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Welche Spieler bringen Hertha wieder auf Kurs?

Die Winterdepression hat beim Hauptstadtclub frühzeitig Einzug erhalten. Auslöser ist auch die frische Beziehungskrise zwischen Verein und Ultras, gefolgt von zwei deutlichen Niederlagen in Folge. Fünf Partien ohne Sieg, zehn Gegentore, dazu viele Verletzungen und Formschwächen – wohl alle sehnen sich zurück zum starken Saisonstart. Doch genug gejammert, am Samstag steht das nächste Heimspiel gegen die TSG aus Hoffenheim an. Welche Spieler im Kader könnten dort das Ruder herumreißen? Welche Änderungen im Team könnten Hertha zurück in die Siegerspur lenken?

Handlungsbedarf bei Pal Dardai

Pal Dardai hat im Moment keinen leichten Job.

Wer einen Blick auf den Kader der „alten Dame“ wagt, sollte diesen lieber nicht zu lange auf die Verteidigung richten. Innenverteidiger Nummer eins, zwei und drei (In Person von Niklas Stark, Karim Rekik und Jordan Torunarigha) sind aktuell verletzt. Torunarigha wird am Samstag im Heimspiel gegen Hoffenheim zumindest auf der Bank sitzen, trotzdem ist die Situation in der Abwehr alles andere als optimal. So hat es sich Trainer Pal Dardai vor der Saison garantiert nicht vorgestellt, als er noch ein System mit drei Innenverteidigern einstudieren ließ.

Nun hat sich zusätzlich Javairo Dilrosun bei seinem Länderspiel-Debüt verletzt. Gerade die so bekannte Stabilität von Hertha scheint momentan, auch aufgrund dieser Verletzungssorgen, nicht dieselbe zu sein. Spieler wie Fabian Lustenberger und Derrick Luckassen sind jetzt in der Abwehr gefragt. Allerdings lohnt sich auch der Blick auf weitere Spieler, die in den letzten Wochen kaum bis gar nicht in Erscheinung getreten sind. Trotz der vielen Verletzungen hat Herthas Cheftrainer nämlich einige Möglichkeiten, um neuen Schwung in die Mannschaft zu bringen.

Zu der aktuellen Situation empfehlen wir unsere letzte Podcast-Folge. Hört gerne rein!

Peter Pekarik als rechter Verteidiger?

Weil gerade die Abwehr aktuell im Fokus ist, könnte hier ein personeller Wechsel sinnvoll sein. Eine der Konstanten im Hertha-Spiel ist der als Rechtsverteidiger eingesetzte Valentino Lazaro. Seine Offensivqualitäten machen aus ihm eine Art Spielmacher auf der rechten Seite, ähnlich wie Mitchell Weiser diese Rolle zuvor interpretiert hatte. Doch in der aktuellen Lage wären seine Qualitäten auf einer offensiveren Position möglicherweise noch wertvoller für das Gesamtkonstrukt der Mannschaft. Auch er selbst spielt lieber offensiver, obwohl er sehr mannschaftsdienlich die Rolle als rechter Verteidiger annimmt. Am letzten Sonntag konnte Lazaro sogar sein erstes Länderspieltor für Österreich erzielen.

Der erfahrene Peter Pekarik ist wieder fit.

Sollte sich Dardai dazu entscheiden, den Österreicher auf der offensiven rechten Außenbahn einzusetzen, käme als Ersatz Peter Pekarik in Betracht. Der Slowake besticht vor allem mit seinen Defensivqualitäten, wird nicht umsonst “Mr. Zuverlässig” genannt. Das ist beispielsweise auch an seiner Zweikampfquote zu erkennen. In der letzten Saison absolvierte der 32-Jährige 17 Spiele, mit einer Zweikampfquote von 62%. 2016/17 waren es in 30 Einsätze 57% gewonnene Zweikämpfe. Im Vergleich: die aktuelle Zweikampfquote von Lazaro beträgt 44%, die von Marvin Plattenhardt auf der linken Seite 53%.

Im direkten Vergleich ist Lazaro, insbesondere aufgrund seiner offensiven Qualitäten und seines großen Potenzials, weit vorne. Doch beide Spieler auf der rechten Seite einzusetzen, könnte eine Möglichkeit sein, um mehr Stabilität in die aktuell so wackelige Defensive einzubringen – ohne auf die großen Qualitäten von Lazaro verzichten zu müssen. Da Javairo Dilrosun wohl leider den Rest der Hinrunde verpassen wird, könnte Salomon Kalou auf die linke Seite wechseln, was ohnehin im Laufe der Spiele regelmäßig passiert.

