BundesligaEinzelkritikHertha BSC

Einzelkritik 14. Spieltag: Hertha BSC – Eintracht Frankfurt

Mit dem Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt hat Hertha BSC wohl endgültig zurück in die Erfolgsspur gefunden. Das 1:0 bedeutet den zweiten Dreier infolge und sieben Punkte aus den vergangenen drei Ligaspielen. Spielerisch nicht immer voll Glanz, doch stets mit überzeugender Leidenschaft hielten die Blau-Weißen die drei Punkte im heimischen Olympiastadion. Eine geschlossene Mannschaftsleistung, Marko Grujic und etwas Glück beim Verteidigen waren die Garanten für Punkte 21-23 dieser Spielzeit.

Tor

Rune Jarstein – Note: 2

(Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Herthas Schlussmann hatte zwar nicht allzu viele Szenen, in denen er sich beweisen konnte, doch mindestens zweimal rettete er Hertha die drei Punkte.

Zwar gaben die Frankfurter am Samstagabend 18 Schüsse ab, doch nur vier davon direkt aufs Hertha-Tor. Somit stand Jarstein zwar unter Dauer-Stress -aber nicht Beschuss. Zudem waren zwei der vier Torschüsse leichte Beute für den Norweger, der stets die Ruhe behielt. Zwei seiner Paraden waren wiederum großartig. Einmal hielt er einen Schuss von Rebic aus kurzer Distanz ganz sicher fest und in der 51. Minute tauchte er spektakulär ab, um einen Versuch von Jovic noch rauszukratzen.

Jarstein war stets auf dem Posten und zeigte eine gute Leistung, um seinen Kasten zum sechsten Mal im laufenden Wettbewerb sauber zu halten.

Abwehr

Fabian Lustenberger – Note: 2

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Herthas Routinier bewies gegen Frankfurt, dass man auf ihn zählen kann.

“(…) dort kommt Lustenberger gerade noch mit der Fußspitze dran, kann klären und hier schlimmeres verhindern”, hieß an einer Stelle im B.Z.-Ticker zum Frankfurt-Spiel und das fasst die Leistung von Lustenberger gut zusammen. Der Schweizer war stets auf der Höhe des Geschehens, hatte oft noch einen Fuß in den Frankfurter Offensivszenen und ein gutes Gespür für Stellungsspiel, wie Zweikampfverhalten.

“Lusti” gewann 12 seiner 15 Zweikämpfe, eine überragende Quote. Des Weiteren fing der 30-Jährige vier Bälle ab, setzte zwei Blocks und klärte insgesamt acht Aktionen. Auffällig war auch, wie clever er sich im direkten Duell verhielt, denn insgesamt vier Mal holte er einen Freistoß für Hertha heraus – ohne selbst auch nur ein einziges Foul begangen zu haben. Dazu kommt eine Passquote von 90%, somit erlaubte sich Lustenberger auch im Spielaufbau nahezu keine Fehler.

Eine wirklich runde Vorstellung Lustenbergers, der sich überragend im Zweikampf verhielt und dazu tolles Stellungsspiel bewies. Er war an diesem Abend ein Garant für Verlässlichkeit.

Jordan Torunarigha – Note: 2-

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Auch Herthas Eigengewächs präsentierte sich aufmerksam und zweikampfstark.

Defensiv vollbrachte tatsächlich oftmals Kollege Lustenberger den etwas auffälligeren Job als Torunarigha. Dieser präsentierte sich vor allem mit seinem Offensivdrang, er hatte nach seiner Gala gegen Hannover wohl Blut geleckt. So stürmte der 21-Jährige immer wieder mitsamt Ball in die gegnerische Hälfte, um das Spiel zu öffnen. Das tat dem teilweise etwas statischen Aufbauspiel seiner Mannschaft sichtlich gut. Dafür ist seine Passquote von 89% auch überraschend gut gewesen.

Defensiv war Torunarigha meist mitten im Geschehen, versuchte seinen robusten Körper wirksam gegen Frankfurts Angriffstrio einzubringen. So klärte der Innenverteidiger insgesamt sieben Aktionen, blockte drei Bälle und fing zwei weitere ab. Man merkte, dass Torunarigha der SGE körperlich etwas entgegenzusetzen hatte und so war allein seine Präsenz um den Strafraum herum von großem Wert. Zudem erlaubte er sich eigentlich keine groben Schnitzer.

