BundesligaEinzelkritik

Einzelkritik 22. Spieltag: Bayer Leverkusen – Hertha BSC

Hertha BSC kann noch gewinnen. Nach vier sieglosen Spielen gelang den Berlinern gegen Bayer Leverkusen der erste Dreier im Jahre 2018. Der 2:0-Erfolg überraschte sowohl im Ergebnis, als auch spielerisch. Die “alte Dame” trat selbstbewusst und gierig auf, offensiv wie defensiv präsentierte man sich voll konzentriert. Sicherlich profitierte Hertha davon, dass die Werkself unter der Woche 120 Pokal-Minuten zu absolvieren hatte, das soll die eigene Leistung aber nicht schmälern.

Tor

Rune Jarstein – Note: 2

(Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Der Norweger kehrte nach dreiwöchiger Verletzungspause in den Kasten zurück und hielt ihn sogleich sauber.

Auch wenn Vertreter Thomas Kraft seine Sache sehr gut machte, fühlte es sich gut an, dass Rune Jarstein sein Comeback gab. Der 33-Jährige bewies auch gleich in der 8. Minute sein Können und parierte einen Kopfball von Retsos durch einen starken Reflex. Auch danach prüften die Leverkusener Herthas Schlussmann immer wieder, die Schüsse landeten aber meist ungefährlich in den Armen Jarsteins. So wurde es ihm offensichtlich zu langweilig und er brachte in der 70. Minute etwas Würze in die Partie. Er nahm den Pass von Kevin Volland zunächst mit der Hand an, spielte den Ball kurz mit dem Fuß, um ihn dann fest aufzunehmen. Das ist ein Regelverstoß (auch wenn sowas selten geahndet wird) und so gab es kurz vor Herthas Torlinie einen indirekten Freistoß. Der Schuss von Bailey, der zweite Versuch von Volland und auch das Hineinwerfen von Alario brachten jedoch nichts ein und am Ende hatte Jarstein die Kugel in den Händen, dieses Mal regelkonform.

In der 77. Minute wehrte Herthas Nummer 22 einen Kopfball von Pohjanpalo hervorragend ab und klärte somit die letzte wirklich brenzliche Szene des Spiels. Insgesamt war es ein mehr als gelungenes Comeback von Jarstein, der seine Mannschaft vor einigen Gegentoren bewarte, große Sicherheit ausstrahlte und einzig in der Regelkunde etwas besser aufpassen muss.

Abwehr

Peter Pekarik – Note: 2+

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Vergangene Woche kritisierten wir den Slowaken noch für seine Darbietung gegen Hoffenheim, am Samstag zeigte er hingegen seine vielleicht beste Saisonleistung.

Pekarik ist ein Spieler, den man aufgrund seiner zurückhaltenden Art und der zuverlässigen, jedoch unspektakulären Spielweise oft für zu selbstverständlich nimmt. Gegen Leverkusen ließ der Rechtsverteidiger jedoch nichts anderes zu, als ihn genauer unter die Lupe zu nehmen. Seine Kerndisziplin, das Verteidigen, erfüllte er mehr als zufriedenstellend. Er gewann 60% seiner Zweikämpfe, fing mit vier Bällen mehr als jeder andere Herthaner ab und seine Tacklings waren erstklassig. Einen so spielstarken und schnellen Spieler wie Julian Brandt über 90 Minuten kaltzustellen, verlangt Respekt ab. Keine einzige erfolgreiche Flanke Leverkusens wurde über Pekariks Seite gespielt, nicht nur das, nicht eine Chance entstand über seinen Flügel. Durch starkes Stellungsspiel und kompromissloses Zweikampfverhalten hatte er seinen Bereich sehr gut im Griff.

Allein dafür gebührt dem 31-Jährigen bereits ein großes Lob, allerdings zeigte er auch offensive Stärken. So legte er insgesamt drei Chancen auf, zusammen mit Vladimir Darida die meisten aller Herthaner und seine eine Vorlage führte tatsächlich zu einem Tor. In der 58. Minute flankte Pekarik aus dem Halbfeld in Richtung des Laufweges von Salomon Kalou. Eigentlich hätte der Ball niemals beim Ivorer ankommen dürfen, jedoch leistete sich Innenverteidiger Jonathan Tah einen kapitalen Fehler und so konnte Kalou die Chance zum 2:0 nutzen. In der 87. Minute hätte Lazaro Pekariks Zuspiel auch nutzen können, sein Schuss prallte aber nur an den Querbalken. Der einzige Wermutstropfen ist die Passquote von Pekarik, denn nur 60% kamen beim Mitspieler an. Eine so Umschalt-starke Mannschaft wie Leverkusen durch Fehlpässe in der eigenen Hälfte einzuladen, ist sträflich.

Eine herausragende Leistung Pekariks, der den Kampf mit dem genesenen Mitchell Weiser offensichtlich aufnehmen will.

Niklas Stark – Note: 3+

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Eine solide Leistung des Innenverteidigers, der gegen Leverkusen nicht allzu sehr gefordert wurde.

