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Herthas Baustellen: Was muss Dardai in der neuen Saison verbessern?

Die WM ist vorbei, die Vorbereitung hat für Hertha begonnen und die Spieler fangen an so richtig unter Kuchno und co. zu schwitzen.  Genau der richtige Zeitpunkt also, um darauf zu blicken, was die Mannschaft von Pal Dardai in der Saison 2018/2019 verbessern muss!

Die vergangene Spielzeit konnte uns, trotz einzelner ereignisreichen Spielen und der Europa League, eigentlich nie so richtig umwerfen. Dazu kommt die fast traditionell schwache Rückrunde, die seit einigen Jahren Fans und Mannschaft beschäftigt. Damit am Ende der kommenden Saison alle zufrieden sind, müssen Dardai und co. an einigen Baustellen arbeiten.

Die Torgefahr im Mittelfeld

Ein großes Problem von Hertha ist die fehlende Torgefahr aus dem Mittelfeld. Zugegeben, von Fabian Lustenberger und Per Skjelbred werden nicht gerade Scorerpunkte im Stile eines James Rodriguez erwartet. Die eine oder andere Vorlage hätte aber durchaus drin sein können. Beide blieben ohne Tor und ohne Vorlage. Allein Ondrej Duda konnte gegen FC Bayern das einzige Tor bei Hertha eines zentralen Mittelfeldspielers in 2017/2018 erzielen. Vladimir Darida (Saison 15/16 noch mit fünf Treffer und drei Vorlagen, 2016/2017 nur noch mit zwei Treffer und zwei Vorlagen) blieb torlos, konnte immerhin drei Tore vorbereiten.

Darida trifft nicht mehr aus der Distanz (Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Was besonders auffällt: ALLE Tore der alten Dame fielen nach Abschlüssen innerhalb des Strafraums, kein einziger Weitschuss landete im Kasten des Gegners. Insbesondere Darida, der für Weitschüsse bekannt ist, enttäuschte in dieser Hinsicht. Hilfreich war sicherlich nicht, dass Marvin Plattenhardt letzte Saison ohne Freistoßtreffer blieb. So gut wie alle Tore fielen durch Stürmer oder Außenspieler wie Valentino Lazaro, Matthew Leckie und Alexander Esswein. Herthas Innenverteidigung zeigte sich auch torfreudiger als das Mittelfeld, mit Karim Rekik (Zwei Tore), Niklas Stark (Ein Tor) und Jordan Torunarigha (Ein Tor).

Dardai wird dafür sorgen müssen, dass gerade die kreativeren im Mittelfeld, wie Darida, Duda oder auch Arne Maier sich wieder mehr ans Tore schießen beteiligen. Vor allem Duda braucht endlich eine Saison, in der er durchstartet: ansonsten wartet wieder nur eine Joker-Rolle auf den Slovaken. Spannend wird auch die Rolle von Maier sein, der sicherlich seine Chance bekommen wird. Er ist auch sicher keiner, der kein Spaß an Toren hat. Ein Treffer hat er bereits letzte Saison vorbereitet, beim 2-1 Sieg in Hamburg.

Und wer weiß: vielleicht ist die Lösung für die Torgefahr im Mittelfeld noch gar nicht bei Hertha, und wird erst noch in den nächsten Wochen und Monaten von Michael Preetz angerufen?

Positiver Druck ist ein Problem bei der Hertha (Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Die mentalen Schwächen

Das ist Kopfsache, ein mentales Problem” – hieß es von Pal Dardai nach dem 1-3 gegen Hannover 96 in der Rückrunde. Mit positiven Druck könne Hertha nicht umgehen. „Immer, wenn es etwas zu gewinnen gab, haben wir verloren“, beschrieb es Per Skjelbred. Dardai sprach sogar davon, „Fachmänner“ in der Sommerpause einzustellen, um die Mannschaft auch mental vorzubereiten.

In der kommenden Saison könnte das unheimlich wichtig werden, wenn der BSC wieder oben mitspielen möchte. Buddha Statuen um den Schenkendorffplatz sollten es nicht werden, aber eine Lösung für diese Mentale Schwäche des Teams wird Dardai finden müssen, damit Hertha auch den nächsten Schritt wagen kann.

Unattraktiver Fußball

Hertha ist für offensivstarke Teams schwer zu schlagen.

FC Bayern, Bayer Leverkusen, TSG Hoffenheim: diese Teams konnten gegen Hertha kein einziges Mal drei Punkte holen. Gegen solche Gegner konnten die Hauptstädter durch gute Defensive, großen Kampfgeist und Effektivität überzeugen. Umso bitterer ist es, dass man widerrum gegen tief stehende Gegner oft schlecht aussah, keine Lösungen in der Offensive fand. Am Ende waren gegen solche Teams die drei Punkte selten zu holen.

