Vorbericht

Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach: Mit Verletzungssorgen ins Topspiel

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Vor einer Woche schrieben wir an dieser Stelle vor der Partie gegen Wolfsburg noch mit leichtem Augenzwinkern von einem Duell der Bayernjäger. Nach dem Spiel kann man sagen, dass beide Teams ihren starken Saisonstart untermauerten. So gab es während der 90 Minuten plus Nachspielzeit eine unterhaltsame Begegnung mit einem wahren Wechselbad der Gefühle, bei dem Hertha ob des späten Ausgleichs die etwas unglücklichere Mannschaft sein dürfte. Dennoch geben wieder das Ergebnis noch die Leistung Anlass zur Frustration. Anders stellt sich dies bei der Personalsituation dar. Jordan Torunarigha zog sich während des Spiels eine Achillessehnenverletzung zu und wird auf unbestimmte Zeit fehlen. Das ist aus zweierlei Gründen besonders bitter. Zum einen war das Eigengewächs gerade in bestechender Form, zum anderen steht Karim Rekik nach auskurierter Adduktorenverletzung zumindest am kommenden Spieltag noch nicht zur Verfügung. Hertha hat damit vor der englischen Woche zur absoluten Unzeit eine große Baustelle. Zumal am Samstag die ungeschlagenen Gladbacher ins Olympiastadion kommen.

Wie schon in den letzten Vorberichten haben wir uns wieder Expertise dazu geholt. Dieses Mal hat uns Gladbach-Expertin Lea einen detaillierten Einblick ins Innenleben der Borussia gegeben.

Gladbach mit dem fast perfekten Start

Mit Siegen gegen Leverkusen und Schalke sowie einem Remis beim FC Augsburg sind die Borussen mehr als überzeugend in die neue Spielzeit gestartet. Damit war nach der Vorsaison, die die Borussen auf einem enttäuschenden neunten Platz beendeten, nicht unbedingt zu rechnen. Als Grund dafür nennt Fohlen-Fan Lea vor allem das Verletzungspech. So verpassten unter anderem Lars Stindl und Raffael Großteile der zurückliegenden Saison. Das stellt sich in diesem Jahr anders dar. Zu Saisonstart fehlten von den Leistungsträgern lediglich Lars Stindl sowie Neuzugang Michael Lang. Das verleiht den Gladbachern neue Möglichkeiten, die es in der Vorsaison so nicht gab.

Mit sieben Punkten aus drei Spielen konnte Gladbach erfolgreich in die Spielzeit starten. (Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Der Luxus des breiten Kaders

Während Trainer Dieter Hecking noch im letzten Jahr phasenweise jeden aufstellen musste, der noch geradeaus laufen konnte, hat er nun die Qual der Wahl. Insbesondere in der Offensive und im zentralen Mittelfeld macht sich das bemerkbar. So saßen beim Spiel gegen Schalke unter anderem Weltmeister Christoph Kramer und Ibrahima Traoré auf der Bank. So sieht auch Lea die Qualität der Gladbacher aktuell vor allem in der Breite des Kaders. Dabei spielen laut ihr auch die Neuzugänge eine wichtige Rolle. Im Sommer kam Stürmer Alassane Pléa für eine Rekordsumme von 23 Millionen Euro aus Nizza. Zudem blühte der aus seiner Leihe nach Düsseldorf zurückgekehrte Neuhaus insbesondere beim Auftaktsieg gegen Leverkusen auf. Gleiches gilt auch für Jonas Hofmann der seit Saisonbeginn von seiner angestammten Position als Außenstürmer ins Mittelfeldzentrum rückte und dort in ungewohnter Rolle zu überzeugen weiß. Dessen Top-Form begründet Expertin Lea vor allem mit der System-Umstellung. Während Hecking im letzten Jahr überwiegend im 4-4-2 spielen ließ, laufen die „Fohlen“ derzeit im 4-3-3 auf, was „für mehr Variabilität in der Offensive zu sorgen und vor allem auch Jonas Hofmann in die Karten zu spielen scheint.“ Man darf gespannt sein, wie sich die Statik des Spiels verändert, wenn Stindl wieder auf dem Platz steht.

