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Arne Maier – Ein Spieler für die nächste Saison

Bundesliga Debüt mit 18 Jahren, Stammspieler mit 19 und Gewinner der silbernen Fritz-Walter-Medaille – Arne Maier wird Herthas Star von morgen sein. In unserer aktuellen Artikelreihe, Prospects der kommenden Spielzeit, zeigt sich warum er aber noch ein Jahr Zeit hat, um eine Führungsrolle im Team zu übernehmen und was man schon in dieser Saison von ihm erwarten kann.

Als Arne Maier am 23. Spieltag der vergangenen Saison gegen Mainz 05 (0:2) ausfiel, merkte man bereits, wie sehr auf dem Feld vermisst wurde. Das Duo aus Fabian Lustenberger und Per Skjelbred vermochte es nicht, seinen spielerischen Wert für die Mannschaft auszugleichen. Der gerade einmal 19-Jährige, der die letzten elf Jahre die Jugendstationen von Hertha durchlief, hatte sich davor festgespielt und war in seiner ersten Profi-Spielzeit schon zum Stammspieler gereift – trotz der Konkurrenz auf seiner Position.

Die große Auswahl auf der Sechs

Kaum eine Position bei Hertha ist so zahlreich besetzt wie das defensive Mittelfeld. Hier tummeln sich neben Maier mit Skjelbred, Lustenberger und dem aktuell mit Knieproblemen verletzten Vladimir Darida genügend erfahrene Alternativen. Zudem ist mit Sidney Friede ein weiteres Talent für diese Position zu den Profis hochgerutscht. Auch wenn „Lusti“ und der gelernte Sechser Niklas Stark zwar häufig auch in der Innenverteidigung spielen, sind sie immer eine Option auf Herthas Problemposition.

 

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Nach einer weiteren Personalie, dem „Königstransfer“ dieses Sommers, wird seit Monaten von Michael Preetz und Pal Dardai gesucht, gefunden aber noch nicht. Mit Max Meyer stand jemand für die gesuchte Position auf dem Wunschzettel, dieser entschied sich aber, obwohl Hertha bereit war ihn zum Spitzenverdiener zu machen, für Crystal Palace. Das Gerücht um Ex-Münchener Pierre-Emile Höjbjerg zerschlug sich nach ein paar Tagen wieder und Tim Fosu-Mensah zog es zum FC Fulham.

So wird Maier zum Saisonbeginn gesetzt sein und dann wird es schwer, ihn aus der Startformation wieder zu verdrängen. Anders als in der letzten Hinrunde wird weniger rotiert werden. Grund hierfür ist die fehlende Doppelbelastung durch die Europa League. Vergangene Saison kam der deutsche U19-Meister am neunten Spieltag erstmals zum Einsatz und war nicht mehr wegzudenken. So könnte es selbst für einen Darida problematisch werden, nach seiner Verletzungspause seinen Startelfplatz zurückzuerlangen.

Die Routiniers agieren zu defensiv

Von Skjelbred oder Lustenberger wird auch in dieser Saison offensiv nicht viel zu erwarten sein, Darida lief vergangenes Jahr nach einer Bänderdehnung lange seiner alten Form nach und auch diese Saison beginnt mit einem Knochenmarksödem im Knie nicht ideal für den Tschechen. Der gesuchte Mann für das Mittelfeld wird wohl ein „defensivstarker Spieler mit gutem Aufbauspiel“ sein, so Preetz gegenüber dem Kicker. Für die Position im offensiven Mittelfeld wird wohl keiner mehr kommen, dort soll Ondrej Duda in seiner dritten Saison bei den Berlinern endlich durchstarten; zwar konnte der 23-Jährige bislang nicht überzeugen, verdient sich aber durch eine gute Vorbereitung eine neue Chance.

Bleibt für die Rolle des Spielmachers neben Valentino Lazaro also nur noch Maier, der von sich selbst sagt „mehr Wege in die Tiefe gehen zu wollen, das hat in der Jugend auch immer mein Spiel ausgemacht.“ In der Tat war Maier in der B-Jugend in 24 Spielen an 19 Toren beteiligt, danach ging es bekanntlich steil bergauf für ihn. Auch wenn Maier bisher alle seine Pflichtspiele im defensiven Mittelfeld gemacht hat, kann er sich durchaus vorstellen auf der Zehn zu starten, dort kann er mehr Akzente nach vorne setzen. Auf der gleichen Position hat er im A-Junioren Meisterschaftsfinale gegen Schalke 04, wo er beim 3:1 Erfolg ein Tor beisteuerte, eine gute Leistung abgeliefert. Wo er spielt, entscheidet Dardai am ende, aber so oder so hat er mit Maier einen der mit nach vorne geht, das was Hertha am dringendsten braucht.

