Hertha BSC

Hannover 96 – Hertha BSC: Die „Alte Dame“ als Nutznießer des Chaos?

Das Fazit des vergangenen Wochenendes: Hertha bleibt Hertha. Haben wir in der letzten Woche an dieser Stelle noch davon geschrieben, dass man sich mit einem Sieg gegen Augsburg eine aussichtsreiche Position für den Kampf um die Europapokal-Plätze sichern kann, setzte Hertha diese Chance erfolgreich in den Sand. Mal wieder gelang es der Mannschaft von Pal Dardai nicht, den Anschluss an die oberen Tabellenplätze herzustellen. Kurioserweise hat man den Abstand auf Platz Sieben dennoch um einen Zähler verkürzt, was wiederholt die mangelnde Qualität der Liga in diesem Jahr deutlich macht. Damit bleibt vor dem Spiel gegen Hannover 96 zumindest theoretisch die Möglichkeit, sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, erhalten.

Hannover 96 als Chaosclub der Liga

(Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Nahm man Hannover noch vor einigen Jahren als graue Maus der Bundesliga wahr, herrscht an der Leine seit geraumer Zeit mehr Durcheinander, als in allen anderen Teams zusammen. Dabei liefert die sportliche Leistung eigentlich allerhand Grund zur Freude. Nach dem Abstieg vor zwei Jahren gelang in der vergangenen Saison der direkte Wiederaufstieg. Im Anschluss gelang es der Mannschaft von Andre Breitenreiter eindrucksvoll, alle Kritiker zu widerlegen, die in Hannover den sicheren Absteiger sahen. Stattdessen überzeugte das Team mit sehr souveränen Auftritten und lief auf Platz 11 in die Winterpause ein. Dennoch gab es parallel zum sportlichen Erfolg zahlreiche Unruhen. Das Verhältnis zwischen Martin Kind und den Ultras, das ohnehin schon seit Jahren angespannt war, erreichte seinen Tiefpunkt. Als Protest gegen den ungeliebten Präsidenten und dessen Pläne, den Verein zu übernehmen, initiierten die Ultras einen Stimmungsboykott. Kind goss durch Aussagen, wie „wir brauchen die Ultras nicht“ noch zusätzlich Öl ins Feuer, statt deeskalierend zu wirken.
Auch die restliche Führungsriege bekleckerte sich in der aktuellen Spielzeit nicht gerade mit Ruhm. Sportdirektor Horst Heldt, der erst seit März 2017 im Amt des Sportdirektors bei Hannover 96 ist, verhandelte nun schon zum zweiten Mal binnen weniger Monate mit einem anderen Verein. Zuerst wollte er einen Wechsel zum 1. FC Köln durchsetzen, in der letzten Woche wurden dann Gespräche mit dem VfL Wolfsburg geführt. Zwar scheiterten beide Wechsel, allerdings bleibt die Frage, wie tragbar ein Mann, der sich offensichtlich nicht mit seiner Aufgabe identifizieren kann, in einer derart wichtigen Position ist.

Hannover zittert sich zum Saisonende

Für Hannover kann die Saison nicht schnell genug zu Ende gehen.

Das unprofessionelle Verhalten der Verantwortlichen überträgt sich indes auch auf die Leistung der Mannschaft. Seit dem 24. Spieltag holte Hannover 96 vier Punkte, verlor sage und schreibe sieben der vergangenen neun Partien. Auf die gesamte Rückrunde gerechnet ist Hannover das drittschlechteste Team. Dass man nicht mehr in Abstiegsgefahr geraten wird, ist einzig und allein der Tatsache geschuldet, dass Hamburg und Wolfsburg im selben Zeitraum noch weniger Punkte einfahren konnten. Der Spielwitz und die Ruhe am Ball, die das Team von Andre Breitenreiter in der Hinrunde zeigten, scheint gänzlich abhandengekommen. Auch Torhüter und Kapitän Philipp Tschauner sprach die Problematik nach der jüngsten Niederlage bei Hoffenheim deutlich an und sagte: „Es ist schon die ganze Saison so, dass der Fokus relativ wenig auf unseren Spielen liegt.“

Der Trend spricht für Hertha

Während die Formkurve bei Hannover also ganz klar nach unten zeigt, findet Hertha im Schlussspurt der Saison wieder in die Spur. Aus den letzten drei Spielen konnte Hertha sieben Zähler mitnehmen. Zudem hat man endlich wieder den Torriecher entdeckt. In den genannten drei Partien wurden sieben Tore verbucht. Allen voran Davie Selke, der vier der sieben Tore selbst erzielte, ist wieder in der Form, die man sich wünscht. Auch wenn das Spiel gegen Augsburg ein kleiner Dämpfer war, so bewies Hertha immerhin Moral und konnte einen 0:2-Rückstand noch in ein Unentschieden drehen. Sieht man sich also den Saisonverlauf an, ist die Favoritenrolle klar verteilt. Hertha muss dieses Spiel gewinnen.

