Knapp eineinhalb Wochen vor Transferschluss konnte Hertha-Manager Michael Preetz den serbischen Mittelfeldspieler Marko Grujic für ein Jahr vom FC Liverpool ausleihen. Wir wollen nun mit etwas Abstand den Transfer und dessen Folgen für die Statik des Mittelfelds von Hertha BSC besprechen.

Who is this man?

Marko Grujic ist nicht irgendwer – Manager Preetz hat einen richtig guten Kicker ins Team geholt! Bereits mit 20 Jahren war er Kapitän von Roter Stern Belgrad, der dann nach England zum FC Liverpool wechselte. Er hat seine Stärken sowohl in der Offensive als auch Defensive und ist technisch sowie taktisch gut ausgebildet. Sein präzises und sicheres Passspiel ist eine Qualität, die man bei Hertha lange Zeit im Mittelfeld vermisst hat und die für mehr Vertikalität sorgen kann. Durch seine Physis (1,91m) und seine guten Dribblings kann er sich in Eins-zu-Eins-Situationen durchsetzen und so dem Berliner Angriffsspiel die dringend benötigte Dynamik und Überraschungsmomente geben. Das Sahnehäubchen ist seine Torgefährlichkeit durch gute Abschlüsse, Distanzschüsse und seine Kopfbälle. Insgesamt erinnert er an Leon Goretzka. Wer einen ersten visuellen Eindruck haben möchte, kann hier 6:30 Minuten ins Schwärmen geraten.

Warum Hertha?

Trotz vieler hochkarätiger Angebote entschieden sich Jürgen Klopp und Grujic für Berlin, da hier die Einsatzchancen im zentralen Mittelfeld am größten sind. Der 22-jährige Serbe will sich mit überzeugenden Auftritten im blau-weißen Trikot in der Bundesliga für höhere Aufgaben bei Jürgen Klopp empfehlen und wird dementsprechend motiviert zu Werke gehen.

Einer für alle!

Hertha-Trainer Pal Dardai freut sich über die neuen taktischen Möglichkeiten (Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Mit seiner Präsenz und seinen Fähigkeiten kann Grujic diverse Rollen ausfüllen und erhöht so den taktischen Spielraum von Dardai und Widmayer ungemein! Die Leihgabe kann Sechser, Achter und Zehner spielen und ist damit ein potentieller Stammelfkandidat, da er die Rollen von Duda, Darida, Maier, Lustenberger und Skjelbred spielen kann. Ein Merkmal, das ihn von der letzten Liverpool-Leihe Allan unterscheidet.

Die Einsatz-Möglichkeiten von Grujic:

1.) In einem 4-2-3-1 als defensiver oder offensiver Sechser oder auf der Zehnerposition.

2.) In einem 4-4-2 als Box-to-Box-Spieler der das Mittelfeld kontrolliert und die Offensive steuert. Arne Maier oder Vladimir Darida könnten hier den defensiven und stabilisierenden Sechser geben.

3.) In einem 4-1-4-1 als Sechser hinter Duda als Zehner und Maier als Achter – oder Grujic gibt selbst den Zehner oder Achter.

Nur in einem 3-4-3 käme Grujic (noch) nicht zum Zuge, da Dardai dafür den Spieler noch mehr kennenlernen muss und Grujic das System. Mit Grujic gewinnt Hertha an taktischer Flexibilität und wird zukünftig schwerer vom Gegner auszurechnen sein. Die Zeiten des etwas eintönigen 4-2-3-1 mit der immer gleichen Besetzung scheinen erst einmal vorbei zu sein.

 

Darida als Verlier?

Wird sich seinen Platz im Mittelfeld zurückkämpfen müssen: Vladimir Darida (Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Besonders für Vladimir Darida könnte die Verpflichtung von Marko Grujic unangemehm werden. Der Tscheche konnte fast die gesamte Saisonvorbereitung wegen eines Knochenödems nicht mitmachen und ist deswegen in der Mittelfeldhierachie derzeit hintendran. Arne Maier scheint im defensiven Mittelfeld gesetzt zu sein. Und Ondrej Duda soll in dieser Saison endlich den ihm angedachten Platz auf der Zehn fest einnehmen. Mit Gurjic gibt es nun noch einen weiteren sehr starken Konkurrenten für die maximal drei zentralen Mittelfeldpositionen. Dabei sind die beiden Veteranen Skjelbred und Lustenberger hier noch gar nicht berücksichtigt.

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