Die letzten drei Wochen als Hertha-Fan waren alles andere als angenehm. Es scheint fast so, als hätte sich der Fußballgott persönlich von den Blau-Weißen abgewandt. Neben den vereinsinternen Problemen gibt es genügend Komplikationen im sportlichen Bereich, die es zu meistern gilt. Etwas, das dabei weder vom Präsidium, noch von den Fans beeinflusst werden kann, sind die Verletzungen und/oder Sperren der Abwehrakteure.

Herthas Lazarett ist mittlerweile auf sage und schreibe sieben Spieler angewachsen, davon vier Verteidiger. Hier ein kleines Update:

Marius Gersbeck (23)

Der Torwart befindet sich nach einem Kreuzbandriss (20.04.18) noch immer in der Reha und arbeitet derzeit sehr hart an seinem Comeback. Tatsächlich konnte er vor kurzen mit seiner Rückkehr auf den Trainingsplatz einen Teilerfolg feiern. Es ist möglich, dass er ab Anfang 2019 wieder mit der Mannschaft trainiert. Schon seit 2013 hat Gersbeck des öfteren Probleme mit dem Knie gehabt. Ein Kreuzbandriss ist jedoch eine Verletzung, die unter gewissen Umständen eine frühes Karriereende bedeuten kann, weshalb es wichtig ist, dem gebürtigen Berliner genügend Zeit zu geben.

Julius Kade (19)

Der offensive Mittelfeldspieler wird wohl auf unbestimmte Zeit ausfallen, er zog sich im U23 Spiel in Halberstadt (6.10.18) einen Bruch des Knöchels zu und musste operativ behandelt werden.

Michael Preetz sagte darauf: “Eine solch schwere Verletzung ist natürlich erst einmal ein Schlag für so einen jungen Spieler. Aber wir werden Julius die nächsten Monate bestmöglich begleiten, damit er so schnell es geht wieder auf den Platz zurückkehren kann. In jedem Fall braucht er sich über seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei uns keine Gedanken machen.”

Kade wird wahrscheinlich mindestens zwei Monate Ausfallen und dann mit der Reha beginnen.

Niklas Stark (23)

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Besonders bitter ist der erneute Ausfall des designierten Abwehrchefs. Stark musste schon Anfang Oktober für knapp zwei Wochen pausieren. Das Kuriose dabei ist: wieder ist der rechte Mittelfuß betroffen. Es bleibt zu vermuten, dass die erste Prellung nicht vollkommen ausgeheilt ist und sich dadurch erneute Komplikationen ergeben haben. Die Folge hiervon ist, dass Stark nun umso länger ausfällt und das gerade in einer richtungsweisenden Phase der Saison.

Es ist also sehr naheliegend, dass diese Verletzungen im unmittelbaren Zusammenhang stehen. Mit Sicherheit kann diese Frage allerdings nur jemand beantworten, der Einsicht in Starks Krankenakte hat. Der Spieler wird sich jetzt schonen müssen und zur weiteren Behandlung einen Airwalker Schuh tragen, um den Fuß so gut wie gar nicht zu belasten.

Sicher ist aber, dass der gebürtige Franke erst wieder in der Rückrunde zum Einsatz kommen wird. Als möglicher Ersatz stehen Fabian Lustenberger, Derrick Luckassen und Florian Baak zur Verfügung.

Jordan Torunarigha (21)

Torunarigha musste letzte Woche aufgrund einer stärkeren Prellung in der Wade eine Trainingspause einlegen. Er ist am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen und wahrscheinlich gegen Hoffenheim dabei. Dennoch ist Vorsicht geboten, da der Innenverteidiger bereits zweimal in dieser Saison mit Muskelverletzungen ausfiel und somit behutsam herangeführt werden sollte.