Fraglich bleibt natürlich wie fit und eingespielt Peter Pekarik nach seiner langen Verletzung ist. Dadurch, dass der Slowake die gesamte Vorbereitung verpasste, ist nicht klar, ob er auf Anhieb wieder bei 100% Leistungsvermögen wäre. Möglich wäre auch ein solcher Wechsel im Laufe des Spiels, um ihn Schritt für Schritt der Mannschaft näher zu bringen. Fakt ist, dass Dardai aktuell wieder auf die “Basics” des Fußballs, also Laufbereitschaft, Einsatzwille und Zweikampfstärke setzen will und bei diesen Attributen kein Weg an Pekarik vorbeiführt. Dass der Routinier um einen neuen Vertrag spielt (läuft 2019 aus), sollte zusätzliche Motivation geben.

Die Rückkehr von Marko Grujic als Hoffnungsschimmer

Feiert am Samstag wahrscheinlich seine Rückkehr: Marko Grujic. (Foto: Odd Andersen/AFP/Getty Images)

Ein weiterer Spieler, der aus einer Verletzungspause zurückkehrt, ist Marko Grujic. Pal Dardai bedeutet die Rückkehr seines Leihspielers sehr viel: „Seine Persönlichkeit und sein fußballerisches Können sind außergewöhnlich. So einen wie ihn haben wir nicht.“, heißt es vom Cheftrainer.

Tatsächlich könnte ein fitter Marko Grujic dem zuletzt schwächelnden Mittelfeld der Berliner sehr gut tun. Auch hier muss man jedoch Geduld haben, da Grujic länger ausgefallen und nicht mehr im Rhythmus ist. „Er braucht noch ein bisschen“, sagte Pal Dardai zur Form des Serben nach dem Testspiel gegen Erzgebirge Aue am vergangenen Donnerstag.

Zudem war er bisher nur in der „starken“ Phase von Hertha zu sehen. Ob er auch in der aktuellen Lage so überzeugen kann, ist (noch) nicht selbstverständlich. Ihn als „Retter“ anzusehen, wäre also sicherlich vorschnell. Dennoch ist seine Rückkehr eine hervorragende Nachricht für die Mannschaft. Möglicherweise steht er bereits am Samstag wieder auf dem Rasen des Olympiastadions, auch wenn ihm Dardai nur rund 60 Minuten zutraut. Das würde gleichzeitig eine Rückkehr des „magischen Dreiecks“ Maier – Duda – Grujic bedeuten, welches durch hohe Spielintelligenz, Laufbereitschaft und Ballsicherheit bestach.

Kommt Matthew Leckie für Dilrosun?

Leckie war zuletzt wieder Torschütze für Australien (Foto: Mark Kolbe/Getty Images).

Die Verletzung von Dilrosun und die Gelb-Rot-Sperre von Maximilian Mittelstädt werfen die Frage auf, wer die zweite offensive Außenposition neben Kalou bei Hertha übernimmt. Eine Antwort auf diese Frage könnte Mathew Leckie sein. Vergangene Saison konnte der Australier durch seine Schnelligkeit und Torgefahr überzeugen (Fünf Bundesligatore konnte er erzielen). Der 27-Jährige verpasste leider verletzungsbedingt den Saisonstart und bekam in den letzten Wochen öfters Kurzeinsätze. Er scheint also eine sinnvolle Option als Ersatz für Javairo Dilrosun zu sein. Leckie spielt in der Regel als rechter Außenbahnspieler, sodass Salomon Kalou auf die linke Seite wechseln würde. Auch Leckie ist jemand, der die Grundattribute des Fußballs pflegt, indem er sehr viel nach hinten arbeitet und keinen Ball verloren gibt.

