase nur sehr selten in die wirklich gefährlichen Zonen vordrang, lag vor allem an Defensiv-Monster Skjelbred.

Der 30-Jährige beteiligte sich zudem am Spielaufbau. wie man es von ihm kennt, leitet ihr die Angriffe ein und führt sie nicht selbst aus. Auch gegen Bremen tat er das und zwar wirklich gut. Sehr starke 81% seiner Pässe in der gegnerischen Hälfte fanden ihren Abnehmer, immer wieder setzte er die Außenbahnspieler in Szene. Durch ihn hatte Hertha ein sehr sauberes Passspiel vom eigenen Strafraum bis kurz vor den gegnerischen.

Skjelbred machte alles, was einen guten “Sechser” ausmacht und befindet sich in wirklich starker Form. Eventuell hilft es ihm, nicht mehr zu Nationalmannschaft reisen zu müssen.

Niklas Stark – Note: 5+

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Das war nichts. Niklas Stark kommt genauso wie Mitchell Weiser noch in keine Wettkampfform.

Die Zweikampfquote ist nicht alles, diese These wird von Starks Leistung gegen die Werderaner eindrucksvoll unterlegt. Der 22-Jährige gewann zwar rund 60% seiner Duelle, jedoch passte eigentlich sonst nichts und vor allem verlor er die entscheidenden Zweikämpfe.

So geschehen beim Ausgleich von Delaney. Die Aktion wird bereits von Stark eingeleitet, indem sein Kopfball viel zu kurz gerät und dem Bremer vor die Füße fällt. Doch Stark hat noch nicht fertig und lässt sich vom Dänen im Zweikampf dilettantisch düpieren, wodurch dieser freie Bahn für seinen Schuss erhielt. Genauso wie im restlichen Spiel wirkte Stark in diesem Moment völlig kopflos.

Er brachte nur 66% seiner Pässe zum Mitspieler und verbuchte 36 Ballkontakte. Man kann also sagen, dass er beinahe alle drei Minuten am Ball war, eine furchtbare Quote für einen defensiven Mittelfeldspieler, der das Spiel eigentlich an sich reißen soll. Dass Stark kein Typ Darida ist, ist keine Neuigkeit, dennoch sind solche Zahlen nicht annehmbar. Und wenn er den Zerstörer spielen will/muss, dann muss er seine Defensiv-Aufgaben auch erfüllen, doch auch das gelang ihm nicht.

Ein Spiel zum Vergessen. Stark lief knappe 11 Kilometer und wird wohl selber nicht genau wissen, wohin. Er ließ jegliche Spielintelligenz vermissen, was eventuell eine Bewerbung für eine Stelle in der Innenverteidigung war.

Vladimir Darida – Note: 4+

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Darida auf der Zehn? Es bleibt ein unglückliches Experiment.

Der Tscheche kann auf dieser Position nicht die gleiche Wirkung auf das Spiel entwickeln, wie auf der 8er-Rolle. Er kann sich nur schwer von der gegnerischen Manndeckung lösen und eigene Ideen entwickeln, so auch gegen Werder Bremen. Gegen deren Viererkette biss sich Darida meist die Zähne aus und fand selten Lücken.

Zwar arbeitete er wie gewohnt, jedoch fehlt ihm das gewisse Etwas, der Esprit, um den berühmten “letzten” Pass zu spielen. Er bereitete zwei Torschüsse vor, aber nicht in den wirklich gefährlichen Zonen. Wenn die Außenspieler den Mittelstürmer nicht bedienen können, dann muss es der Spielmacher sein, doch auch Darida scheiterte an dieser Aufgabe, so verhungert ein Mittelstürmer.

So kann es dem anstehenden Spiel gegen Bilbao zugesprochen werden, dass der 27-Jährige bereits nach 55 Minuten ausgewechselt wurde, oder weil er keine Lösungen für Bremens Defensive fand. Letztendlich lässt sich sagen, dass er erneut einen großen Aufwand betrieb, um seinem Team zu helfen, aber er erfüllt schlichtweg nicht die entscheidenden Kriterien für einen Spielmacher.

Mathew Leckie – Note: 1-

(Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Wer aktuell nahezu sämtliche Kriterien für seine Position erfüllt, ist Mathew Leckie.

