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Höjbjerg und Fosu-Mensah zu Hertha? Eine erste Einschätzung

Nachdem die Transfers von Lukas Klünter, Javairo Dilrosun und Pascal Köpke ziemlich schnell abgewickelt wurden, herrschte große Stille in der Herthaner Gerüchteküche. Nun scheint wieder Bewegung hineinzukommen, da mit Pierre-Emile Höjbjerg und Tim Fosu-Mensah zwei spannende Spieler auf Herthas Einkaufsliste stehen sollen. In diesem Artikel soll die jeweilige Wechsel-Wahrscheinlichkeit gemessen und ein abgeschätzt werden, ob sie Hertha verstärken würden.

„Wir haben es nicht eilig, wir schauen uns den Markt genau an und dann reagieren wir“, sagte Herthas Trainer Pal Dardai der B.Z. im Mai. Vor wenigen Tagen berichtete das Blatt, dass die Berliner nach einem Spieler suchen würden, der im defensiven Mittelfeld beheimatet ist, aber auch ohne Qualitätsverlust in der Abwehr agieren kann. Dabei würde man auf Spieler schielen, die keine gute Perspektive bei ihrem derzeitigen Klub hätten und daher kurz vor Schließung des Transferfensters billig zu haben wären.

Höjbjerg ist der Bundesliga-Durchbruch nicht gelungen

In dieses Anforderungsprofil scheint Pierre-Emile Höjbjerg hineinzupassen. Der 23-jährige Däne soll sich laut der Berliner Morgenpost in Verhandlungen mit Hertha befinden, unterschrieben ist noch nichts.

Zum kompletten Durchbruch reichte es beim FC Bayern nicht. (Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Das heutige Geburtstagskind (5.8.) wechselte 2012 von seiner Heimat zum großen FC Bayern München. “Højbjerg kam als 16-Jähriger nach München, wurde zum Leistungsträger der Bayern Amateure, debütierte als jüngster Spieler in den Reihen des FC Bayern in der Bundesliga und machte seine beste Partie im Trikot der Roten vermutlich im Pokalfinale gegen Borussia Dortmund, als er die für ihn ungewohnte rechte Außenbahn bespielte”, bilanzierte der Bayern-Blog Miasanrot.de die Karriere des Dänen beim deutschen Rekordmeister. Insgesamt 56 Bundesliga-Spiele (zwei Tore, sechs Vorlagen) bestritt der zentrale Mittelfeldspieler, seine Leih-Stationen beim FC Schalke 04 und dem FC Augsburg miteinbegriffen. “In München wurde er von vielen Fans jahrelang überschätzt. Ich habe ihm trotzdem immer zugetraut, dass er ein solider BuLi-Spieler wird. Er hat bei seiner Leihe zu Schalke recht gute Spiele gemacht”, so Miasanrot-Redakteur Justin Kraft im Gespräch mit Hertha BASE.

2016 entschied sich Höjbjerg dazu, sein Glück in einer anderen Liga zu suchen und so verschlug es ihn nach England, zum FC Southampton. “In England dachte ich zu Beginn, dass er den nächsten Schritt macht. Das schien irgendwie auch auszubleiben”, so Justin Kraft. In seiner ersten Spielzeit in der Premier League brachte der Däne es auf insgesamt 22 Einsätze, 14 Mal stand er in der Startelf. In der vergangenen Saison waren es 23 Partien und 19 von Anfang an. Das sind sicherlich keine schlechten Werte, aber ein unabdingbarer Stammspieler wurde Höjbjerg in Southamption nicht.

Auch das wird ein Grund dafür sein, warum er sich dem Anschein nach eine Rückkehr in die alt-bekannte Bundesliga vorstellen kann.

Ist Höjbjerg der benötigte Kreativspieler?

Glück für Hertha also? Es stellt sich die Frage, ob Höjbjerg der Spieler ist, der das Berliner Kreativ-Loch im Mittelfeldzentrum stopfen kann.