Weiterhin ein Problem bleiben allerdings seine Einsätze für die australische Nationalmannschaft. Der Flügelflitzer spielte auch in dieser Länderspielpause für die „Socceroos“: 89 Minuten beim 1:1 gegen Südkorea und 24 Minuten als Joker beim 3:0 gegen Libanon, wo er ein Treffer erzielen konnte. Erneut hat der Flügelflitzer also sehr viele Stunden im Flugzeug verbringen müssen. Die Reise wird sich sicherlich auf seinen körperlichen Zustand auswirken. Die fehlende Frische und die Müdigkeit als Folgen der interkontinentalen Reisen waren schon vergangene Saison ein Problem bei Mathew Leckie. Es ist also fraglich, ob er physisch in der Lage ist, am Samstag Bestleistungen abzurufen. Für die kommenden Wochen wird er aber auf jeden Fall mehr in den Fokus rücken.

Mögliche Rückkehr im Kader für Jastrzembski

Kann “Jatze” Samstag zurück in den Kader finden? (Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Eine weitere Option für die offensive Außenposition wäre der Youngster Dennis Jastrzembski. Zuletzt fand sich der 18-Jährige nicht neben Karim Rekik auf dem Platz wieder, sondern neben dessen Bruder Omar Rekik in der U19. Dort war „Jatze“ auch als Torschütze erfolgreich, erzielte unter anderem gegen die U19 von Werder Bremen das entscheidende 1-0. Auch in der deutschen U19-Nationalmannschaft war er zuletzt erfolgreich unterwegs.

Am Anfang der Saison bewies er in Kurzeinsätzen bei den Profis sein Talent und machte auf sich aufmerksam. Ähnlich wie Dilrosun zuvor könnte der U19-Nationalspieler jetzt seine Chance nutzen und sich in die Mannschaft spielen. Gerade seine Frische, sein Antritt und seine Unbekümmertheit könnte der verunsicherten Mannschaft gut tun.

Eine Rückkehr in den Kader scheint also wahrscheinlich zu sein. Ein Schritt voraus ist ihm allerdings Palko Dardai. Tatsächlich weist der Trainer-Sohn bereits einen Startelfeinsatz (gegen Werder Bremen) in der laufenden Spielzeit auf. Der 19-Jährige war in den letzten Spielen zwar im Profi-Kader, blieb jedoch ohne Einsatz. Dafür spielt Pal Dardai Jr. regelmäßig in Herthas U23 und konnte diese Saison bereits drei Treffer und eine Vorlage beitragen.

Viele Optionen für Pal Dardai

Bei den Hauptstädtern könnte also erneut ein sehr junger Spieler am Samstag von Beginn an in der Bundesliga antreten. Oder aber Pal Dardai und sein Trainerteam setzen auf Erfahrung mit Mathew Leckie oder Peter Pekarik. Eine gute Möglichkeit, im Kader zu landen, hat auch Pascal Köpke. Der Torschütze im Testspiel vergangenen Donnerstag gegen Ex-Club Erzgebirge Aue wurde zuletzt von Trainer Dardai gelobt. Der 23-Jährige trainiert gut und hinterlässt auch in Testspielen einen guten Eindruck. Gegen ihn spricht, dass die „frei“ werdende Position im Kader eher die eines Flügelspielers ist. Köpke spielt eher auf die Position von Herthas Mittelstürmern Vedad Ibisevic und Davie Selke.

Es ist festzustellen, dass Pal Dardai trotz der vielen Verletzungen einige Optionen hat, um seine Mannschaft aufzustellen. Doch egal wer auf dem Platz gegen die TSG aus Hoffenheim steht: die Fans werden eine andere Mannschaftsleistung sehen wollen, als in den vergangenen Wochen. Dabei wird das Auftreten der Berliner Profis für viele wichtiger sein, als das Endergebnis.

 


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4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Ich als altes Hertha-Mitglied aus Aachen, sehe es auch so. Verschiedene Namen kennt man schon und weiß auch, wie sie unsere Spieler sehen. Schade.

A

Antworten
    Christophe Robert
    November 23, 2018 3:21 pm

    Lieber Jürgen,
    Leider verstehe ich nicht ganz dein Kommentar. Was siehst du “auch so” und auf welche “Namen” beziehst du dich?
    Hahohe!