Ebenso möchte “Das Flaggschiff unserer Akademie“, wie Preetz Maier nennt, in dieser Saison an mehr Toren direkt beteiligt sein (in der vergangen Saison kam er auf eine Vorlage in 21 Pflichtspielen). Das sollte bei seiner Entwicklung jedoch ganz von alleine kommen.

Star von morgen – erst morgen

Behält stets den Überblick (Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Dass Dardai auf junge Spieler wie Dennis Jastrzembski, Javairo Dilrosun oder Jordan Torunarigha setzen will, ist kein Geheimnis. Sie sollen in den nächsten Jahren die alteingesessenen Spieler (Ibisevic, Skjelbred, Lustenberger, Kalou, Pekarik), deren Verträge 2019 oder 2020 auslaufen, ersetzen.

Maier ist von den „jungen Wilden“ bereits am weitesten, muss sich selbst aber keinen Druck machen. Mindestens ein Jahr können noch andere Spieler die Führungsrollen in der Mannschaft übernehmen. So soll beispielsweise Niklas Stark mehr Verantwortung tragen, auch von Karim Rekik oder Ondrej Duda wird mehr Präsenz zu erwarten sein. Maier selbst sagt, er bekäme “viel Spielzeit, das ist meine Stadt und mein Verein – viel besser geht es mit 19 nicht“.

Beste Voraussetzung für den nächsten Schritt in seiner Karriere bei der „alten Dame“, wo der U-19-Nationalspieler im Februar seinen Vertrag bis 2022 verlängerte.

Erwartungen

Auch wenn Maier ein wichtiger Bestandteil des Teams ist, steht er dieses Jahr noch nicht so sehr im Fokus, wie es manche erwarten. Noch übernehmen die Führungsrolle andere. Es muss zudem erlaubt sein, mit 19 Jahren auch einmal eine schwächere Phase zu haben. Es muss jedem klar sein, dass Maier nicht über 34 Spieltage das grenzgeniale Kreativzentrum dieser Mannschaft sein kann. Trotzdem kann er in dieser Saison schon unverzichtbar werden, seine Leistung auf das nächste Level hieven und ab der darauffolgenden Spielzeit der Star im Team werden. Eines Tages vielleicht sogar als Kapitän? Das wäre doch mal eine Entwicklung mit gerade einmal 20 Jahren, wie sie seit Jahren keiner mehr in Berlin genommen hätte – und genau deshalb ist es Maier zuzutrauen.

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Bundesliga Debüt mit 18 Jahren, Stammspieler mit 19 und Gewinner der silbernen Fritz-Walter-Medaille – Arne Maier wird Herthas Star von morgen sein. In unserer aktuellen Artikelreihe, Prospects der kommenden Spielzeit, zeigt sich warum er aber noch ein Jahr Zeit hat, um eine Führungsrolle im Team zu übernehmen und was man schon in dieser Saison von ihm erwarten kann.

Als Arne Maier am 23. Spieltag der vergangenen Saison gegen Mainz 05 (0:2) ausfiel, merkte man bereits, wie sehr auf dem Feld vermisst wurde. Das Duo aus Fabian Lustenberger und Per Skjelbred vermochte es nicht, seinen spielerischen Wert für die Mannschaft auszugleichen. Der gerade einmal 19-Jährige, der die letzten elf Jahre die Jugendstationen von Hertha durchlief, hatte sich davor festgespielt und war in seiner ersten Profi-Spielzeit schon zum Stammspieler gereift – trotz der Konkurrenz auf seiner Position.

Die große Auswahl auf der Sechs

Kaum eine Position bei Hertha ist so zahlreich besetzt wie das defensive Mittelfeld. Hier tummeln sich neben Maier mit Skjelbred, Lustenberger und dem aktuell mit Knieproblemen verletzten Vladimir Darida genügend erfahrene Alternativen. Zudem ist mit Sidney Friede ein weiteres Talent für diese Position zu den Profis hochgerutscht. Auch wenn „Lusti“ und der gelernte Sechser Niklas Stark zwar häufig auch in der Innenverteidigung spielen, sind sie immer eine Option auf Herthas Problemposition.

 

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Nach einer weiteren Personalie, dem „Königstransfer“ dieses Sommers, wird seit Monaten von Michael Preetz und Pal Dardai gesucht, gefunden aber noch nicht. Mit Max Meyer stand jemand für die gesuchte Position auf dem Wunschzettel, dieser entschied sich aber, obwohl Hertha bereit war ihn zum Spitzenverdiener zu machen, für Crystal Palace. Das Gerücht um Ex-Münchener Pierre-Emile Höjbjerg zerschlug sich nach ein paar Tagen wieder und Tim Fosu-Mensah zog es zum FC Fulham.

