Vor der Saison gehörte Ondrej Duda zu unseren „prospects“ für die Saison 2018/19 – zu den Spielern, denen wir Besonderes zutrauen. Prompt wurde er zum wichtigsten Spieler des starken Saisonstarts des Vereins. Mit sechs Treffern ist er aktuell weiterhin Herthas bester Torschütze, zeigte überragende Leistungen insbesondere gegen Schalke 04, Borussia Mönchengladbach und den FC Bayern München. Zuletzt fehlte jedoch das gewisse Etwas im Spiel des Slowaken. Ein Grund zur Sorge?

Bombastischer Saisonstart

“Number Ten” ist Herthas bester Torschütze. (Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Duda ist bisher der Spieler bei der „alten Dame“, der diese Saison am meisten auf sich aufmerksam macht. Von vielen noch im Sommer angezweifelt, meldete sich der „Königstransfer“ schon bei Saisonstart eindrucksvoll zurück.

Erstmals ist dem Slowaken vollends anzumerken, dass er sich in der Hauptstadt wohl fühlt. Auch die Tatsache, dass er die komplette Vorbereitung fit bleiben konnte, spielt eine entscheidende Rolle. Frisch und voller Motivation spielt er zu Saisonbeginn auf und ließ Hertha von einer erfolgreichen Saison träumen.

Sogar beim Sensationssieg gegen den FC Bayern München konnte er ein Treffer beisteuern. „He scores when he wants“ wurde sowohl in der Tribüne als auch in der Umkleidekabine der Profi-Mannschaft zu einem immer wieder gern gegrölten Gesang. „Number Ten“ ist in Berlin endlich richtig angekommen.

Mit Hertha zusammen im Herbst-Blues

In letzter Zeit ist von dieser Euphorie um Ondrej Duda jedoch nicht mehr allzu viel zu verspüren. Auch bedingt durch die sehr schwachen Auftritte der Mannschaft gegen RB Leipzig und Fortuna Düsseldorf hat die Saison der „blau-weißen“ einen Dämpfer erhalten. Dies hat auch vor Ondrej Duda keinen Halt gemacht.

Gegen Freiburg konnte Duda zuletzt überzeugen. (Foto: John Macdougall/AFP/Getty Images)

Es ist festzustellen, dass die guten Leistungen des 23-Jährigen oft mit erfolgreichen Spielen von Hertha im Zusammenhang stehen. Seine besten Leistungen zeigte Duda gegen Schalke 04, Borussia Mönchengladbach, den FC Bayern München und den SC Freiburg. Jedes dieser Spiele lief (zumindest von der Mannschaftsleistung her) auch gut für die „alte Dame“. Fraglich ist, ob Hertha dann schwach ist, wenn Duda schwach ist oder andersherum. Eines ist klar: die Mannschaft profitiert von Ondrej Duda, wenn dieser in guter Form brilliert. Gleichermaßen profitiert Duda auch von gut aufgelegten Mitspielern.

Bezeichnend ist, dass der Slowake zuletzt beim Spiel gegen den SC Freiburg einen Treffer erzielen konnte. Dieses Spiel ist gleichzeitig auch das letzte Spiel, wo er eine wirklich gute Leistung zeigen konnte. In den letzten vier Partien war seine beste Kicker-Note eine 4,0 gegen Borussia Dortmund. Die Tendenz zeigt also momentan nach Unten.

Laufmaschine Ondrej Duda

Wer sich die Statistik von Ondrej Duda in dieser Saison anschaut, wird merken, dass es viele konstanten gibt. Seine Laufleistung ist unabhängig davon wie gut er spielt, herausragend. Der Slovake gehört immer zu den laufstärksten Spielern auf dem Platz und einige Male ist er in dieser Disziplin die Nummer Eins.

Außerdem weist er eine, für einen Spieler der mit Risikopässen agiert, überdurschnittliche Passquote auf, die sich um 75% Passgenauigkeit dreht. Darüber hinaus ist zu vermerken, dass er auch in schwierigen Spielen, in denen Hertha unter Druck gerät, Zweikämpfen nicht aus dem Weg geht. In den letzten Spielen hatte Duda jedoch auch weniger Ballkontakte und war nicht so im Spiel eingebunden, wie noch zu Beginn der Saison. Ihm fehlte es an Präsenz und kreativen Momenten.

