BundesligaEinzelkritikHertha BSC

Einzelkritik 5. Spieltag: Werder Bremen – Hertha BSC

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Und so schnell ist man auf dem Boden der Tatsachen zurück. Hertha BSC verlor am Dienstagabend sein erstes Pflichtspiel der laufenden Saison und das verdient. Gegen taktisch besser eingestellte und körperlich deutlich überlegende Bremer gab es bei der 1:3-Niederlage nichts zu holen. Die Mannschaft von Pal Dardai fand nie wirklich in die Partie und scheint den Ausfall von Marko Grujic sehr schwer zu verschmerzen. Ohne Spielfluss, Zweikampfstärke und mit drei mehr oder weniger unnötigen Gegentoren lassen sich keine Punkte holen und so stehen nach fünf Spieltagen weiterhin zehn auf dem Berliner Konto. Die Einzelkritik zu einer schwachen Mannschaftsleistung und wenigen individuell guten Vorstellungen. 

Tor

Rune Jarstein – Note: 3+

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

An dem Norweger, der die Partie zur Halbzeit beenden musste, kann man die Niederlage wirklich nicht festmachen.

Gab es im ersten Durchgang etwas zu halten oder eine Bremer Hereingabe abzufangen, war Jarstein zur Stelle. Auch wenn der SV Werder spielerisches Übergewicht hatte, gaben sie in den ersten 45 Minuten nur fünf Schüsse direkt aufs Tor ab, wovon zwei in Toren resultierten. Die sonstigen Versuche konnte Herthas Schlussmann sicher parieren. In der elften Minute wurde Jarstein quasi vom eigenen Mann geschlagen. Einen Abpraller von der Latte hatte Jarstein eigentlich schon sicher in seinen Händen, ehe Mannschaftskamerad Fabian Lustenberger ihm den Ball wieder aus diesen herausbugsierte und so das Tor von Martin Harnik erst ermöglichte. Ebenso machtlos war Jarstein beim 0:2, der Kopfball von Milos Veljkovic war nicht zu halten.

Jarstein sollte nach dem Pausentee nicht mehr im Tor stehen, eine Oberschenkelprellung setzte ihn außer Gefecht. Diese merkte man ihm bei seinen Abstößen, die sehr ungenau waren, auch an. Eine ordentliche Leistung vom 33-Jährigen, der seiner Mannschaft dieses mal aber keine Punkte retten konnte.

Abwehr

Valentino Lazaro – Note: 5

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Lazaro und die Rolle des Rechtsverteidigers – die Beziehung schien sich durch das Spiel gegen M’Gladbach gebessert zu haben, doch nach der Partie an der Weser kriselt es wieder massiv zwischen den beiden.

Nein, es war einmal mehr keine gute Partie des 22-Jährigen als rechter Außenverteidiger in einer Viererkette. Das lag zum einen an den bereits oft aufgetretenen Schwächen in der Defensive, aber zum anderen auch an ungewohnt schwachem Timing im Angriffsspiel. Lazaro war ein ständiger Unruheherd – für seine eigene Mannschaft. Er verlor fast alle seine Zweikämpfe und hatte recht große Probleme mit seinem Stellungsspiel. So verlor er in Minute 17 seinen Gegenspieler aus den Augen und konnte die Situation nur mit einem taktischen Foul bereinigen, das ihm die verdiente gelbe Karte einbrachte. Bremen griff sehr häufig über seine Seite an, weil sie in ihm einen Schwachpunkt sahen und ohne zu hart klingen zu wollen: sie lagen damit richtig. Lazaro war sichtlich überfordert mit seinen Defensivaufgaben. Dazu kommt eine gruselige Passquote, die zu noch mehr Ballverlusten führte.

Dass der Österreicher Probleme im Abwehrverhalten hat, ist nichts neues. In den vergangenen Spielen konnte er dies zumindest mit seinen Offensivaktionen kaschieren, doch auch diese wollten ihm gegen Bremen nicht gelingen. Lazaro bewies sehr schlechtes Timing in seinen Vorstößen, kam viel zu spät zu Angriffen dazu, wodurch seine Meter nicht nur umsonst waren, sondern Lücken in Herthas Abwehr rissen. Herthas Nummer 20 gelangen kaum Durchbrüche, er konnte seine Technik und Schnelligkeit nicht ausspielen und so war er an keiner Berliner Torchance direkt beteiligt.

Ein sehr gebrauchter Tag von Lazaro, der das Feuer vermissen ließ, mit dem er seine Mannschaft regelmäßig mitreißt.

Niklas Stark – Note: 3+

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Dass die Bremer nicht noch mehr direkte Torschüsse aus ihrer Feldüberlegenheit herauskitzeln konnte, lag auch an Herthas Innenverteidigung, die noch am wachesten von allen Berlinern wirkte.