Stimmt ihr unserer Einschätzung, dass Hertha klarer Favorit ist, zu? Wie bewertet ihr die Chancen für das letzte Auswärtsspiel der Saison?

 

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Hannover 96 – Hertha BSC: Die „Alte Dame“ als Nutznießer des Chaos?

Das Fazit des vergangenen Wochenendes: Hertha bleibt Hertha. Haben wir in der letzten Woche an dieser Stelle noch davon geschrieben, dass man sich mit einem Sieg gegen Augsburg eine aussichtsreiche Position für den Kampf um die Europapokal-Plätze sichern kann, setzte Hertha diese Chance erfolgreich in den Sand. Mal wieder gelang es der Mannschaft von Pal Dardai nicht, den Anschluss an die oberen Tabellenplätze herzustellen. Kurioserweise hat man den Abstand auf Platz Sieben dennoch um einen Zähler verkürzt, was wiederholt die mangelnde Qualität der Liga in diesem Jahr deutlich macht. Damit bleibt vor dem Spiel gegen Hannover 96 zumindest theoretisch die Möglichkeit, sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, erhalten.

Hannover 96 als Chaosclub der Liga

(Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Nahm man Hannover noch vor einigen Jahren als graue Maus der Bundesliga wahr, herrscht an der Leine seit geraumer Zeit mehr Durcheinander, als in allen anderen Teams zusammen. Dabei liefert die sportliche Leistung eigentlich allerhand Grund zur Freude. Nach dem Abstieg vor zwei Jahren gelang in der vergangenen Saison der direkte Wiederaufstieg. Im Anschluss gelang es der Mannschaft von Andre Breitenreiter eindrucksvoll, alle Kritiker zu widerlegen, die in Hannover den sicheren Absteiger sahen. Stattdessen überzeugte das Team mit sehr souveränen Auftritten und lief auf Platz 11 in die Winterpause ein. Dennoch gab es parallel zum sportlichen Erfolg zahlreiche Unruhen. Das Verhältnis zwischen Martin Kind und den Ultras, das ohnehin schon seit Jahren angespannt war, erreichte seinen Tiefpunkt. Als Protest gegen den ungeliebten Präsidenten und dessen Pläne, den Verein zu übernehmen, initiierten die Ultras einen Stimmungsboykott. Kind goss durch Aussagen, wie „wir brauchen die Ultras nicht“ noch zusätzlich Öl ins Feuer, statt deeskalierend zu wirken.
Auch die restliche Führungsriege bekleckerte sich in der aktuellen Spielzeit nicht gerade mit Ruhm. Sportdirektor Horst Heldt, der erst seit März 2017 im Amt des Sportdirektors bei Hannover 96 ist, verhandelte nun schon zum zweiten Mal binnen weniger Monate mit einem anderen Verein. Zuerst wollte er einen Wechsel zum 1. FC Köln durchsetzen, in der letzten Woche wurden dann Gespräche mit dem VfL Wolfsburg geführt. Zwar scheiterten beide Wechsel, allerdings bleibt die Frage, wie tragbar ein Mann, der sich offensichtlich nicht mit seiner Aufgabe identifizieren kann, in einer derart wichtigen Position ist.

Hannover zittert sich zum Saisonende

Für Hannover kann die Saison nicht schnell genug zu Ende gehen.

Das unprofessionelle Verhalten der Verantwortlichen überträgt sich indes auch auf die Leistung der Mannschaft. Seit dem 24. Spieltag holte Hannover 96 vier Punkte, verlor sage und schreibe sieben der vergangenen neun Partien. Auf die gesamte Rückrunde gerechnet ist Hannover das drittschlechteste Team. Dass man nicht mehr in Abstiegsgefahr geraten wird, ist einzig und allein der Tatsache geschuldet, dass Hamburg und Wolfsburg im selben Zeitraum noch weniger Punkte einfahren konnten. Der Spielwitz und die Ruhe am Ball, die das Team von Andre Breitenreiter in der Hinrunde zeigten, scheint gänzlich abhandengekommen. Auch Torhüter und Kapitän Philipp Tschauner sprach die Problematik nach der jüngsten Niederlage bei Hoffenheim deutlich an und sagte: „Es ist schon die ganze Saison so, dass der Fokus relativ wenig auf unseren Spielen liegt.“

Der Trend spricht für Hertha

Während die Formkurve bei Hannover also ganz klar nach unten zeigt, findet Hertha im Schlussspurt der Saison wieder in die Spur. Aus den letzten drei Spielen konnte Hertha sieben Zähler mitnehmen. Zudem hat man endlich wieder den Torriecher entdeckt. In den genannten drei Partien wurden sieben Tore verbucht. Allen voran Davie Selke, der vier der sieben Tore selbst erzielte, ist wieder in der Form, die man sich wünscht. Auch wenn das Spiel gegen Augsburg ein kleiner Dämpfer war, so bewies Hertha immerhin Moral und konnte einen 0:2-Rückstand noch in ein Unentschieden drehen. Sieht man sich also den Saisonverlauf an, ist die Favoritenrolle klar verteilt. Hertha muss dieses Spiel gewinnen.

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