    Antworten

[…] Donnerstag erschien ein Artikel auf unserer Homepage mit dem Titel “Welche Spieler bringen Hertha wieder auf Kurs?… und Mathew Leckie war einer der Namen, die dort genannt wurden. Der Ausfall von Javairo Dilrosun […]

Antworten

[…] Dreieck Arne Maier, Ondrej Duda und Marko Grujic spielt zudem überraschend gut zusammen, was man bereits am Anfang der Saison feststellen konnte. […]

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Die Winterdepression hat beim Hauptstadtclub frühzeitig Einzug erhalten. Auslöser ist auch die frische Beziehungskrise zwischen Verein und Ultras, gefolgt von zwei deutlichen Niederlagen in Folge. Fünf Partien ohne Sieg, zehn Gegentore, dazu viele Verletzungen und Formschwächen – wohl alle sehnen sich zurück zum starken Saisonstart. Doch genug gejammert, am Samstag steht das nächste Heimspiel gegen die TSG aus Hoffenheim an. Welche Spieler im Kader könnten dort das Ruder herumreißen? Welche Änderungen im Team könnten Hertha zurück in die Siegerspur lenken?

Handlungsbedarf bei Pal Dardai

Pal Dardai hat im Moment keinen leichten Job.

Wer einen Blick auf den Kader der „alten Dame“ wagt, sollte diesen lieber nicht zu lange auf die Verteidigung richten. Innenverteidiger Nummer eins, zwei und drei (In Person von Niklas Stark, Karim Rekik und Jordan Torunarigha) sind aktuell verletzt. Torunarigha wird am Samstag im Heimspiel gegen Hoffenheim zumindest auf der Bank sitzen, trotzdem ist die Situation in der Abwehr alles andere als optimal. So hat es sich Trainer Pal Dardai vor der Saison garantiert nicht vorgestellt, als er noch ein System mit drei Innenverteidigern einstudieren ließ.

Nun hat sich zusätzlich Javairo Dilrosun bei seinem Länderspiel-Debüt verletzt. Gerade die so bekannte Stabilität von Hertha scheint momentan, auch aufgrund dieser Verletzungssorgen, nicht dieselbe zu sein. Spieler wie Fabian Lustenberger und Derrick Luckassen sind jetzt in der Abwehr gefragt. Allerdings lohnt sich auch der Blick auf weitere Spieler, die in den letzten Wochen kaum bis gar nicht in Erscheinung getreten sind. Trotz der vielen Verletzungen hat Herthas Cheftrainer nämlich einige Möglichkeiten, um neuen Schwung in die Mannschaft zu bringen.

Zu der aktuellen Situation empfehlen wir unsere letzte Podcast-Folge. Hört gerne rein!

Peter Pekarik als rechter Verteidiger?

Weil gerade die Abwehr aktuell im Fokus ist, könnte hier ein personeller Wechsel sinnvoll sein. Eine der Konstanten im Hertha-Spiel ist der als Rechtsverteidiger eingesetzte Valentino Lazaro. Seine Offensivqualitäten machen aus ihm eine Art Spielmacher auf der rechten Seite, ähnlich wie Mitchell Weiser diese Rolle zuvor interpretiert hatte. Doch in der aktuellen Lage wären seine Qualitäten auf einer offensiveren Position möglicherweise noch wertvoller für das Gesamtkonstrukt der Mannschaft. Auch er selbst spielt lieber offensiver, obwohl er sehr mannschaftsdienlich die Rolle als rechter Verteidiger annimmt. Am letzten Sonntag konnte Lazaro sogar sein erstes Länderspieltor für Österreich erzielen.

Der erfahrene Peter Pekarik ist wieder fit.

Sollte sich Dardai dazu entscheiden, den Österreicher auf der offensiven rechten Außenbahn einzusetzen, käme als Ersatz Peter Pekarik in Betracht. Der Slowake besticht vor allem mit seinen Defensivqualitäten, wird nicht umsonst “Mr. Zuverlässig” genannt. Das ist beispielsweise auch an seiner Zweikampfquote zu erkennen. In der letzten Saison absolvierte der 32-Jährige 17 Spiele, mit einer Zweikampfquote von 62%. 2016/17 waren es in 30 Einsätze 57% gewonnene Zweikämpfe. Im Vergleich: die aktuelle Zweikampfquote von Lazaro beträgt 44%, die von Marvin Plattenhardt auf der linken Seite 53%.

Im direkten Vergleich ist Lazaro, insbesondere aufgrund seiner offensiven Qualitäten und seines großen Potenzials, weit vorne. Doch beide Spieler auf der rechten Seite einzusetzen, könnte eine Möglichkeit sein, um mehr Stabilität in die aktuell so wackelige Defensive einzubringen – ohne auf die großen Qualitäten von Lazaro verzichten zu müssen. Da Javairo Dilrosun wohl leider den Rest der Hinrunde verpassen wird, könnte Salomon Kalou auf die linke Seite wechseln, was ohnehin im Laufe der Spiele regelmäßig passiert.

