BundesligaHertha BSC

Neue Saison, neues Glück: diese Hertha-Spieler müssen sich steigern.

Für einige Hertha-Profis lief die vergangene Saison nicht so, wie erhofft. Diese Spieler haben 2018/2019 die Chance, eine bessere Saison zu abzuliefern, als die letzte. Für einige ist es sogar womöglich die letzte Chance, sich bei Hertha durchzusetzen.

Vladimir Darida

Verletzungen warfen Darida lange zurück (Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Eigentlich einer der Leistungsträger bei Hertha, war Vladimir Darida lange unumstritten im Mittelfeld und einer der seltenen kreativen wie torgefährlichen Spieler im Team. Letzte Saison jedoch war wohl seine bisher schwächste in Berlin. Erneut hatte er mit Verletzungen zu kämpfen, die ihn Ende Oktober bis Ende der Hinrunde spielunfähig machten. Als er in der Rückrunde zurückkam, war er meistens in der Startelf zu finden, allerdings fand er nie wirklich zu seiner Form zurück. Der Tscheche, der für seine unglaubliche Laufkraft und Ausdauer bekannt ist, war auch physisch nicht so stark wie in den Saisons davor. Man merkte ihm an, dass er viel Zeit brauchte, um wieder zu alter Stärke zu finden.

Dies wirkte sich auf seine Torgefahr aus: torlos und mit lediglich drei Vorlagen beendete er seine Spielzeit. Eine komplette und verletzungsfreie Vorbereitung wäre umso wichtiger für den 27-Jährigen gewesen, damit er zumindest körperlich bei 100 Prozent ist. Leider wurde Anfang der Woche bekannt, dass Vladimir Darida die gesamte Vorbereitung, und wohl auch den Saisonstart, verpassen wird. Es könnte also eine komplizierte Saison werden für die “Lunge der Liga“, wenn er erst im Laufe der Spielzeit erneut versucht, seine Form zu finden.

Ondrej Duda

Duda beim Torjubel: bisher ein Bild mit Seltenheitscharakter (Foto: Odd Andersen/AFP/Getty Images)

Er wurde bei seiner Ankunft im Sommer 2016 sogar als „Königstransfer“ bezeichnet, musste aber bis 2017 auf seinen ersten Einsatz für Hertha BSC warten. Seine erste Saison war Ondrej Duda eigentlich nur verletzt, sodass man ihn erst letzte Spielzeit in der Hauptstadt so richtig erwarten konnte. Doch durchstarten konnte der Slovake auch 2017/18 nicht. Er war oft verletzt, nicht in Form und ihm war die fehlende Spielpraxis oft anzumerken. Ein Tor per Abstauber gegen den FC Bayern und Joker-Einsätze in der Rückrunde – viel mehr war von Duda leider nicht zu sehen. Seine Technik, seine Risikopässe und seine Torgefahr ließ er zu selten aufblitzen.

Auch seine Fitness blieb ein Problem, im Dezember 2017 gab es deshalb auch Kritik vom Trainer. Des Weiteren wird er sich in der Präzision seiner Querpässe steigern müssen, in der vergangenen Saison führten seine Fehlpässe oft zu gefährlichen Angriffen des Gegners.

Momentan jedoch läuft seine Vorbereitung gut, er zeigte sich bisher in Testspielen torgefährlich, fit und wurde von Pal Dardai gelobt. Es kann also erneut gehofft werden, dass die neue Saison endlich die von Ondrej Duda wird. Besser als 2017/18 sollte es jedenfalls werden, damit der „Königstransfer“ nicht ein „unerfülltes Versprechen“ bleibt.