Der Australier erzielte gegen Bremen seinen bereits dritten Saisontreffer und unterstrich einmal mehr seinen Wert für Hertha. In der 38. Minute schaltete er schneller als alle Gegenspieler und schob die Kugel zum 1:0 ein. Eiskalt, wie wir ihn kennen (sorry, Ingolstadt).

Ein Wermutstropfen ist, dass ihm sonst nur wenig gelang. Er verbuchte nur diesen einen Schuss und auch keine Torschussvorlage. Das ist zu wenig für einen offensiven Flügelspieler. Er konnte seine Schnelligkeit nur selten ausspielen und stellte die meiste Zeit der Begegnung keine Gefahr dar. Man sah, dass er deutliche Probleme mit Bremens Fünferkette hatte.

Defensiv war er umso engagierter. Der 26-Jährige griff Mitchell Weiser gegen Kruse und Augustinsson immer wieder unter die Arme, war sich für keinen Sprint zu schade und entschied auch einige Duelle für sich. Der Aufwand macht sich auch in den Laufwerten bemerkbar, denn Leckie lief mehr als jeder andere Herthaner.

Offensiv effizient und defensiv präsent. Sicherlich muss ihm im Angriff noch mehr einfallen, dennoch war es eine gute Partie von Leckie.

Alexander Esswein – Note: 4-

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Es ist das alte Lied: Esswein ist stets bemüht, jedoch nicht viel mehr.

Der 27-Jährige war wirklich aktiv, dass muss man objektiv anerkennen. In seinen 66 Einsatzminuten sammelte er 34 Ballkontakte, also fast so viele wie Niklas Stark über 90 Minuten. Besonders im ersten Durchgang war Herthas Spiel sehr linkslastig, viel wurde versucht, über Essweins Schnelligkeit und Robustheit zu lösen. Das funktionierte jedoch nur bedingt, der Flügelflitzer verzeichnete keine Vorlage und war vor allem mit sich selbst beschäftigt. Er konnte nämlich nur wenige Dribblings gewinnen und stolperte gefühlt erstmal über seine eigenen Beine, bevor er den Sprint anziehen konnte. Immerhin holte er einige Freistöße in guter Position heraus, denn wenn er erstmal seine PS auf die Straße brachte, war er meist nur noch durch ein Foul zu stoppen.

Seinen schlechtesten Moment hatte Esswein aber beim Ausgleichstreffer, denn neben Stark sah auch er wirklich mies aus. Er kam überhaupt nicht in den Zweikampf mit Delaney rein, wodurch er ihn leicht gestoppt hätte. Er hätte viel energischer sein müssen.

Hoher Aufwand, wenig Ertrag. Essweins technische Defizite waren auch in dieser Partie unübersichtlich und ein wirkliches Problem für Herthas Offensivspiel. Er tut einem fast leid, denn der Wille ist eindeutig zu erkennen.

Sturm

Vedad Ibisevic – Note: 3-

(Photo by Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Der Bosnier zeigte sich im Gegensatz zu seinen Vorstellungen gegen Stuttgart und Dortmund klar verbessert, ihm fehlt nur noch das Abschlussglück.

Ibisevic ist endlich wieder Sturmtank, den Herthas Spiel so sehr braucht. Er hatte zwar einen schweren Stand gegen insgesamt drei gegnerische Innenverteidiger, ließ sich aber immer wieder gut fallen und initiierte Angriffe. Er konnte den Ball meist gut abschirmen und Platz für seine Mitspieler schaffen.

Dass dieses Rezept so essenziell für die Berliner Angriffe ist, sieht man beim 1:0. Der 33-Jährige eroberte den Ball rund 30 Meter vor dem Tor und konnte ihn dank seines cleveren Zweikampfverhaltens auch behalten. Nachdem er einige Meter mit dem Ball am Fuß rannte, bediente er den mitgelaufenen Darida. Den Rest des Tores kennt man. Ein Musterbeispiel für Ibisevics Rolle bei Angriffen. Leider wurde der Mittelstürmer aber auch in dieser Partie kaum mit guten Zuspielen gefüttert, erst in der 88. Minute servierte ihm Plattenhardt eine Flanke auf den Kopf, jedoch konnte der “Vedator” den Ball nicht mehr entscheidend “drücken”.