“Er war auffällig unauffällig, hat den Ball in den eigenen Reihen gehalten und auch mal ganz gut aufgebaut. Er ist durchaus ein sicherer Spieler mit dem Potenzial, an guten Tagen einen guten Ball nach vorne zu spielen”, schätzt Justin Kraft die Fähigkeiten des Ex-Müncheners ein, schränkt allerdings ein: “Aber: er hat das eben nie konstant abrufen können und sollte niemals die Hoffnung schlechthin in einem Mittelfeld sein. Er braucht schon gute Mitspieler und Strukturen, um selbst auch zu glänzen.”

Bremens neuer Spielmacher Davy Klaassen gegen Herthas neuen? (Foto: PAUL ELLIS/AFP/Getty Images)

Die Jahre in England werden ihm geholfen haben, um weiter zu reifen und körperlich zuzulegen. Hjöjberg ist sicherlich nicht der klassische Spielmacher, eher ein Mittelfeldmotor, der zu glanzvollen Momenten fähig ist. Er scheint ein sehr kompletter Mittelfeldspieler zu sein, der den alteingesessenen Herthanern wie Fabian Lustenberger, Per Skjelbred oder auch Vladimir Darida den Schneid abkaufen könnte.  Es ist sicherlich auch von Vorteil, dass er die Bundesliga kennt und die deutsche Sprache spricht – die Eingewöhnungszeit wäre bei einem solch späten Transfer besonders bremsend gewesen. Ein weitere interessante Eigenschaft von ihm ist seine Polyvalenz. Höjbjerg ist in der Lage, auch auf den defensiven Außenbahnen zu agieren. Da noch nicht feststeht, ob Marvin Plattenhardt Hertha noch verlässt, könnte der Däne also ein sinnvoller Backup für Platte-Nachfolger Maxi Mittelstädt sein. Zudem fehlt Peter Pekarik noch auf unbestimmte Zeit, also braucht Lukas Klünter ebenfalls einen Spieler in seinem sprichwörtlichen Rücken.

“Zusammenfassend traue ich ihm zu, dass er Hertha stärker macht, aber als Fan wäre ich vorsichtig. Da muss an vielen Stellschrauben gedreht werden, damit “PEH” wieder das Talent zeigt, das einst zur gnadenlosen Überbewertung einiger Fans geführt hat”, schaut Justin Kraft voraus. Mit 23 Jahren ist er aber auch noch nicht am Ende seiner Entwicklung.

Fazit: Höjbjerg hat den leichten Hang zur “Wundertüte”, von der man nicht genau weiß, was man bekommt. Seine Anlagen sind unbestritten vorhanden, zudem ist er mit seinen 23 Jahren schon echt erfahren. Schafft er es, bei Hertha den nächsten Schritt zu gehen und dominanter in seinem Spiel zu werden, so könnte er die gewünschte Verstärkung im Mittelfeld sein. Seine große Flexibilität ist ebenfalls anzumerken.

Ein spannendes Talent von ManU

In den Verhandlungen noch viel weiter soll Sportdirektor Michael Preetz mit Tim Fosu-Mensah sein. Der 20-jährige Niederländer soll für ein Jahr von Manchester United ausgeliehen werden und den Konkurrenzkampf in der Defensive ankurbeln. Laut sky steht der Deal kurz vor seinem Abschluss.

Foto: Gene Sweeney Jr/Getty Images

Im Jahre 2014 schloss sich Fosu-Mensah den “Red Devils” an, zuvor durchlief er wie Javairo Dilrosun die Ajax-Schule. Innerhalb der nächsten drei entwickelte sich der Defensiv-Allrounder zu einem vielversprechenden Talent und so fand er auch immer wieder seinen Weg in den Profi-Kader von United. Ob Premier League, FA Cup oder Europa League – Fosu-Mensah bekam seine ersten Chancen. Während dessen durchlief auch sämtliche U-Nationalmannschaften der Niederlande, einzig die U20 übersprang er.

Vergangene Saison wurde Fosu-Mensah, der unter Trainer Jose Mourinho wenig Förderung erhielt, an Liga-Konkurrent Crystal Palace verliehen. Für die “Eagles” kam er 21 Mal zum Einsatz, ob als Innen- oder Rechtsverteidiger. Trotz der dazugewonnenen Premier-League-Erfahrung scheint der 1,90m große Abwehrspieler keine ernsthafte Option für Mourinho zu sein und so soll er ein weiteres Mal verliehen werden.