Niklas Stark knüpfte in Bremen an seine gute Vorstellung aus der zweiten Halbzeit gegen die “Fohlen” an und präsentierte sich souverän. Der 23-Jährige erlaubte sich kaum bis gar keine Fehler und hatte Bremens Mittelstürmer Harnik die meiste Zeit aus dessen beliebter Zone halten. Beim 1:0 ist Starks Bein leider zehn Zentimeter zu kurz, ansonsten hätte er die Hereingabe von Bremens Moisander bereits frühzeitig klären können. Klären ist aber das richtige Stichwort, denn das tat Herthas Innenverteidiger insgesamt sechs Mal. Dazu kommen sechs Ballsicherungen, zwei Blocks und zwei abgefangene Bälle – eine gute Bilanz. Beim 2:0 trifft Stark, aus unserer Sicht, keine Schuld. Viel eher könnte darüber geredet werden, ob der Armeinsatz von Torschütze Veljkovic im Luftduell mit Stark nicht regelwidrig war und somit hätte abgepfiffen werden müssen.

Eine zufriedenstellende Leistung von Stark, der stets die Ruhe behielt und seiner Mannschaft zumindest etwas Stabilität verlieh.

Karim Rekik – Note: 2-

(Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Rekik regelt – Zwei Wörter, die so schon oft gefallen sind. Der Niederländer ist auch nach Verletzungspausen sofort wieder bei 100% und Mister Zuverlässig, das bewies er auch am Dienstagabend.

Neun von elf Zweikämpfen gewann Berlins Bulle in Bremen, alle fünf Luftduelle entschied er für sich. Dazu kommen sechs Ballsicherungen, zwei abgefangene Bälle und ein Block. Allein diese Zahlen zeigen bereits, dass Rekik sofort wieder funktionierte und einen Eckpfeiler der “alten Dame” darstellte. Rekik ließ Harnik nur einmal sträflich aus den Augen (Chance in der 25. Minute), ansonsten hatte der 23-Jährige alles im Griff. Zudem bekam man wieder seine berühmt explosiven Tacklings zu sehen, die zahlreiche Situationen auf einen Schlag beruhigten.

Rekik hat dem Team mit seiner Präsenz und Ruhe deutlich gut getan und ist auf Anhieb wieder nicht mehr wegzudenken.

Marvin Plattenhardt – Note: 4

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Ein dürftiger Auftritt von Plattenhardt, der aber zumindest defensiv souveräner auftrat als Lazaro.

Auch “Platte” erwischte keinen großen Tag gegen Bremen, wusste sich dann aber zumindest auf das wesentliche – das Verteidigen – zu fokussieren. Er gewann die entscheidenden Zweikämpfe, sodass selten echte Bremer Durchbrüche über seine Seite gelangen. Er trat gewohnt resolut im direkten Duell auf und bekam wenige Probleme mit Kruse, der eher gefährlich wurde, zog es ihn in die Spielmitte. Leider vergaß Plattenhardt in seiner so sicheren Haltung das Fußballspielen. Zahlreiche Möglichkeiten, den Ball schnell nach vorne zu spielen, ließ er liegen und raubte seiner Mannschaft somit wichtige Vorstöße und die nötige Luft zum Atmen. In der 65. Minute verursachte der deutsche Nationalspieler einen Elfmeter – regelkonform, da er die Wade von Davy Klaassen deutlich getroffen hat und unglücklich, weil er den Bremer in seinem Rücken nicht hat kommen sehen. Es ist also nicht als klarer Fehler zu bewerten.

Offensiv wollte dem 26-Jährigen nahezu nichts gelingen. Er traute sich kaum nach vorne, was allein die Laufstatistik beweist: nach Ondrej Duda zog Plattenhardt die wenigsten Sprints aller Berliner Startelfspieler an. Das hatte zur Folge, dass überhaupt keine Dynamik über seine Seite entstehen konnte und Flügelpartner Dilrosun eigentlich immer allein angreifen musste. Es wäre für Plattenhardt durchaus möglich gewesen die Seite von den defensiv eher schwachen Max Kruse und Theodor Gebre Selassie mit gezieltem Überlaufen von Dilrosun zu bewältigen, aber er traute sich es erst gar nicht zu.

Zumindest eine defensive Stabilität konnte Plattenhardt mit seinem Spielstil erreichen, das spielerische ging ihm aber gänzlich ab.

Mittelfeld

Fabian Lustenberger – Note: 6

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Eine absolut grausige Vorstellung des Schweizers, der die offene Position im zentralen Mittelfeld übernahm und ihr in keiner Weise gerecht werden konnte.