Eine Partie, die den Wert des Stürmers endlich wieder verdeutlichte.

Einwechslungen

Salomon Kalou – Note: 4

(Photo by Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Der Ivorer wurde das erste Mal seit rund einem Jahr wieder eingewechselt und sollte noch einmal für Schwung sorgen.

Bis zu einem gewissen Punkt tat er es auch. Der 32-Jährige erhielt oft den Ball und lief auf den Gegner zu, jedoch mit viel zu wenig Tempo, wodurch er nicht einmal einen Innenverteidiger überlaufen konnte. Zudem traute er sich nicht in den Zweikampf, tanzte vielmehr vor den Bremern herum, als wirklich an ihm vorbeiziehen zu können. Dadurch verschleppte er zahlreiche Angriffsmöglichkeiten, er ging einfach zu wenig Risiko ein.

Kalou wirkte dynamischer und spielfreudiger als in den vergangenen Spielen, bei 100% ist er jedoch lange noch nicht.

Valentin Stocker – Note: 2-

(Foto: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

Stocker durfte gegen Bremen seine ersten Pflichtspielminuten in dieser Spielzeit sammeln, 19, um genau zu sein.

Und diese nutzte er voll aus! Der 28-Jährige war sofort auf Betriebstemperatur, fügte sich stark an. Er sorgte für Tempo und konnte die vorher so zementierte Werder-Abwehr etwas aufbrechen.

Sein risikoreiches Spiel war zu diesem Zeitpunkt genau das richtige und wurde beinahe belohnt. Sein Direktabnahme einer Weiser-Ecke bereitete Bremen-Keeper Pavlenka größere Probleme. Sein zweiter Schuss war weniger gefährlich.

Eine Leistung, die Valentin Stocker wohl wieder ins Rampenlicht und näher an die Startaufstellung gebracht hat.

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Mit vier Punkten aus drei Ligaspielen verabschiedet sich Hertha BSC in die englischen Wochen. Das Unentschieden gegen Werder Bremen war leistungsgerecht, auch wenn sich wohl beide Mannschaften mehr ausgerechnet hatten. Der Spielverlauf gab aber nicht mehr her, denn kein Team konnte sich eine wirkliche Feldüberlegenheit erspielen. Was bei Hertha dazu führte, soll in der Einzelkritik aufgeschlüsselt werden.

Tor

Rune Jarstein – Note: 1-

Der Norweger musste gegen Bremen seine bis dahin beste Saisonleistung zeigen. Einige Male rettete er seine Mannschaft vor einem Gegentreffer.

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Bereits in der vierten Spielminute musste Jarstein eingreifen. Er lenkte einen Volleyschuss von Florian Kainz gerade noch über die Latte, zeigte dabei einen starken Reflex. Danach gab es ein noch ein paar kleinere Szenen, insgesamt blieb es aber recht ruhig für den 32-Jährigen.

Bis zur 59. Minute, in der Thomas Delaney Jarstein überwand. Sein Schuss aus der Distanz hätte niemals durchkommen dürfen (die Kollegen Stark und Esswein werden noch besprochen), letztendlich war Herthas Schlussmann aber machtlos. Der Treffer war zu platziert, als dass er noch hätte herankommen können.

Kurz nach dem Gegentor durfte sich Jarstein aber noch einmal auszeichnen. In der 63. Minute parierte er den Schuss von Fin Bartels in überragender Manier. Obwohl der Bremer nur noch Herthas Keeper vor sich hatte, konnte er den Ball wegen dessen Glanztat nicht einschieben.

Eine sehr starke Partie von Jarstein, der Hertha zweimal vor einem Rückstand bewarte.

Abwehr

Mitchell Weiser – Note: 4-

(Foto: TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Herthas Rechtsverteidiger scheint nicht allzu gut in Saison zu finden, besonders am vergangenen Sonntag ließ er viel von seinem Potenzial vermissen.

