Nach der zweiten Länderspielpause wird Trainer Pal Dardai mit gemischten Gefühlen in die kommenden Wochen gehen. Zwar fehlen derzeit eine Vielzahl an wichtigen Spieler (z.B. Torunarigha oder Grujic) aber es kehren auch einige Langzeitverletzte in den Kader zurück und sorgen so für einen verschärften Konkurrenzkampf 2.0 in allen Mannschaftsteilen.

Angriff

Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images

Davie Selke spielte in der Länderspielpause im Testspiel gegen den SV Babelsberg (4:1) erstmals in dieser Saison 90 Minuten durch und setzte mit zwei Toren und einer Vorlage ein Ausrufezeichen. Mit Selke hat Pal Dardai nun endlich eine echte Alternative zu Vedad Ibisevic. Mit 5 Toren in 8 Pflichtspielen ist der Kapitän derzeit ein echter Leistungsträger. Doch auch ein Ibisevic ist nicht vor Formschwanken gefeit. Selke muss und wird nun auf seine Chance lauern und zur Stelle sein, wenn der Kapitän schwächelt oder eine Pause braucht. Nach fünf Einwechselungen in der Bundesliga wird Selke auf einen Startelfeinsatz drängen.

Auch Pascal Köpke konnte im Test gegen Babelsberg mit einem Treffen auf sich aufmerksam machen. Bei ihm und Eigengewächs Muhammed Kiprit wird abzuwarten sein, wie lange die Beiden noch Geduld aufbringen.

Mittelfeld

Die Verletzung von Marko Grujic hat die Berliner hart getroffen. Die Niederlage gegen Bremen (1:3) im darauffolgenden Spiel ist zwar nicht allein auf seinen Ausfall zurückzuführen, man hat jedoch gesehen, dass der spielstarke und ballsichere Serbe nicht leicht zu ersetzen ist. Ersatzmann Per Skjelbred konnte in seinem Startelfdebüt gegen den FC Bayern (2:0) mit einer Glanzleistung überzeugen. Im Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 wurde jedoch deutlich, dass mit Skjelbred zwar defensive Stabilität garantiert ist, das spielerische Element aber zu kurz kommt.

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Hier kommt das Comeback von Vladimir Darida genau zur richtigen Zeit. Der lauf- und spielstarke Tscheche ist der natürliche Ersatz für Grujic. Darida kann die stabilisierende Rolle als dritter zentraler Mittelfeldspieler neben Ondrej Duda und Arne Maier einnehmen und so dem Berliner Aufbauspiel Stabilität sowie Spielwitz verleihen. Damit Darida in bestmöglicher Verfassung in die Mannschaft zurückkehren kann, hat er extra auf eine Länderspielreise verzichtet und in Berlin weiter Aufbautraining betrieben.

Kehrt Grujic, der derzeit schon wieder im Lauftraining ist, wieder zurück, kämpfen ingesamt sechs Spieler (Skjelbred, Lustenberger, Maier, Darida, Duda und eben Grujic) um drei Positionen im zentralen Mittelfeld. Das Trainerteam wird dann die Qual der Wahl haben und harte Entscheidungen treffen müssen, die sicherlich auch Frust bei einigen Spielern hervorrufen können.

Doch auch auf dem Flügel könnte es zu Rotationen kommen. Zwar legte Shootingstar Javairo Dilrosun einen fabelhaften Saisonstart hin, konnte gegen den FSV Mainz 05 allerdings nicht überzeugen und musste in der Länderspielpause zur U-Nationalmannschaft reisen. In seinem Alter wäre es absolut normal, auch einmal in ein kleines Leistungsloch zu fallen. Genau auf dieses lauert Mathew Leckie, der seit ein paar Wochen wieder mit der Mannschaft trainiert und bereits zweimal eingewechselt wurde. Der Australier hat den Anspruch, Stamm zu spielen und so wird auch auf dem Flügel ein heißer Konkurrenzkampf ausbrechen, der auch durch Maxi Mittelstädt, Dennis Jastrzembski und Pascal Köpke angeheizt werden wird.