Endlich ein funktionierender Mittelstürmer?

Mit Pléa scheint Gladbach endlich seinen Mittelstürmer gefunden zu haben. (Foto; Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Dass das Fehlen von Lars Stindl dieser Tage nicht allzu sehr ins Gewicht fällt, hängt auch mit Neuzugang Pleá zusammen. In gerade einmal 141 gespielten Minuten konnte Pléa jeweils ein Tor und eine Vorlage beisteuern. Dabei ist ein guter Start aufgrund seiner Position durchaus wichtig. So oft Sportdirektor Max (Eberl) zurecht für seinen richtigen Riecher bei Transfers gelobt wird, so wenig Glück hatte er bislang bei der Verpflichtung von Stoßstürmern. Weder Josip Drmic, den Gladbach einst für 10 Millionen Euro verpflichtete, noch Luuk de Jong, für den Eberl 12 Millionen Euro nach Enschede überwies, konnten am Niederrhein Fuß fassen. Dementsprechend gespannt durfte man sein, wie sich Pléa einfügen würde. Stand jetzt scheint Eberl alles richtig gemacht zu haben.

Schon wieder Spitzenspiel

Am Samstag findet nun also das zweite Topspiel in Folge mit Berliner Beteiligung statt. Nachdem den Zuschauern gegen Wolfsburg schon einiges geboten wurde, steht nun mit Gladbach kein minder attraktiver Gegner auf dem Programm. Trotz der eingangs beschriebenen Verletzungssorgen ist Pal Dardai selbstbewusst und verweist dabei vor allem auf den Heimvorteil. Dazu passt, dass die Borussia in der Auswärtstabelle des Vorjahres lediglich auf Rang 13 einlief. Dieser Trend darf sich am Samstag gern fortsetzen.


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Vor einer Woche schrieben wir an dieser Stelle vor der Partie gegen Wolfsburg noch mit leichtem Augenzwinkern von einem Duell der Bayernjäger. Nach dem Spiel kann man sagen, dass beide Teams ihren starken Saisonstart untermauerten. So gab es während der 90 Minuten plus Nachspielzeit eine unterhaltsame Begegnung mit einem wahren Wechselbad der Gefühle, bei dem Hertha ob des späten Ausgleichs die etwas unglücklichere Mannschaft sein dürfte. Dennoch geben wieder das Ergebnis noch die Leistung Anlass zur Frustration. Anders stellt sich dies bei der Personalsituation dar. Jordan Torunarigha zog sich während des Spiels eine Achillessehnenverletzung zu und wird auf unbestimmte Zeit fehlen. Das ist aus zweierlei Gründen besonders bitter. Zum einen war das Eigengewächs gerade in bestechender Form, zum anderen steht Karim Rekik nach auskurierter Adduktorenverletzung zumindest am kommenden Spieltag noch nicht zur Verfügung. Hertha hat damit vor der englischen Woche zur absoluten Unzeit eine große Baustelle. Zumal am Samstag die ungeschlagenen Gladbacher ins Olympiastadion kommen.

Wie schon in den letzten Vorberichten haben wir uns wieder Expertise dazu geholt. Dieses Mal hat uns Gladbach-Expertin Lea einen detaillierten Einblick ins Innenleben der Borussia gegeben.

Gladbach mit dem fast perfekten Start

Mit Siegen gegen Leverkusen und Schalke sowie einem Remis beim FC Augsburg sind die Borussen mehr als überzeugend in die neue Spielzeit gestartet. Damit war nach der Vorsaison, die die Borussen auf einem enttäuschenden neunten Platz beendeten, nicht unbedingt zu rechnen. Als Grund dafür nennt Fohlen-Fan Lea vor allem das Verletzungspech. So verpassten unter anderem Lars Stindl und Raffael Großteile der zurückliegenden Saison. Das stellt sich in diesem Jahr anders dar. Zu Saisonstart fehlten von den Leistungsträgern lediglich Lars Stindl sowie Neuzugang Michael Lang. Das verleiht den Gladbachern neue Möglichkeiten, die es in der Vorsaison so nicht gab.