Weiser war schon nach vier Minuten nicht auf seinem Posten, orientierte sich am völlig falschen Gegenspieler und ließ Kainz freie Schussbahn. Auch danach blieb seine Seite eine Brutstätte für Bremer Chancen. Der 23-Jährige wurde am laufenden Band überspielt- oder laufen, was vor allem an seinem mangelhaften Stellungsspiel lag. Schaltete sich Mathew Leckie nicht mit nach hinten ein, wodurch sich Weiser besser am Mann orientieren konnte, verließ er seine Position in den unpassendsten Momenten. Dadurch entstanden immer wieder Lücken in Herthas Viererkette, die Bremens Umschaltspiel perfekt entgegenkamen. Bremen durfte insgesamt sieben (!) Flanken im gefährlichen Raum spielen, ein weiteres Indiz dafür, dass Weiser nur selten konzentriert verteidigte. Auch in den direkten Duellen hatte Weiser meist das Nachsehen, nur selten konnte er Situationen klären.

Offensiv fand er auch kaum statt, er hielt sich ungewohnt häufig nur an der Mittellinie auf, anstatt seine beliebten Läufe in die Tiefe zu suchen. Gegen sehr kompakt verteidigende Bremer hätte es solche Aktionen unbedingt gebraucht, um sie öfter auseinanderzuziehen. Tatsächlich gelangen Weiser dennoch zwei Torschussvorlagen, er war immerhin effizient. Besonders auffällig war aber, wie erfolglos seine Dribblings an diesem Tag waren, er kam an nahezu keinem Gegenspieler vorbei.

Defensiv wirklich schwach und offensiv ungewohnt blass agierte Mitchell Weiser. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dies seine schwächste Vorstellung in der noch jungen Saison ist.

Sebastian Langkamp – Note: 2-

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Eine solide Partie Langkamps, der seine wenigen Situationen zufriedenstellend löste.

In den 90 Minuten ist dem Innenverteidiger kaum ein Vorwurf zu machen. Ein bis zweimal stand er etwas ungünstig zum Ball, insgesamt aber zeigte er eine ruhige Vorstellung. Im Strafraum ließ er nichts anbrennen, klärte dort sämtliche Szenen und war immens zweikampfstark, ob in der Luft oder am Boden. Er hatte stets alles im Griff und außer dem Schuss von Bartels in der 63. Minute war keine Chance Bremens auf einen Fehler von ihm zurückzuführen.

Bei dem 29-Jährigen kann man es recht kurz machen. Langkamp wurde zwar nicht allzu sehr gefordert, überzeugte aber durch gutes Stellungsspiel und volle Konzentration, wodurch er einige Situationen souverän klären konnte. Eine gewohnt unaufgeregte Darbietung von ihm.

Karim Rekik – Note: 2

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Der Holländer spielt sich immer mehr in die Herzen der Hertha-Fans. Auch gegen Bremen spielte er groß auf.

Rekik ist voll angekommen und das zeigte er auch am Sonntag. Er errichtete auf seiner Position eine Sperrzone für Bremer Angriffe und wer es doch wagen sollte, dort hineinzustoßen, sollte amtlich weggetackelt werden. Dabei agierte der 22-Jährige aber vor allem fair, seine Zweikämpfe hielten stets die Balance. Rekik beging in der Partie kein einziges Foul, beeindruckend, wenn man die Intensität beobachtet, mit der er in die Duelle einsteigt. Rekik tackelte, fing Bälle ab, klärte brenzliche Angelegenheiten und das alles mit einer großen Ruhe.

Musste der Innenverteidiger das aber mal nicht machen, zog er das Spiel auf. Sicherlich hat man schon riskantere Pässe von ihm gesehen, dennoch dachte er stets nach vorne und versuchte das Spiel schnell zu machen. Seine Passquote von 97% ist dementsprechend beeindruckend.

Eine starke Partie von Rekik, der zahlreiche Bremer Angriffe durch sein exzellentes Stellungsspiel und Zweikampfverhalten bereits im Keim erstickte. Mit ihm in der Innenverteidigung geht der Herthaner Fan gleich selbstbewusster ins Spiel gegen Athletic Bilbao.

Marvin Plattenhardt – Note: 3

(Photo by Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Eine ordentliche Leistung Plattenhardts, dem jedoch in manchen Momenten die letzten Prozente fehlten.

