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Salomon Kalou – Herthas wichtigster Spieler?

Manche Sachen bleiben immer gleich. Egal in welcher Mannschaft, in welchem Land, kein Spieler ist so wertvoll wie der Torjäger. Er muss nicht mal besonders schönen Fußball spielen, es ist auch egal auf welcher Position er spielt, er muss nur oft genug einnetzen. Dann kann er auch der wichtigste Spieler im Angriff sein.

Einige Teams haben einen solchen Spieler in ihren Reihen. Ganz große Teams sogar mehrere. Die eine oder andere Mannschaft sucht ihren Torjäger noch, bei Hertha BSC stellt sich die Frage bereits seit vier Jahren nicht mehr, welcher Spieler im Team immer für Tore gut ist. Die Antwort ist Salomon Kalou.

Vier Jahre Konstanz

Auch beim Jubel eiskalt (Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der Ivorer hat in Schladming vor wenigen Tage sein 33. Geburtstag feiern dürfen, doch kaum jemand macht sich wirklich Sorgen, dass er langsam zu alt wird.

Eine der größten Qualitäten des Spielers mit der Nummer acht auf dem Rücken ist nämlich seine Konstanz. In jeder seiner mittlerweile schon vier Saisons bei der “alten Dame” war er einer der besten Torschützen. Sechs Tore und zwei Vorlagen erzielte Kalou mindestens (Seine schwächsten Werte in seiner ersten Saison bei Hertha, 2014/15), 2015/16 waren es sogar 14 Tore und zwei Vorlagen. Im Durchschnitt ist der Ivorer pro Saison an über 30 Prozent der Tore seiner Mannschaft direkt beteiligt. In der letzten Saison war Kalou mit zwölf Toren und drei Vorlagen erneut Berlins bester Torschütze.

Verkorkste Saisons hat jeder Spieler in seiner Karriere, doch Salomon Kalou hat bisher nicht ein wirklich schlechtes Jahr bei Hertha BSC gespielt. Mal besser, mal schwächer, am Ende der Spielzeit konnte keiner sagen, er habe eine schwache Saison gespielt.

Eiskalt vor dem Tor

Zugegeben: Topwerte in der Bundesliga hat kaum ein Spieler bei den Berlinern. Auch bei den Spielerstatistiken liegen die Hertha-Profis da, wo auch der Verein zuletzt in der Tabelle stand: im Mittelfeld. Einer der wenigen, der in einer solchen Kategorie glänzt, ist tatsächlich Kalou. Laut der Statistiken von „www.kicker.de“ braucht er im Durchschnitt pro Tor nur 4,16 Schüsse. Das ist ein besserer Wert als seine Sturmkollegen Davie Selke (4,7 Schüsse pro Tor) und Vedad Ibisevic (6,3 Schüsse pro Tor), sogar besser als der Bundesliga-Torschützenkönig Robert Lewandowski (4,37 Schüsse pro Tor). Besonders in der Hauptstadt, wo nur wenige Chancen im Spiel herausgespielt werden, ist eine solche Qualität Gold wert.

Kalou trifft als Joker zum Last Minute 1-1 Ausgleich (Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Selbst in den Zeiten, in denen er wenig spielte, war klar: wenn es so aussieht, als würde Kalou kein gutes Spiel machen, kann er am Ende mit einer Aktion doch noch dafür sorgen, dass Hertha punktet. Bestes Beispiel ist das Spiel gegen den FC Augsburg am 10.12.17. Der Ivorer stand zum dritten Mal in Folge nicht in der Startelf, wurde beim Stand von 0-1 spät eingewechselt . Ein furchtbares Spiel der Hauptstädter, bei dem Kalou in letzter Minute durch seinen Treffer zum 1-1 noch einen Punkt retten konnte. Sein Torjubel jedoch blieb so ruhig wie immer. Eiskalt halt.

Dabei weiß jeder, der öfter im Stadion steht oder/und in sozialen Medien unterwegs ist: über Kalou meckern viele. Auch das ist gleichgeblieben. Er sei langsam und verliere viele Bälle, er würde nicht alles auf dem Platz geben, er sei zu alt, um auf eine Außenstürmer-Position zu spielen. Die Antwort zeigte Kalou bisher immer auf dem Platz. Seine Spielweise trügt darüber, wie wichtig er wirklich für das Spiel der Berliner ist.