Matthew Leckie

Leckie kam oft müde von der Nationalelf wieder (Foto: Thomas Starke/Bongarts/Getty Images)

Das Debut bei Hertha BSC von Matthew Leckie war überragend. Nach einer torlosen Saison beim FC Ingolstadt wechselte der Australier im Sommer 2017 zu Hertha und traf schon im ersten Spiel gegen den VfB Stuttgart doppelt. Es folgten zwei weitere Treffer und starke Leistungen in den ersten fünf Spielen der Bundesliga. Seine Schnelligkeit und Explosivität als Kernaspekte seiner Spielweise waren besonders am Anfang der Saison zu spüren.

Allerdings musste Leckie öfter für seine Nationalmannschaft nach Asien fliegen, war für jedes auch so unwichtige Spiel mehrere Tage unterwegs und kam geschwächt in die Hauptstadt zurück. Nach jedem Länderspiel war bei Leckie spürbar, dass ihm Kraft und Frische fehlte. Dadurch konnte er den starken Saisonbeginn nicht bestätigen und traf erst wieder gegen Eintracht Frankfurt, beim 3:0 Sieg am 21.04.18. Insgesamt konnte er darüber hinaus nur einen Treffer vorbereiten.

Leckie war diese Saison nicht durchgehend der “Roadrunner”

Die Stärke von Matthew Leckie wurde also auch zu einer Schwäche. Gerade für den Rechtsaußen ist eine gute körperliche Verfassung wichtig. Wenn er nicht fit war, konnte er nicht überzeugen. Leckie spielte gefühlt eine „halbe“ Saison, in der andere Hälfte war er unterwegs zwischen Flugzeug und Trainingsplatz.

In der neuen Spielzeit soll der WM-Fahrer nach Aussage von Michael Preetz weniger Spiele für sein Land absolvieren, um gerade die Müdigkeit zu vermeiden, die Leckie letzte Saison gebremst hatte. Ein müder „Roadrunner“ ist tatsächlich nicht mehr ganz so beeindruckend. Bei Hertha würde sich jedenfalls keiner beschweren, wenn er ähnlich loslegt wie in 2017.

Vedad Ibisevic

Der Kapitän hatte mit Durststrecken zu kämpfen (Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Ob man ihn im Spiel sieht oder nicht, ein Stürmer wie Vedad Ibisevic wird eigentlich nur anhand von Toren gemessen. Auch wenn Olivier Giroud beispielsweise bei der WM mit Frankreich gezeigt hat, dass man für seine Mannschaft auch dann wichtig ist, wenn man als Stürmer nicht trifft, kann dasselbe nicht bei Ibisevic gelten. Um ihn rum spielen bekanntlich weder Kilian Mbappe, noch Antoine Griezmann. Am Ende ist das was man von ihm erwartet nur eins: Tore.

Gerade deshalb wurde es schwierig, als der Kapitän am Anfang der vergangenen Saison bis zum elften Spieltag auf sein erstes Tor warten musste. Durststrecken muss jeder Stürmer gelegentlich hinnehmen, der Bosnier musste jedoch in mehreren Phasen der Saison lange auf Tore warten. So kam er am Ende auf nur sechs Treffer und vier Vorlagen. Eigentlich ein ordentlicher Wert, allerdings nur wenn man ihn nicht mit der Saison 2016/17 vergleicht, in welcher ihm 12 Treffer und sechs Vorlagen gelang. Es war keine schlechte Saison von Ibisevic, aber eine deutliche Verschlechterung zu 2016/17. Da er mit 33 Jahren auch nicht mehr allzu viel Steigerungspotenzial hat stellt sich die Frage, wie lange er noch sein Niveau halten und Hertha mit Toren weiterhelfen kann.

Kann Ibisevic zum Saisonstart den Ausfall von Selke kompensieren?

Mit Davie Selkes Verletzung wird Ibisevic schon früh in der Saison im Mittelpunkt stehen und wird sofort Gelegenheit haben, sich zu zeigen. Man sollte ihn sicher nicht zu früh wegdenken, trotzdem wird auch er sich nochmal steigern müssen, um seinen Platz in der Startelf zu behalten. Hinter ihm warten bekanntlich einige junge hungrige Stürmer.