Wenn ein Innenverteidiger mit die wenigsten Zweikämpfe in einem Spiel führt, weiß man, dass er nicht gerade viel zu tun hatte. So erging es Niklas Stark am Samstagnachmittag, der gegen die Werkself nur das nötigste machen musste. Während Partner Torunarigha für die vielen direkten Duelle verantwortlich war, sollte Stark Alario decken und war mit dieser Aufgabe nicht sonderlich gefordert. Leverkusens Mittelstürmer Alario konnte von seinen Mitspielern kaum in Szene gesetzt werden (ein Schuss, die wenigsten Ballkontakte) und so hatte Stark wenige Aktionen zu klären. Von seinen wenigen Duellen gewann der 22-Jährige über 60%, auch die beiden Kopfballzweikämpfe konnte er für sich entscheiden. Dazu klärte er fünf Szenen und musste sich nur einmal eines Fouls bedienen.

Im Spielaufbau traute sich der U21-Europameister deutlich mehr zu, als noch gegen 1899 Hoffenheim. Stark probierte sich vermehrt an langen Diagonalbällen, um die erste Pressingreihe Leverkusens zu überspielen. Das gelang ihm insgesamt zufriedenstellend, auch wenn es noch keine Jordan-eske Qualität hatte.

Eine ordentliche Vorstellung von Stark, der sich auf das wesentliche konzentrierte und Herthas Defensive dicht hielt.

Jordan Torunarigha – Note: 2-

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Platzverweise, Verletzungen – es kann anscheinend keine “normalen” Spiele für Torunarigha geben. Einzig seine starken Leistungen besitzen eine Regelmäßigkeit.

Torunarigha konnte seine Form aus dem Spiel gegen Hoffenheim konservieren und zeigte auch gegen Leverkusen, was in ihm steckt. Über 60% gewonnene Zweikämpfe und 80% gewonnene Luftduelle zeigen bereits, mit welcher Dominanz der 20-Jährige das Spiel bestritt. Er ließ keinen Zweikampf aus, war immer zur Stelle und konnte mit seinem überragenden Tempo auch Spielern wie Bellarabi oder Volland etwas entgegensetzen. Dadurch fing er zahlreiche Steilpässe der Leverkusener ab (drei) und konnte allerlei Situationen noch klären.

Seine Spieleröffnung gestaltete er dieses Mal etwas konservativer, als noch gegen Hoffenheim. Meist beschränkte er sich auf den einfachen Pass zu Stark, Skjelbred oder Maier. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, auch den einen oder anderen langen Ball einzustreuen.

In der 54. Minute musste er verletzungsbedingt ausgewechselt werden, bis dahin unterstrich Torunarigha aber seine Ansprüche auf einen Stammplatz bei Hertha BSC.

Marvin Plattenhardt – Note: 3-

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Neue Frisur – altes Bild. Plattenhardts Leistung war nahezu eine Kopie von der gegen Hoffenheim.

70% seiner Zweikämpfe konnte “Platte” für sich entscheiden – nun gut, es waren auch nur zehn Duelle. Über seinen Flügel passierte nicht allzu viel und dennoch verpasste er es, Druck auszuüben. Sicherlich war eine Vorgabe des Trainers, den pfeilschnellen Bellarabi im Auge zu behalten und sich an seinen Laufwegen zu orientieren, jedoch galt für Pekarik dasselbe mit Brandt und der Slowake konnte dennoch mehr aus seinem Spiel herausholen.

Am Angriffsspiel beteiligte sich der 26-Jährige nämlich zu selten, er überlief Kalou kaum und seine drei Flanken landeten jeweils bei einem Gegenspieler. Plattenhardt ließ Spielwitz und Dynamik vermissen, nur ein einziges Mal traute er sich, das Spiel schnell zu machen und lief mit dem Ball bis an den Strafraum. Das ist zu wenig und an einen deutschen Nationalspieler sind ohnehin höhere Erwartungen zu stellen.

Wenn es man es umgangssprachlich formulieren will: Plattenhardts Leistung war okay. Defensiv stand er meist sicher, offensiv zeigte er zu wenig.

Mittelfeld

Arne Maier – Note: 2+

(Foto: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

Der 19-Jährige rechtfertige Dardais Entscheidung, ihn nach dem ausgesetzten Spiel gegen Hoffenheim wieder in die Startelf zu stellen.