Im vergangenen Spiel war Lustenberger als Innenverteidiger noch einer der überragenden Akteure des gesamten Spieltags. Stets zur Stelle, überragendes Stellungsspiel und elegantes Zweikampfverhalten, dazu sogar noch ein konstruktives Aufbauspiel. Davon blieb absolut nichts übrig, als er im Bremen-Spiel eine Position weiter vorne eingesetzt wurde. Der Ur-Berliner ließ sämtliche Attribute vermissen, die von einem Sechser verlangt werden. Er nahm Zweikämpfe teilweise nicht richtig an, hatte eine grauenhafte Rückwärtsbewegung und ließ dadurch sehr bedeutende Korridore in der Spielmitte offen. Es schien, als sei ihm das gesamte Spieltempo zu schnell gewesen und dabei spielte der Gastgeber gar keinen so fulminanten Fußball. Es reichte schon einfachstes Pressing, um “Lusti” in große Bedrängnis zu bringen und zu Abspielfehlern zu zwingen. Daraus ergaben sich empfindliche Ballverluste vor dem eigenen 16er, die Bremen natürlich Oberwasser gaben. Oftmals trabte der 30-Jähriger nur hinterher, sodass ein Arne Maier angehalten war, riesige Wege zu gehen, um Lücken zu schließen.

Lustenbergers Aktion beim 0:1 wollen wir ihm nicht einmal groß ankreiden. Eine absolut unglückliche Situation – ein Missverständnis mit Jarstein im großen Chaos. Nein, es war die Gesamtleistung, die zu dieser Bewertung führte. (Nicht nur) Durch Lustenberger hat die komplette Präsenz im Mittelfeld gefehlt, sodass Bremen das Spiel an sich reißen konnte. In dieser Form ist es leider mannschaftsgefährdend, Lustenberger im Mittelfeld spielen zu lassen. Ihm geht dort mittlerweile alles zu schnell.

Arne Maier – Note: 3-

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Maier hatte durchaus Ansätze in diesem Spiel gezeigt, die ihm zum Mittelfeldanführer gemacht hätten. Er konnte aber leider nicht die letzten Prozente aufbringen.

Durch das Hineinrücken Lustenbergers ins Mittelfeld, übernahm Maier die Rolle vom verletzten Marko Grujic als Box-to-Box-Player. Das Eigengewächs sollte das gesamte Feld beackern, das verbindende Element zwischen Abwehr und Angriff sein und auch Läufe in den Strafraum wagen. Tatsächlich hatte der 19-Jährige einen sehr großen Aktionsradius und lief die meisten Meter von allen Herthanern. Auch die meisten intensiven Läufe gingen auf sein Konto, wie auch die zweitmeisten Sprints. Der Wille war also eindeutig da. Leider gelang ihm die spielerische Komponente nicht allzu gut. Der Mittelfeldmotor arbeite viel nach hinten, schloss Lücken und griff dem überforderten Lustenberger unter die Arme – darunter litt aber sein Spiel nach vorne. Immer wieder trieb er die Kugel in die gegnerische Hälfte, doch dann traute er sich nicht den Schnittstellenpass oder den eigenen Lauf in das letzte Drittel zu. Mit seiner Ballsicherheit wäre das ein probates Mittel gewesen, zumal Kompagnon Duda kein Faktor in diesem Spiel war. Leider griff Maier zu oft auf den einfachen Pass zur Seite oder nach hinten zurück und konnte dadurch nicht der gewünschte Unterschiedsspieler sein.

Sehr viel Kritik kann man an Maier nicht äußern, sondern nur anmerken, dass er sich mehr zutrauen sollte.

Ondrej Duda – Note: 5

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Gegen M’Gladbach noch einmal mehr so wichtig gewesen, lief die Partie in Bremen komplett an Duda vorbei.

Apropos “Unterschiedsspieler” – diese Rolle übernahm der Slowake in den vergangenen Wochen sehr oft. Am Dienstagabend tauchte Duda allerdings komplett unter und konnte seiner Mannschaft keinen nützlichen Dienst erweisen. Ihm gingen Spielwitz, Dynamik und die nötige Aggressivität in den Zweikämpfen komplett ab, sodass in weiten Teilen der Partie gar nichts von ihm zu sehen war. Einzig in der guten Berliner Phase kurz vor der Halbzeit konnte etwas auf sich aufmerksam machen.

Viel mehr lässt sich auch nicht zu diesem Auftritt sagen. Duda war kein Faktor und wurde leistungsgerecht in der 77. Minute ausgewechselt.

Palko Dardai – Note: 5-

(Foto: Ottmar Winter/Bongarts/Getty Images)

Auch Trainer-Sohn Palko Dardai konnte der Partie keinen Stempel aufdrücken. Ein sehr blasser Auftritt.

