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Fortuna Düsseldorf – Hertha BSC: Späte Gerechtigkeit?

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Egal, wie sehr man versucht, sich auf das Sportliche zu konzentrieren: Man kommt beim besten Willen nicht drum herum, noch einmal zurückzublicken. Auch sechs Jahre später tut das, was im Mai 2012 passierte, immer noch weh. Die Geschehnisse sollen an dieser Stelle nicht nochmal von Neuem aufgerollt werden. Schließlich hat die Entwicklung der beiden Vereine in den darauffolgenden Jahren die Ungerechtigkeit zumindest ein Stück weit wieder ausgeglichen. So ist Hertha nun – anders als damals – in einer sportlich komfortablen Situation, während es für Düsseldorf jetzt schon um das nackte Überleben in der ersten Liga geht. Ein guter Zeitpunkt also, um späte Rache zu üben.

Der Trend ist Düsseldorfs Feind

Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/GettyImages

Als Fan der Fortuna hat man es dieser Tage nicht leicht. Verlief der Saisonstart mit fünf Punkten aus den ersten vier Spielen noch durchaus vielversprechend, dreht sich die Abwärtsspirale seit dem 5. Spieltag immer schneller. Seit dem 26. September konnte das Team von Friedhelm Funkel keinen einzigen Zähler mehr holen, kassierte in diesem Zeitraum 20 Gegentore in sechs Spielen und erzielte in derselben Episode lediglich zwei Treffer. Es ist also nicht schwer, ausfindig zu machen, wo der Mannschaft der Schuh drückt. Die Antwort lautet: überall. Dennoch lohnt sich ein näherer Blick in die Statistiken, denn dieser zeigt, dass Düsseldorf gerade im Spiel nach vorn nicht mit Fortuna im Bunde ist. Die schwächste Offensive der Liga kann nämlich nicht damit begründet werden, dass man es nicht versuchen würde. Im Gegenteil ist der Tabellenletzte sogar das Team, das sich die siebtmeisten Chancen im Ligavergleich herausspielt. Das Problem liegt jedoch darin, dass mit 14,33 Schüssen pro Tor nur Mainz ineffizienter ist. Zum Vergleich: Hertha benötigt pro Treffer 4,93 Abschlüsse. Bei den zugelassenen Chancen spricht die Tabelle ebenfalls eine eindeutige Sprache. Hier hat nur der VfB Stuttgart eine Torchance mehr zugelassen. Frei nach dem Motto: Wer die Dinger vorne nicht macht, wird hinten bestraft.

Düsseldorf als Opfer der Schere zwischen Arm und Reich

Foto: Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images

Dass Düsseldorf in der Tabelle dort steht, wo sie stehen, darf derweil niemanden überraschen. Orientiert man sich an Transfermarkt.de, hat der Kader der Fortuna einen Gesamtmarktwert von 42 Millionen Euro. Nur Nürnberg hat mit 49 Millionen einen ähnlich überschaubaren Wert. Der 16.-platzierte Freiburg hat bereits einen mehr als doppelt so hohen Marktwert. Es veranschaulicht, was schon seit Jahren beobachtet werden kann. Für die kleinen Teams wird es zunehmend schwieriger, sich in der Bundesliga zu etablieren. Dem letzten „kleinen“ Verein, dem es nach einem Aufstieg in die erste Liga gelang, sich dauerhaft dort zu etablieren, ist der FC Augsburg. In den darauffolgenden Jahren waren es immer nur Aufsteiger wie Köln, die von den finanziellen Möglichkeiten ohnehin in die Bundesliga gehören, die sich im Oberhaus festbissen. Mannschaften wie Fürth, Braunschweig, Darmstadt und Ingolstadt strichen immer spätestens im zweiten Jahr nach dem Aufstieg die Segel. Bislang deutet alles darauf hin, dass auch Düsseldorf dieses Schicksal ereilen wird.

Der Aufbaugegner zur rechten Zeit?