Das Paradoxon des defensiven Mittelfeldspielers besteht darin, dass der geneigte Fußballfan ihn bei einer guten Leistung kaum wahrnimmt. Während der Torhüter durch Paraden und der Mittelstürmer durch Tore glänzen kann, hat der “Sechser” die schnöde, aber ebenso wichtige Aufgabe, den Spielfluss der eigenen Mannschaft aufrecht zu erhalten und den gegnerischen zu stören. Genau das tat Arne Maier gegen Leverkusen. Er war beinahe hauptverantwortlich dafür, dass Hertha sich nicht mit langen Passstafetten in der eigenen Hälfte aufhielt, sondern stets konstruktiv nach vorne spielte. Maier erlaubte sich nur vier (!) Zuspiele auf einen Hintermann, ansonsten passte er alle Bälle in Richtung gegnerisches Tor und dennoch kann er eine gute Passquote von 80% aufweisen – die Definition von Spielfluss. Dass hier nicht die Rede von einem routinierten 28-Jährigen ist, sondern von einem 19-Jährigen, der gerade einmal 13 Bundesliga-Partien auf dem Buckel hat, kommt noch hinzu. Somit leitete Maier zahllose Herthaner Angriffe ein und war der Motor Berlins (lief am zweitmeisten von allen Herthanern)

Des Weiteren zeigte er auch eine reife Leistung gegen den Ball. Er fing drei Bälle ab, eine gute Bilanz und einer dieser Ballgewinne führte zu 1:0. Er fing den Chipball von Leverkusens Retsos in der gegnerischen Hälfte ab und daraus resultierte das Tor von Lazaro. Zudem blockte Maier einen Pass, einen Schuss und eine Flankte, was belegt, wie konzentriert er gegen den Ball arbeitete.

Eine großartige Leistung Maiers, es gibt kaum Dinge, die er hätte besser machen können. So ist er nicht aus der Mannschaft herauszudenken.

Fabian Lustenberger – Note: 2-

(Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Während Maier für das Schöne im Spiel verantwortlich war, meisterte “Lusti” das Grobe mit Bravour.

Ob als defensiver Mittelfeldspieler oder Aushilfs-Innenverteidiger (nach Torunarighas Auswechslung) – Lustenberger zeigte eine defensiv äußerst aufmerksame Leistung. Es war imponierend anzusehen, wie der Schweizer in zahllosen Leverkusener Offensivaktionen noch seine Beine hatte. Er fing drei Bälle ab, zog nötige Fouls und blockte fünf (!) Ballaktionen des Gegners (Schüsse, Flanken, Pässe) – er war schlichtweg eklig für die Werkself. Beeindruckend ist zudem, dass er trotz seiner Gelben Karte aus der 15. Minute sein Spiel nicht umstellte und sich kaum zurückhalten musste. Er grätschte, kämpfte und lief alles weg, was sich ihm in den Weg stellte.

Sein Spiel mit dem Ball litt natürlich darunter, jedoch ist dies wohl zu verkraften, denn auch durch den 29-Jährigen konnte Hertha die null halten (Rettungstat beim indirekten Freistoß). Eine gute Vorstellung Lustenbergers.

Vladimir Darida – Note: 2+

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Darida scheint wieder bei 100% angekommen zu sein. Er war einer der Hauptgründe für den Sieg gegen Leverkusen.

Was Arne Maier für das Ballbesitzspiel um den Mittelkreis herum war, war Darida für das letzte Angriffsdrittel. Der Tscheche war an nahezu jedem Herthaner Angriff beteiligt, da er fast immer anspielbar war und durch eine starke Handlungsschnelligkeit, wie auch Übersicht brillierte. Nur sechs Pässe spielte Darida in der eigenen Hälfte, ansonsten konzentrierte er sich darauf, Angriffe einzuleiten oder Chancen direkt vorzubereiten. Er legte insgesamt drei Schüsse auf, darunter das 1:0 von Valentino Lazaro. Es war beeindruckend zu sehen, dass Darida alles spielerisch lösen wollte, nicht müde wurde, Dreiecke zu bilden und so auch auf engstem Raum den Ball in den eigenen Reihen hielt. Der 27-Jährige war überall zu finden und sprühte gerade zu vor Spielwitz. Seine zwei Distanzschüsse belegten seine Motivation, in dieser Partie alles zu versuchen.

Gegen den Ball war Daridas Leistung ebenfalls bemerkenswert. Nimmer müde lief er die gegnerische Viererkette im Spielaufbau an, fing dadurch drei Bälle ab und sollte er doch einmal überspielt werden, zog er in der gegnerischen Hälfte clevere (sechs) Fouls, um den Spielfluss Leverkusens zu stören. 12,7 Kilometer lief Darida und die meisten seiner Wege führten zu Ballgewinnen oder Torchancen für Hertha. Er war eine wahre Pressingmaschine.

Eine durch und durch beeindruckende Leistung Daridas, der sich in den Dienst der Mannschaft stellte und sowohl mit, als auch gegen den Ball glänzte.

Valentino Lazaro – Note: 2-

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Fünf Tore musste Lazaro vorlegen, bis es mit einem eigenen Treffer klappte. Ansonsten war es eine durchwachsene Darbietung des Österreichers.