Einstellung und Charakter

Große Spieler, die wie Kalou bereits wichtige Titel gewonnen und neben Weltstars gespielt haben, benehmen sich bekanntlich auch so wie große Stars und sind oft nicht einfach zu managen. Der Ivorer jedoch weist seit Jahren in Berlin eine großartige Einstellung auf. Arroganz oder Überheblichkeit sind bei ihm nicht zu erkennen. Saß er mal auf der Bank, wurde er nach außen hin nicht unruhig, sondern zeigte auf dem Platz, dass er kaum zu ersetzen ist. Wechselgerüchte um ihn sind selten, jetzt geht er in seine fünfte Spielzeit bei den Blau-Weißen. „Eine tolle Stadt, ein guter Verein. Warum sollte ich wechseln?,“ sagte der Ivorer dazu. Sowas hört man in Berlin gerne.

Kalou fühlt sich wohl im Team und in Berlin (Foto: Odd Andersen/AFP/Getty Images)

Die Konkurrenz ist selten so stark für Kalou gewesen, wie in der letzten und kommenden Saison. Davie Selke (jetzt allerdings länger verletzt), Valentino Lazaro aber auch Maximilian Mittelstädt und Ondrej Duda drängen sich auf und wollen einen Stammplatz in der Offensive. Auch jüngere Spieler wie Dennis Jastrzembski oder Javairo Dilrosun warten nur darauf, dass sich eine Möglichkeit bietet, ihr Talent zu zeigen.

Doch bisher setzte sich der Ivorer immer durch. Das weiß auch der Topscorer von Hertha selbst. Egal in welchem System, mit welchen Mitspielern oder Gegner. Es spricht einiges dafür, dass auch in der kommenden Saison kein Weg an Salomon Kalou vorbei geht.

Manche Sachen bleiben eben immer gleich, und das In einer Fußballwelt, die sich ständig verändert und kurzlebig ist. Auf Kalou ist Verlass – Jahr für Jahr – und das macht ihn vielleicht sogar zum wichtigsten Offensivspieler bei Hertha BSC.

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Manche Sachen bleiben immer gleich. Egal in welcher Mannschaft, in welchem Land, kein Spieler ist so wertvoll wie der Torjäger. Er muss nicht mal besonders schönen Fußball spielen, es ist auch egal auf welcher Position er spielt, er muss nur oft genug einnetzen. Dann kann er auch der wichtigste Spieler im Angriff sein.

Einige Teams haben einen solchen Spieler in ihren Reihen. Ganz große Teams sogar mehrere. Die eine oder andere Mannschaft sucht ihren Torjäger noch, bei Hertha BSC stellt sich die Frage bereits seit vier Jahren nicht mehr, welcher Spieler im Team immer für Tore gut ist. Die Antwort ist Salomon Kalou.

Vier Jahre Konstanz

Auch beim Jubel eiskalt (Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der Ivorer hat in Schladming vor wenigen Tage sein 33. Geburtstag feiern dürfen, doch kaum jemand macht sich wirklich Sorgen, dass er langsam zu alt wird.

Eine der größten Qualitäten des Spielers mit der Nummer acht auf dem Rücken ist nämlich seine Konstanz. In jeder seiner mittlerweile schon vier Saisons bei der “alten Dame” war er einer der besten Torschützen. Sechs Tore und zwei Vorlagen erzielte Kalou mindestens (Seine schwächsten Werte in seiner ersten Saison bei Hertha, 2014/15), 2015/16 waren es sogar 14 Tore und zwei Vorlagen. Im Durchschnitt ist der Ivorer pro Saison an über 30 Prozent der Tore seiner Mannschaft direkt beteiligt. In der letzten Saison war Kalou mit zwölf Toren und drei Vorlagen erneut Berlins bester Torschütze.

Verkorkste Saisons hat jeder Spieler in seiner Karriere, doch Salomon Kalou hat bisher nicht ein wirklich schlechtes Jahr bei Hertha BSC gespielt. Mal besser, mal schwächer, am Ende der Spielzeit konnte keiner sagen, er habe eine schwache Saison gespielt.