Es ist erkennbar, dass es Torunarigha gut tut, nun mehrere Spiele am Stück absolvieren zu können. Gegen Frankfurt wirkte er defensiv selbstsicher und kreativ im Spielaufbau.

Valentino Lazaro – Note: 3+

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Der Österreicher hatten großen Anteil an dem frühen Herthaner Druck im ersten Durchgang, doch mit der Zeit verflachte sein Spiel etwas.

Es war beeindruckend zu sehen, wie heißblütig Hertha in die Partie startete. Mit hohem Druck, massiver Intensität in den Zweikämpfen und schnellen Spielzügen wollten die Berliner möglichst früh ein Ausrufezeichen setzen. Lazaro war in dieser Phase einer der auffälligsten Herthaner, indem er immer wieder nach vorne stürmte und sich an Angriffen beteiligte. Vier Torschussvorlagen gab er in den ersten 30 Minuten der Partie ab.

Doch genau bei dieser Zahl blieb es dann auch. Nachdem Hertha die Führung erzielt hatte und sich immer mehr in die eigene Hälfte drängen ließ, bauten auch die Offensivbemühungen des 22-Jährigen ab. Lazaro musste sich vor allem mit Abwehrarbeit auseinandersetzen, die er auch zufriedenstellend löste, dafür aber an Explosivität nach vorne einbüßte.

Es war ein solider, wohl durchschnittlicher Auftritt von Lazaro, der sich im zweiten Durchgang dem Defensivspiel seiner Mannschaft anpassen musste und so an offensiver Präsenz verlor. Große Kritik kann man aber nicht an ihn richten.

Marvin Plattenhardt – Note: 3

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Eine der stärkeren Leistungen des Linksverteidigers in der laufenden Saison.

Plattenhardt scheint vorsichtig auf dem Weg in Richtung Normalform zu sein. Gegen Frankfurt zeigte er zwar bekannte Schwächen, trat aber durchaus mutiger auf und bereitete das Siegtor vor.

Zunächst zu den negativen Punkten: Plattenhardts Passquote ließ deutlich zu wünschen übrig. Gerade einmal 63% seiner Zuspielen kamen an. Zwar sind es bei Lazaro auch nur 67% gewesen, dieser spielt seine Zuspiele aber deutlich offensiver und bewusst mit mehr Risiko. Plattenhardt hingegen ist nicht gerade für Schlüsselpässe bekannt. Des Weiteren ließt sich seine Zweikampfbilanz alles andere als gut, er verlor deutlich mehr Duelle als er gewann – dazu nicht ein abgefangener Ball.

Positiv war dafür, dass sich der 26-Jährige deutlich mehr zutraute, weitaus mehr Offensivläufe wagte und seine Standards meist sehr gefährlich waren. Immer wieder überlief “Platte” Kalou und dribbelte bis an den Strafraum heran. So holte er auch den Eckball zum 1:0 heraus.

Es war sicherlich nicht alles gut an Plattenhardts Vorstellung, aber es war ein Mentalitätswechsel zu erkennen. Zudem war er Wegbereiter für den Siegtreffer.

Mittelfeld

Arne Maier – Note: 3

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Herthas Mittelfeldjuwel war ein wichtiger Eckpfeiler des ersten Durchgangs, ließ nach dem Pausentee jedoch nach.

Wie schon gegen Hoffenheim und Hannover übernahm Maier neben Grujic den weitaus unauffälligeren Part im zentralen Mittelfeld, war dabei aber keinesfalls unwichtig für sein Team. Im Gegenteil – der 19-Jährige war immens wichtig, um Bälle abzufangen, diese zu sichern und sauber nach vorne weiterzuleiten. Dabei behielt Maier stets die Übersicht und war somit oftmals die erste Station eines Berliner Angriffs.