Der Defensiv-Allrounder, den Hertha braucht

Tim Fosu-Mensah dürfte den meisten höchsten durch FIFA ein Begriff sein und so haben wir uns mit einem Experten für Jugendfußball über den 20-Jährigen unterhalten:

Foto: Mike Hewitt/Getty Images

“Was bei Fosu-Mensah als allererstes auffällt, ist seine Gelassenheit und Ruhe am Ball. Er antizipiert defensiv hervorragend und beherrscht dadurch gewisse Räume die er dadurch aber auch eher selten verlässt (das kann aber auch an der taktischen Ausrichtung liegen)”, merkt er an. Auch seine Ballverarbeitung und seine Dynamik stellt er heraus, auch wenn Fosu-Mensah nicht als starker Sprinter bezeichnet werden könne.

Auch seine sehr hohe Variabilität zeichnet den dreifachen Nationalspieler der Niederlande aus. Bei Crystal Palace hat er sich als Rechtsverteidiger hervorgetan, darüber hinaus kann er aber auch als spielstarker Innenverteidiger (Stichwort Dreierkette) oder sogar im defensiven Mittelfeld agieren. Letztere Position kann er mangels Torgefahr aber nicht ideal ausfüllen.

Zusammengefasst lassen sich seine Stärken wie folgt festhalten: Sehr stark im Lesen des Spiels, dadurch verfügt er über ein exzellentes Stellungsspiel und fängt sehr viele Bälle ab. Des Weiteren haben seine Pässe und Tacklings hohe Qualität. Negativ kann man ihm auslegen, dass er Torgefahr vermissen lässt (was nicht allzu tragisch ist) und wohl sehr rechtsfußlastig ist.

Fazit: Die Verpflichtung ergäbe mit Blick auf den derzeitig verfügbaren Kader der “alten Dame” durchaus Sinn. Pekarik fällt auf unbestimmte Zeit aus, es braucht neben Neuzugang Klünter also eine weitere Alternative für rechts hinten. Zudem könnte Fosu-Mensah Druck auf den zuvor konkurrenzlosen Niklas Stark ausüben und selbst für das defensive Mittelfeld entstünde ein größerer Konkurrenzkampf. Es scheint schlüssig, dass Hertha im letzten Vertragsjahr von Fabian Lustenberger keinen weiteren gestandenen Spieler holen möchte, der Startelf-Anspruch für Mittelfeld oder Abwehr anmeldet. Sollte sich Fosu-Mensah beweisen, könnte mit Hinsicht auf seinen 2020 auslaufenden Kontrakt eventuell auch eine Weiterverpflichtung ergeben. Preetz wird auf jeden Fall darauf schielen.

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Beide wären aus meiner Sicht eine klare Verstärkung des Kaders. Obwohl ich dir Recht gebe, dass man bei Höjbjerg von einer “Wundertüte” sprechen kann.
Habe ihn einige Male bei Southampton gesehen und wirklicht aufgefallen ist er nicht aber eben auch nicht negativ. Denke er gibt uns grundsätzlich weitere Optionen im defensiven Mittelfeld. Ob er aber der große Antreiber nach vorne ist, mag ich aktuell eher zu bezweifeln. Ich hoffe das uns Maier, Darida (sobald er wieder fit ist), Duda und auch Lazaro da wirklich genug offensiven Tatendrang im Mittelfeld entwickeln können.

Fosu-Mensah wäre eine super Leihe, top Spieler und physisch sehr stark. Er kann uns in der Defensive sicherlich helfen und ist aus meiner Sicht ein absoluter No-Brainer.

Ach so, noch was zum Thema ManU:
https://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/Die-tragische-Geschichte-hinter-ManU/story/26557179

Grüße,

Antworten
    Marc Schwitzky
    August 7, 2018 2:44 pm

    Hallo Sebastian, danke dir für deinen ausführlichen Kommentar. Wir kriegen aktuell noch nicht viele direkt auf unserer Homepage und freuen uns über diese daher immer besonders.

    Das Höjbjerg-Thema scheint sich bereits erledigt zu haben. Uwe Bremer von der Morgenpost ist zurückgerudert, daher wird das wohl nichts mit dem Dänen.

    Ein interessanter Artikel zu ManU, gut zu wissen!