Lazaro sagte es nach dem Spiel selbst: Seine Aufgabe in diesem Spiel war es, weniger mit Ball zu glänzen, als vielmehr Leverkusens Spielaufbau durch starkes Pressing zu stören. Aufgrund dessen war seine Darbietung mit dem Spielgerät wenig beeindruckend. Er verlor drei Viertel seiner Zweikämpfe und nur 56% seiner Pässe kamen beim Mitspieler an. Hertha wollte eben so schnell wie möglich ins letzte Drittel kommen und dabei bleiben viele Angriffe aufgrund ihres Risikos auf der Strecke. Lazaros erster Treffer, bei dem er sehr souverän agierte, beschönigt seine spielerische Vorstellung also eindeutig.

Im Pressing zeigte sich der 21-Jährige engagiert, er lief Leverkusens Außenverteidiger konstant an und fing immerhin zwei Bälle ab. Wie bei Darida, war es auffällig, wie viele Fouls Lazaro in der gegnerischen Hälfte (vier) zog, um so schnelle Angriffe der Werkself im Keim zu ersticken. Das erfordert taktische Disziplin und clevere Zweikampfführung.

Eine ordentliche Vorstellung Lazaros, der sich endlich mit einem eigenen Treffer belohnen konnte, darüber hinaus aber nicht allzu sehr auffiel. Leider konnte er seine zweite Chance in der 87. Minute nicht nutzen.

Salomon Kalou – Note: 2-

(Foto: Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Kalou ist und bleibt ein Phänomen: Wenn er da sein muss, ist er da. Auch sonst war es eine bessere Leistung, als noch gegen Hoffenheim.

Für Kalous Bewertung lohnt sich ein Vergleich mit seiner Vorstellung gegen 1899 Hoffenheim. “Kalou verlor zwei Drittel seiner Zweikämpfe, war außerhalb seiner zwei Schüsse an keiner Offensivszene direkt beteiligt und sein defensives Mitwirken hielt sich in Grenzen”, schrieben wir damals. In der Begegnung vom Samstagnachmittag wirkte Kalou spritziger und insgesamt motivierter. Er arbeitete häufiger gegen Ball und sein Abwehrverhalten unterstützte Plattenhardt weitaus besser, als noch vergangene Woche. Kalou blockte eine Flanke, klärte eine Situation, versuchte sich an Tacklings und ließ sich öfter nach hinten fallen, um mit seiner Ballsicherheit die Kugel nach vorne zu tragen. Kurzum: Der 32-Jährige spielte mannschaftsdienlicher und war deutlich zweikampfstärker.

Offensiv war es der Kalou, wie man ihn kennt. Lange war er nicht zu sehen, bis auf eine vielversprechende Gelegenheit aus der 42. Minute kam wenig von ihm. In der 58. Minute nutzte er den Fehler Tahs in perfekter Stürmermanier aus, ließ sich nicht vom Ball trennen und schob ihn elegant zwischen die Beine von Leno ins Tor. Eine sehr schön anzusehende Szene, die seine Kaltschnäuzigkeit und Erfahrung unter Beweis stellt.

Ein typischer Kalou, der seine eine große Chance eben zu nutzen wusste. Nach 80 Minuten wurde er korrekterweise ausgewechselt, zu diesem Zeitpunkt konnte er seinem Team nichts mehr geben.

Sturm

 Davie Selke – Note: 4

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Eine mehr als unscheinbare Leistung des Mittelstürmers.

Ja, Selke hat auch mitgespielt. Der 23-Jährige konnte im Spiel gegen Leverkusen kaum auf sich aufmerksam machen. Außerhalb eines verunglückten Kopfballs in der 22. Minute verzeichnete er keine Torchance, auch keine Vorlage. Selke machte sich jedoch erneut durch seine Passquote selbst das Leben schwer. Wenn nur 60% seiner Zuspiele ankommen, unterbindet er Angriffe, von denen er letztendlich selbst hätte profitieren können.

Sicherlich betrieb er großen Aufwand, so lief er bemerkenswerte 11,3 Kilometer, aber viel mehr als die Arbeit gegen den Ball gelang ihm eben nicht. Selke schafft es aktuell nicht, akkurat mit dem Rücken zum Tor zu arbeiten und Mitspieler in Szene zu setzen und dadurch kann er selbst kaum eingebunden werden.

Selke droht aktuell, in ein Formloch zu fallen. Er wirkt etwas wie ein Fremdkörper in der Mannschaft und ist längst nicht mehr so gut ins Spiel integriert, wie noch in seiner Anfangszeit bei Hertha.

Einwechslungen

Per Skjelbred – Note: 3

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Der Norweger musste zur 60. Minute eingewechselt werden und den Job von Fabian Lustenberger übernehmen.

Dienst nach Vorschrift – Skjelbred musste gegen Leverkusen nicht überragen, um ein funktionierender Teil der Mannschaft zu sein. “Schelle” zeigt sich gewohnt laufstark und giftig in den Zweikämpfen und versuchte dadurch, Leverkusens Offensivspieler nicht in den Strafraum brechen zu lassen. Er nahm die Zweikämpfe an und überzeugte durch erfolgreiche Tacklings.

Viel mehr lässt sich nicht zu der Vorstellung des 30-Jährigen sagen. Eine Leistung, die in Ordnung geht.