Defensiv sah es meist gut aus, was der 25-Jährige zeigte. Er hatte zunächst ein paar Wackler im Stellungsspiel und der Rückwärtsbewegung, das besserte sich aber deutlich. Mit der Zeit kam Bremen auf seiner Seite kaum noch durch, musste die Flanken meist aus dem Halbfeld schlagen. Besonders in den direkten Zweikämpfen glänzte Plattenhardt. Er gewann die Mehrzahl und vor allem seine Tacklings waren erfolgreich.

Herthas Antwort auf den Volleyschuss von Kainz in der vierten Minute war ein exzellenter Freistoß von Plattenhardt, der den Kopf von Niklas Stark fand. Leider konnte er den Ball nicht im Tor unterbringen und leider stand er auch im Abseits. Es ist dennoch erwähnenswert, da “Platte” danach nur noch wenig zur Offensive beitragen konnte. Das lag weniger an seinen Bemühungen, als vielmehr an der Genauigkeit seiner Flanken. Insgesamt schlug er sieben Hereingaben, jedoch fanden nur noch zwei ihre Ziele. In der 88. Minute hätte es jedoch noch beinahe mit dem Assist geklappt, seine starke Flanke konnte Ibisevic aber leider nicht ins Tor köpfen.

Solide, nicht mehr und nicht weniger. Plattenhardt muss wieder etwas dominanter in seinem Spiel werden. So ist das “nur” Durchschnitt.

Mittelfeld

Per Skjelbred – Note:  2+

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Auch Herthas anderer Norweger überzeugte auf ganzer Linie.

Skjelbred agierte einmal mehr als perfekte Verbindung zwischen Defensive und Offensive. Im gegnerischen Ballbesitz glänzte er mit seinem unfassbar guten Stellungsspiel und fing dadurch 5 (!) Bälle ab, eine herausragende Bilanz. Zudem gewann er 65% seiner Zweikämpfe, was vor allem auf seine starken Tacklings zurückzuführen ist. Zusammen mit Niklas Stark bildete “Schelle” das Auffangnetz für die gegnerischen Konter, die er durch seinen großen Aktionsradius immer wieder frühzeitig beendete. Dass Bremen nach der Anfangsphase nur sehr selten in die wirklich gefährlichen Zonen vordrang, lag vor allem an Defensiv-Monster Skjelbred.

Der 30-Jährige beteiligte sich zudem am Spielaufbau. wie man es von ihm kennt, leitet ihr die Angriffe ein und führt sie nicht selbst aus. Auch gegen Bremen tat er das und zwar wirklich gut. Sehr starke 81% seiner Pässe in der gegnerischen Hälfte fanden ihren Abnehmer, immer wieder setzte er die Außenbahnspieler in Szene. Durch ihn hatte Hertha ein sehr sauberes Passspiel vom eigenen Strafraum bis kurz vor den gegnerischen.

Skjelbred machte alles, was einen guten “Sechser” ausmacht und befindet sich in wirklich starker Form. Eventuell hilft es ihm, nicht mehr zu Nationalmannschaft reisen zu müssen.

Niklas Stark – Note: 5+

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Das war nichts. Niklas Stark kommt genauso wie Mitchell Weiser noch in keine Wettkampfform.

Die Zweikampfquote ist nicht alles, diese These wird von Starks Leistung gegen die Werderaner eindrucksvoll unterlegt. Der 22-Jährige gewann zwar rund 60% seiner Duelle, jedoch passte eigentlich sonst nichts und vor allem verlor er die entscheidenden Zweikämpfe.

So geschehen beim Ausgleich von Delaney. Die Aktion wird bereits von Stark eingeleitet, indem sein Kopfball viel zu kurz gerät und dem Bremer vor die Füße fällt. Doch Stark hat noch nicht fertig und lässt sich vom Dänen im Zweikampf dilettantisch düpieren, wodurch dieser freie Bahn für seinen Schuss erhielt. Genauso wie im restlichen Spiel wirkte Stark in diesem Moment völlig kopflos.