Mit sieben Punkten aus drei Spielen konnte Gladbach erfolgreich in die Spielzeit starten. (Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Der Luxus des breiten Kaders

Während Trainer Dieter Hecking noch im letzten Jahr phasenweise jeden aufstellen musste, der noch geradeaus laufen konnte, hat er nun die Qual der Wahl. Insbesondere in der Offensive und im zentralen Mittelfeld macht sich das bemerkbar. So saßen beim Spiel gegen Schalke unter anderem Weltmeister Christoph Kramer und Ibrahima Traoré auf der Bank. So sieht auch Lea die Qualität der Gladbacher aktuell vor allem in der Breite des Kaders. Dabei spielen laut ihr auch die Neuzugänge eine wichtige Rolle. Im Sommer kam Stürmer Alassane Pléa für eine Rekordsumme von 23 Millionen Euro aus Nizza. Zudem blühte der aus seiner Leihe nach Düsseldorf zurückgekehrte Neuhaus insbesondere beim Auftaktsieg gegen Leverkusen auf. Gleiches gilt auch für Jonas Hofmann der seit Saisonbeginn von seiner angestammten Position als Außenstürmer ins Mittelfeldzentrum rückte und dort in ungewohnter Rolle zu überzeugen weiß. Dessen Top-Form begründet Expertin Lea vor allem mit der System-Umstellung. Während Hecking im letzten Jahr überwiegend im 4-4-2 spielen ließ, laufen die „Fohlen“ derzeit im 4-3-3 auf, was „für mehr Variabilität in der Offensive zu sorgen und vor allem auch Jonas Hofmann in die Karten zu spielen scheint.“ Man darf gespannt sein, wie sich die Statik des Spiels verändert, wenn Stindl wieder auf dem Platz steht.

Endlich ein funktionierender Mittelstürmer?

Mit Pléa scheint Gladbach endlich seinen Mittelstürmer gefunden zu haben. (Foto; Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Dass das Fehlen von Lars Stindl dieser Tage nicht allzu sehr ins Gewicht fällt, hängt auch mit Neuzugang Pleá zusammen. In gerade einmal 141 gespielten Minuten konnte Pléa jeweils ein Tor und eine Vorlage beisteuern. Dabei ist ein guter Start aufgrund seiner Position durchaus wichtig. So oft Sportdirektor Max (Eberl) zurecht für seinen richtigen Riecher bei Transfers gelobt wird, so wenig Glück hatte er bislang bei der Verpflichtung von Stoßstürmern. Weder Josip Drmic, den Gladbach einst für 10 Millionen Euro verpflichtete, noch Luuk de Jong, für den Eberl 12 Millionen Euro nach Enschede überwies, konnten am Niederrhein Fuß fassen. Dementsprechend gespannt durfte man sein, wie sich Pléa einfügen würde. Stand jetzt scheint Eberl alles richtig gemacht zu haben.

Schon wieder Spitzenspiel

Am Samstag findet nun also das zweite Topspiel in Folge mit Berliner Beteiligung statt. Nachdem den Zuschauern gegen Wolfsburg schon einiges geboten wurde, steht nun mit Gladbach kein minder attraktiver Gegner auf dem Programm. Trotz der eingangs beschriebenen Verletzungssorgen ist Pal Dardai selbstbewusst und verweist dabei vor allem auf den Heimvorteil. Dazu passt, dass die Borussia in der Auswärtstabelle des Vorjahres lediglich auf Rang 13 einlief. Dieser Trend darf sich am Samstag gern fortsetzen.


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