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Hertha BSC kann noch gewinnen. Nach vier sieglosen Spielen gelang den Berlinern gegen Bayer Leverkusen der erste Dreier im Jahre 2018. Der 2:0-Erfolg überraschte sowohl im Ergebnis, als auch spielerisch. Die “alte Dame” trat selbstbewusst und gierig auf, offensiv wie defensiv präsentierte man sich voll konzentriert. Sicherlich profitierte Hertha davon, dass die Werkself unter der Woche 120 Pokal-Minuten zu absolvieren hatte, das soll die eigene Leistung aber nicht schmälern.

Tor

Rune Jarstein – Note: 2

(Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Der Norweger kehrte nach dreiwöchiger Verletzungspause in den Kasten zurück und hielt ihn sogleich sauber.

Auch wenn Vertreter Thomas Kraft seine Sache sehr gut machte, fühlte es sich gut an, dass Rune Jarstein sein Comeback gab. Der 33-Jährige bewies auch gleich in der 8. Minute sein Können und parierte einen Kopfball von Retsos durch einen starken Reflex. Auch danach prüften die Leverkusener Herthas Schlussmann immer wieder, die Schüsse landeten aber meist ungefährlich in den Armen Jarsteins. So wurde es ihm offensichtlich zu langweilig und er brachte in der 70. Minute etwas Würze in die Partie. Er nahm den Pass von Kevin Volland zunächst mit der Hand an, spielte den Ball kurz mit dem Fuß, um ihn dann fest aufzunehmen. Das ist ein Regelverstoß (auch wenn sowas selten geahndet wird) und so gab es kurz vor Herthas Torlinie einen indirekten Freistoß. Der Schuss von Bailey, der zweite Versuch von Volland und auch das Hineinwerfen von Alario brachten jedoch nichts ein und am Ende hatte Jarstein die Kugel in den Händen, dieses Mal regelkonform.

In der 77. Minute wehrte Herthas Nummer 22 einen Kopfball von Pohjanpalo hervorragend ab und klärte somit die letzte wirklich brenzliche Szene des Spiels. Insgesamt war es ein mehr als gelungenes Comeback von Jarstein, der seine Mannschaft vor einigen Gegentoren bewarte, große Sicherheit ausstrahlte und einzig in der Regelkunde etwas besser aufpassen muss.

Abwehr

Peter Pekarik – Note: 2+

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Vergangene Woche kritisierten wir den Slowaken noch für seine Darbietung gegen Hoffenheim, am Samstag zeigte er hingegen seine vielleicht beste Saisonleistung.

Pekarik ist ein Spieler, den man aufgrund seiner zurückhaltenden Art und der zuverlässigen, jedoch unspektakulären Spielweise oft für zu selbstverständlich nimmt. Gegen Leverkusen ließ der Rechtsverteidiger jedoch nichts anderes zu, als ihn genauer unter die Lupe zu nehmen. Seine Kerndisziplin, das Verteidigen, erfüllte er mehr als zufriedenstellend. Er gewann 60% seiner Zweikämpfe, fing mit vier Bällen mehr als jeder andere Herthaner ab und seine Tacklings waren erstklassig. Einen so spielstarken und schnellen Spieler wie Julian Brandt über 90 Minuten kaltzustellen, verlangt Respekt ab. Keine einzige erfolgreiche Flanke Leverkusens wurde über Pekariks Seite gespielt, nicht nur das, nicht eine Chance entstand über seinen Flügel. Durch starkes Stellungsspiel und kompromissloses Zweikampfverhalten hatte er seinen Bereich sehr gut im Griff.

Allein dafür gebührt dem 31-Jährigen bereits ein großes Lob, allerdings zeigte er auch offensive Stärken. So legte er insgesamt drei Chancen auf, zusammen mit Vladimir Darida die meisten aller Herthaner und seine eine Vorlage führte tatsächlich zu einem Tor. In der 58. Minute flankte Pekarik aus dem Halbfeld in Richtung des Laufweges von Salomon Kalou. Eigentlich hätte der Ball niemals beim Ivorer ankommen dürfen, jedoch leistete sich Innenverteidiger Jonathan Tah einen kapitalen Fehler und so konnte Kalou die Chance zum 2:0 nutzen. In der 87. Minute hätte Lazaro Pekariks Zuspiel auch nutzen können, sein Schuss prallte aber nur an den Querbalken. Der einzige Wermutstropfen ist die Passquote von Pekarik, denn nur 60% kamen beim Mitspieler an. Eine so Umschalt-starke Mannschaft wie Leverkusen durch Fehlpässe in der eigenen Hälfte einzuladen, ist sträflich.

Eine herausragende Leistung Pekariks, der den Kampf mit dem genesenen Mitchell Weiser offensichtlich aufnehmen will.

Niklas Stark – Note: 3+

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Eine solide Leistung des Innenverteidigers, der gegen Leverkusen nicht allzu sehr gefordert wurde.