Im zweiten Durchgang machte ihm Frankfurt das Leben jedoch deutlich schwerer. Maier wurde weitaus mehr angelaufen und die “Adler” überluden die Zentrale gezielt, sodass Maier gleich mehrere Spieler gleichzeitig verteidigen musste. Dabei wirkte Herthas Eigengewächs zwar selten kopflos, doch eine leichte Überforderung war im Stellungsspiel und Passverhalten zu erkennen. Er verlor schlicht die Dominanz, die ihn in den 45 Minuten ausgezeichnet hatte. So war es nicht völlig zufällig, dass Pal Dardai ausgerechnet Maier kurz vor Schluss aus der Partie nahm.

Eine solide Leistung, die wirklich in zwei Hälften aufgeteilt werden muss. Wichtig war, dass das Zusammenspiel zwischen Maier und Grujic einmal mehr gut funktionierte.

Marko Grujic – Note: 1

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Machen wir es kurz: der Mann des Spiels.

So langsam gehen einem die Superlative für Grujic aus – und dabei ist er laut Dardai noch nicht einmal bei 100% Fitness. Gegen Frankfurt führte der Serbe die Mannschaft an, war offensiv wie defensiv von immensem Wert und köpfte auch noch das Siegtor.

Grujic war nach Leckie der zweitbeste Zweikämpfer seines Teams, entschied Duelle mit und ohne Ball am laufenden Band für sich. Apropos laufen: auch die zweitgrößte Laufstrecke geht an den 22-Jährigen, der ein großes Pensum abspulte, um seinen Mitspieler vorne und hinten zu helfen. So sicherte Grujic sechs Bälle, klärte neun (!) Aktionen und vollbrachte vier Tackles. Grujic war stets Herr der Lage, unfassbar schwierig vom Ball zu trennen und immer mit einem klaren Blick für die kommende Spielsituation.

Selbst in der gegnerischen Hälfte hatte die Leihgabe eine Passquote von 80% und das bei seinen so schwierigen Bällen in die Schnittstellen. Nahezu alles lief über den Mittelfeldmotor, der nicht müde zu werden schien. Er gab insgesamt vier Torschüsse ab, so viel wie kein anderer Herthaner und in der 40. Minute schraubte er sich zum Kopfball hoch, der zum Siegtreffer werden sollte.

Eine absolut grandiose Vorstellung von Grujic, der seine Mannschaft einmal mehr auf ein anderes Niveau hob und ein wenig über den Dingen zu schweben scheint.

Mathew Leckie – Note: 3-

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Eigentlich war es keine schlechte Leistung des Australiers, wären da nicht so viele Ungenauigkeiten in seinem Spiel gewesen.

Ginge es in der Einzelkritik um den reinen Aufwand, so würde Leckie seit drei Spielen Bestnoten erhalten. Auch gegen die Eintracht lief niemand so viel wie der Flügelflitzer, keiner zog so viele Sprints und intensive Läufe an, keiner führte so viele Zweikämpfe und gewann dann auch solch eine Anzahl. Es war beeindruckend zu sehen, wie sich Leckie defensiv wie offensiv aufrieb. Acht Ballsicherungen, drei abgefangene Bälle 9/12 gewonne Luftduelle sprechen eine klare Sprache.

Der 27-Jährige stellte durch seine unfassbare Kopfballstärke und sein bekanntes Tempo eine durchgehend attraktive Anspielstation für seine Mitspieler dar, niemand hatte so viele Ballkontakte wie er. Leider machte Leckie nur einfach viel zu wenig aus ihnen. Immer wieder verschluderte er aussichtsreiche Umschaltmomente durch schlechte Ballannahmen oder schlicht falsche Entscheidungen. Hertha verpasste es oftmals in Person von Leckie, Situationen so auszuspielen, dass sie zum 2:0 geführt hätten. Es war fast schon tragisch anzusehen, wie konsequent es Leckie “vergeigte”, seinen guten Auftritt zu veredeln.

Die so mannschaftsdienliche Spielweise Leckies muss hervorgehoben werden, doch genauso seine Ungenauigkeiten, die Hertha viele Torgelegenheiten kostete.

Salomon Kalou – Note: 5+

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Der Ivorer erlebte erneut einen schlechten Tag.