    Blau-weiße Grüße,
    Marc

    Antworten

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Nachdem die Transfers von Lukas Klünter, Javairo Dilrosun und Pascal Köpke ziemlich schnell abgewickelt wurden, herrschte große Stille in der Herthaner Gerüchteküche. Nun scheint wieder Bewegung hineinzukommen, da mit Pierre-Emile Höjbjerg und Tim Fosu-Mensah zwei spannende Spieler auf Herthas Einkaufsliste stehen sollen. In diesem Artikel soll die jeweilige Wechsel-Wahrscheinlichkeit gemessen und ein abgeschätzt werden, ob sie Hertha verstärken würden.

„Wir haben es nicht eilig, wir schauen uns den Markt genau an und dann reagieren wir“, sagte Herthas Trainer Pal Dardai der B.Z. im Mai. Vor wenigen Tagen berichtete das Blatt, dass die Berliner nach einem Spieler suchen würden, der im defensiven Mittelfeld beheimatet ist, aber auch ohne Qualitätsverlust in der Abwehr agieren kann. Dabei würde man auf Spieler schielen, die keine gute Perspektive bei ihrem derzeitigen Klub hätten und daher kurz vor Schließung des Transferfensters billig zu haben wären.

Höjbjerg ist der Bundesliga-Durchbruch nicht gelungen

In dieses Anforderungsprofil scheint Pierre-Emile Höjbjerg hineinzupassen. Der 23-jährige Däne soll sich laut der Berliner Morgenpost in Verhandlungen mit Hertha befinden, unterschrieben ist noch nichts.

Zum kompletten Durchbruch reichte es beim FC Bayern nicht. (Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Das heutige Geburtstagskind (5.8.) wechselte 2012 von seiner Heimat zum großen FC Bayern München. “Højbjerg kam als 16-Jähriger nach München, wurde zum Leistungsträger der Bayern Amateure, debütierte als jüngster Spieler in den Reihen des FC Bayern in der Bundesliga und machte seine beste Partie im Trikot der Roten vermutlich im Pokalfinale gegen Borussia Dortmund, als er die für ihn ungewohnte rechte Außenbahn bespielte”, bilanzierte der Bayern-Blog Miasanrot.de die Karriere des Dänen beim deutschen Rekordmeister. Insgesamt 56 Bundesliga-Spiele (zwei Tore, sechs Vorlagen) bestritt der zentrale Mittelfeldspieler, seine Leih-Stationen beim FC Schalke 04 und dem FC Augsburg miteinbegriffen. “In München wurde er von vielen Fans jahrelang überschätzt. Ich habe ihm trotzdem immer zugetraut, dass er ein solider BuLi-Spieler wird. Er hat bei seiner Leihe zu Schalke recht gute Spiele gemacht”, so Miasanrot-Redakteur Justin Kraft im Gespräch mit Hertha BASE.

2016 entschied sich Höjbjerg dazu, sein Glück in einer anderen Liga zu suchen und so verschlug es ihn nach England, zum FC Southampton. “In England dachte ich zu Beginn, dass er den nächsten Schritt macht. Das schien irgendwie auch auszubleiben”, so Justin Kraft. In seiner ersten Spielzeit in der Premier League brachte der Däne es auf insgesamt 22 Einsätze, 14 Mal stand er in der Startelf. In der vergangenen Saison waren es 23 Partien und 19 von Anfang an. Das sind sicherlich keine schlechten Werte, aber ein unabdingbarer Stammspieler wurde Höjbjerg in Southamption nicht.

Auch das wird ein Grund dafür sein, warum er sich dem Anschein nach eine Rückkehr in die alt-bekannte Bundesliga vorstellen kann.

Ist Höjbjerg der benötigte Kreativspieler?

Glück für Hertha also? Es stellt sich die Frage, ob Höjbjerg der Spieler ist, der das Berliner Kreativ-Loch im Mittelfeldzentrum stopfen kann.

“Er war auffällig unauffällig, hat den Ball in den eigenen Reihen gehalten und auch mal ganz gut aufgebaut. Er ist durchaus ein sicherer Spieler mit dem Potenzial, an guten Tagen einen guten Ball nach vorne zu spielen”, schätzt Justin Kraft die Fähigkeiten des Ex-Müncheners ein, schränkt allerdings ein: “Aber: er hat das eben nie konstant abrufen können und sollte niemals die Hoffnung schlechthin in einem Mittelfeld sein. Er braucht schon gute Mitspieler und Strukturen, um selbst auch zu glänzen.”