Wenn ein Innenverteidiger mit die wenigsten Zweikämpfe in einem Spiel führt, weiß man, dass er nicht gerade viel zu tun hatte. So erging es Niklas Stark am Samstagnachmittag, der gegen die Werkself nur das nötigste machen musste. Während Partner Torunarigha für die vielen direkten Duelle verantwortlich war, sollte Stark Alario decken und war mit dieser Aufgabe nicht sonderlich gefordert. Leverkusens Mittelstürmer Alario konnte von seinen Mitspielern kaum in Szene gesetzt werden (ein Schuss, die wenigsten Ballkontakte) und so hatte Stark wenige Aktionen zu klären. Von seinen wenigen Duellen gewann der 22-Jährige über 60%, auch die beiden Kopfballzweikämpfe konnte er für sich entscheiden. Dazu klärte er fünf Szenen und musste sich nur einmal eines Fouls bedienen.

Im Spielaufbau traute sich der U21-Europameister deutlich mehr zu, als noch gegen 1899 Hoffenheim. Stark probierte sich vermehrt an langen Diagonalbällen, um die erste Pressingreihe Leverkusens zu überspielen. Das gelang ihm insgesamt zufriedenstellend, auch wenn es noch keine Jordan-eske Qualität hatte.

Eine ordentliche Vorstellung von Stark, der sich auf das wesentliche konzentrierte und Herthas Defensive dicht hielt.

Jordan Torunarigha – Note: 2-

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Platzverweise, Verletzungen – es kann anscheinend keine “normalen” Spiele für Torunarigha geben. Einzig seine starken Leistungen besitzen eine Regelmäßigkeit.

Torunarigha konnte seine Form aus dem Spiel gegen Hoffenheim konservieren und zeigte auch gegen Leverkusen, was in ihm steckt. Über 60% gewonnene Zweikämpfe und 80% gewonnene Luftduelle zeigen bereits, mit welcher Dominanz der 20-Jährige das Spiel bestritt. Er ließ keinen Zweikampf aus, war immer zur Stelle und konnte mit seinem überragenden Tempo auch Spielern wie Bellarabi oder Volland etwas entgegensetzen. Dadurch fing er zahlreiche Steilpässe der Leverkusener ab (drei) und konnte allerlei Situationen noch klären.

Seine Spieleröffnung gestaltete er dieses Mal etwas konservativer, als noch gegen Hoffenheim. Meist beschränkte er sich auf den einfachen Pass zu Stark, Skjelbred oder Maier. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, auch den einen oder anderen langen Ball einzustreuen.

In der 54. Minute musste er verletzungsbedingt ausgewechselt werden, bis dahin unterstrich Torunarigha aber seine Ansprüche auf einen Stammplatz bei Hertha BSC.

Marvin Plattenhardt – Note: 3-

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Neue Frisur – altes Bild. Plattenhardts Leistung war nahezu eine Kopie von der gegen Hoffenheim.

70% seiner Zweikämpfe konnte “Platte” für sich entscheiden – nun gut, es waren auch nur zehn Duelle. Über seinen Flügel passierte nicht allzu viel und dennoch verpasste er es, Druck auszuüben. Sicherlich war eine Vorgabe des Trainers, den pfeilschnellen Bellarabi im Auge zu behalten und sich an seinen Laufwegen zu orientieren, jedoch galt für Pekarik dasselbe mit Brandt und der Slowake konnte dennoch mehr aus seinem Spiel herausholen.

Am Angriffsspiel beteiligte sich der 26-Jährige nämlich zu selten, er überlief Kalou kaum und seine drei Flanken landeten jeweils bei einem Gegenspieler. Plattenhardt ließ Spielwitz und Dynamik vermissen, nur ein einziges Mal traute er sich, das Spiel schnell zu machen und lief mit dem Ball bis an den Strafraum. Das ist zu wenig und an einen deutschen Nationalspieler sind ohnehin höhere Erwartungen zu stellen.

Wenn es man es umgangssprachlich formulieren will: Plattenhardts Leistung war okay. Defensiv stand er meist sicher, offensiv zeigte er zu wenig.

Mittelfeld

Arne Maier – Note: 2+

(Foto: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

Der 19-Jährige rechtfertige Dardais Entscheidung, ihn nach dem ausgesetzten Spiel gegen Hoffenheim wieder in die Startelf zu stellen.