Er brachte nur 66% seiner Pässe zum Mitspieler und verbuchte 36 Ballkontakte. Man kann also sagen, dass er beinahe alle drei Minuten am Ball war, eine furchtbare Quote für einen defensiven Mittelfeldspieler, der das Spiel eigentlich an sich reißen soll. Dass Stark kein Typ Darida ist, ist keine Neuigkeit, dennoch sind solche Zahlen nicht annehmbar. Und wenn er den Zerstörer spielen will/muss, dann muss er seine Defensiv-Aufgaben auch erfüllen, doch auch das gelang ihm nicht.

Ein Spiel zum Vergessen. Stark lief knappe 11 Kilometer und wird wohl selber nicht genau wissen, wohin. Er ließ jegliche Spielintelligenz vermissen, was eventuell eine Bewerbung für eine Stelle in der Innenverteidigung war.

Vladimir Darida – Note: 4+

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Darida auf der Zehn? Es bleibt ein unglückliches Experiment.

Der Tscheche kann auf dieser Position nicht die gleiche Wirkung auf das Spiel entwickeln, wie auf der 8er-Rolle. Er kann sich nur schwer von der gegnerischen Manndeckung lösen und eigene Ideen entwickeln, so auch gegen Werder Bremen. Gegen deren Viererkette biss sich Darida meist die Zähne aus und fand selten Lücken.

Zwar arbeitete er wie gewohnt, jedoch fehlt ihm das gewisse Etwas, der Esprit, um den berühmten “letzten” Pass zu spielen. Er bereitete zwei Torschüsse vor, aber nicht in den wirklich gefährlichen Zonen. Wenn die Außenspieler den Mittelstürmer nicht bedienen können, dann muss es der Spielmacher sein, doch auch Darida scheiterte an dieser Aufgabe, so verhungert ein Mittelstürmer.

So kann es dem anstehenden Spiel gegen Bilbao zugesprochen werden, dass der 27-Jährige bereits nach 55 Minuten ausgewechselt wurde, oder weil er keine Lösungen für Bremens Defensive fand. Letztendlich lässt sich sagen, dass er erneut einen großen Aufwand betrieb, um seinem Team zu helfen, aber er erfüllt schlichtweg nicht die entscheidenden Kriterien für einen Spielmacher.

Mathew Leckie – Note: 1-

(Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Wer aktuell nahezu sämtliche Kriterien für seine Position erfüllt, ist Mathew Leckie.

Der Australier erzielte gegen Bremen seinen bereits dritten Saisontreffer und unterstrich einmal mehr seinen Wert für Hertha. In der 38. Minute schaltete er schneller als alle Gegenspieler und schob die Kugel zum 1:0 ein. Eiskalt, wie wir ihn kennen (sorry, Ingolstadt).

Ein Wermutstropfen ist, dass ihm sonst nur wenig gelang. Er verbuchte nur diesen einen Schuss und auch keine Torschussvorlage. Das ist zu wenig für einen offensiven Flügelspieler. Er konnte seine Schnelligkeit nur selten ausspielen und stellte die meiste Zeit der Begegnung keine Gefahr dar. Man sah, dass er deutliche Probleme mit Bremens Fünferkette hatte.

Defensiv war er umso engagierter. Der 26-Jährige griff Mitchell Weiser gegen Kruse und Augustinsson immer wieder unter die Arme, war sich für keinen Sprint zu schade und entschied auch einige Duelle für sich. Der Aufwand macht sich auch in den Laufwerten bemerkbar, denn Leckie lief mehr als jeder andere Herthaner.

Offensiv effizient und defensiv präsent. Sicherlich muss ihm im Angriff noch mehr einfallen, dennoch war es eine gute Partie von Leckie.

Alexander Esswein – Note: 4-

(Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images)

Es ist das alte Lied: Esswein ist stets bemüht, jedoch nicht viel mehr.

Der 27-Jährige war wirklich aktiv, dass muss man objektiv anerkennen. In seinen 66 Einsatzminuten sammelte er 34 Ballkontakte, also fast so viele wie Niklas Stark über 90 Minuten. Besonders im ersten Durchgang war Herthas Spiel sehr linkslastig, viel wurde versucht, über Essweins Schnelligkeit und Robustheit zu lösen. Das funktionierte jedoch nur bedingt, der Flügelflitzer verzeichnete keine Vorlage und war vor allem mit sich selbst beschäftigt. Er konnte nämlich nur wenige Dribblings gewinnen und stolperte gefühlt erstmal über seine eigenen Beine, bevor er den Sprint anziehen konnte. Immerhin holte er einige Freistöße in guter Position heraus, denn wenn er erstmal seine PS auf die Straße brachte, war er meist nur noch durch ein Foul zu stoppen.