Dass der Arbeitstag von Kalou nach nur 65 Minuten beendet war, hatte gute Gründe, denn wie schon gegen Hannover ließ der 33-Jährige die Effizienz in seinen Aktionen vermissen. Zwar kam Kalou immer wieder an Ball, doch die Wirkung blieb nahezu immer aus. Kein Torschuss, keine Torschussvorlage, keine Schlüsselpässe – dafür aber viele Ballverluste. Der Linksaußen kam einfach in keine aussichtsreichen Situationen und machte sich eigene Aktionen immer wieder durch unsauberes Spiel selbst kaputt.

Kalou hatte gegen Frankfurt keinen wirklichen Beitrag zu leisten und so war es nur folgerichtig, ihn recht früh vom Feld zu nehmen. Frankfurt hatte keinerlei Probleme mit ihm.

Sturm

Vedad Ibisevic – Note: 4

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Auch Herthas anderer Sturm-Oldie erlebte keinen leichten Tag, biss sich aber zumindest rein.

Während Selke gegen Hannover noch der Zuarbeiter für Ibisevic war, waren die Rollen gegen Frankfurt vertauscht. Ibisevic agierte oftmals als hängende Spitze, die mit ihrer körperlichen Präsenz Bälle im Mittelfeld festmachen und dann die Mitspieler in Szene setzen sollte. Das klappte auch immer wieder gut, indem der 34-Jährige sich tief ins eigene Mittelfeld fallen ließ und dann mit seinen gewohnt überragenden Seitenverlagerungen das Spiel in die Breite zog. So war der Bosnier im ersten Durchgang ein wichtiger Bestandteil für das Offensivspiel, ohne jedoch selbst gefährlich zu werden.

Nach der Führung ließ sich Hertha aber tief in die eigene Hälfte fallen, sodass dem Kapitän die Bindung zum Spiel immer mehr abhanden kam und seine Rolle nicht mehr zur Geltung kam. Nach der Halbzeitpause war Ibisevic kaum noch zu sehen und verlor zahlreiche Bälle, da nicht mehr konsequent aufgerückt wurde. So war sein Arbeitstag nach knapp 80 Minuten beendet.

Der “Vedator” hat alles aus sich rausgeholt, doch entwickelte sich die Partie in eine für ihn ungünstige Richtung, sodass er zum Ende hin kaum noch teilnahm.

Davie Selke – Note: 4+

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Beinahe hätte Selke gegen Frankfurt seinen zweiten Saisontreffer erzielt.

Es war so knapp – in der 50. Minute lief Selke auf Frankfurt-Keeper Trapp zu, zog links an ihm vorbei und schob den Ball cool ein, doch ca. 30 Sekunden zu spät wurde auf Abseits entschieden. Nur drei Minuten später stand Herthas Mittelstürmer erneut vor Trapp, wollte dieses Mal rechts an ihm vorbei, doch der Ball stolperte über eine Erhöhung im Rasen, sodass Selke ihn nicht mehr kontrollieren konnte und der SGE-Torwart dazwischen kam. Ein Tor blieb dem 23-Jährigen also erneut vergönnt.

Selke war äußerst präsent, lief viel für die Mannschaft und beteiligte sich auch an der Defensivarbeit. Immer wieder wich er auch auf die Außen aus, um mit seinem guten Antritt für Raumgewinn zu erzielen. Letztendlich blieb all dies jedoch ohne Ertrag.

Es war kein schlechter Auftritt von Selke, der sich aber mit einem Tor hätte belohnen müssen.

Einwechslungen

Maxi Mittelstädt – Note: 4-

(Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images)

Der Flügelspieler kam für Kalou in die Partie, hatte aber wenig Einfluss.

Mit der Einwechslung von Mittelstädt sollte etwas mehr defensiver Zugriff und Tempo in Herthas Spiel kommen, doch eine sichtbare Wirkung erzielte der 21-Jährige nicht. Vier Pässe, ein Zweikampf, keine Defensiv- und Offensivstatistiken zeigen, dass Mittelstädt kaum in die Partie fand.

Sicherlich erlaubte er sich auf anderen Seite keine folgenschweren Fehler, aber zusammengefasst verpuffte sein Joker-Einsatz in der Wirkungslosigkeit.