 

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Für einige Hertha-Profis lief die vergangene Saison nicht so, wie erhofft. Diese Spieler haben 2018/2019 die Chance, eine bessere Saison zu abzuliefern, als die letzte. Für einige ist es sogar womöglich die letzte Chance, sich bei Hertha durchzusetzen.

Vladimir Darida

Verletzungen warfen Darida lange zurück (Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Eigentlich einer der Leistungsträger bei Hertha, war Vladimir Darida lange unumstritten im Mittelfeld und einer der seltenen kreativen wie torgefährlichen Spieler im Team. Letzte Saison jedoch war wohl seine bisher schwächste in Berlin. Erneut hatte er mit Verletzungen zu kämpfen, die ihn Ende Oktober bis Ende der Hinrunde spielunfähig machten. Als er in der Rückrunde zurückkam, war er meistens in der Startelf zu finden, allerdings fand er nie wirklich zu seiner Form zurück. Der Tscheche, der für seine unglaubliche Laufkraft und Ausdauer bekannt ist, war auch physisch nicht so stark wie in den Saisons davor. Man merkte ihm an, dass er viel Zeit brauchte, um wieder zu alter Stärke zu finden.

Dies wirkte sich auf seine Torgefahr aus: torlos und mit lediglich drei Vorlagen beendete er seine Spielzeit. Eine komplette und verletzungsfreie Vorbereitung wäre umso wichtiger für den 27-Jährigen gewesen, damit er zumindest körperlich bei 100 Prozent ist. Leider wurde Anfang der Woche bekannt, dass Vladimir Darida die gesamte Vorbereitung, und wohl auch den Saisonstart, verpassen wird. Es könnte also eine komplizierte Saison werden für die “Lunge der Liga“, wenn er erst im Laufe der Spielzeit erneut versucht, seine Form zu finden.

Ondrej Duda

Duda beim Torjubel: bisher ein Bild mit Seltenheitscharakter (Foto: Odd Andersen/AFP/Getty Images)

Er wurde bei seiner Ankunft im Sommer 2016 sogar als „Königstransfer“ bezeichnet, musste aber bis 2017 auf seinen ersten Einsatz für Hertha BSC warten. Seine erste Saison war Ondrej Duda eigentlich nur verletzt, sodass man ihn erst letzte Spielzeit in der Hauptstadt so richtig erwarten konnte. Doch durchstarten konnte der Slovake auch 2017/18 nicht. Er war oft verletzt, nicht in Form und ihm war die fehlende Spielpraxis oft anzumerken. Ein Tor per Abstauber gegen den FC Bayern und Joker-Einsätze in der Rückrunde – viel mehr war von Duda leider nicht zu sehen. Seine Technik, seine Risikopässe und seine Torgefahr ließ er zu selten aufblitzen.

Auch seine Fitness blieb ein Problem, im Dezember 2017 gab es deshalb auch Kritik vom Trainer. Des Weiteren wird er sich in der Präzision seiner Querpässe steigern müssen, in der vergangenen Saison führten seine Fehlpässe oft zu gefährlichen Angriffen des Gegners.

Momentan jedoch läuft seine Vorbereitung gut, er zeigte sich bisher in Testspielen torgefährlich, fit und wurde von Pal Dardai gelobt. Es kann also erneut gehofft werden, dass die neue Saison endlich die von Ondrej Duda wird. Besser als 2017/18 sollte es jedenfalls werden, damit der „Königstransfer“ nicht ein „unerfülltes Versprechen“ bleibt.

Matthew Leckie

Leckie kam oft müde von der Nationalelf wieder (Foto: Thomas Starke/Bongarts/Getty Images)

Das Debut bei Hertha BSC von Matthew Leckie war überragend. Nach einer torlosen Saison beim FC Ingolstadt wechselte der Australier im Sommer 2017 zu Hertha und traf schon im ersten Spiel gegen den VfB Stuttgart doppelt. Es folgten zwei weitere Treffer und starke Leistungen in den ersten fünf Spielen der Bundesliga. Seine Schnelligkeit und Explosivität als Kernaspekte seiner Spielweise waren besonders am Anfang der Saison zu spüren.