Dem bisherigen Saisonverlauf nach hätte auch der Auftritt von Palko Dardai ein großartiger werden sollen. Die No-Names Dennis Jastrzembski und Javairo Dilrosun haben vorgemacht, wie man sich sofort ins Rampenlicht spielt, dorthin konnte ihn der 19-Jährige allerdings nicht folgen. Körperlich scheint Dardai noch einiges zu fehlen, denn er konnte kaum einen Zweikampf gewinnen und rieb sich meist wirkungslos an den Bremer Verteidigern auf. Er fand nie seine Rolle in der Partie und kam gerade einmal 22 Ballkontakte – das sind sieben weniger als Torhüter Jarstein hatte, der zur Halbzeit ausgewechselt wurde.

Es war sicherlich kein einfaches Spiel für seinen jungen Spieler, denn die Partie lief keinesfalls in Herthas Sinne und es ist nicht zu erwarten, dass von nun an jedes Talent wie Dilrosun sofort einschlägt. Ein undankbare Partie für Dardai, der er nicht gerecht werden konnte, spielerisch wie körperlich.

Javairo Dilrosun – Note: 2

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

“Manchester City war, muss man schon sagen, arrogant, sich keine Rückkaufoption für Dilrosun gesichert zu haben!”

Nun, dass diese Aussage vom gestrigen sky-Kommentator etwas zu weit gegriffen ist und auch rein faktisch gar nicht machbar gewesen wäre, ist wohl offensichtlich. Festzuhalten ist aber, dass der Niederländer einmal mehr Herthas bester Mann auf dem Feld war und allen schlechten Umständen trotzte. War offensiv irgendetwas von den Blau-Weißen zu sehen, dann hatte Dilrosun in 95% der Fälle seine flinken Füße im Spiel. Er wollte sich nicht mit dem Verlauf der Begegnung zufriedengeben und tat alles, um diesen zu verändern. Er spulte die drittmeisten Meter seiner Mannschaft ab, dazu mit Abstand die meisten Sprints. Des Weiteren gab er die meisten Torschüsse ab und flankte am öftesten. Dass ihm dabei nicht alles gelingen wollte, war zu sehen, dennoch ist sein Eifer beispielhaft gewesen.

In der 53. Minute tankte sich der 20-jährige Tempo-Dribbler nach einem wunderbaren Pass von Vedad Ibisevic in den Bremer Strafraum und knallte den Ball schlitzohrig im letzten Moment ins linke Torwarteck. Ja, Bremens Pavlenka hätte den Ball wohl halten müssen, aber auch er hatte nicht mehr damit gerechnet, dass Dilrosun schießt und nicht flankt. In der 86. Minute setzte Herthas Neuzugang noch Davie Selke mit einem schönen Pass in Szene, der Mittelstürmer konnte seine Chance aber nicht nutzen.

Einmal mehr ein beeindruckender Auftritt des jungen Dilrosun. Es war keine Galavorstellung wie noch gegen Gladbach, aber er biss sich in die Partie, gab nie auf und belohnt zumindest sich selbst.

Sturm

Vedad Ibisevic – Note: 2-

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der Berliner Kapitän bewies gegen Bremen, dass die Leistung eines Stürmers nicht nur nach Toren gemessen wird.

Ibisevic gab gegen Bremen alles, um das Berliner Ruder herumzureißen. Er rieb sich vollständig auf, nahm jeden Zweikampf an und versuchte immer wieder, sich spielerisch zu beteiligen. Dafür ließ er sich bis ins Mittelfeld fallen, sicherte Bälle und leitete sie auf die Außenbahnen weiter. Der 33-Jährige war immens zweikampfstark an diesem Tag, zehn seiner 14 Duelle gewann er, sieben von neun in der Luft. Sein Spiel mit dem Rücken zum gegnerischen Tor war streckenweise herausragend.

Wie schon erwähnt, legte der Bosnier den Treffer von Dilrosun auf. Sein Pass zeugte von starker Übersicht und hoher Genauigkeit. Genauigkeit war das, was ihm bei seinen beiden Torschüssen leider fehlte.

Eine gute Partie des Sturm-Oldies, der aktuell nicht zu verdrängen ist.

Einwechslungen

Thomas Kraft – Note: 3-

Herthas Nummer zwei musste das Tor in Halbzeit zwei hüten, konnte sich aber nicht mehr auszeichnen. Beim Elfmeter von Max Kruse entschied er sich für die falsche Ecke und gefährliche Schüsse darüber hinaus hatte er nicht zu halten.

Davie Selke – Note: 3

Der 23-jährige Mittelstürmer kam beim Stand von 2:1 für Bremen auf den Platz (64. Minute) und sollte die Schlussoffensive einläuten. Nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung schossen die Werderaner allerdings das entscheidende 3:1, sodass viel Wind aus dem Berliner Spiel genommen wurde. Selke versuchte dennoch alles, um noch einmal für Unruhe zu sorgen. Sehr entschlossen und zweikampfstark trat der Ibisevic-Herausforderer auf. Seine beste Szene hatte Selke in der 86. Minute, als er Bremens Abwehrspieler gut umkurvte, sein Abschluss aber zu ungenau war.


