Der nächste Spieler in unserer Artikelreihe ist unsere Nummer zehn: Ondrej Duda. Während in den Medien über Neuzugänge im Mittelfeld spekuliert wird, könnte in der neuen Saison ein Spieler sehr wichtig werden, der bereits auf dem Berliner Trainingsplatz zu finden ist. Wird es endlich die Saison von Ondrej Duda?

Als Königstransfer gekommen, nur selten auf dem Platz

Bei der EM 2016 traf er für die Slowakei (Foto: Ian Walton/Getty Images)

Die Europameisterschaft 2016 in Frankreich ist mittlerweile gefühlt eine Ewigkeit her. Während dieses Turniers hatte Ondrej Duda mit der Slowakei glänzen können und zeigte sich erstmals so richtig der Fußballwelt. Als er anschließend in die Hauptstadt wechselte, waren Fans und Medien euphorisch: er wurde als „Königstransfer“ bezeichnet und dementsprechend hoch waren die Erwartungen. Wie seine Zeit bei Hertha bisher verlief, haben wir bereits vor ein paar Wochen dargestellt. Eine verlorene erste und eine enttäuschende zweite Saison stehen auf seinem Konto. Durchsetzen konnte sich der Slowake bisher nicht.

Allerdings waren es bisher vor allem Verletzungen und fehlende Fitness, die ihn zurückwarfen. Die aktuelle Vorbereitung wird, sollte Duda fit und gesund bleiben, seine erste echte und komplette bei den Blau-Weißen sein. Es wird zu beobachten sein, was ein fitter und eingespielter Duda anrichten kann.

 

Was sind die Stärken von Ondrej Duda?

Kein Spieler, der Zweikämpfe scheut (Foto: Tobias Schwarz/AFP/Getty Images)

Ganz einfach: in Berlin gibt es keinen anderen Spieler, der das Profil des Slowaken teilt. So sehr er auch in der letzten Saison enttäuschte, der 23-Jährige hat Qualitäten, die in der Hauptstadt dringend gebraucht werden. Ein gutes offensives Stellungsspiel, gefährliche Risikopässe und gute Dribblings sind Teil seines Leistungsspektrums.

Obwohl man sich in der vergangenen Saison über einige unnötige Fehlpässe ärgern konnte, Dudas Stärken sind gerade diese Zuspiele, die in den Lauf eines schnellen Stürmers gespielt werden können. Das konnte man besonders im letzten Testspiel gegen den FC Liefering feststellen. Dort spielte er mehrere starke Pässe in die Spitze, darunter eine sehenswerte Vorlage auf Mathew Leckie zum 1-0. Außerdem behielt er auf engem Raum eine gute Übersicht und zauberte auch das eine oder andere Dribbling. Klar, es handelte sich hierbei “nur” um einen österreichischen Zweitligisten, aber der Slowake scheint allgemein in guter Form zu sein und vielleicht so fit wie noch nie, seitdem er bei der alten Dame spielt.

 

Risikopässe und eine neue Rolle

Dudas Pässe in die Spitze könnte eine echte Waffe werden (Foto: Karina Hessland/Bongarts/Getty Images)

Es ist nicht nur ein Gefühl, das sich in der Vorbereitung entwickelt. Eine Statistik von Ondrej Duda in der letzten Saison stimmt auch optimistisch. Seine Passquote in der vergangenen Spielzeit lag bei 83 Prozent. Ein ordentlicher Wert für einen Spieler, der gerade für Risikopässe bekannt ist, also weniger die Sicherheitspässe nach hinten spielt. Fabian Lustenberger oder Per Skjelbred spielen beispielsweise öfter Quer- oder Rückpässe zu den Verteidigern, sodass ihre jeweiligen Passquoten anders zu bewerten sind. Im Vergleich wies Vladimir Darida, der wie Duda eine durchaus offensivere Rolle hat, in der Saison 2017/18 eine Passquote von nur 79 Prozent auf.