Fraglich bleibt natürlich wie fit und eingespielt Peter Pekarik nach seiner langen Verletzung ist. Dadurch, dass der Slowake die gesamte Vorbereitung verpasste, ist nicht klar, ob er auf Anhieb wieder bei 100% Leistungsvermögen wäre. Möglich wäre auch ein solcher Wechsel im Laufe des Spiels, um ihn Schritt für Schritt der Mannschaft näher zu bringen. Fakt ist, dass Dardai aktuell wieder auf die “Basics” des Fußballs, also Laufbereitschaft, Einsatzwille und Zweikampfstärke setzen will und bei diesen Attributen kein Weg an Pekarik vorbeiführt. Dass der Routinier um einen neuen Vertrag spielt (läuft 2019 aus), sollte zusätzliche Motivation geben.

Die Rückkehr von Marko Grujic als Hoffnungsschimmer

Feiert am Samstag wahrscheinlich seine Rückkehr: Marko Grujic. (Foto: Odd Andersen/AFP/Getty Images)

Ein weiterer Spieler, der aus einer Verletzungspause zurückkehrt, ist Marko Grujic. Pal Dardai bedeutet die Rückkehr seines Leihspielers sehr viel: „Seine Persönlichkeit und sein fußballerisches Können sind außergewöhnlich. So einen wie ihn haben wir nicht.“, heißt es vom Cheftrainer.

Tatsächlich könnte ein fitter Marko Grujic dem zuletzt schwächelnden Mittelfeld der Berliner sehr gut tun. Auch hier muss man jedoch Geduld haben, da Grujic länger ausgefallen und nicht mehr im Rhythmus ist. „Er braucht noch ein bisschen“, sagte Pal Dardai zur Form des Serben nach dem Testspiel gegen Erzgebirge Aue am vergangenen Donnerstag.

Zudem war er bisher nur in der „starken“ Phase von Hertha zu sehen. Ob er auch in der aktuellen Lage so überzeugen kann, ist (noch) nicht selbstverständlich. Ihn als „Retter“ anzusehen, wäre also sicherlich vorschnell. Dennoch ist seine Rückkehr eine hervorragende Nachricht für die Mannschaft. Möglicherweise steht er bereits am Samstag wieder auf dem Rasen des Olympiastadions, auch wenn ihm Dardai nur rund 60 Minuten zutraut. Das würde gleichzeitig eine Rückkehr des „magischen Dreiecks“ Maier – Duda – Grujic bedeuten, welches durch hohe Spielintelligenz, Laufbereitschaft und Ballsicherheit bestach.

Kommt Matthew Leckie für Dilrosun?

Leckie war zuletzt wieder Torschütze für Australien (Foto: Mark Kolbe/Getty Images).

Die Verletzung von Dilrosun und die Gelb-Rot-Sperre von Maximilian Mittelstädt werfen die Frage auf, wer die zweite offensive Außenposition neben Kalou bei Hertha übernimmt. Eine Antwort auf diese Frage könnte Mathew Leckie sein. Vergangene Saison konnte der Australier durch seine Schnelligkeit und Torgefahr überzeugen (Fünf Bundesligatore konnte er erzielen). Der 27-Jährige verpasste leider verletzungsbedingt den Saisonstart und bekam in den letzten Wochen öfters Kurzeinsätze. Er scheint also eine sinnvolle Option als Ersatz für Javairo Dilrosun zu sein. Leckie spielt in der Regel als rechter Außenbahnspieler, sodass Salomon Kalou auf die linke Seite wechseln würde. Auch Leckie ist jemand, der die Grundattribute des Fußballs pflegt, indem er sehr viel nach hinten arbeitet und keinen Ball verloren gibt.