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Und so schnell ist man auf dem Boden der Tatsachen zurück. Hertha BSC verlor am Dienstagabend sein erstes Pflichtspiel der laufenden Saison und das verdient. Gegen taktisch besser eingestellte und körperlich deutlich überlegende Bremer gab es bei der 1:3-Niederlage nichts zu holen. Die Mannschaft von Pal Dardai fand nie wirklich in die Partie und scheint den Ausfall von Marko Grujic sehr schwer zu verschmerzen. Ohne Spielfluss, Zweikampfstärke und mit drei mehr oder weniger unnötigen Gegentoren lassen sich keine Punkte holen und so stehen nach fünf Spieltagen weiterhin zehn auf dem Berliner Konto. Die Einzelkritik zu einer schwachen Mannschaftsleistung und wenigen individuell guten Vorstellungen. 

Tor

Rune Jarstein – Note: 3+

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

An dem Norweger, der die Partie zur Halbzeit beenden musste, kann man die Niederlage wirklich nicht festmachen.

Gab es im ersten Durchgang etwas zu halten oder eine Bremer Hereingabe abzufangen, war Jarstein zur Stelle. Auch wenn der SV Werder spielerisches Übergewicht hatte, gaben sie in den ersten 45 Minuten nur fünf Schüsse direkt aufs Tor ab, wovon zwei in Toren resultierten. Die sonstigen Versuche konnte Herthas Schlussmann sicher parieren. In der elften Minute wurde Jarstein quasi vom eigenen Mann geschlagen. Einen Abpraller von der Latte hatte Jarstein eigentlich schon sicher in seinen Händen, ehe Mannschaftskamerad Fabian Lustenberger ihm den Ball wieder aus diesen herausbugsierte und so das Tor von Martin Harnik erst ermöglichte. Ebenso machtlos war Jarstein beim 0:2, der Kopfball von Milos Veljkovic war nicht zu halten.

Jarstein sollte nach dem Pausentee nicht mehr im Tor stehen, eine Oberschenkelprellung setzte ihn außer Gefecht. Diese merkte man ihm bei seinen Abstößen, die sehr ungenau waren, auch an. Eine ordentliche Leistung vom 33-Jährigen, der seiner Mannschaft dieses mal aber keine Punkte retten konnte.

Abwehr

Valentino Lazaro – Note: 5

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Lazaro und die Rolle des Rechtsverteidigers – die Beziehung schien sich durch das Spiel gegen M’Gladbach gebessert zu haben, doch nach der Partie an der Weser kriselt es wieder massiv zwischen den beiden.

Nein, es war einmal mehr keine gute Partie des 22-Jährigen als rechter Außenverteidiger in einer Viererkette. Das lag zum einen an den bereits oft aufgetretenen Schwächen in der Defensive, aber zum anderen auch an ungewohnt schwachem Timing im Angriffsspiel. Lazaro war ein ständiger Unruheherd – für seine eigene Mannschaft. Er verlor fast alle seine Zweikämpfe und hatte recht große Probleme mit seinem Stellungsspiel. So verlor er in Minute 17 seinen Gegenspieler aus den Augen und konnte die Situation nur mit einem taktischen Foul bereinigen, das ihm die verdiente gelbe Karte einbrachte. Bremen griff sehr häufig über seine Seite an, weil sie in ihm einen Schwachpunkt sahen und ohne zu hart klingen zu wollen: sie lagen damit richtig. Lazaro war sichtlich überfordert mit seinen Defensivaufgaben. Dazu kommt eine gruselige Passquote, die zu noch mehr Ballverlusten führte.

Dass der Österreicher Probleme im Abwehrverhalten hat, ist nichts neues. In den vergangenen Spielen konnte er dies zumindest mit seinen Offensivaktionen kaschieren, doch auch diese wollten ihm gegen Bremen nicht gelingen. Lazaro bewies sehr schlechtes Timing in seinen Vorstößen, kam viel zu spät zu Angriffen dazu, wodurch seine Meter nicht nur umsonst waren, sondern Lücken in Herthas Abwehr rissen. Herthas Nummer 20 gelangen kaum Durchbrüche, er konnte seine Technik und Schnelligkeit nicht ausspielen und so war er an keiner Berliner Torchance direkt beteiligt.

Ein sehr gebrauchter Tag von Lazaro, der das Feuer vermissen ließ, mit dem er seine Mannschaft regelmäßig mitreißt.

Niklas Stark – Note: 3+

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Dass die Bremer nicht noch mehr direkte Torschüsse aus ihrer Feldüberlegenheit herauskitzeln konnte, lag auch an Herthas Innenverteidigung, die noch am wachesten von allen Berlinern wirkte.