Seinen schlechtesten Moment hatte Esswein aber beim Ausgleichstreffer, denn neben Stark sah auch er wirklich mies aus. Er kam überhaupt nicht in den Zweikampf mit Delaney rein, wodurch er ihn leicht gestoppt hätte. Er hätte viel energischer sein müssen.

Hoher Aufwand, wenig Ertrag. Essweins technische Defizite waren auch in dieser Partie unübersichtlich und ein wirkliches Problem für Herthas Offensivspiel. Er tut einem fast leid, denn der Wille ist eindeutig zu erkennen.

Sturm

Vedad Ibisevic – Note: 3-

(Photo by Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Der Bosnier zeigte sich im Gegensatz zu seinen Vorstellungen gegen Stuttgart und Dortmund klar verbessert, ihm fehlt nur noch das Abschlussglück.

Ibisevic ist endlich wieder Sturmtank, den Herthas Spiel so sehr braucht. Er hatte zwar einen schweren Stand gegen insgesamt drei gegnerische Innenverteidiger, ließ sich aber immer wieder gut fallen und initiierte Angriffe. Er konnte den Ball meist gut abschirmen und Platz für seine Mitspieler schaffen.

Dass dieses Rezept so essenziell für die Berliner Angriffe ist, sieht man beim 1:0. Der 33-Jährige eroberte den Ball rund 30 Meter vor dem Tor und konnte ihn dank seines cleveren Zweikampfverhaltens auch behalten. Nachdem er einige Meter mit dem Ball am Fuß rannte, bediente er den mitgelaufenen Darida. Den Rest des Tores kennt man. Ein Musterbeispiel für Ibisevics Rolle bei Angriffen. Leider wurde der Mittelstürmer aber auch in dieser Partie kaum mit guten Zuspielen gefüttert, erst in der 88. Minute servierte ihm Plattenhardt eine Flanke auf den Kopf, jedoch konnte der “Vedator” den Ball nicht mehr entscheidend “drücken”.

Eine Partie, die den Wert des Stürmers endlich wieder verdeutlichte.

Einwechslungen

Salomon Kalou – Note: 4

(Photo by Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Der Ivorer wurde das erste Mal seit rund einem Jahr wieder eingewechselt und sollte noch einmal für Schwung sorgen.

Bis zu einem gewissen Punkt tat er es auch. Der 32-Jährige erhielt oft den Ball und lief auf den Gegner zu, jedoch mit viel zu wenig Tempo, wodurch er nicht einmal einen Innenverteidiger überlaufen konnte. Zudem traute er sich nicht in den Zweikampf, tanzte vielmehr vor den Bremern herum, als wirklich an ihm vorbeiziehen zu können. Dadurch verschleppte er zahlreiche Angriffsmöglichkeiten, er ging einfach zu wenig Risiko ein.

Kalou wirkte dynamischer und spielfreudiger als in den vergangenen Spielen, bei 100% ist er jedoch lange noch nicht.

Valentin Stocker – Note: 2-

(Foto: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

Stocker durfte gegen Bremen seine ersten Pflichtspielminuten in dieser Spielzeit sammeln, 19, um genau zu sein.

Und diese nutzte er voll aus! Der 28-Jährige war sofort auf Betriebstemperatur, fügte sich stark an. Er sorgte für Tempo und konnte die vorher so zementierte Werder-Abwehr etwas aufbrechen.

Sein risikoreiches Spiel war zu diesem Zeitpunkt genau das richtige und wurde beinahe belohnt. Sein Direktabnahme einer Weiser-Ecke bereitete Bremen-Keeper Pavlenka größere Probleme. Sein zweiter Schuss war weniger gefährlich.

Eine Leistung, die Valentin Stocker wohl wieder ins Rampenlicht und näher an die Startaufstellung gebracht hat.

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