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[…] in Folge (gegen Hannover 96 und Eintracht Frankfurt) auf seiner Seite zu haben. Inbesondere der Sieg gegen Frankfurt stimmte sehr […]

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Mit dem Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt hat Hertha BSC wohl endgültig zurück in die Erfolgsspur gefunden. Das 1:0 bedeutet den zweiten Dreier infolge und sieben Punkte aus den vergangenen drei Ligaspielen. Spielerisch nicht immer voll Glanz, doch stets mit überzeugender Leidenschaft hielten die Blau-Weißen die drei Punkte im heimischen Olympiastadion. Eine geschlossene Mannschaftsleistung, Marko Grujic und etwas Glück beim Verteidigen waren die Garanten für Punkte 21-23 dieser Spielzeit.

Tor

Rune Jarstein – Note: 2

(Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Herthas Schlussmann hatte zwar nicht allzu viele Szenen, in denen er sich beweisen konnte, doch mindestens zweimal rettete er Hertha die drei Punkte.

Zwar gaben die Frankfurter am Samstagabend 18 Schüsse ab, doch nur vier davon direkt aufs Hertha-Tor. Somit stand Jarstein zwar unter Dauer-Stress -aber nicht Beschuss. Zudem waren zwei der vier Torschüsse leichte Beute für den Norweger, der stets die Ruhe behielt. Zwei seiner Paraden waren wiederum großartig. Einmal hielt er einen Schuss von Rebic aus kurzer Distanz ganz sicher fest und in der 51. Minute tauchte er spektakulär ab, um einen Versuch von Jovic noch rauszukratzen.

Jarstein war stets auf dem Posten und zeigte eine gute Leistung, um seinen Kasten zum sechsten Mal im laufenden Wettbewerb sauber zu halten.

Abwehr

Fabian Lustenberger – Note: 2

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Herthas Routinier bewies gegen Frankfurt, dass man auf ihn zählen kann.

“(…) dort kommt Lustenberger gerade noch mit der Fußspitze dran, kann klären und hier schlimmeres verhindern”, hieß an einer Stelle im B.Z.-Ticker zum Frankfurt-Spiel und das fasst die Leistung von Lustenberger gut zusammen. Der Schweizer war stets auf der Höhe des Geschehens, hatte oft noch einen Fuß in den Frankfurter Offensivszenen und ein gutes Gespür für Stellungsspiel, wie Zweikampfverhalten.

“Lusti” gewann 12 seiner 15 Zweikämpfe, eine überragende Quote. Des Weiteren fing der 30-Jährige vier Bälle ab, setzte zwei Blocks und klärte insgesamt acht Aktionen. Auffällig war auch, wie clever er sich im direkten Duell verhielt, denn insgesamt vier Mal holte er einen Freistoß für Hertha heraus – ohne selbst auch nur ein einziges Foul begangen zu haben. Dazu kommt eine Passquote von 90%, somit erlaubte sich Lustenberger auch im Spielaufbau nahezu keine Fehler.

Eine wirklich runde Vorstellung Lustenbergers, der sich überragend im Zweikampf verhielt und dazu tolles Stellungsspiel bewies. Er war an diesem Abend ein Garant für Verlässlichkeit.

Jordan Torunarigha – Note: 2-

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Auch Herthas Eigengewächs präsentierte sich aufmerksam und zweikampfstark.

Defensiv vollbrachte tatsächlich oftmals Kollege Lustenberger den etwas auffälligeren Job als Torunarigha. Dieser präsentierte sich vor allem mit seinem Offensivdrang, er hatte nach seiner Gala gegen Hannover wohl Blut geleckt. So stürmte der 21-Jährige immer wieder mitsamt Ball in die gegnerische Hälfte, um das Spiel zu öffnen. Das tat dem teilweise etwas statischen Aufbauspiel seiner Mannschaft sichtlich gut. Dafür ist seine Passquote von 89% auch überraschend gut gewesen.

Defensiv war Torunarigha meist mitten im Geschehen, versuchte seinen robusten Körper wirksam gegen Frankfurts Angriffstrio einzubringen. So klärte der Innenverteidiger insgesamt sieben Aktionen, blockte drei Bälle und fing zwei weitere ab. Man merkte, dass Torunarigha der SGE körperlich etwas entgegenzusetzen hatte und so war allein seine Präsenz um den Strafraum herum von großem Wert. Zudem erlaubte er sich eigentlich keine groben Schnitzer.