Niklas Stark knüpfte in Bremen an seine gute Vorstellung aus der zweiten Halbzeit gegen die “Fohlen” an und präsentierte sich souverän. Der 23-Jährige erlaubte sich kaum bis gar keine Fehler und hatte Bremens Mittelstürmer Harnik die meiste Zeit aus dessen beliebter Zone halten. Beim 1:0 ist Starks Bein leider zehn Zentimeter zu kurz, ansonsten hätte er die Hereingabe von Bremens Moisander bereits frühzeitig klären können. Klären ist aber das richtige Stichwort, denn das tat Herthas Innenverteidiger insgesamt sechs Mal. Dazu kommen sechs Ballsicherungen, zwei Blocks und zwei abgefangene Bälle – eine gute Bilanz. Beim 2:0 trifft Stark, aus unserer Sicht, keine Schuld. Viel eher könnte darüber geredet werden, ob der Armeinsatz von Torschütze Veljkovic im Luftduell mit Stark nicht regelwidrig war und somit hätte abgepfiffen werden müssen.

Eine zufriedenstellende Leistung von Stark, der stets die Ruhe behielt und seiner Mannschaft zumindest etwas Stabilität verlieh.

Karim Rekik – Note: 2-

(Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Rekik regelt – Zwei Wörter, die so schon oft gefallen sind. Der Niederländer ist auch nach Verletzungspausen sofort wieder bei 100% und Mister Zuverlässig, das bewies er auch am Dienstagabend.

Neun von elf Zweikämpfen gewann Berlins Bulle in Bremen, alle fünf Luftduelle entschied er für sich. Dazu kommen sechs Ballsicherungen, zwei abgefangene Bälle und ein Block. Allein diese Zahlen zeigen bereits, dass Rekik sofort wieder funktionierte und einen Eckpfeiler der “alten Dame” darstellte. Rekik ließ Harnik nur einmal sträflich aus den Augen (Chance in der 25. Minute), ansonsten hatte der 23-Jährige alles im Griff. Zudem bekam man wieder seine berühmt explosiven Tacklings zu sehen, die zahlreiche Situationen auf einen Schlag beruhigten.

Rekik hat dem Team mit seiner Präsenz und Ruhe deutlich gut getan und ist auf Anhieb wieder nicht mehr wegzudenken.

Marvin Plattenhardt – Note: 4

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Ein dürftiger Auftritt von Plattenhardt, der aber zumindest defensiv souveräner auftrat als Lazaro.

Auch “Platte” erwischte keinen großen Tag gegen Bremen, wusste sich dann aber zumindest auf das wesentliche – das Verteidigen – zu fokussieren. Er gewann die entscheidenden Zweikämpfe, sodass selten echte Bremer Durchbrüche über seine Seite gelangen. Er trat gewohnt resolut im direkten Duell auf und bekam wenige Probleme mit Kruse, der eher gefährlich wurde, zog es ihn in die Spielmitte. Leider vergaß Plattenhardt in seiner so sicheren Haltung das Fußballspielen. Zahlreiche Möglichkeiten, den Ball schnell nach vorne zu spielen, ließ er liegen und raubte seiner Mannschaft somit wichtige Vorstöße und die nötige Luft zum Atmen. In der 65. Minute verursachte der deutsche Nationalspieler einen Elfmeter – regelkonform, da er die Wade von Davy Klaassen deutlich getroffen hat und unglücklich, weil er den Bremer in seinem Rücken nicht hat kommen sehen. Es ist also nicht als klarer Fehler zu bewerten.

Offensiv wollte dem 26-Jährigen nahezu nichts gelingen. Er traute sich kaum nach vorne, was allein die Laufstatistik beweist: nach Ondrej Duda zog Plattenhardt die wenigsten Sprints aller Berliner Startelfspieler an. Das hatte zur Folge, dass überhaupt keine Dynamik über seine Seite entstehen konnte und Flügelpartner Dilrosun eigentlich immer allein angreifen musste. Es wäre für Plattenhardt durchaus möglich gewesen die Seite von den defensiv eher schwachen Max Kruse und Theodor Gebre Selassie mit gezieltem Überlaufen von Dilrosun zu bewältigen, aber er traute sich es erst gar nicht zu.

Zumindest eine defensive Stabilität konnte Plattenhardt mit seinem Spielstil erreichen, das spielerische ging ihm aber gänzlich ab.

Mittelfeld

Fabian Lustenberger – Note: 6

(Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

Eine absolut grausige Vorstellung des Schweizers, der die offene Position im zentralen Mittelfeld übernahm und ihr in keiner Weise gerecht werden konnte.

