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Herthas Achterbahn-Spielplan – alles anschnallen!

Na, schon einmal einen genaueren Blick auf den Spielplan von Hertha BSC für die kommende Saison 2018/19 geworfen? Haben sich Vorfreude und Angst abgewechselt? Das liegt wohl daran, dass der Spielplan für Hertha BSC ein ganz besonderer sein wird.

Denn genau genommen ist es für die Berliner ein Achterbahn-Spielplan, denn Hertha BSC wird in schöner Regelmäßigkeit abwechselnd gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte und unteren Tabellenhälfte spielen (Ausgangspunkt ist die Abschlusstabelle der Spielzeit 2017/18).

Wird Hertha BSC in der kommenden Saison eine Achterbahnfahrt erleben?

Wenn die Abschlusstabelle der vergangenen Saison annähernd das Leistungsvermögen der Bundesligisten widerspiegelt, dann werden es die Herthaner in der kommenden Spielzeit abwechselnd mit schwächeren und stärkeren Mannschaften zu tun haben. Für die Berliner sieht der Spielplan keine Serie mit mehreren aufeinanderfolgenden „leichten“ Spielen vor. Kleine Ausnahme sind hier die beiden Partien gegen den 1. FSV Mainz 05 und dem SC Freiburg (am 7. und 8. bzw. 24. und 25. Spieltag). Aber selbst nach diesen beiden Begegnungen warten mit Borussia Dortmund und RB Leipzig (am 9. und 10. bzw. 26. und 27. Spieltag) zwei Schwergewichte im Doppelpack auf die “alte Dame”. Eine Achterbahnfahrt mit aufeinanderfolgenden Siegen und Niederlagen scheint also vorprogrammiert.

Hertha muss sein “Pflichtprogramm”  souverän meistern

Die Herthaner müssen in der kommenden Saison ihr Pflichtprogamm souverän absolvieren und die „erwartbaren“ Sieg einsammeln. Gelingt ihnen dies, könnten sie die “Pflichtsiege” im darauffolgenden Spiel gegen eine Spitzenmannschaft mit einem Unentschieden oder sogar einem überraschenden Sieg vergolden und eine Serie starten. Schafft es die Mannschaft nicht, in den vermeintlich leichten Spielen ihrer Favoriten-Rolle gerecht zu werden und Punkte zu sammeln, ist der Negativlauf vorprogrammiert. Denn nach jeder enttäuschenden Niederlage gegen ein “kleines” Team wartet bereits die nächste (über-)große Herausforderung, bei der ein Unentschieden oder sogar ein Sieg noch unwahrscheinlicher ist.

Überraschungen gegen die Großen müssen her

Schaut man jedoch, gegen wen Hertha BSC in der Saison 2017/18  Punkte geholt hat, ist festzuhalten, dass die Blau-Weißen gegen Teams, die in der Abschlusstabelle vor ihnen einliefen, 20 Punkte und gegen die Teams, die nach ihnen einliefen, 23 Punkte holten. Bei der guten Bilanz gegen die besseren Teams fallen insbesondere die beiden Siege gegen die hoch favorisierten Leverkusener und die beiden Unentschieden gegen den FC Bayern München stark ins Gewicht. Eine Leistung die nur sehr schwer zu wiederholen sein wird. Pal Dardai hat in den letzten drei Spielzeiten aber auch gezeigt, dass er immer wieder für Überraschungen gegen „die Großen“ sorgen kann.

Abwechselung = hohe Konzentration?

So sehr der Achterbahn-Spielplan das Nervenkostüm der Berliner Fans beanspruchen wird, so sehr kann er auch positive Konsequenzen haben. Die Abwechslung kann dafür sorgen , dass in der Mannschaft die Konzentration und Anspannung hochgehalten wird. Nach jedem vermeintlich leichten Gegner wartet bereits die nächste große Herausforderung, das nächste große “Knallerspiel”. Da bleibt nicht viel Zeit vergebenen Punkten hinterherzutrauern. Nach jeder erwartbaren Niederlage gegen ein großes Team gibt es am darauffolgenden Spieltag die Chance auf Wiedergutmachung.

Taktische Flexibilität wird mehr denn je nötig sein

Aus taktischer Perspektive ist der Achterbahn-Spielplan durchaus ambivalent zu betrachten. Dardai muss und wird auf das unterschiedliche Niveau der Gegner mit unterschiedliche Formationen reagieren. Er wird gezwungen sein, die Taktik der Mannschaft immer wieder neu auszurichten. Das erfordert strategische und personelle Flexibilität vom Trainer und der Mannschaft. Ein Merkmal, dass in den letzten Spielzeiten nur bedingt erfüllt wurde. Umso wichtiger ist es, dass Dardai in der Saisonvorbereitung der Mannschaft wie angekündigt das 5-3-2 (3-5-2) beibringen kann. Somit stünde endlich eine Alternative zum bekannten 4-2-3-1 der vergangenen Jahre bereit. Die zu erwartenden Wechsel der taktischen Ausrichtung können aber auch das Einspielen der Mannschaft erschweren, wenn der Ungar mit der Taktik auch das Personal wechselt. Der Achterbahn-Spielplan wird die ganze Breite des Kaders fordern und den Konkurrenzdruck hochhalten.

Eines ist sicher: mit dem Achterbahn-Spielplan dürfte es mit Hertha BSC in der kommenden Saison nicht langweilig werden.