Es ist erkennbar, dass es Torunarigha gut tut, nun mehrere Spiele am Stück absolvieren zu können. Gegen Frankfurt wirkte er defensiv selbstsicher und kreativ im Spielaufbau.

Valentino Lazaro – Note: 3+

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Der Österreicher hatten großen Anteil an dem frühen Herthaner Druck im ersten Durchgang, doch mit der Zeit verflachte sein Spiel etwas.

Es war beeindruckend zu sehen, wie heißblütig Hertha in die Partie startete. Mit hohem Druck, massiver Intensität in den Zweikämpfen und schnellen Spielzügen wollten die Berliner möglichst früh ein Ausrufezeichen setzen. Lazaro war in dieser Phase einer der auffälligsten Herthaner, indem er immer wieder nach vorne stürmte und sich an Angriffen beteiligte. Vier Torschussvorlagen gab er in den ersten 30 Minuten der Partie ab.

Doch genau bei dieser Zahl blieb es dann auch. Nachdem Hertha die Führung erzielt hatte und sich immer mehr in die eigene Hälfte drängen ließ, bauten auch die Offensivbemühungen des 22-Jährigen ab. Lazaro musste sich vor allem mit Abwehrarbeit auseinandersetzen, die er auch zufriedenstellend löste, dafür aber an Explosivität nach vorne einbüßte.

Es war ein solider, wohl durchschnittlicher Auftritt von Lazaro, der sich im zweiten Durchgang dem Defensivspiel seiner Mannschaft anpassen musste und so an offensiver Präsenz verlor. Große Kritik kann man aber nicht an ihn richten.

Marvin Plattenhardt – Note: 3

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Eine der stärkeren Leistungen des Linksverteidigers in der laufenden Saison.

Plattenhardt scheint vorsichtig auf dem Weg in Richtung Normalform zu sein. Gegen Frankfurt zeigte er zwar bekannte Schwächen, trat aber durchaus mutiger auf und bereitete das Siegtor vor.

Zunächst zu den negativen Punkten: Plattenhardts Passquote ließ deutlich zu wünschen übrig. Gerade einmal 63% seiner Zuspielen kamen an. Zwar sind es bei Lazaro auch nur 67% gewesen, dieser spielt seine Zuspiele aber deutlich offensiver und bewusst mit mehr Risiko. Plattenhardt hingegen ist nicht gerade für Schlüsselpässe bekannt. Des Weiteren ließt sich seine Zweikampfbilanz alles andere als gut, er verlor deutlich mehr Duelle als er gewann – dazu nicht ein abgefangener Ball.

Positiv war dafür, dass sich der 26-Jährige deutlich mehr zutraute, weitaus mehr Offensivläufe wagte und seine Standards meist sehr gefährlich waren. Immer wieder überlief “Platte” Kalou und dribbelte bis an den Strafraum heran. So holte er auch den Eckball zum 1:0 heraus.

Es war sicherlich nicht alles gut an Plattenhardts Vorstellung, aber es war ein Mentalitätswechsel zu erkennen. Zudem war er Wegbereiter für den Siegtreffer.

Mittelfeld

Arne Maier – Note: 3

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Herthas Mittelfeldjuwel war ein wichtiger Eckpfeiler des ersten Durchgangs, ließ nach dem Pausentee jedoch nach.

Wie schon gegen Hoffenheim und Hannover übernahm Maier neben Grujic den weitaus unauffälligeren Part im zentralen Mittelfeld, war dabei aber keinesfalls unwichtig für sein Team. Im Gegenteil – der 19-Jährige war immens wichtig, um Bälle abzufangen, diese zu sichern und sauber nach vorne weiterzuleiten. Dabei behielt Maier stets die Übersicht und war somit oftmals die erste Station eines Berliner Angriffs.

Im zweiten Durchgang machte ihm Frankfurt das Leben jedoch deutlich schwerer. Maier wurde weitaus mehr angelaufen und die “Adler” überluden die Zentrale gezielt, sodass Maier gleich mehrere Spieler gleichzeitig verteidigen musste. Dabei wirkte Herthas Eigengewächs zwar selten kopflos, doch eine leichte Überforderung war im Stellungsspiel und Passverhalten zu erkennen. Er verlor schlicht die Dominanz, die ihn in den 45 Minuten ausgezeichnet hatte. So war es nicht völlig zufällig, dass Pal Dardai ausgerechnet Maier kurz vor Schluss aus der Partie nahm.