Im vergangenen Spiel war Lustenberger als Innenverteidiger noch einer der überragenden Akteure des gesamten Spieltags. Stets zur Stelle, überragendes Stellungsspiel und elegantes Zweikampfverhalten, dazu sogar noch ein konstruktives Aufbauspiel. Davon blieb absolut nichts übrig, als er im Bremen-Spiel eine Position weiter vorne eingesetzt wurde. Der Ur-Berliner ließ sämtliche Attribute vermissen, die von einem Sechser verlangt werden. Er nahm Zweikämpfe teilweise nicht richtig an, hatte eine grauenhafte Rückwärtsbewegung und ließ dadurch sehr bedeutende Korridore in der Spielmitte offen. Es schien, als sei ihm das gesamte Spieltempo zu schnell gewesen und dabei spielte der Gastgeber gar keinen so fulminanten Fußball. Es reichte schon einfachstes Pressing, um “Lusti” in große Bedrängnis zu bringen und zu Abspielfehlern zu zwingen. Daraus ergaben sich empfindliche Ballverluste vor dem eigenen 16er, die Bremen natürlich Oberwasser gaben. Oftmals trabte der 30-Jähriger nur hinterher, sodass ein Arne Maier angehalten war, riesige Wege zu gehen, um Lücken zu schließen.

Lustenbergers Aktion beim 0:1 wollen wir ihm nicht einmal groß ankreiden. Eine absolut unglückliche Situation – ein Missverständnis mit Jarstein im großen Chaos. Nein, es war die Gesamtleistung, die zu dieser Bewertung führte. (Nicht nur) Durch Lustenberger hat die komplette Präsenz im Mittelfeld gefehlt, sodass Bremen das Spiel an sich reißen konnte. In dieser Form ist es leider mannschaftsgefährdend, Lustenberger im Mittelfeld spielen zu lassen. Ihm geht dort mittlerweile alles zu schnell.

Arne Maier – Note: 3-

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Maier hatte durchaus Ansätze in diesem Spiel gezeigt, die ihm zum Mittelfeldanführer gemacht hätten. Er konnte aber leider nicht die letzten Prozente aufbringen.

Durch das Hineinrücken Lustenbergers ins Mittelfeld, übernahm Maier die Rolle vom verletzten Marko Grujic als Box-to-Box-Player. Das Eigengewächs sollte das gesamte Feld beackern, das verbindende Element zwischen Abwehr und Angriff sein und auch Läufe in den Strafraum wagen. Tatsächlich hatte der 19-Jährige einen sehr großen Aktionsradius und lief die meisten Meter von allen Herthanern. Auch die meisten intensiven Läufe gingen auf sein Konto, wie auch die zweitmeisten Sprints. Der Wille war also eindeutig da. Leider gelang ihm die spielerische Komponente nicht allzu gut. Der Mittelfeldmotor arbeite viel nach hinten, schloss Lücken und griff dem überforderten Lustenberger unter die Arme – darunter litt aber sein Spiel nach vorne. Immer wieder trieb er die Kugel in die gegnerische Hälfte, doch dann traute er sich nicht den Schnittstellenpass oder den eigenen Lauf in das letzte Drittel zu. Mit seiner Ballsicherheit wäre das ein probates Mittel gewesen, zumal Kompagnon Duda kein Faktor in diesem Spiel war. Leider griff Maier zu oft auf den einfachen Pass zur Seite oder nach hinten zurück und konnte dadurch nicht der gewünschte Unterschiedsspieler sein.

Sehr viel Kritik kann man an Maier nicht äußern, sondern nur anmerken, dass er sich mehr zutrauen sollte.

Ondrej Duda – Note: 5

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Gegen M’Gladbach noch einmal mehr so wichtig gewesen, lief die Partie in Bremen komplett an Duda vorbei.

Apropos “Unterschiedsspieler” – diese Rolle übernahm der Slowake in den vergangenen Wochen sehr oft. Am Dienstagabend tauchte Duda allerdings komplett unter und konnte seiner Mannschaft keinen nützlichen Dienst erweisen. Ihm gingen Spielwitz, Dynamik und die nötige Aggressivität in den Zweikämpfen komplett ab, sodass in weiten Teilen der Partie gar nichts von ihm zu sehen war. Einzig in der guten Berliner Phase kurz vor der Halbzeit konnte etwas auf sich aufmerksam machen.

Viel mehr lässt sich auch nicht zu diesem Auftritt sagen. Duda war kein Faktor und wurde leistungsgerecht in der 77. Minute ausgewechselt.

Palko Dardai – Note: 5-

(Foto: Ottmar Winter/Bongarts/Getty Images)

Auch Trainer-Sohn Palko Dardai konnte der Partie keinen Stempel aufdrücken. Ein sehr blasser Auftritt.