Allerdings musste Leckie öfter für seine Nationalmannschaft nach Asien fliegen, war für jedes auch so unwichtige Spiel mehrere Tage unterwegs und kam geschwächt in die Hauptstadt zurück. Nach jedem Länderspiel war bei Leckie spürbar, dass ihm Kraft und Frische fehlte. Dadurch konnte er den starken Saisonbeginn nicht bestätigen und traf erst wieder gegen Eintracht Frankfurt, beim 3:0 Sieg am 21.04.18. Insgesamt konnte er darüber hinaus nur einen Treffer vorbereiten.

Leckie war diese Saison nicht durchgehend der “Roadrunner”

Die Stärke von Matthew Leckie wurde also auch zu einer Schwäche. Gerade für den Rechtsaußen ist eine gute körperliche Verfassung wichtig. Wenn er nicht fit war, konnte er nicht überzeugen. Leckie spielte gefühlt eine „halbe“ Saison, in der andere Hälfte war er unterwegs zwischen Flugzeug und Trainingsplatz.

In der neuen Spielzeit soll der WM-Fahrer nach Aussage von Michael Preetz weniger Spiele für sein Land absolvieren, um gerade die Müdigkeit zu vermeiden, die Leckie letzte Saison gebremst hatte. Ein müder „Roadrunner“ ist tatsächlich nicht mehr ganz so beeindruckend. Bei Hertha würde sich jedenfalls keiner beschweren, wenn er ähnlich loslegt wie in 2017.

Vedad Ibisevic

Der Kapitän hatte mit Durststrecken zu kämpfen (Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Ob man ihn im Spiel sieht oder nicht, ein Stürmer wie Vedad Ibisevic wird eigentlich nur anhand von Toren gemessen. Auch wenn Olivier Giroud beispielsweise bei der WM mit Frankreich gezeigt hat, dass man für seine Mannschaft auch dann wichtig ist, wenn man als Stürmer nicht trifft, kann dasselbe nicht bei Ibisevic gelten. Um ihn rum spielen bekanntlich weder Kilian Mbappe, noch Antoine Griezmann. Am Ende ist das was man von ihm erwartet nur eins: Tore.

Gerade deshalb wurde es schwierig, als der Kapitän am Anfang der vergangenen Saison bis zum elften Spieltag auf sein erstes Tor warten musste. Durststrecken muss jeder Stürmer gelegentlich hinnehmen, der Bosnier musste jedoch in mehreren Phasen der Saison lange auf Tore warten. So kam er am Ende auf nur sechs Treffer und vier Vorlagen. Eigentlich ein ordentlicher Wert, allerdings nur wenn man ihn nicht mit der Saison 2016/17 vergleicht, in welcher ihm 12 Treffer und sechs Vorlagen gelang. Es war keine schlechte Saison von Ibisevic, aber eine deutliche Verschlechterung zu 2016/17. Da er mit 33 Jahren auch nicht mehr allzu viel Steigerungspotenzial hat stellt sich die Frage, wie lange er noch sein Niveau halten und Hertha mit Toren weiterhelfen kann.

Kann Ibisevic zum Saisonstart den Ausfall von Selke kompensieren?

Mit Davie Selkes Verletzung wird Ibisevic schon früh in der Saison im Mittelpunkt stehen und wird sofort Gelegenheit haben, sich zu zeigen. Man sollte ihn sicher nicht zu früh wegdenken, trotzdem wird auch er sich nochmal steigern müssen, um seinen Platz in der Startelf zu behalten. Hinter ihm warten bekanntlich einige junge hungrige Stürmer.

 

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