Eine solide Leistung, die wirklich in zwei Hälften aufgeteilt werden muss. Wichtig war, dass das Zusammenspiel zwischen Maier und Grujic einmal mehr gut funktionierte.

Marko Grujic – Note: 1

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Machen wir es kurz: der Mann des Spiels.

So langsam gehen einem die Superlative für Grujic aus – und dabei ist er laut Dardai noch nicht einmal bei 100% Fitness. Gegen Frankfurt führte der Serbe die Mannschaft an, war offensiv wie defensiv von immensem Wert und köpfte auch noch das Siegtor.

Grujic war nach Leckie der zweitbeste Zweikämpfer seines Teams, entschied Duelle mit und ohne Ball am laufenden Band für sich. Apropos laufen: auch die zweitgrößte Laufstrecke geht an den 22-Jährigen, der ein großes Pensum abspulte, um seinen Mitspieler vorne und hinten zu helfen. So sicherte Grujic sechs Bälle, klärte neun (!) Aktionen und vollbrachte vier Tackles. Grujic war stets Herr der Lage, unfassbar schwierig vom Ball zu trennen und immer mit einem klaren Blick für die kommende Spielsituation.

Selbst in der gegnerischen Hälfte hatte die Leihgabe eine Passquote von 80% und das bei seinen so schwierigen Bällen in die Schnittstellen. Nahezu alles lief über den Mittelfeldmotor, der nicht müde zu werden schien. Er gab insgesamt vier Torschüsse ab, so viel wie kein anderer Herthaner und in der 40. Minute schraubte er sich zum Kopfball hoch, der zum Siegtreffer werden sollte.

Eine absolut grandiose Vorstellung von Grujic, der seine Mannschaft einmal mehr auf ein anderes Niveau hob und ein wenig über den Dingen zu schweben scheint.

Mathew Leckie – Note: 3-

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Eigentlich war es keine schlechte Leistung des Australiers, wären da nicht so viele Ungenauigkeiten in seinem Spiel gewesen.

Ginge es in der Einzelkritik um den reinen Aufwand, so würde Leckie seit drei Spielen Bestnoten erhalten. Auch gegen die Eintracht lief niemand so viel wie der Flügelflitzer, keiner zog so viele Sprints und intensive Läufe an, keiner führte so viele Zweikämpfe und gewann dann auch solch eine Anzahl. Es war beeindruckend zu sehen, wie sich Leckie defensiv wie offensiv aufrieb. Acht Ballsicherungen, drei abgefangene Bälle 9/12 gewonne Luftduelle sprechen eine klare Sprache.

Der 27-Jährige stellte durch seine unfassbare Kopfballstärke und sein bekanntes Tempo eine durchgehend attraktive Anspielstation für seine Mitspieler dar, niemand hatte so viele Ballkontakte wie er. Leider machte Leckie nur einfach viel zu wenig aus ihnen. Immer wieder verschluderte er aussichtsreiche Umschaltmomente durch schlechte Ballannahmen oder schlicht falsche Entscheidungen. Hertha verpasste es oftmals in Person von Leckie, Situationen so auszuspielen, dass sie zum 2:0 geführt hätten. Es war fast schon tragisch anzusehen, wie konsequent es Leckie “vergeigte”, seinen guten Auftritt zu veredeln.

Die so mannschaftsdienliche Spielweise Leckies muss hervorgehoben werden, doch genauso seine Ungenauigkeiten, die Hertha viele Torgelegenheiten kostete.

Salomon Kalou – Note: 5+

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Der Ivorer erlebte erneut einen schlechten Tag.

Dass der Arbeitstag von Kalou nach nur 65 Minuten beendet war, hatte gute Gründe, denn wie schon gegen Hannover ließ der 33-Jährige die Effizienz in seinen Aktionen vermissen. Zwar kam Kalou immer wieder an Ball, doch die Wirkung blieb nahezu immer aus. Kein Torschuss, keine Torschussvorlage, keine Schlüsselpässe – dafür aber viele Ballverluste. Der Linksaußen kam einfach in keine aussichtsreichen Situationen und machte sich eigene Aktionen immer wieder durch unsauberes Spiel selbst kaputt.