Des Weiteren könnte er eine größere Rolle bei Standardsituationen spielen. Duda gehört laut Co-Trainer Admir Hamzagic mit Valentino Lazaro und Vladimir Darida zu den Spielern, die Standardsituationen in der neuen Saison verstärkt üben sollen. Damit sollen sie für mehr Gefahr sorgen und die ruhenden Bälle nicht allein Marvin Plattenhardt überlassen.

Eignung im Spielsystem von Hertha

Ein weiterer Aspekt, der für Duda spricht, ist Herthas neues System im 3-5-2 oder 3-4-3. Aktuell hat das Berliner Trainerteam das System mit einer Dreierkette in der Abwehr nur einmal getestet, gegen den FC Liefering. Doch bereits da war zu erkennen, dass gerade eine solche Formation möglicherweise Duda in die Karten spielt. In den Offensivbewegungen und im Umschaltspiel kann es dafür sorgen, dass mehr Spieler vorne und auf den Seiten anspielbar sind, sodass sich für den Spielmacher mehr Optionen bieten. Die Risikopässe von Duda könnten umso wichtiger werden und er selber deutlich freier agieren. Die Änderung im Spielsystem, sollte sie tatsächlich vollzogen und in der Liga umgesetzt werden, wird wohl mehr Vorteile als Nachteile für ihn bringen.

Erwartungen

Setzt sich Duda schon bei Saisonbeginn durch?

Die Saison 2018/19 muss die des Ondrej Duda werden. Allein schon aus dem Grund, dass es womöglich seine letzte Chance ist, die hohen Erwartungen zu erfüllen, die sein Transfer begleitet haben.  Mit einer kompletten Vorbereitung im Rücken kann er sofort durchstarten und der kreative Faktor werden, den Hertha so dringend braucht. Viel Konkurrenz hat er auf seiner Position aktuell nicht und bisher sind keine solchen Transfers in Sicht. Außerdem ist mit der Verletzung von Darida einer seiner stärksten Konkurrenten nicht zum Saisonstart dabei, sodass zunächst ein Stammplatz für Ondrej Duda winkt. Es liegt also nur noch an ihm: er hat es selber auf dem Fuß.

7 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Es wäre traumhaft, wenn Duda in dieser Saison endlich mal dauerhaft zeigt, was er kann!
Noch bin ich zwar ziemlich skeptisch, aber ich lasse mich gerne überraschen.
Denn natürlich wäre Hertha mit ihm deutlich gefährlicher als mit Darida auf der 10.
Blau-weiße Grüße
Jan

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[…] der Hauptstadtklub unter den Erwartungen bleibt. Dass alle Neuzugänge und Neu-Profis einschlagen (oder endlich Ondrej Duda…). Dass die coolen Taktiktrends nicht im Ruhrgebiet, sondern in Berlin zelebriert werden. Dass […]

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[…] – Arne Maier wird Herthas Star von morgen sein. In unserer aktuellen Artikelreihe, Prospects der kommenden Spielzeit, zeigt sich warum er aber noch ein Jahr Zeit hat, um eine Führungsrolle im Team zu übernehmen und […]

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[…] Spieler ihre Form im ersten Pflichtspiel bestätigen können. Einige Profis, unter anderem Ondrej Duda, Arne Maier oder auch Jordan Torunarigha scheinen in Topform zu sein, müssen dies allerdings auch […]

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[…] wichtig die Integration der neuen Spieler ist, hat das Beispiel Ondrej Duda gezeigt. Neben seinen Verletzungen hat er in den ersten zwei Jahren in Berlin auch große Probleme […]

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[…] der Saison gehörte Ondrej Duda zu unseren „prospects“ für die Saison 2018/19 – zu den Spielern, denen wir Besonderes zutrauen. Prompt wurde er zum wichtigsten Spieler des […]

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[…] Duda dem Team von Niko Kovac wehtun.” Der aktuell laufstärkste Herthaner spielt bislang eine herausragende Saison und kann besonders im Umschalt- und Konterspiel mit seinem vertikalen Passspiel am Samstag wichtig […]

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