Wenn der Gegner mauert, haben die Blau-Weißen Schwierigkeiten. Oft genug wurde die Spielweise als „langweilig“ bezeichnet, sogar von Pal Dardai selber. Oftmals musste man bei Hertha-Spielen zusehen, wie die Innenverteidigung sich die Bälle hin- und her spielte. Freistöße wurden einfach nach Hinten zurück gespielt. Pal Dardai und sein Trainerstab werden verstärkt an der Kreativität des Teams im Offensivspiel feilen müssen, um auch die Mannschaften schlagen zu können, die Hertha den Ball überlassen.

In der Sommervorbereitung will Dardai auch deshalb mit dem 3-5-2 ein neues System testen, welches in der Offensiv-Bewegung mehr Möglichkeiten bietet, und trotzdem in der Defensiv-Bewegung die Stabilität aufrechterhält, die Hertha so oft stark gemacht hat. Man darf gespannt sein, wie sich das entwickelt: Vollstrecker hat die alte Dame ja bekanntlich genug, mit Davie Selke, Salomon Kalou, Vedad Ibisevic und jetzt auch Pascal Köpke.

Kadergröße

Können Dennis Jastrzembski und co. sich bei den Profis durchsetzen?
(Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Einen sehr breiten Kader zu haben kann sehr wertvoll sein, wenn eine Mannschaft in vielen Wettbewerben unterwegs ist. Bei Hertha sind es diese Saison nur noch zwei Turniere. Der Kader ist mit rund 30 Spielern aktuell viel zu groß. Sicherlich sind einige Spieler momentan im Trainingskader, die noch vor Beginn der Saison aussortiert werden, entweder weil sie zu jung und noch nicht für den Profikader bereit sind (möglicherweise Maximilian Pronichev, Sidney Friede, Dennis Smarsch, Florian Baak), oder weil sie zu schwach und/oder ohne Perspektive bei Hertha sind (Esswein, Sinan Kurt). Aus diesem Grund werden einige Spieler wohl ausgeliehen werden. Damit können die jungen Talente Spielpraxis sammeln und ein zu starker Konkurrenzkampf wird verhindert.

 

Es kommt also viel Arbeit auf Dardai zu. Wenn er es aber schafft, diese Schwächen im Team los zu werden, könnten wir eine ganz starke Saison der Hertha erleben, und hoffentlich diesmal mit einer genauso starken Rückrunde! Wer weiß, vielleicht ist die nächste Europa League Saison gar nicht so weit weg…

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[…] wirkte sich auf seine Torgefahr aus: torlos und mit lediglich drei Vorlagen beendete er seine Spielzeit. Eine komplette und […]

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[…] Denn neben den spielerlischen Problemen der Mannschaft wurde in der Saison 2017/18 auch deutlich, dass Hertha BSC ein Mentalitätsproblem hatte. Jedes Mal, wenn es die Gelegenheit gab, in der Tabelle einen großen Schritt in Richtung Europa zu […]

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Die WM ist vorbei, die Vorbereitung hat für Hertha begonnen und die Spieler fangen an so richtig unter Kuchno und co. zu schwitzen.  Genau der richtige Zeitpunkt also, um darauf zu blicken, was die Mannschaft von Pal Dardai in der Saison 2018/2019 verbessern muss!

Die vergangene Spielzeit konnte uns, trotz einzelner ereignisreichen Spielen und der Europa League, eigentlich nie so richtig umwerfen. Dazu kommt die fast traditionell schwache Rückrunde, die seit einigen Jahren Fans und Mannschaft beschäftigt. Damit am Ende der kommenden Saison alle zufrieden sind, müssen Dardai und co. an einigen Baustellen arbeiten.

Die Torgefahr im Mittelfeld

Ein großes Problem von Hertha ist die fehlende Torgefahr aus dem Mittelfeld. Zugegeben, von Fabian Lustenberger und Per Skjelbred werden nicht gerade Scorerpunkte im Stile eines James Rodriguez erwartet. Die eine oder andere Vorlage hätte aber durchaus drin sein können. Beide blieben ohne Tor und ohne Vorlage. Allein Ondrej Duda konnte gegen FC Bayern das einzige Tor bei Hertha eines zentralen Mittelfeldspielers in 2017/2018 erzielen. Vladimir Darida (Saison 15/16 noch mit fünf Treffer und drei Vorlagen, 2016/2017 nur noch mit zwei Treffer und zwei Vorlagen) blieb torlos, konnte immerhin drei Tore vorbereiten.

Darida trifft nicht mehr aus der Distanz (Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Was besonders auffällt: ALLE Tore der alten Dame fielen nach Abschlüssen innerhalb des Strafraums, kein einziger Weitschuss landete im Kasten des Gegners. Insbesondere Darida, der für Weitschüsse bekannt ist, enttäuschte in dieser Hinsicht. Hilfreich war sicherlich nicht, dass Marvin Plattenhardt letzte Saison ohne Freistoßtreffer blieb. So gut wie alle Tore fielen durch Stürmer oder Außenspieler wie Valentino Lazaro, Matthew Leckie und Alexander Esswein. Herthas Innenverteidigung zeigte sich auch torfreudiger als das Mittelfeld, mit Karim Rekik (Zwei Tore), Niklas Stark (Ein Tor) und Jordan Torunarigha (Ein Tor).

Dardai wird dafür sorgen müssen, dass gerade die kreativeren im Mittelfeld, wie Darida, Duda oder auch Arne Maier sich wieder mehr ans Tore schießen beteiligen. Vor allem Duda braucht endlich eine Saison, in der er durchstartet: ansonsten wartet wieder nur eine Joker-Rolle auf den Slovaken. Spannend wird auch die Rolle von Maier sein, der sicherlich seine Chance bekommen wird. Er ist auch sicher keiner, der kein Spaß an Toren hat. Ein Treffer hat er bereits letzte Saison vorbereitet, beim 2-1 Sieg in Hamburg.

Und wer weiß: vielleicht ist die Lösung für die Torgefahr im Mittelfeld noch gar nicht bei Hertha, und wird erst noch in den nächsten Wochen und Monaten von Michael Preetz angerufen?

Positiver Druck ist ein Problem bei der Hertha (Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Die mentalen Schwächen

Das ist Kopfsache, ein mentales Problem” – hieß es von Pal Dardai nach dem 1-3 gegen Hannover 96 in der Rückrunde. Mit positiven Druck könne Hertha nicht umgehen. „Immer, wenn es etwas zu gewinnen gab, haben wir verloren“, beschrieb es Per Skjelbred. Dardai sprach sogar davon, „Fachmänner“ in der Sommerpause einzustellen, um die Mannschaft auch mental vorzubereiten.

In der kommenden Saison könnte das unheimlich wichtig werden, wenn der BSC wieder oben mitspielen möchte. Buddha Statuen um den Schenkendorffplatz sollten es nicht werden, aber eine Lösung für diese Mentale Schwäche des Teams wird Dardai finden müssen, damit Hertha auch den nächsten Schritt wagen kann.

Unattraktiver Fußball

Hertha ist für offensivstarke Teams schwer zu schlagen.

FC Bayern, Bayer Leverkusen, TSG Hoffenheim: diese Teams konnten gegen Hertha kein einziges Mal drei Punkte holen. Gegen solche Gegner konnten die Hauptstädter durch gute Defensive, großen Kampfgeist und Effektivität überzeugen. Umso bitterer ist es, dass man widerrum gegen tief stehende Gegner oft schlecht aussah, keine Lösungen in der Offensive fand. Am Ende waren gegen solche Teams die drei Punkte selten zu holen.

Wenn der Gegner mauert, haben die Blau-Weißen Schwierigkeiten. Oft genug wurde die Spielweise als „langweilig“ bezeichnet, sogar von Pal Dardai selber. Oftmals musste man bei Hertha-Spielen zusehen, wie die Innenverteidigung sich die Bälle hin- und her spielte. Freistöße wurden einfach nach Hinten zurück gespielt. Pal Dardai und sein Trainerstab werden verstärkt an der Kreativität des Teams im Offensivspiel feilen müssen, um auch die Mannschaften schlagen zu können, die Hertha den Ball überlassen.

In der Sommervorbereitung will Dardai auch deshalb mit dem 3-5-2 ein neues System testen, welches in der Offensiv-Bewegung mehr Möglichkeiten bietet, und trotzdem in der Defensiv-Bewegung die Stabilität aufrechterhält, die Hertha so oft stark gemacht hat. Man darf gespannt sein, wie sich das entwickelt: Vollstrecker hat die alte Dame ja bekanntlich genug, mit Davie Selke, Salomon Kalou, Vedad Ibisevic und jetzt auch Pascal Köpke.

Kadergröße

Können Dennis Jastrzembski und co. sich bei den Profis durchsetzen?
(Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Einen sehr breiten Kader zu haben kann sehr wertvoll sein, wenn eine Mannschaft in vielen Wettbewerben unterwegs ist. Bei Hertha sind es diese Saison nur noch zwei Turniere. Der Kader ist mit rund 30 Spielern aktuell viel zu groß. Sicherlich sind einige Spieler momentan im Trainingskader, die noch vor Beginn der Saison aussortiert werden, entweder weil sie zu jung und noch nicht für den Profikader bereit sind (möglicherweise Maximilian Pronichev, Sidney Friede, Dennis Smarsch, Florian Baak), oder weil sie zu schwach und/oder ohne Perspektive bei Hertha sind (Esswein, Sinan Kurt). Aus diesem Grund werden einige Spieler wohl ausgeliehen werden. Damit können die jungen Talente Spielpraxis sammeln und ein zu starker Konkurrenzkampf wird verhindert.

 

Es kommt also viel Arbeit auf Dardai zu. Wenn er es aber schafft, diese Schwächen im Team los zu werden, könnten wir eine ganz starke Saison der Hertha erleben, und hoffentlich diesmal mit einer genauso starken Rückrunde! Wer weiß, vielleicht ist die nächste Europa League Saison gar nicht so weit weg…

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