Kalou hatte gegen Frankfurt keinen wirklichen Beitrag zu leisten und so war es nur folgerichtig, ihn recht früh vom Feld zu nehmen. Frankfurt hatte keinerlei Probleme mit ihm.

Sturm

Vedad Ibisevic – Note: 4

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Auch Herthas anderer Sturm-Oldie erlebte keinen leichten Tag, biss sich aber zumindest rein.

Während Selke gegen Hannover noch der Zuarbeiter für Ibisevic war, waren die Rollen gegen Frankfurt vertauscht. Ibisevic agierte oftmals als hängende Spitze, die mit ihrer körperlichen Präsenz Bälle im Mittelfeld festmachen und dann die Mitspieler in Szene setzen sollte. Das klappte auch immer wieder gut, indem der 34-Jährige sich tief ins eigene Mittelfeld fallen ließ und dann mit seinen gewohnt überragenden Seitenverlagerungen das Spiel in die Breite zog. So war der Bosnier im ersten Durchgang ein wichtiger Bestandteil für das Offensivspiel, ohne jedoch selbst gefährlich zu werden.

Nach der Führung ließ sich Hertha aber tief in die eigene Hälfte fallen, sodass dem Kapitän die Bindung zum Spiel immer mehr abhanden kam und seine Rolle nicht mehr zur Geltung kam. Nach der Halbzeitpause war Ibisevic kaum noch zu sehen und verlor zahlreiche Bälle, da nicht mehr konsequent aufgerückt wurde. So war sein Arbeitstag nach knapp 80 Minuten beendet.

Der “Vedator” hat alles aus sich rausgeholt, doch entwickelte sich die Partie in eine für ihn ungünstige Richtung, sodass er zum Ende hin kaum noch teilnahm.

Davie Selke – Note: 4+

(Foto: ROBERT MICHAEL/AFP/Getty Images)

Beinahe hätte Selke gegen Frankfurt seinen zweiten Saisontreffer erzielt.

Es war so knapp – in der 50. Minute lief Selke auf Frankfurt-Keeper Trapp zu, zog links an ihm vorbei und schob den Ball cool ein, doch ca. 30 Sekunden zu spät wurde auf Abseits entschieden. Nur drei Minuten später stand Herthas Mittelstürmer erneut vor Trapp, wollte dieses Mal rechts an ihm vorbei, doch der Ball stolperte über eine Erhöhung im Rasen, sodass Selke ihn nicht mehr kontrollieren konnte und der SGE-Torwart dazwischen kam. Ein Tor blieb dem 23-Jährigen also erneut vergönnt.

Selke war äußerst präsent, lief viel für die Mannschaft und beteiligte sich auch an der Defensivarbeit. Immer wieder wich er auch auf die Außen aus, um mit seinem guten Antritt für Raumgewinn zu erzielen. Letztendlich blieb all dies jedoch ohne Ertrag.

Es war kein schlechter Auftritt von Selke, der sich aber mit einem Tor hätte belohnen müssen.

Einwechslungen

Maxi Mittelstädt – Note: 4-

(Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images)

Der Flügelspieler kam für Kalou in die Partie, hatte aber wenig Einfluss.

Mit der Einwechslung von Mittelstädt sollte etwas mehr defensiver Zugriff und Tempo in Herthas Spiel kommen, doch eine sichtbare Wirkung erzielte der 21-Jährige nicht. Vier Pässe, ein Zweikampf, keine Defensiv- und Offensivstatistiken zeigen, dass Mittelstädt kaum in die Partie fand.

Sicherlich erlaubte er sich auf anderen Seite keine folgenschweren Fehler, aber zusammengefasst verpuffte sein Joker-Einsatz in der Wirkungslosigkeit.


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[…] in Folge (gegen Hannover 96 und Eintracht Frankfurt) auf seiner Seite zu haben. Inbesondere der Sieg gegen Frankfurt stimmte sehr […]

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