Das Paradoxon des defensiven Mittelfeldspielers besteht darin, dass der geneigte Fußballfan ihn bei einer guten Leistung kaum wahrnimmt. Während der Torhüter durch Paraden und der Mittelstürmer durch Tore glänzen kann, hat der “Sechser” die schnöde, aber ebenso wichtige Aufgabe, den Spielfluss der eigenen Mannschaft aufrecht zu erhalten und den gegnerischen zu stören. Genau das tat Arne Maier gegen Leverkusen. Er war beinahe hauptverantwortlich dafür, dass Hertha sich nicht mit langen Passstafetten in der eigenen Hälfte aufhielt, sondern stets konstruktiv nach vorne spielte. Maier erlaubte sich nur vier (!) Zuspiele auf einen Hintermann, ansonsten passte er alle Bälle in Richtung gegnerisches Tor und dennoch kann er eine gute Passquote von 80% aufweisen – die Definition von Spielfluss. Dass hier nicht die Rede von einem routinierten 28-Jährigen ist, sondern von einem 19-Jährigen, der gerade einmal 13 Bundesliga-Partien auf dem Buckel hat, kommt noch hinzu. Somit leitete Maier zahllose Herthaner Angriffe ein und war der Motor Berlins (lief am zweitmeisten von allen Herthanern)

Des Weiteren zeigte er auch eine reife Leistung gegen den Ball. Er fing drei Bälle ab, eine gute Bilanz und einer dieser Ballgewinne führte zu 1:0. Er fing den Chipball von Leverkusens Retsos in der gegnerischen Hälfte ab und daraus resultierte das Tor von Lazaro. Zudem blockte Maier einen Pass, einen Schuss und eine Flankte, was belegt, wie konzentriert er gegen den Ball arbeitete.

Eine großartige Leistung Maiers, es gibt kaum Dinge, die er hätte besser machen können. So ist er nicht aus der Mannschaft herauszudenken.

Fabian Lustenberger – Note: 2-

(Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Während Maier für das Schöne im Spiel verantwortlich war, meisterte “Lusti” das Grobe mit Bravour.

Ob als defensiver Mittelfeldspieler oder Aushilfs-Innenverteidiger (nach Torunarighas Auswechslung) – Lustenberger zeigte eine defensiv äußerst aufmerksame Leistung. Es war imponierend anzusehen, wie der Schweizer in zahllosen Leverkusener Offensivaktionen noch seine Beine hatte. Er fing drei Bälle ab, zog nötige Fouls und blockte fünf (!) Ballaktionen des Gegners (Schüsse, Flanken, Pässe) – er war schlichtweg eklig für die Werkself. Beeindruckend ist zudem, dass er trotz seiner Gelben Karte aus der 15. Minute sein Spiel nicht umstellte und sich kaum zurückhalten musste. Er grätschte, kämpfte und lief alles weg, was sich ihm in den Weg stellte.

Sein Spiel mit dem Ball litt natürlich darunter, jedoch ist dies wohl zu verkraften, denn auch durch den 29-Jährigen konnte Hertha die null halten (Rettungstat beim indirekten Freistoß). Eine gute Vorstellung Lustenbergers.

Vladimir Darida – Note: 2+

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Darida scheint wieder bei 100% angekommen zu sein. Er war einer der Hauptgründe für den Sieg gegen Leverkusen.

Was Arne Maier für das Ballbesitzspiel um den Mittelkreis herum war, war Darida für das letzte Angriffsdrittel. Der Tscheche war an nahezu jedem Herthaner Angriff beteiligt, da er fast immer anspielbar war und durch eine starke Handlungsschnelligkeit, wie auch Übersicht brillierte. Nur sechs Pässe spielte Darida in der eigenen Hälfte, ansonsten konzentrierte er sich darauf, Angriffe einzuleiten oder Chancen direkt vorzubereiten. Er legte insgesamt drei Schüsse auf, darunter das 1:0 von Valentino Lazaro. Es war beeindruckend zu sehen, dass Darida alles spielerisch lösen wollte, nicht müde wurde, Dreiecke zu bilden und so auch auf engstem Raum den Ball in den eigenen Reihen hielt. Der 27-Jährige war überall zu finden und sprühte gerade zu vor Spielwitz. Seine zwei Distanzschüsse belegten seine Motivation, in dieser Partie alles zu versuchen.

Gegen den Ball war Daridas Leistung ebenfalls bemerkenswert. Nimmer müde lief er die gegnerische Viererkette im Spielaufbau an, fing dadurch drei Bälle ab und sollte er doch einmal überspielt werden, zog er in der gegnerischen Hälfte clevere (sechs) Fouls, um den Spielfluss Leverkusens zu stören. 12,7 Kilometer lief Darida und die meisten seiner Wege führten zu Ballgewinnen oder Torchancen für Hertha. Er war eine wahre Pressingmaschine.

Eine durch und durch beeindruckende Leistung Daridas, der sich in den Dienst der Mannschaft stellte und sowohl mit, als auch gegen den Ball glänzte.

Valentino Lazaro – Note: 2-

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Fünf Tore musste Lazaro vorlegen, bis es mit einem eigenen Treffer klappte. Ansonsten war es eine durchwachsene Darbietung des Österreichers.