Weiterhin ein Problem bleiben allerdings seine Einsätze für die australische Nationalmannschaft. Der Flügelflitzer spielte auch in dieser Länderspielpause für die „Socceroos“: 89 Minuten beim 1:1 gegen Südkorea und 24 Minuten als Joker beim 3:0 gegen Libanon, wo er ein Treffer erzielen konnte. Erneut hat der Flügelflitzer also sehr viele Stunden im Flugzeug verbringen müssen. Die Reise wird sich sicherlich auf seinen körperlichen Zustand auswirken. Die fehlende Frische und die Müdigkeit als Folgen der interkontinentalen Reisen waren schon vergangene Saison ein Problem bei Mathew Leckie. Es ist also fraglich, ob er physisch in der Lage ist, am Samstag Bestleistungen abzurufen. Für die kommenden Wochen wird er aber auf jeden Fall mehr in den Fokus rücken.

Mögliche Rückkehr im Kader für Jastrzembski

Kann “Jatze” Samstag zurück in den Kader finden? (Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Eine weitere Option für die offensive Außenposition wäre der Youngster Dennis Jastrzembski. Zuletzt fand sich der 18-Jährige nicht neben Karim Rekik auf dem Platz wieder, sondern neben dessen Bruder Omar Rekik in der U19. Dort war „Jatze“ auch als Torschütze erfolgreich, erzielte unter anderem gegen die U19 von Werder Bremen das entscheidende 1-0. Auch in der deutschen U19-Nationalmannschaft war er zuletzt erfolgreich unterwegs.

Am Anfang der Saison bewies er in Kurzeinsätzen bei den Profis sein Talent und machte auf sich aufmerksam. Ähnlich wie Dilrosun zuvor könnte der U19-Nationalspieler jetzt seine Chance nutzen und sich in die Mannschaft spielen. Gerade seine Frische, sein Antritt und seine Unbekümmertheit könnte der verunsicherten Mannschaft gut tun.

Eine Rückkehr in den Kader scheint also wahrscheinlich zu sein. Ein Schritt voraus ist ihm allerdings Palko Dardai. Tatsächlich weist der Trainer-Sohn bereits einen Startelfeinsatz (gegen Werder Bremen) in der laufenden Spielzeit auf. Der 19-Jährige war in den letzten Spielen zwar im Profi-Kader, blieb jedoch ohne Einsatz. Dafür spielt Pal Dardai Jr. regelmäßig in Herthas U23 und konnte diese Saison bereits drei Treffer und eine Vorlage beitragen.

Viele Optionen für Pal Dardai

Bei den Hauptstädtern könnte also erneut ein sehr junger Spieler am Samstag von Beginn an in der Bundesliga antreten. Oder aber Pal Dardai und sein Trainerteam setzen auf Erfahrung mit Mathew Leckie oder Peter Pekarik. Eine gute Möglichkeit, im Kader zu landen, hat auch Pascal Köpke. Der Torschütze im Testspiel vergangenen Donnerstag gegen Ex-Club Erzgebirge Aue wurde zuletzt von Trainer Dardai gelobt. Der 23-Jährige trainiert gut und hinterlässt auch in Testspielen einen guten Eindruck. Gegen ihn spricht, dass die „frei“ werdende Position im Kader eher die eines Flügelspielers ist. Köpke spielt eher auf die Position von Herthas Mittelstürmern Vedad Ibisevic und Davie Selke.

Es ist festzustellen, dass Pal Dardai trotz der vielen Verletzungen einige Optionen hat, um seine Mannschaft aufzustellen. Doch egal wer auf dem Platz gegen die TSG aus Hoffenheim steht: die Fans werden eine andere Mannschaftsleistung sehen wollen, als in den vergangenen Wochen. Dabei wird das Auftreten der Berliner Profis für viele wichtiger sein, als das Endergebnis.

 


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Ich als altes Hertha-Mitglied aus Aachen, sehe es auch so. Verschiedene Namen kennt man schon und weiß auch, wie sie unsere Spieler sehen. Schade.

A

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    Christophe Robert
    November 23, 2018 3:21 pm

    Lieber Jürgen,
    Leider verstehe ich nicht ganz dein Kommentar. Was siehst du “auch so” und auf welche “Namen” beziehst du dich?
    Hahohe!

    Antworten

[…] Donnerstag erschien ein Artikel auf unserer Homepage mit dem Titel “Welche Spieler bringen Hertha wieder auf Kurs?… und Mathew Leckie war einer der Namen, die dort genannt wurden. Der Ausfall von Javairo Dilrosun […]

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[…] Dreieck Arne Maier, Ondrej Duda und Marko Grujic spielt zudem überraschend gut zusammen, was man bereits am Anfang der Saison feststellen konnte. […]

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