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Na, schon einmal einen genaueren Blick auf den Spielplan von Hertha BSC für die kommende Saison 2018/19 geworfen? Haben sich Vorfreude und Angst abgewechselt? Das liegt wohl daran, dass der Spielplan für Hertha BSC ein ganz besonderer sein wird.

Denn genau genommen ist es für die Berliner ein Achterbahn-Spielplan, denn Hertha BSC wird in schöner Regelmäßigkeit abwechselnd gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte und unteren Tabellenhälfte spielen (Ausgangspunkt ist die Abschlusstabelle der Spielzeit 2017/18).

Wird Hertha BSC in der kommenden Saison eine Achterbahnfahrt erleben?

Wenn die Abschlusstabelle der vergangenen Saison annähernd das Leistungsvermögen der Bundesligisten widerspiegelt, dann werden es die Herthaner in der kommenden Spielzeit abwechselnd mit schwächeren und stärkeren Mannschaften zu tun haben. Für die Berliner sieht der Spielplan keine Serie mit mehreren aufeinanderfolgenden „leichten“ Spielen vor. Kleine Ausnahme sind hier die beiden Partien gegen den 1. FSV Mainz 05 und dem SC Freiburg (am 7. und 8. bzw. 24. und 25. Spieltag). Aber selbst nach diesen beiden Begegnungen warten mit Borussia Dortmund und RB Leipzig (am 9. und 10. bzw. 26. und 27. Spieltag) zwei Schwergewichte im Doppelpack auf die “alte Dame”. Eine Achterbahnfahrt mit aufeinanderfolgenden Siegen und Niederlagen scheint also vorprogrammiert.

Hertha muss sein “Pflichtprogramm”  souverän meistern

Die Herthaner müssen in der kommenden Saison ihr Pflichtprogamm souverän absolvieren und die „erwartbaren“ Sieg einsammeln. Gelingt ihnen dies, könnten sie die “Pflichtsiege” im darauffolgenden Spiel gegen eine Spitzenmannschaft mit einem Unentschieden oder sogar einem überraschenden Sieg vergolden und eine Serie starten. Schafft es die Mannschaft nicht, in den vermeintlich leichten Spielen ihrer Favoriten-Rolle gerecht zu werden und Punkte zu sammeln, ist der Negativlauf vorprogrammiert. Denn nach jeder enttäuschenden Niederlage gegen ein “kleines” Team wartet bereits die nächste (über-)große Herausforderung, bei der ein Unentschieden oder sogar ein Sieg noch unwahrscheinlicher ist.

Überraschungen gegen die Großen müssen her

Schaut man jedoch, gegen wen Hertha BSC in der Saison 2017/18  Punkte geholt hat, ist festzuhalten, dass die Blau-Weißen gegen Teams, die in der Abschlusstabelle vor ihnen einliefen, 20 Punkte und gegen die Teams, die nach ihnen einliefen, 23 Punkte holten. Bei der guten Bilanz gegen die besseren Teams fallen insbesondere die beiden Siege gegen die hoch favorisierten Leverkusener und die beiden Unentschieden gegen den FC Bayern München stark ins Gewicht. Eine Leistung die nur sehr schwer zu wiederholen sein wird. Pal Dardai hat in den letzten drei Spielzeiten aber auch gezeigt, dass er immer wieder für Überraschungen gegen „die Großen“ sorgen kann.

Abwechselung = hohe Konzentration?

So sehr der Achterbahn-Spielplan das Nervenkostüm der Berliner Fans beanspruchen wird, so sehr kann er auch positive Konsequenzen haben. Die Abwechslung kann dafür sorgen , dass in der Mannschaft die Konzentration und Anspannung hochgehalten wird. Nach jedem vermeintlich leichten Gegner wartet bereits die nächste große Herausforderung, das nächste große “Knallerspiel”. Da bleibt nicht viel Zeit vergebenen Punkten hinterherzutrauern. Nach jeder erwartbaren Niederlage gegen ein großes Team gibt es am darauffolgenden Spieltag die Chance auf Wiedergutmachung.

Taktische Flexibilität wird mehr denn je nötig sein

Aus taktischer Perspektive ist der Achterbahn-Spielplan durchaus ambivalent zu betrachten. Dardai muss und wird auf das unterschiedliche Niveau der Gegner mit unterschiedliche Formationen reagieren. Er wird gezwungen sein, die Taktik der Mannschaft immer wieder neu auszurichten. Das erfordert strategische und personelle Flexibilität vom Trainer und der Mannschaft. Ein Merkmal, dass in den letzten Spielzeiten nur bedingt erfüllt wurde. Umso wichtiger ist es, dass Dardai in der Saisonvorbereitung der Mannschaft wie angekündigt das 5-3-2 (3-5-2) beibringen kann. Somit stünde endlich eine Alternative zum bekannten 4-2-3-1 der vergangenen Jahre bereit. Die zu erwartenden Wechsel der taktischen Ausrichtung können aber auch das Einspielen der Mannschaft erschweren, wenn der Ungar mit der Taktik auch das Personal wechselt. Der Achterbahn-Spielplan wird die ganze Breite des Kaders fordern und den Konkurrenzdruck hochhalten.

Eines ist sicher: mit dem Achterbahn-Spielplan dürfte es mit Hertha BSC in der kommenden Saison nicht langweilig werden.

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