Lazaro sagte es nach dem Spiel selbst: Seine Aufgabe in diesem Spiel war es, weniger mit Ball zu glänzen, als vielmehr Leverkusens Spielaufbau durch starkes Pressing zu stören. Aufgrund dessen war seine Darbietung mit dem Spielgerät wenig beeindruckend. Er verlor drei Viertel seiner Zweikämpfe und nur 56% seiner Pässe kamen beim Mitspieler an. Hertha wollte eben so schnell wie möglich ins letzte Drittel kommen und dabei bleiben viele Angriffe aufgrund ihres Risikos auf der Strecke. Lazaros erster Treffer, bei dem er sehr souverän agierte, beschönigt seine spielerische Vorstellung also eindeutig.

Im Pressing zeigte sich der 21-Jährige engagiert, er lief Leverkusens Außenverteidiger konstant an und fing immerhin zwei Bälle ab. Wie bei Darida, war es auffällig, wie viele Fouls Lazaro in der gegnerischen Hälfte (vier) zog, um so schnelle Angriffe der Werkself im Keim zu ersticken. Das erfordert taktische Disziplin und clevere Zweikampfführung.

Eine ordentliche Vorstellung Lazaros, der sich endlich mit einem eigenen Treffer belohnen konnte, darüber hinaus aber nicht allzu sehr auffiel. Leider konnte er seine zweite Chance in der 87. Minute nicht nutzen.

Salomon Kalou – Note: 2-

(Foto: Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Kalou ist und bleibt ein Phänomen: Wenn er da sein muss, ist er da. Auch sonst war es eine bessere Leistung, als noch gegen Hoffenheim.

Für Kalous Bewertung lohnt sich ein Vergleich mit seiner Vorstellung gegen 1899 Hoffenheim. “Kalou verlor zwei Drittel seiner Zweikämpfe, war außerhalb seiner zwei Schüsse an keiner Offensivszene direkt beteiligt und sein defensives Mitwirken hielt sich in Grenzen”, schrieben wir damals. In der Begegnung vom Samstagnachmittag wirkte Kalou spritziger und insgesamt motivierter. Er arbeitete häufiger gegen Ball und sein Abwehrverhalten unterstützte Plattenhardt weitaus besser, als noch vergangene Woche. Kalou blockte eine Flanke, klärte eine Situation, versuchte sich an Tacklings und ließ sich öfter nach hinten fallen, um mit seiner Ballsicherheit die Kugel nach vorne zu tragen. Kurzum: Der 32-Jährige spielte mannschaftsdienlicher und war deutlich zweikampfstärker.

Offensiv war es der Kalou, wie man ihn kennt. Lange war er nicht zu sehen, bis auf eine vielversprechende Gelegenheit aus der 42. Minute kam wenig von ihm. In der 58. Minute nutzte er den Fehler Tahs in perfekter Stürmermanier aus, ließ sich nicht vom Ball trennen und schob ihn elegant zwischen die Beine von Leno ins Tor. Eine sehr schön anzusehende Szene, die seine Kaltschnäuzigkeit und Erfahrung unter Beweis stellt.

Ein typischer Kalou, der seine eine große Chance eben zu nutzen wusste. Nach 80 Minuten wurde er korrekterweise ausgewechselt, zu diesem Zeitpunkt konnte er seinem Team nichts mehr geben.

Sturm

 Davie Selke – Note: 4

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Eine mehr als unscheinbare Leistung des Mittelstürmers.

Ja, Selke hat auch mitgespielt. Der 23-Jährige konnte im Spiel gegen Leverkusen kaum auf sich aufmerksam machen. Außerhalb eines verunglückten Kopfballs in der 22. Minute verzeichnete er keine Torchance, auch keine Vorlage. Selke machte sich jedoch erneut durch seine Passquote selbst das Leben schwer. Wenn nur 60% seiner Zuspiele ankommen, unterbindet er Angriffe, von denen er letztendlich selbst hätte profitieren können.

Sicherlich betrieb er großen Aufwand, so lief er bemerkenswerte 11,3 Kilometer, aber viel mehr als die Arbeit gegen den Ball gelang ihm eben nicht. Selke schafft es aktuell nicht, akkurat mit dem Rücken zum Tor zu arbeiten und Mitspieler in Szene zu setzen und dadurch kann er selbst kaum eingebunden werden.

Selke droht aktuell, in ein Formloch zu fallen. Er wirkt etwas wie ein Fremdkörper in der Mannschaft und ist längst nicht mehr so gut ins Spiel integriert, wie noch in seiner Anfangszeit bei Hertha.

Einwechslungen

Per Skjelbred – Note: 3

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Der Norweger musste zur 60. Minute eingewechselt werden und den Job von Fabian Lustenberger übernehmen.

Dienst nach Vorschrift – Skjelbred musste gegen Leverkusen nicht überragen, um ein funktionierender Teil der Mannschaft zu sein. “Schelle” zeigt sich gewohnt laufstark und giftig in den Zweikämpfen und versuchte dadurch, Leverkusens Offensivspieler nicht in den Strafraum brechen zu lassen. Er nahm die Zweikämpfe an und überzeugte durch erfolgreiche Tacklings.

Viel mehr lässt sich nicht zu der Vorstellung des 30-Jährigen sagen. Eine Leistung, die in Ordnung geht.

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