Abwehr

In der Defensive ruht angesichts der vielen kleineren und größeren Verletzungen aktuell der Konkurrenzkampf. Derzeit sind mit Karim Rekik, Jordan Torunarigha und Niklas Stark gleich drei Innenverteidiger angeschlagen und fallen wahrscheinlich gegen den SC Freiburg aus.

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Doch trotz der aktuellen Verletztenmisere wird auch in diesem Mannschaftsteil der Druck größer werden. Durch die vielen Verletzungen, gerade in der Innenverteidigung, müssen immer wieder neue Spieler aushelfen. So ist beispielsweise gegen Gladbach Fabian Lustenberger für den verletzten Karim Rekik eingesprungen und konnte sich als echte Alternative präsentieren.

Eine weitere Option mit Ansprüchen ist Derrick Luckassen. Der Neuzugang ist über seine bisherige Reservistenrolle unglücklich und will sich unbedingt in die Mannschaft spielen. Im Testspiel gegen Babelsberg durfte der Niederländer sich erstmals beweisen. Sein Einsatz gegen Freiburg ist nicht unwahrscheinlich. Dardai wird im schlimmsten Fall gegen den SC Freiburg nur auf Luckassen und Lustenberger als etatmäßige Innenverteidiger zurückgreifen können. Kommen die beiden zum Einsatz und können überzeugen, werden sie berechtigte Ansprüche auf weitere Einsatzminuten erheben und so mittelfristig den Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung anheizen.

Auf den Außenverteidigerpositionen sieht die Lage ähnlich aus. Der lange verletzte Peter Pekarik hat in der Nationalmannschaft gegen Tschechien seine ersten 45 Minuten gespielt. Damit wird er bald eine vollwertige Alternative auf der Rechtsverteidigerposition sein und mit Valentin Lazaro um Spielzeit kämpfen. Besonders bei Gegnern, die eine hohe defensive Stabilität fordern, könnte Routinier Pekarik die erste Wahl sein, sodass Lazaro eine Reihe aufrücken und somit wiederum den Konkurrenzkampf im Mittelfeld erhöhen würde.

Auch auf der Linksverteidigerposition hat Dardai mit der Aufstellung von Maxi Mittelstädt im Bayern-Spiel deutlich gemacht, dass es auch hier einen echten Konkurrenzkampf gibt. Plattenhardt ist nicht mehr unumstritten und wird zukünftig seinen Platz in der Startelf verteidigen müssen. Auch weil ein fitter Torunarigha, wenn für ihn in der Innenverteidigung kein Platz ist, eine weitere Alternative für die linke Seite ist.

Ausblick

Der Kader wurde von Manager Michael Preetz und Trainer Pal Dardai darauf ausgerichtet, dass es auf allen Positionen mehrere erstklassige Optionen gibt. Dies ist in dieser Saison aufgrund mehrerer Verletzungen noch nicht wirklich zum Tragen gekommen, wird aber zukünftig immer öfter der Fall sein. Wir dürfen gespannt sein, wie die Mannschaft mit diesem verschärften Konkurrenzkampf 2.0 umgehen wird. Aber Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft und trägt hoffentlich dazu bei, den sportlichen Höhenflug der Berliner fortzusetzen.


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[…] Fähigkeit, ansatzlos zwischen Abwehr und Mittelfeld zu pendeln, ist sein größter Trumpf im Konkurrenzkampf um die Startelfplätze, der in dieser Saison bei Hertha BSC besonders stark ausgeprägt […]

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[…] Fähigkeit, ansatzlos zwischen Abwehr und Mittelfeld zu pendeln, ist sein größter Trumpf im Konkurrenzkampf um die Startelfplätze, der in dieser Saison bei Hertha BSC besonders stark ausgeprägt […]

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