Dem bisherigen Saisonverlauf nach hätte auch der Auftritt von Palko Dardai ein großartiger werden sollen. Die No-Names Dennis Jastrzembski und Javairo Dilrosun haben vorgemacht, wie man sich sofort ins Rampenlicht spielt, dorthin konnte ihn der 19-Jährige allerdings nicht folgen. Körperlich scheint Dardai noch einiges zu fehlen, denn er konnte kaum einen Zweikampf gewinnen und rieb sich meist wirkungslos an den Bremer Verteidigern auf. Er fand nie seine Rolle in der Partie und kam gerade einmal 22 Ballkontakte – das sind sieben weniger als Torhüter Jarstein hatte, der zur Halbzeit ausgewechselt wurde.

Es war sicherlich kein einfaches Spiel für seinen jungen Spieler, denn die Partie lief keinesfalls in Herthas Sinne und es ist nicht zu erwarten, dass von nun an jedes Talent wie Dilrosun sofort einschlägt. Ein undankbare Partie für Dardai, der er nicht gerecht werden konnte, spielerisch wie körperlich.

Javairo Dilrosun – Note: 2

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

“Manchester City war, muss man schon sagen, arrogant, sich keine Rückkaufoption für Dilrosun gesichert zu haben!”

Nun, dass diese Aussage vom gestrigen sky-Kommentator etwas zu weit gegriffen ist und auch rein faktisch gar nicht machbar gewesen wäre, ist wohl offensichtlich. Festzuhalten ist aber, dass der Niederländer einmal mehr Herthas bester Mann auf dem Feld war und allen schlechten Umständen trotzte. War offensiv irgendetwas von den Blau-Weißen zu sehen, dann hatte Dilrosun in 95% der Fälle seine flinken Füße im Spiel. Er wollte sich nicht mit dem Verlauf der Begegnung zufriedengeben und tat alles, um diesen zu verändern. Er spulte die drittmeisten Meter seiner Mannschaft ab, dazu mit Abstand die meisten Sprints. Des Weiteren gab er die meisten Torschüsse ab und flankte am öftesten. Dass ihm dabei nicht alles gelingen wollte, war zu sehen, dennoch ist sein Eifer beispielhaft gewesen.

In der 53. Minute tankte sich der 20-jährige Tempo-Dribbler nach einem wunderbaren Pass von Vedad Ibisevic in den Bremer Strafraum und knallte den Ball schlitzohrig im letzten Moment ins linke Torwarteck. Ja, Bremens Pavlenka hätte den Ball wohl halten müssen, aber auch er hatte nicht mehr damit gerechnet, dass Dilrosun schießt und nicht flankt. In der 86. Minute setzte Herthas Neuzugang noch Davie Selke mit einem schönen Pass in Szene, der Mittelstürmer konnte seine Chance aber nicht nutzen.

Einmal mehr ein beeindruckender Auftritt des jungen Dilrosun. Es war keine Galavorstellung wie noch gegen Gladbach, aber er biss sich in die Partie, gab nie auf und belohnt zumindest sich selbst.

Sturm

Vedad Ibisevic – Note: 2-

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der Berliner Kapitän bewies gegen Bremen, dass die Leistung eines Stürmers nicht nur nach Toren gemessen wird.

Ibisevic gab gegen Bremen alles, um das Berliner Ruder herumzureißen. Er rieb sich vollständig auf, nahm jeden Zweikampf an und versuchte immer wieder, sich spielerisch zu beteiligen. Dafür ließ er sich bis ins Mittelfeld fallen, sicherte Bälle und leitete sie auf die Außenbahnen weiter. Der 33-Jährige war immens zweikampfstark an diesem Tag, zehn seiner 14 Duelle gewann er, sieben von neun in der Luft. Sein Spiel mit dem Rücken zum gegnerischen Tor war streckenweise herausragend.

Wie schon erwähnt, legte der Bosnier den Treffer von Dilrosun auf. Sein Pass zeugte von starker Übersicht und hoher Genauigkeit. Genauigkeit war das, was ihm bei seinen beiden Torschüssen leider fehlte.

Eine gute Partie des Sturm-Oldies, der aktuell nicht zu verdrängen ist.

Einwechslungen

Thomas Kraft – Note: 3-

Herthas Nummer zwei musste das Tor in Halbzeit zwei hüten, konnte sich aber nicht mehr auszeichnen. Beim Elfmeter von Max Kruse entschied er sich für die falsche Ecke und gefährliche Schüsse darüber hinaus hatte er nicht zu halten.

Davie Selke – Note: 3

Der 23-jährige Mittelstürmer kam beim Stand von 2:1 für Bremen auf den Platz (64. Minute) und sollte die Schlussoffensive einläuten. Nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung schossen die Werderaner allerdings das entscheidende 3:1, sodass viel Wind aus dem Berliner Spiel genommen wurde. Selke versuchte dennoch alles, um noch einmal für Unruhe zu sorgen. Sehr entschlossen und zweikampfstark trat der Ibisevic-Herausforderer auf. Seine beste Szene hatte Selke in der 86. Minute, als er Bremens Abwehrspieler gut umkurvte, sein Abschluss aber zu ungenau war.


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