Angesichts dieser Ausführungen ist die Favoritenrolle am Samstag klar auf Seiten der Hertha. Gleichwohl zeigt auch bei der Mannschaft von Pal Dardai der Trend gerade eher nach unten. Seit vier Ligaspielen konnte nicht mehr gewonnen werden. Das 0:3 gegen Leipzig war im Ergebnis vielleicht etwas zu deutlich, versetzte der zwischenzeitlichen Euphorie in der Hauptstadt aber dennoch einen klaren Dämpfer. Die angeschlagenen Düsseldorfer könnten daher genau zum richtigen Zeitpunkt kommen, um das vergangene Wochenende zu vergessen. Gewinnt man hier aber nicht, wäre das ein herber Rückschlag. Gerade in Anbetracht der gemeinsamen Vergangenheit.

 


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Der Trend ist Düsseldorfs Feind

Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/GettyImages

Als Fan der Fortuna hat man es dieser Tage nicht leicht. Verlief der Saisonstart mit fünf Punkten aus den ersten vier Spielen noch durchaus vielversprechend, dreht sich die Abwärtsspirale seit dem 5. Spieltag immer schneller. Seit dem 26. September konnte das Team von Friedhelm Funkel keinen einzigen Zähler mehr holen, kassierte in diesem Zeitraum 20 Gegentore in sechs Spielen und erzielte in derselben Episode lediglich zwei Treffer. Es ist also nicht schwer, ausfindig zu machen, wo der Mannschaft der Schuh drückt. Die Antwort lautet: überall. Dennoch lohnt sich ein näherer Blick in die Statistiken, denn dieser zeigt, dass Düsseldorf gerade im Spiel nach vorn nicht mit Fortuna im Bunde ist. Die schwächste Offensive der Liga kann nämlich nicht damit begründet werden, dass man es nicht versuchen würde. Im Gegenteil ist der Tabellenletzte sogar das Team, das sich die siebtmeisten Chancen im Ligavergleich herausspielt. Das Problem liegt jedoch darin, dass mit 14,33 Schüssen pro Tor nur Mainz ineffizienter ist. Zum Vergleich: Hertha benötigt pro Treffer 4,93 Abschlüsse. Bei den zugelassenen Chancen spricht die Tabelle ebenfalls eine eindeutige Sprache. Hier hat nur der VfB Stuttgart eine Torchance mehr zugelassen. Frei nach dem Motto: Wer die Dinger vorne nicht macht, wird hinten bestraft.

Düsseldorf als Opfer der Schere zwischen Arm und Reich

Foto: Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images

Dass Düsseldorf in der Tabelle dort steht, wo sie stehen, darf derweil niemanden überraschen. Orientiert man sich an Transfermarkt.de, hat der Kader der Fortuna einen Gesamtmarktwert von 42 Millionen Euro. Nur Nürnberg hat mit 49 Millionen einen ähnlich überschaubaren Wert. Der 16.-platzierte Freiburg hat bereits einen mehr als doppelt so hohen Marktwert. Es veranschaulicht, was schon seit Jahren beobachtet werden kann. Für die kleinen Teams wird es zunehmend schwieriger, sich in der Bundesliga zu etablieren. Dem letzten „kleinen“ Verein, dem es nach einem Aufstieg in die erste Liga gelang, sich dauerhaft dort zu etablieren, ist der FC Augsburg. In den darauffolgenden Jahren waren es immer nur Aufsteiger wie Köln, die von den finanziellen Möglichkeiten ohnehin in die Bundesliga gehören, die sich im Oberhaus festbissen. Mannschaften wie Fürth, Braunschweig, Darmstadt und Ingolstadt strichen immer spätestens im zweiten Jahr nach dem Aufstieg die Segel. Bislang deutet alles darauf hin, dass auch Düsseldorf dieses Schicksal ereilen wird.

Der Aufbaugegner zur rechten Zeit?

Angesichts dieser Ausführungen ist die Favoritenrolle am Samstag klar auf Seiten der Hertha. Gleichwohl zeigt auch bei der Mannschaft von Pal Dardai der Trend gerade eher nach unten. Seit vier Ligaspielen konnte nicht mehr gewonnen werden. Das 0:3 gegen Leipzig war im Ergebnis vielleicht etwas zu deutlich, versetzte der zwischenzeitlichen Euphorie in der Hauptstadt aber dennoch einen klaren Dämpfer. Die angeschlagenen Düsseldorfer könnten daher genau zum richtigen Zeitpunkt kommen, um das vergangene Wochenende zu vergessen. Gewinnt man hier aber nicht, wäre das ein herber Rückschlag. Gerade in Anbetracht der gemeinsamen Vergangenheit.

 


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