So wird Maier zum Saisonbeginn gesetzt sein und dann wird es schwer, ihn aus der Startformation wieder zu verdrängen. Anders als in der letzten Hinrunde wird weniger rotiert werden. Grund hierfür ist die fehlende Doppelbelastung durch die Europa League. Vergangene Saison kam der deutsche U19-Meister am neunten Spieltag erstmals zum Einsatz und war nicht mehr wegzudenken. So könnte es selbst für einen Darida problematisch werden, nach seiner Verletzungspause seinen Startelfplatz zurückzuerlangen.

Die Routiniers agieren zu defensiv

Von Skjelbred oder Lustenberger wird auch in dieser Saison offensiv nicht viel zu erwarten sein, Darida lief vergangenes Jahr nach einer Bänderdehnung lange seiner alten Form nach und auch diese Saison beginnt mit einem Knochenmarksödem im Knie nicht ideal für den Tschechen. Der gesuchte Mann für das Mittelfeld wird wohl ein „defensivstarker Spieler mit gutem Aufbauspiel“ sein, so Preetz gegenüber dem Kicker. Für die Position im offensiven Mittelfeld wird wohl keiner mehr kommen, dort soll Ondrej Duda in seiner dritten Saison bei den Berlinern endlich durchstarten; zwar konnte der 23-Jährige bislang nicht überzeugen, verdient sich aber durch eine gute Vorbereitung eine neue Chance.

Bleibt für die Rolle des Spielmachers neben Valentino Lazaro also nur noch Maier, der von sich selbst sagt „mehr Wege in die Tiefe gehen zu wollen, das hat in der Jugend auch immer mein Spiel ausgemacht.“ In der Tat war Maier in der B-Jugend in 24 Spielen an 19 Toren beteiligt, danach ging es bekanntlich steil bergauf für ihn. Auch wenn Maier bisher alle seine Pflichtspiele im defensiven Mittelfeld gemacht hat, kann er sich durchaus vorstellen auf der Zehn zu starten, dort kann er mehr Akzente nach vorne setzen. Auf der gleichen Position hat er im A-Junioren Meisterschaftsfinale gegen Schalke 04, wo er beim 3:1 Erfolg ein Tor beisteuerte, eine gute Leistung abgeliefert. Wo er spielt, entscheidet Dardai am ende, aber so oder so hat er mit Maier einen der mit nach vorne geht, das was Hertha am dringendsten braucht.

Ebenso möchte “Das Flaggschiff unserer Akademie“, wie Preetz Maier nennt, in dieser Saison an mehr Toren direkt beteiligt sein (in der vergangen Saison kam er auf eine Vorlage in 21 Pflichtspielen). Das sollte bei seiner Entwicklung jedoch ganz von alleine kommen.

Star von morgen – erst morgen

Behält stets den Überblick (Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Dass Dardai auf junge Spieler wie Dennis Jastrzembski, Javairo Dilrosun oder Jordan Torunarigha setzen will, ist kein Geheimnis. Sie sollen in den nächsten Jahren die alteingesessenen Spieler (Ibisevic, Skjelbred, Lustenberger, Kalou, Pekarik), deren Verträge 2019 oder 2020 auslaufen, ersetzen.

Maier ist von den „jungen Wilden“ bereits am weitesten, muss sich selbst aber keinen Druck machen. Mindestens ein Jahr können noch andere Spieler die Führungsrollen in der Mannschaft übernehmen. So soll beispielsweise Niklas Stark mehr Verantwortung tragen, auch von Karim Rekik oder Ondrej Duda wird mehr Präsenz zu erwarten sein. Maier selbst sagt, er bekäme “viel Spielzeit, das ist meine Stadt und mein Verein – viel besser geht es mit 19 nicht“.

Beste Voraussetzung für den nächsten Schritt in seiner Karriere bei der „alten Dame“, wo der U-19-Nationalspieler im Februar seinen Vertrag bis 2022 verlängerte.

Erwartungen

Auch wenn Maier ein wichtiger Bestandteil des Teams ist, steht er dieses Jahr noch nicht so sehr im Fokus, wie es manche erwarten. Noch übernehmen die Führungsrolle andere. Es muss zudem erlaubt sein, mit 19 Jahren auch einmal eine schwächere Phase zu haben. Es muss jedem klar sein, dass Maier nicht über 34 Spieltage das grenzgeniale Kreativzentrum dieser Mannschaft sein kann. Trotzdem kann er in dieser Saison schon unverzichtbar werden, seine Leistung auf das nächste Level hieven und ab der darauffolgenden Spielzeit der Star im Team werden. Eines Tages vielleicht sogar als Kapitän? Das wäre doch mal eine Entwicklung mit gerade einmal 20 Jahren, wie sie seit Jahren keiner mehr in Berlin genommen hätte – und genau deshalb ist es Maier zuzutrauen.

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