Bremens neuer Spielmacher Davy Klaassen gegen Herthas neuen? (Foto: PAUL ELLIS/AFP/Getty Images)

Die Jahre in England werden ihm geholfen haben, um weiter zu reifen und körperlich zuzulegen. Hjöjberg ist sicherlich nicht der klassische Spielmacher, eher ein Mittelfeldmotor, der zu glanzvollen Momenten fähig ist. Er scheint ein sehr kompletter Mittelfeldspieler zu sein, der den alteingesessenen Herthanern wie Fabian Lustenberger, Per Skjelbred oder auch Vladimir Darida den Schneid abkaufen könnte.  Es ist sicherlich auch von Vorteil, dass er die Bundesliga kennt und die deutsche Sprache spricht – die Eingewöhnungszeit wäre bei einem solch späten Transfer besonders bremsend gewesen. Ein weitere interessante Eigenschaft von ihm ist seine Polyvalenz. Höjbjerg ist in der Lage, auch auf den defensiven Außenbahnen zu agieren. Da noch nicht feststeht, ob Marvin Plattenhardt Hertha noch verlässt, könnte der Däne also ein sinnvoller Backup für Platte-Nachfolger Maxi Mittelstädt sein. Zudem fehlt Peter Pekarik noch auf unbestimmte Zeit, also braucht Lukas Klünter ebenfalls einen Spieler in seinem sprichwörtlichen Rücken.

“Zusammenfassend traue ich ihm zu, dass er Hertha stärker macht, aber als Fan wäre ich vorsichtig. Da muss an vielen Stellschrauben gedreht werden, damit “PEH” wieder das Talent zeigt, das einst zur gnadenlosen Überbewertung einiger Fans geführt hat”, schaut Justin Kraft voraus. Mit 23 Jahren ist er aber auch noch nicht am Ende seiner Entwicklung.

Fazit: Höjbjerg hat den leichten Hang zur “Wundertüte”, von der man nicht genau weiß, was man bekommt. Seine Anlagen sind unbestritten vorhanden, zudem ist er mit seinen 23 Jahren schon echt erfahren. Schafft er es, bei Hertha den nächsten Schritt zu gehen und dominanter in seinem Spiel zu werden, so könnte er die gewünschte Verstärkung im Mittelfeld sein. Seine große Flexibilität ist ebenfalls anzumerken.

Ein spannendes Talent von ManU

In den Verhandlungen noch viel weiter soll Sportdirektor Michael Preetz mit Tim Fosu-Mensah sein. Der 20-jährige Niederländer soll für ein Jahr von Manchester United ausgeliehen werden und den Konkurrenzkampf in der Defensive ankurbeln. Laut sky steht der Deal kurz vor seinem Abschluss.

Foto: Gene Sweeney Jr/Getty Images

Im Jahre 2014 schloss sich Fosu-Mensah den “Red Devils” an, zuvor durchlief er wie Javairo Dilrosun die Ajax-Schule. Innerhalb der nächsten drei entwickelte sich der Defensiv-Allrounder zu einem vielversprechenden Talent und so fand er auch immer wieder seinen Weg in den Profi-Kader von United. Ob Premier League, FA Cup oder Europa League – Fosu-Mensah bekam seine ersten Chancen. Während dessen durchlief auch sämtliche U-Nationalmannschaften der Niederlande, einzig die U20 übersprang er.

Vergangene Saison wurde Fosu-Mensah, der unter Trainer Jose Mourinho wenig Förderung erhielt, an Liga-Konkurrent Crystal Palace verliehen. Für die “Eagles” kam er 21 Mal zum Einsatz, ob als Innen- oder Rechtsverteidiger. Trotz der dazugewonnenen Premier-League-Erfahrung scheint der 1,90m große Abwehrspieler keine ernsthafte Option für Mourinho zu sein und so soll er ein weiteres Mal verliehen werden.

Der Defensiv-Allrounder, den Hertha braucht

Tim Fosu-Mensah dürfte den meisten höchsten durch FIFA ein Begriff sein und so haben wir uns mit einem Experten für Jugendfußball über den 20-Jährigen unterhalten:

Foto: Mike Hewitt/Getty Images

“Was bei Fosu-Mensah als allererstes auffällt, ist seine Gelassenheit und Ruhe am Ball. Er antizipiert defensiv hervorragend und beherrscht dadurch gewisse Räume die er dadurch aber auch eher selten verlässt (das kann aber auch an der taktischen Ausrichtung liegen)”, merkt er an. Auch seine Ballverarbeitung und seine Dynamik stellt er heraus, auch wenn Fosu-Mensah nicht als starker Sprinter bezeichnet werden könne.

Auch seine sehr hohe Variabilität zeichnet den dreifachen Nationalspieler der Niederlande aus. Bei Crystal Palace hat er sich als Rechtsverteidiger hervorgetan, darüber hinaus kann er aber auch als spielstarker Innenverteidiger (Stichwort Dreierkette) oder sogar im defensiven Mittelfeld agieren. Letztere Position kann er mangels Torgefahr aber nicht ideal ausfüllen.

Zusammengefasst lassen sich seine Stärken wie folgt festhalten: Sehr stark im Lesen des Spiels, dadurch verfügt er über ein exzellentes Stellungsspiel und fängt sehr viele Bälle ab. Des Weiteren haben seine Pässe und Tacklings hohe Qualität. Negativ kann man ihm auslegen, dass er Torgefahr vermissen lässt (was nicht allzu tragisch ist) und wohl sehr rechtsfußlastig ist.

Fazit: Die Verpflichtung ergäbe mit Blick auf den derzeitig verfügbaren Kader der “alten Dame” durchaus Sinn. Pekarik fällt auf unbestimmte Zeit aus, es braucht neben Neuzugang Klünter also eine weitere Alternative für rechts hinten. Zudem könnte Fosu-Mensah Druck auf den zuvor konkurrenzlosen Niklas Stark ausüben und selbst für das defensive Mittelfeld entstünde ein größerer Konkurrenzkampf. Es scheint schlüssig, dass Hertha im letzten Vertragsjahr von Fabian Lustenberger keinen weiteren gestandenen Spieler holen möchte, der Startelf-Anspruch für Mittelfeld oder Abwehr anmeldet. Sollte sich Fosu-Mensah beweisen, könnte mit Hinsicht auf seinen 2020 auslaufenden Kontrakt eventuell auch eine Weiterverpflichtung ergeben. Preetz wird auf jeden Fall darauf schielen.

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Beide wären aus meiner Sicht eine klare Verstärkung des Kaders. Obwohl ich dir Recht gebe, dass man bei Höjbjerg von einer “Wundertüte” sprechen kann.
Habe ihn einige Male bei Southampton gesehen und wirklicht aufgefallen ist er nicht aber eben auch nicht negativ. Denke er gibt uns grundsätzlich weitere Optionen im defensiven Mittelfeld. Ob er aber der große Antreiber nach vorne ist, mag ich aktuell eher zu bezweifeln. Ich hoffe das uns Maier, Darida (sobald er wieder fit ist), Duda und auch Lazaro da wirklich genug offensiven Tatendrang im Mittelfeld entwickeln können.

Fosu-Mensah wäre eine super Leihe, top Spieler und physisch sehr stark. Er kann uns in der Defensive sicherlich helfen und ist aus meiner Sicht ein absoluter No-Brainer.

Ach so, noch was zum Thema ManU:
https://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/Die-tragische-Geschichte-hinter-ManU/story/26557179

Grüße,

Antworten
    Marc Schwitzky
    August 7, 2018 2:44 pm

    Hallo Sebastian, danke dir für deinen ausführlichen Kommentar. Wir kriegen aktuell noch nicht viele direkt auf unserer Homepage und freuen uns über diese daher immer besonders.

    Das Höjbjerg-Thema scheint sich bereits erledigt zu haben. Uwe Bremer von der Morgenpost ist zurückgerudert, daher wird das wohl nichts mit dem Dänen.

    Ein interessanter Artikel zu ManU, gut zu wissen!

    Blau-weiße Grüße,
    Marc

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