Eiskalt vor dem Tor

Zugegeben: Topwerte in der Bundesliga hat kaum ein Spieler bei den Berlinern. Auch bei den Spielerstatistiken liegen die Hertha-Profis da, wo auch der Verein zuletzt in der Tabelle stand: im Mittelfeld. Einer der wenigen, der in einer solchen Kategorie glänzt, ist tatsächlich Kalou. Laut der Statistiken von „www.kicker.de“ braucht er im Durchschnitt pro Tor nur 4,16 Schüsse. Das ist ein besserer Wert als seine Sturmkollegen Davie Selke (4,7 Schüsse pro Tor) und Vedad Ibisevic (6,3 Schüsse pro Tor), sogar besser als der Bundesliga-Torschützenkönig Robert Lewandowski (4,37 Schüsse pro Tor). Besonders in der Hauptstadt, wo nur wenige Chancen im Spiel herausgespielt werden, ist eine solche Qualität Gold wert.

Kalou trifft als Joker zum Last Minute 1-1 Ausgleich (Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Selbst in den Zeiten, in denen er wenig spielte, war klar: wenn es so aussieht, als würde Kalou kein gutes Spiel machen, kann er am Ende mit einer Aktion doch noch dafür sorgen, dass Hertha punktet. Bestes Beispiel ist das Spiel gegen den FC Augsburg am 10.12.17. Der Ivorer stand zum dritten Mal in Folge nicht in der Startelf, wurde beim Stand von 0-1 spät eingewechselt . Ein furchtbares Spiel der Hauptstädter, bei dem Kalou in letzter Minute durch seinen Treffer zum 1-1 noch einen Punkt retten konnte. Sein Torjubel jedoch blieb so ruhig wie immer. Eiskalt halt.

Dabei weiß jeder, der öfter im Stadion steht oder/und in sozialen Medien unterwegs ist: über Kalou meckern viele. Auch das ist gleichgeblieben. Er sei langsam und verliere viele Bälle, er würde nicht alles auf dem Platz geben, er sei zu alt, um auf eine Außenstürmer-Position zu spielen. Die Antwort zeigte Kalou bisher immer auf dem Platz. Seine Spielweise trügt darüber, wie wichtig er wirklich für das Spiel der Berliner ist.

Einstellung und Charakter

Große Spieler, die wie Kalou bereits wichtige Titel gewonnen und neben Weltstars gespielt haben, benehmen sich bekanntlich auch so wie große Stars und sind oft nicht einfach zu managen. Der Ivorer jedoch weist seit Jahren in Berlin eine großartige Einstellung auf. Arroganz oder Überheblichkeit sind bei ihm nicht zu erkennen. Saß er mal auf der Bank, wurde er nach außen hin nicht unruhig, sondern zeigte auf dem Platz, dass er kaum zu ersetzen ist. Wechselgerüchte um ihn sind selten, jetzt geht er in seine fünfte Spielzeit bei den Blau-Weißen. „Eine tolle Stadt, ein guter Verein. Warum sollte ich wechseln?,“ sagte der Ivorer dazu. Sowas hört man in Berlin gerne.

Kalou fühlt sich wohl im Team und in Berlin (Foto: Odd Andersen/AFP/Getty Images)

Die Konkurrenz ist selten so stark für Kalou gewesen, wie in der letzten und kommenden Saison. Davie Selke (jetzt allerdings länger verletzt), Valentino Lazaro aber auch Maximilian Mittelstädt und Ondrej Duda drängen sich auf und wollen einen Stammplatz in der Offensive. Auch jüngere Spieler wie Dennis Jastrzembski oder Javairo Dilrosun warten nur darauf, dass sich eine Möglichkeit bietet, ihr Talent zu zeigen.

Doch bisher setzte sich der Ivorer immer durch. Das weiß auch der Topscorer von Hertha selbst. Egal in welchem System, mit welchen Mitspielern oder Gegner. Es spricht einiges dafür, dass auch in der kommenden Saison kein Weg an Salomon Kalou vorbei geht.

Manche Sachen bleiben eben immer gleich, und das In einer Fußballwelt, die sich ständig verändert und kurzlebig ist. Auf Kalou ist Verlass – Jahr für Jahr – und das macht ihn vielleicht sogar zum wichtigsten Offensivspieler bei Hertha BSC.

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