Lukas Klünter (22)

Deutlich unschöner ist die Situation bei dem 22-jährigen Außenverteidiger. Für ihn ist die Hinrunde aufgrund einer Trainingsverletzung definitiv beendet. Bündelrisse sind mit die schwersten Muskelverletzungen und die Steigerung von Muskelzerrungen und Muskelfaserrissen. Es kommt durch sehr starke Belastung zum Zerreißen von Muskelgewebe – dies verursacht große Schmerzen und schränkt die Funktion des Muskels erheblich ein. Am häufigsten sind die Waden- oder wie in Klünters Fall die Oberschenkelmuskulatur.

Meistens muss ein Bündelriss nicht operativ behandelt werden; Wie bei einem Großteil der muskulären Verletzungen kommt auch hier die sogenannte P-E-C-H Regel zum Einsatz: P= Pause und Schonung, E= Eis, kühlen des Muskels, C= Compression, Anlegen eines elastischen Druckverbandes, H= Hochlagern.

Auch in unserem Podcast sprechen wir u.a. über die aktuelle Personalsituation bei Hertha. Hört gerne rein!

Karim Rekik (23)

Scheinbar kann man sich auch in eher belanglosen Testspielen wie gegen Erzgebirge Aue verletzen. Eine MRT- Untersuchung ergab, dass sich der Niederländer einen leichten Muskelfaserriss zugezogen hat. Die Medizinische Abteilung wird mit der Verheilung kein Risiko eingehen wollen, demnach wird Rekik mindestens gegen die TSG Hoffenheim und gegen Hannover 96 verletzungsbedingt zuschauen müssen. Auch bei Rekik wird wohl die P-E-C-H Regel angewendet werden.

Javairo Dilrosun (20)

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Es kam wie es kommen musste: der Niederländer verletzte sich bei seinem Länderspieldebüt in Gelsenkirchen gegen die DFB-Auswahl. Dilrosun wurde zuvor für den ebenfalls verletzten Ryan Babel unmittelbar vor Ende der ersten Halbzeit eingewechselt. In der 66. Minute war jedoch wieder Schluss für ihn. Dilrosun muss an diesem Abend ein Wechselbad der Gefühle durchlebt haben.

Wahrscheinlich handelt es sich um eine Muskelzerrung oder gar einen Faserriss. Die genauen Ergebnisse der Untersuchung stehen noch aus – Hertha spricht nur wage von einer “Muskelverletzung im Oberschenkel”. Cheftrainer Pal Dardai sagte hierzu: “Egal, ob Zerrung oder Faserriss – Jeff wird sicher ausfallen. Er geht jetzt zum Doc, mehr kann ich noch nicht sagen.” Feststeht, dass der 20-jährige Tempodribbler für den Rest der Hinrunde aussetzen wird – damit sind es schon drei Spieler, die in diesem Kalenderjahr nicht mehr eingreifen können.

Falsche Trainingssteuerung von Dardai?

Angesichts dieser langen Verletztenliste wird man bei Hertha nicht umhinkommen, die Trainingssteuerung von Pal Dardai und dem Betreuerstab zu hinterfragen. Auch andere Faktoren, wie die Laufleistungen, schlechte Tagesform oder wenige späte Treffer sprechen dafür, dass in der laufenden Spielzeit “falsch” trainiert wird. Genau wie Mannschaft muss das Trainerteam wohl zu den Basics zurückkehren. “Die komplette Hinrunde haben wir es nie geschafft, zwei-, dreimal dieselbe Mannschaft spielen zu lassen, weil es immer irgendwelche Probleme gab. Aber das müssen wir akzeptieren, so ist das Leben”, sagte Dardai zur aktuellen Kader-Situation.

3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

[…] Nummer eins, zwei und drei (In Person von Niklas Stark, Karim Rekik und Jordan Torunarigha) sind aktuell verletzt. Torunarigha wird am Samstag im Heimspiel gegen Hoffenheim zumindest auf der Bank sitzen, trotzdem […]

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[…] gänzlich anders dar. So sorgt abgesehen von all den Störfeuern neben dem Platz vor allem die Verletzensituation für gedrückte Stimmung. Mit Karim Rekik und Niklas Stark fallen gleich zwei Stammkräfte aus der […]

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