Die Suche nach Erklärungen

Zuletzt war Duda oft ein Schritt zu spät. (Foto: John Macdougall/AFP/Getty Images)

Doch was ist der Grund für diese kleine Negativ-Serie? Sicherlich hat Duda wie viele andere Spieler auch darunter leiden zu müssen, wie instabil die Mannschaft in den letzten Partien aufgetreten ist. Die Defensivschwächen der letzten Wochen (zehn Gegentore in den drei letzten Spielen) hat auch Konsequenzen auf die Spielweise von Duda. Dadurch, dass er defensiv mehr gefordert ist, fehlt ihm auch die nötige Freiheit nach vorne zu agieren.

Auch das schwächelnde Mittelfeld spielt sicherlich eine Rolle. „Number Ten“ ist abhängig davon, wie stark seine beiden Sechser auftreten. Da auch Arne Maier, Per Skjelbred und Vladimir Darida zuletzt keine allzu gute Figur machten, hatte der Zehner von Hertha eine schwierige Aufgabe vor sich.

Womöglich muss Duda auch mit den an ihn neu gerichteten Erwartungen klarkommen. Nach solch einem Saisonstart blicken viele ganz anders auf den Slowaken, sodass dieser automatisch mehr Druck verspürt. Dadurch könnte die Leichtigkeit ein wenig verloren gegangen sein. Tatsächlich ist er aktuell oft ein Schritt zu spät, seine Pässe ein Tick zu kurz oder zu lang.

 

Wir waren zu Gast bei “meinsportpodcast.de” und durften über die aktuelle Lage bei Hertha reden. Hört euch gerne mal rein!

#H96BSC: Wenn Bosse reden

Die Rückkehr von Grujic hilft auch Duda

Die Rückkehr von Marko Grujic könnte positive Auswirkungen auf seinen Mitspieler haben. Der Serbe bringt eine große Stabilität in Herthas Mittelfeld zurück. In der ersten Halbzeit gegen die TSG aus Hoffenheim zeigte er sich noch sehr unsicher. In der zweiten Halbzeit wurde er jedoch immer stärker, sodass auch seinetwegen eine Aufholjagd möglich war. Grujic besitzt eine Ballsicherheit und Spielintensität, die sonst aktuell bei Hertha kein Spieler besitzt. Auch hohe Bälle sichert der 22-Jährige souverän, was die Abwehrspieler stark entlastet.

Das Dreieck Arne Maier, Ondrej Duda und Marko Grujic spielt zudem überraschend gut zusammen, was man bereits am Anfang der Saison feststellen konnte. Alle drei Spieler ergänzen sich gut auf dem Platz und haben ein gutes Kombinationsspiel. Dass Grujic zurück ist, wird also auch Duda helfen, wieder Topleistungen zu bringen.

Auch der Last-Minute Punktgewinn im letzten Heimspiel wird der gesamten Mannschaft mentale Stärke für die nächsten Aufgaben geben.

Kein Grund zur Sorge?

Was also Duda in den letzten Wochen fehlt ist weder der Einsatz, noch die Konzentration oder die Qualität. Lediglich seine „Leichtigkeit“ und Unbekümmertheit sind ihm abhanden gekommen. Die vielen Spiele und die Unruhe um und auf dem Platz bei Hertha haben womöglich auch ihren Anteil daran.

In einer Saison voller Leistungsschwankungen ist auch der 23-Jährige nicht davor gefeit. Es spricht trotzdem einiges dafür, dass auch Ondrej Duda in den nächsten Wochen wieder aufblüht und bis zur Winterpause noch einige Scorerpunkte sammelt. Schon am Samstag gegen Hannover kann sich „Number Ten“ wieder auszeichnen. Kein Grund zur Sorge also, die Saison ist noch lang.


1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

[…] Wand hängen möchte. Mit dieser Szene, und mit dem Doppelpack in Nürnberg im Hinterkopf, kann man hinsichtlich der Leistung von Duda weiterhin optimistisch […]

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü