Einzelkritik

Einzelkritik 19. Spieltag: Hertha BSC – FC Schalke 04

So richtig freuen konnte man sich am Ende der zweiten Halbzeit des ersten Heimspiels in 2019 nicht. Nach einer furiosen ersten Halbzeit konnte Hertha BSC gegen Schalke 04 nicht mehr nachlegen und so endete die Partie mit 2:2. Unterm Strich konnte jedoch ein Punkt gegen einen formstarken Gegner geholt und die Ungeschlagen-Serie aufgebaut werden. In unserer Einzelkritik bewerten wir wie immer die Einzelleistungen der eingesetzten Profis.

Tor

Rune Jarstein – Note: 2-

(Foto: Ottmar Winter/Bongarts/Getty Images)

Der Norweger war schon nach 16 Sekunden hellwach, als bereits der erste Torschuss von Steven Skrzybski auf seinen Kasten kam. Beim 0:1 durch Yevhen Konoplyanka stand Jarstein allerdings nicht vollkommen richtig. Beim Schuss des Ukrainers war seine Sicht zwar etwas verdeckt, allerdings orientierte er sich zu sehr nach rechts und hatte dann beim gut platzierten Schuss keine Chance, noch dran zu kommen. Zwar kann ihm kein grober Fehler angerechnet werden, dennoch hätte er sich in dieser Szene cleverer verhalten können, da das Schussverhalten von Konoplyanka allseits bekannt und daher leichter auszurechnen ist.

Ansonsten zeigte der Berliner Schlussmann insbesondere in der zweiten Halbzeit in den Druckphasen von Gelsenkirchen gute Paraden. In der 72. Minute war er gegen Skrzybski mit starkem Reflex zur Stelle und konnte Hertha vor dem drohenden 2:3 retten. Insgesamt konnte er fünf Bälle parieren, beim zweiten Gegentreffer war er schuldlos. Insgesamt also eine gute Vorstellung des 34-Jährigen.

Abwehr

Marvin Plattenhardt – Note: 4

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Marvin Plattenhardt konnte sich gegen den FC Schalke 04 leider nicht auszeichnen. In der Vorberichterstattung hatte Dardai angedeutet, sein linker Verteidiger solle mehr Wege gehen, um mehr Flanken abgeben zu können. Das versuchte „Platte“ auch: er gab sechs Flanken aus dem Spiel heraus ab (im Vergleich: gegen Nürnberg waren es nur halb so viele) – leider kam keine einzige davon an. Zu seiner Verteidigung muss angeführt werden, dass beim Gegner mit Salif Sané der drittbeste Kopfballspieler der Liga im Strafraum stand und Herthas Mittelstürmer somit kein leichtes Spiel hatten.

Der linke Verteidiger war also sichtlich bemüht, mehr offensive Akzente zu setzen, was ihm allerdings nicht ganz gelingen wollte. Mal wieder musste man feststellen, dass in dieser Disziplin Flügelpendant Valentino Lazaro deutlich weiter ist. Immerhin konnte Plattenhardt drei Torschussvorlagen abgeben, was ebenfalls für seine Bemühungen spricht, mehr nach vorne zu bewirken.

Defensiv erlaubte sich der 27-Jährige einen folgenschweren Fehler im Stellungsspiel, als Schalke in der 44. Minute durch Mark Uth das zwischenzeitliche 1:2 erzielte. Plattenhardt ließ seinen Gegenspieler völlig allein am Elfmeterpunkt, sodass dieser frei stand und seinen Schuss unbedrängt platzieren konnte. In dieser Szene sah zwar die gesamte Hertha-Abwehr schlecht aus, trotzdem kann man dem letztjährigen WM-Fahrer seine Schuld an diesem Gegentor nicht absprechen. Dazu kommt eine schwache Zweikampfquote von 20% (im Vergleich: im Spiel gegen den 1.FC Nürnberg hatte er noch eine Zweikampfquote von 60%). Insgesamt war es also kein wirklich gutes Spiel von Marvin Plattenhardt, der sich in der Rückrunde noch steigern muss (und sicherlich auch wird).

Karim Rekik – Note: 3-

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Freunde hat sich Karim Rekik in Gelsenkirchen nach dieser Partie sicherlich nicht gemacht. In der ersten Viertelstunde trat er Alessandro Schöpf ungeschickt auf das Bein. Der Schalker Spieler musste etwas später ausgewechselt werden. Die Diagnose lautet: Außenbandriss und Kapselverletzung im Knie. Eine rote Karte wäre sicherlich nicht unverdient gewesen, auch wenn Rekik auf keinen Fall den Vorsatz hatte, sein Gegner zu verletzen.

Dabei hätte sich Rekik bei den “Königsblauen” noch unbeliebter machen können, als er in der 59. Minute im Strafraum einen schönen Seitfallzieher abgab und Sebastian Rudy an die Hand schoss. Ein Elfmeterpfiff wäre nicht undenkbar gewesen. Daraus wurde allerdings nichts, sodass sich Rekik nicht über eine entscheidende Szene im Offensivspiel freuen konnte.

Seine Hauptaufgabe (die Defensive) erledigte der Niederländer jedoch im großen und Ganzen recht zuverlässig. Er gewann elf seiner 16 Zweikämpfe und konnte vier Bälle klären (Höchstwert bei den „blau-weißen“). Beim zweiten Gegentreffer sah der 24-Jährige, wie seine Mitspieler, auch unglücklich aus. Zudem kritisierte Trainer Dardai nach der Partie das Stellungsspiel des Niederländers. Keine schlechte, aber auch keine gute Leistung von Rekik, der noch nicht bei 100% ist.

Fabian Lustenberger – Note: 3+

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Wie Rekik hat auch Lustenberger gegen den FC Schalke 04 eine zum größten Teil ordentliche Partie gezeigt. Die Hektik der ersten Halbzeit spielte auch ihm sicherlich nicht in die Karten, sodass er auch in der zweiten Halbzeit etwas besser aussah, als Pal Dardai das System umstellte, und Lustenberger in der Raute kurz vor der Abwehr spielte.

„Lusti“ erlaubte sich keine großen Fehler, konnte zwei Bälle klären und hatte wie üblich eine hohe Passquote von 89%. Er führte viele Zweikämpfe (20) und gewann 12 davon. Insgesamt trat er nicht besonders in Erscheinung, was für einen defensiven Spieler eher positiv zu bewerten ist. Ein ordentliches Spiel also von Fabian Lustenberger, der sich auch nicht von seinem Positionswechsel in der zweiten Halbzeit irritieren ließ.

Niklas Stark – Note: 3

(Foto: Ottmar Winter/Bongarts/Getty Images)

Es war sicherlich allgemein kein einfaches Spiel für die Berliner Abwehr. Die offensiven Qualitäten der Gelsenkirchener Mannschaft sowie die Hektik der ersten Halbzeit zeigten auch die Schwächen der Defensive des Hauptstadtclubs, insbesondere bei den Gegentreffern. Auch Niklas Stark ließ in einigen Szenen erkennen, dass er noch nicht der erwartete Fels in der Brandung ist.

In der 70. Minute misslang ihm ein Klärungsversuch in Form eines Kopfballs komplett, sodass sein Gegenspieler an ihm vorbei laufen konnte und so ein sehr gefährlicher Konter für Gelsenkirchen entstand. Zwischenzeitlich fanden sich zwei Schalker gegen Karim Rekik im Laufduell wieder: die Situation wurde am Ende von Jarstein entschärft, der den Abschluss von Suat Serdar parieren konnte.

Ein solcher Patzer zeigt auch eine gewisse Unsicherheit, die Niklas Stark nach seiner Verletzung möglicherweise noch mit sich trägt. Er führte nur 12 Zweikämpfe, gewann davon acht und erlaubte sich kein Foulspiel. Insgesamt war der Auftritt vom 23-Jährigen zwar in Ordnung. Trotzdem ist auch von ihm in der Rückrunde eine Steigerung zu erwarten.

Valentino Lazaro – Note: 2

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Woche für Woche überzeugt der Österreicher. Er ist vielleicht der konstanteste Spieler bei Hertha BSC in dieser Saison. Auch im Heimspiel gegen Schalke zeigte er eine gute Leistung auf seiner rechten Seite. Im Hinspiel in Gelsenkirchen hatte er noch defensiv Probleme, insbesondere im Duell mit Yevhen Konoplianka. Dieses Mal hatte er den Ukrainer fast immer im Griff.

Am Freitag setzte Lazaro vor allem defensive Akzente. In der 37. Minute konnte er durch eine sehenswerte Grätsche einen sehr gefährlichen Angriff von Schalke 04 in letzter Sekunde abwehren. Auch im Laufe des Spiels nahm er seine defensiven Aufgaben gut wahr, hatte im zweiten Durchgang nach der Systemumstellung allerdings auch weniger Offensiv-Szenen. Dennoch ist zu erkennen, welche Entwicklung der Außenbahnspieler aktuell nimmt.

Das Spiel der „alten Dame“ war sehr rechtslastig, was sich auch daran erkennen lässt, dass Lazaro bei Hertha die meisten Ballbesitzphasen (70) und die meisten gewonnenen Zweikämpfe aufwies (17). Er führte sehr viele Zweikämpfe, lief insgesamt 10,58 Kilometer, konnte allerdings dieses Mal nur einen Torschuss vorbereiten. Dazu kamen drei seiner vier Flanken an und er leitete das 2:2 von Vedad Ibisevic ein, als er einen langen Ball auf Davie Selke schlug, der dann die Vorlage per Flanke abgab. Insgesamt also wieder eine gute Leistung vom Österreicher, der einmal großen Anteil am Punktgewinn seiner Mannschaft hatte.

Mittelfeld

Arne Maier – Note: 2

(Foto: Ottmar Winter/Bongarts/Getty Images)

Bereits gegen Nürnberg vergangene Woche konnte Arne Maier überzeugen. Auch gegen Gelsenkirchen zeigte er sich motiviert und sehr aktiv im Mittelfeld. Schon in der 12. Minute konnte er Davie Selke gut in Szene setzen. Dessen Flanke konnte aber keinen Abnehmer finden.

Allgemein hatte der gebürtige Ludwigsfelder viele gute Aktionen im Mittelfeld, war sowohl defensiv als auch offensiv ein wichtiger Faktor für das Spiel der „alten Dame“. Besonders im Zusammenspiel mit Marko Grujic glänzte er, traute sich mehr nach vorne, insbesondere bei Konter-Situationen. Das zeigt sich auch daran, dass er der Spieler mit den meisten Sprints bei Hertha ist (29).

In der Entstehung des 1:1 durch Marko Grujic ist gut zu erkennen, wie explosiv Maier in der Rückrunde in seinen Läufen ist. Nachdem er von Grujic angespielt wurde, warf er sich im Vollsprint nach vorne und spielte den vorletzten Pass auf Ondrej Duda. In einigen weiteren Aktionen konnte er sich im Mittelfeld gegen individuell starke Gegenspieler durchsetzen. Vor allem seine Ballsicherheit, aber auch eine Passquote von 92% zeigen, in welch guter Verfassung sich Maier aktuell befindet. Das was noch ein wenig fehlt, ist weiterhin seine eigene Torgefährlichkeit – auch wenn in den letzten beiden Spielen zu erkennen war, dass er sich mehr Abschlüsse nimmt. Zudem litt auch seine Leistung etwas unter der hektischen Phase der ersten Halbzeit.

Marko Grujic – Note: 2+

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Der Hype um Marko Grujic wird nach seinem Treffer zum 1:1-Ausgleich am Freitagabend nicht geringer geworden sein. Mit Arne Maier zusammen hatte er viele gute Aktionen im Mittelfeld, wusste in einer schwierigen Partie wieder zu überzeugen. Er zeigte sich selbstbewusster und mutiger als noch vergangene Woche gegen Nürnberg, als er gerade wieder genesen war. Im Heimspiel war von seiner langen Verletzung nichts mehr zu sehen, er ging Zweikämpfe nicht aus dem Weg und war (nach Mark Uth) der Spieler, der die meisten Wege ging (11,29 Kilometer).

Bereits in der 22. Spielminute hatte er eine Möglichkeit im Strafraum von Gelsenkirchen, sein Abschluss war jedoch zu unplatziert und konnte Keeper Nübel nicht überraschen. Wenig später machte er es jedoch besser. Der Serbe leitete den Konter selbst ein, spielte einen intelligenten Pass an zwei Gelsenkirchener vorbei in den Lauf von Arne Maier und sprintete dann weiter in die Spitze. Nach der Traumvorlage von Ondrej Duda konnte er dann kaltschnäuzig abschließen und sein zweites Bundesligator für den Hauptstadt-Club erzielen. Ein Tor, das Pal Dardai sogar “Gänsehaut” gab.

Allgemein glänzte er dadurch, dass er gefährliche Pässe in die Spitze spielte. In der 61. Minute war er der Vorbereiter für die beste Hertha-Chance der zweiten Hälfte. Der 22-Jährige spielte einen überragenden Pass in den Lauf von Selke, der jedoch an Nübel scheiterte. Wie seine Mitspieler im Defensiv-Verbund litt er jedoch auch unter der Hektik der ersten Halbzeit. Auch er wirkte nicht so sicher, wie sonst zwischen Minuten 15-45. Vor allem seine durchaus bräsige Rückwärtsbewegung und ein etwas zu lässiges Passverhalten sorgten immer wieder für defensive Brandherde. In der zweiten Hälfte wurde er seiner Rolle als Stabilisator gerechter. Er spielte etwas überraschend die kompletten 90 Minuten durch.

Und so bleibt Marko Grujic erneut ungeschlagen mit Hertha BSC. Sollte er (was wir alle hoffen) im nächsten Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg fit sein, kann man also eigentlich davon ausgehen, dass Hertha auch dort nicht leer ausgeht.

Ondrej Duda – Note: 3

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Leider bereitete Duda nicht nur Herthas “Tor des Jahrzehnts” vor, sondern hatte auch einige Aktionen, die schwerwiegende Folgen für seine Mannschaft hatten. Zunächst einmal müssen wir feststellen, dass ihm offensiv deutlich weniger gelang als vergangene Woche gegen Nürnberg. Letzte Woche schoss er vier Mal aufs gegnerische Tor, traf dabei doppelt. Gegen Schalke gab er keinen einzigen Schuss ab, seine Traumvorlage auf Grujic ist seine einzige Torschussbeteiligung gewesen.

Er ließ am Freitag Abend zudem immer wieder seine altbekannten Schwächen zum Vorschein kommen. Beim 0:1 durch Konoplyanka sah der Slowake auffällig schlecht aus. Er ist derjenige, der beim Ukrainer steht, lässt sich jedoch durch eine simple Körpertäuschung ausspielen. Damit hatte der Schalker freie Bahn für die zwischenzeitliche Führung. Gefährliche Fehlpässe und Ballverluste im Spielaufbau führten schon in der 37. Minute fast zum zweiten Gegentreffer. Sieben Minuten später führte ein solcher Ballverlust dann zum zweiten Gegentor.

In der Bundesliga ist Ondrej Duda die Nummer eins in der Kategorie „Fouls am Gegner”. Das sagt eine Menge darüber aus, wie viel er im Mittelfeld um jeden Ball kämpft. Allerdings zeigt es auch, dass er öfter einen Schritt zu spät ist, so wie auch beim 1:2 von Gelsenkirchen, als er in der 43. Minute gegen zwei Gegenspieler den Ball verliert und beim Versuch den Ball zurückzuholen daneben grätscht. Beim damit entstandene Konter traf Mark Uth zur erneuten Führung für die Gäste. Somit ist Duda leider an beiden Gegentoren direkt beteiligt gewesen.

Allerdings ist der beste Torschütze der „alten Dame“ auch ganz klar der Hauptakteur der Szene des Spiels. Er leitet mit dem „Magischen Dreieck“ (Maier – Grujic – Duda) zusammen den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 mit ein, seine Vorlage per Hackentrick perfekt in den Lauf von Marko Grujic ist so schön, dass man sie sich eigentlich an die Wand hängen möchte. Mit dieser Szene, und mit dem Doppelpack in Nürnberg im Hinterkopf, kann man hinsichtlich der Leistung von Duda weiterhin optimistisch sein.

Sturm

Vedad Ibisevic – Note: 2-

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Viel gelang dem Berliner Kapitän nicht. Dafür aber wieder ein Treffer und ein sehr wichtiger noch dazu. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit traf er per Kopf nach Vorlage von Davie Selke. „Job getan“ also für Ibisevic, dessen Zukunft in der Hauptstadt noch nicht geklärt ist. Die Leistung eines „Goalgetters“ wie Ibisevic ist allgemein schwer zu bewerten. Wenn er jedoch trifft, kann man zufrieden sein.

Nur zwei Torschüsse gab der Bosnier ab, stand zweimal im Abseits und hatte allgemein Schwierigkeiten, sich gegen die starken Innenverteidiger aus Gelsenkirchen durchzusetzen. Trotzdem wunderten sich einige, als er derjenige war, der in der 72. Minute ausgewechselt wurde. Er hatte weniger Aktionen als Davie Selke, war jedoch in seinen wenigen Szenen erneut im Abschluss erfolgreich. Diese Effektivität und Coolness vor dem Tor machen ihn weiterhin sehr wertvoll für Hertha BSC.

Davie Selke – Note: 3+

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Kaum einer kämpft mehr als Davie Selke auf dem Platz. Auch am Freitagabend war dies gut zu erkennen. 29 Zweikämpfe führte der 24-Jährige Stürmer, gewann allerdings nur neun davon (31%). Diese Bereitschaft um jeden Ball zu kämpfen haben wir bereits einige Male gelobt. Leider war er aber auch in vielen Aktionen zu ungestüm und überhastet. Unmittelbar nach dem 1:1 von Grujic legte er sich mit Sebastian Rudy an und holte sich eine unnötige gelbe Karte ab.

Sein Wille, selber einen Treffer zu erzielen, zeigte sich auch negativ dadurch, dass er in manchen Szene vergaß, seine besser positionierten Mitspieler anzuspielen. In der 61. Minute scheiterte er in seiner besten Szene der zweiten Halbzeit zunächst an Torhüter Nübel, übersah jedoch im Anschluss den im Rückraum anlaufenden Ibisevic.

In den Aktionen, in denen er jedoch die Entscheidung traf, seine Mitspieler in Szene zu setzen, konnte er überzeugen. Bestes Beispiel dafür ist seine Vorlage zum 2:2 auf Vedad Ibisevic. Allgemein war er leider in vielen Situationen glücklos, verlor zu viele Bälle und ist auch der Spieler, der die meisten Bälle nicht kontrollieren konnte. Ein Treffer würde ihm sicherlich gut tun, nächste Woche gegen Wolfsburg hat er wieder die Gelegenheit dazu.


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So richtig freuen konnte man sich am Ende der zweiten Halbzeit des ersten Heimspiels in 2019 nicht. Nach einer furiosen ersten Halbzeit konnte Hertha BSC gegen Schalke 04 nicht mehr nachlegen und so endete die Partie mit 2:2. Unterm Strich konnte jedoch ein Punkt gegen einen formstarken Gegner geholt und die Ungeschlagen-Serie aufgebaut werden. In unserer Einzelkritik bewerten wir wie immer die Einzelleistungen der eingesetzten Profis.

Tor

Rune Jarstein – Note: 2-

(Foto: Ottmar Winter/Bongarts/Getty Images)

Der Norweger war schon nach 16 Sekunden hellwach, als bereits der erste Torschuss von Steven Skrzybski auf seinen Kasten kam. Beim 0:1 durch Yevhen Konoplyanka stand Jarstein allerdings nicht vollkommen richtig. Beim Schuss des Ukrainers war seine Sicht zwar etwas verdeckt, allerdings orientierte er sich zu sehr nach rechts und hatte dann beim gut platzierten Schuss keine Chance, noch dran zu kommen. Zwar kann ihm kein grober Fehler angerechnet werden, dennoch hätte er sich in dieser Szene cleverer verhalten können, da das Schussverhalten von Konoplyanka allseits bekannt und daher leichter auszurechnen ist.

Ansonsten zeigte der Berliner Schlussmann insbesondere in der zweiten Halbzeit in den Druckphasen von Gelsenkirchen gute Paraden. In der 72. Minute war er gegen Skrzybski mit starkem Reflex zur Stelle und konnte Hertha vor dem drohenden 2:3 retten. Insgesamt konnte er fünf Bälle parieren, beim zweiten Gegentreffer war er schuldlos. Insgesamt also eine gute Vorstellung des 34-Jährigen.

Abwehr

Marvin Plattenhardt – Note: 4

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Marvin Plattenhardt konnte sich gegen den FC Schalke 04 leider nicht auszeichnen. In der Vorberichterstattung hatte Dardai angedeutet, sein linker Verteidiger solle mehr Wege gehen, um mehr Flanken abgeben zu können. Das versuchte „Platte“ auch: er gab sechs Flanken aus dem Spiel heraus ab (im Vergleich: gegen Nürnberg waren es nur halb so viele) – leider kam keine einzige davon an. Zu seiner Verteidigung muss angeführt werden, dass beim Gegner mit Salif Sané der drittbeste Kopfballspieler der Liga im Strafraum stand und Herthas Mittelstürmer somit kein leichtes Spiel hatten.

Der linke Verteidiger war also sichtlich bemüht, mehr offensive Akzente zu setzen, was ihm allerdings nicht ganz gelingen wollte. Mal wieder musste man feststellen, dass in dieser Disziplin Flügelpendant Valentino Lazaro deutlich weiter ist. Immerhin konnte Plattenhardt drei Torschussvorlagen abgeben, was ebenfalls für seine Bemühungen spricht, mehr nach vorne zu bewirken.

Defensiv erlaubte sich der 27-Jährige einen folgenschweren Fehler im Stellungsspiel, als Schalke in der 44. Minute durch Mark Uth das zwischenzeitliche 1:2 erzielte. Plattenhardt ließ seinen Gegenspieler völlig allein am Elfmeterpunkt, sodass dieser frei stand und seinen Schuss unbedrängt platzieren konnte. In dieser Szene sah zwar die gesamte Hertha-Abwehr schlecht aus, trotzdem kann man dem letztjährigen WM-Fahrer seine Schuld an diesem Gegentor nicht absprechen. Dazu kommt eine schwache Zweikampfquote von 20% (im Vergleich: im Spiel gegen den 1.FC Nürnberg hatte er noch eine Zweikampfquote von 60%). Insgesamt war es also kein wirklich gutes Spiel von Marvin Plattenhardt, der sich in der Rückrunde noch steigern muss (und sicherlich auch wird).

Karim Rekik – Note: 3-

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Freunde hat sich Karim Rekik in Gelsenkirchen nach dieser Partie sicherlich nicht gemacht. In der ersten Viertelstunde trat er Alessandro Schöpf ungeschickt auf das Bein. Der Schalker Spieler musste etwas später ausgewechselt werden. Die Diagnose lautet: Außenbandriss und Kapselverletzung im Knie. Eine rote Karte wäre sicherlich nicht unverdient gewesen, auch wenn Rekik auf keinen Fall den Vorsatz hatte, sein Gegner zu verletzen.

Dabei hätte sich Rekik bei den “Königsblauen” noch unbeliebter machen können, als er in der 59. Minute im Strafraum einen schönen Seitfallzieher abgab und Sebastian Rudy an die Hand schoss. Ein Elfmeterpfiff wäre nicht undenkbar gewesen. Daraus wurde allerdings nichts, sodass sich Rekik nicht über eine entscheidende Szene im Offensivspiel freuen konnte.

Seine Hauptaufgabe (die Defensive) erledigte der Niederländer jedoch im großen und Ganzen recht zuverlässig. Er gewann elf seiner 16 Zweikämpfe und konnte vier Bälle klären (Höchstwert bei den „blau-weißen“). Beim zweiten Gegentreffer sah der 24-Jährige, wie seine Mitspieler, auch unglücklich aus. Zudem kritisierte Trainer Dardai nach der Partie das Stellungsspiel des Niederländers. Keine schlechte, aber auch keine gute Leistung von Rekik, der noch nicht bei 100% ist.

Fabian Lustenberger – Note: 3+

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Wie Rekik hat auch Lustenberger gegen den FC Schalke 04 eine zum größten Teil ordentliche Partie gezeigt. Die Hektik der ersten Halbzeit spielte auch ihm sicherlich nicht in die Karten, sodass er auch in der zweiten Halbzeit etwas besser aussah, als Pal Dardai das System umstellte, und Lustenberger in der Raute kurz vor der Abwehr spielte.

„Lusti“ erlaubte sich keine großen Fehler, konnte zwei Bälle klären und hatte wie üblich eine hohe Passquote von 89%. Er führte viele Zweikämpfe (20) und gewann 12 davon. Insgesamt trat er nicht besonders in Erscheinung, was für einen defensiven Spieler eher positiv zu bewerten ist. Ein ordentliches Spiel also von Fabian Lustenberger, der sich auch nicht von seinem Positionswechsel in der zweiten Halbzeit irritieren ließ.

Niklas Stark – Note: 3

(Foto: Ottmar Winter/Bongarts/Getty Images)

Es war sicherlich allgemein kein einfaches Spiel für die Berliner Abwehr. Die offensiven Qualitäten der Gelsenkirchener Mannschaft sowie die Hektik der ersten Halbzeit zeigten auch die Schwächen der Defensive des Hauptstadtclubs, insbesondere bei den Gegentreffern. Auch Niklas Stark ließ in einigen Szenen erkennen, dass er noch nicht der erwartete Fels in der Brandung ist.

In der 70. Minute misslang ihm ein Klärungsversuch in Form eines Kopfballs komplett, sodass sein Gegenspieler an ihm vorbei laufen konnte und so ein sehr gefährlicher Konter für Gelsenkirchen entstand. Zwischenzeitlich fanden sich zwei Schalker gegen Karim Rekik im Laufduell wieder: die Situation wurde am Ende von Jarstein entschärft, der den Abschluss von Suat Serdar parieren konnte.

Ein solcher Patzer zeigt auch eine gewisse Unsicherheit, die Niklas Stark nach seiner Verletzung möglicherweise noch mit sich trägt. Er führte nur 12 Zweikämpfe, gewann davon acht und erlaubte sich kein Foulspiel. Insgesamt war der Auftritt vom 23-Jährigen zwar in Ordnung. Trotzdem ist auch von ihm in der Rückrunde eine Steigerung zu erwarten.

Valentino Lazaro – Note: 2

(Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Woche für Woche überzeugt der Österreicher. Er ist vielleicht der konstanteste Spieler bei Hertha BSC in dieser Saison. Auch im Heimspiel gegen Schalke zeigte er eine gute Leistung auf seiner rechten Seite. Im Hinspiel in Gelsenkirchen hatte er noch defensiv Probleme, insbesondere im Duell mit Yevhen Konoplianka. Dieses Mal hatte er den Ukrainer fast immer im Griff.

Am Freitag setzte Lazaro vor allem defensive Akzente. In der 37. Minute konnte er durch eine sehenswerte Grätsche einen sehr gefährlichen Angriff von Schalke 04 in letzter Sekunde abwehren. Auch im Laufe des Spiels nahm er seine defensiven Aufgaben gut wahr, hatte im zweiten Durchgang nach der Systemumstellung allerdings auch weniger Offensiv-Szenen. Dennoch ist zu erkennen, welche Entwicklung der Außenbahnspieler aktuell nimmt.

Das Spiel der „alten Dame“ war sehr rechtslastig, was sich auch daran erkennen lässt, dass Lazaro bei Hertha die meisten Ballbesitzphasen (70) und die meisten gewonnenen Zweikämpfe aufwies (17). Er führte sehr viele Zweikämpfe, lief insgesamt 10,58 Kilometer, konnte allerdings dieses Mal nur einen Torschuss vorbereiten. Dazu kamen drei seiner vier Flanken an und er leitete das 2:2 von Vedad Ibisevic ein, als er einen langen Ball auf Davie Selke schlug, der dann die Vorlage per Flanke abgab. Insgesamt also wieder eine gute Leistung vom Österreicher, der einmal großen Anteil am Punktgewinn seiner Mannschaft hatte.

Mittelfeld

Arne Maier – Note: 2

(Foto: Ottmar Winter/Bongarts/Getty Images)

Bereits gegen Nürnberg vergangene Woche konnte Arne Maier überzeugen. Auch gegen Gelsenkirchen zeigte er sich motiviert und sehr aktiv im Mittelfeld. Schon in der 12. Minute konnte er Davie Selke gut in Szene setzen. Dessen Flanke konnte aber keinen Abnehmer finden.

Allgemein hatte der gebürtige Ludwigsfelder viele gute Aktionen im Mittelfeld, war sowohl defensiv als auch offensiv ein wichtiger Faktor für das Spiel der „alten Dame“. Besonders im Zusammenspiel mit Marko Grujic glänzte er, traute sich mehr nach vorne, insbesondere bei Konter-Situationen. Das zeigt sich auch daran, dass er der Spieler mit den meisten Sprints bei Hertha ist (29).

In der Entstehung des 1:1 durch Marko Grujic ist gut zu erkennen, wie explosiv Maier in der Rückrunde in seinen Läufen ist. Nachdem er von Grujic angespielt wurde, warf er sich im Vollsprint nach vorne und spielte den vorletzten Pass auf Ondrej Duda. In einigen weiteren Aktionen konnte er sich im Mittelfeld gegen individuell starke Gegenspieler durchsetzen. Vor allem seine Ballsicherheit, aber auch eine Passquote von 92% zeigen, in welch guter Verfassung sich Maier aktuell befindet. Das was noch ein wenig fehlt, ist weiterhin seine eigene Torgefährlichkeit – auch wenn in den letzten beiden Spielen zu erkennen war, dass er sich mehr Abschlüsse nimmt. Zudem litt auch seine Leistung etwas unter der hektischen Phase der ersten Halbzeit.

Marko Grujic – Note: 2+

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Der Hype um Marko Grujic wird nach seinem Treffer zum 1:1-Ausgleich am Freitagabend nicht geringer geworden sein. Mit Arne Maier zusammen hatte er viele gute Aktionen im Mittelfeld, wusste in einer schwierigen Partie wieder zu überzeugen. Er zeigte sich selbstbewusster und mutiger als noch vergangene Woche gegen Nürnberg, als er gerade wieder genesen war. Im Heimspiel war von seiner langen Verletzung nichts mehr zu sehen, er ging Zweikämpfe nicht aus dem Weg und war (nach Mark Uth) der Spieler, der die meisten Wege ging (11,29 Kilometer).

Bereits in der 22. Spielminute hatte er eine Möglichkeit im Strafraum von Gelsenkirchen, sein Abschluss war jedoch zu unplatziert und konnte Keeper Nübel nicht überraschen. Wenig später machte er es jedoch besser. Der Serbe leitete den Konter selbst ein, spielte einen intelligenten Pass an zwei Gelsenkirchener vorbei in den Lauf von Arne Maier und sprintete dann weiter in die Spitze. Nach der Traumvorlage von Ondrej Duda konnte er dann kaltschnäuzig abschließen und sein zweites Bundesligator für den Hauptstadt-Club erzielen. Ein Tor, das Pal Dardai sogar “Gänsehaut” gab.

Allgemein glänzte er dadurch, dass er gefährliche Pässe in die Spitze spielte. In der 61. Minute war er der Vorbereiter für die beste Hertha-Chance der zweiten Hälfte. Der 22-Jährige spielte einen überragenden Pass in den Lauf von Selke, der jedoch an Nübel scheiterte. Wie seine Mitspieler im Defensiv-Verbund litt er jedoch auch unter der Hektik der ersten Halbzeit. Auch er wirkte nicht so sicher, wie sonst zwischen Minuten 15-45. Vor allem seine durchaus bräsige Rückwärtsbewegung und ein etwas zu lässiges Passverhalten sorgten immer wieder für defensive Brandherde. In der zweiten Hälfte wurde er seiner Rolle als Stabilisator gerechter. Er spielte etwas überraschend die kompletten 90 Minuten durch.

Und so bleibt Marko Grujic erneut ungeschlagen mit Hertha BSC. Sollte er (was wir alle hoffen) im nächsten Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg fit sein, kann man also eigentlich davon ausgehen, dass Hertha auch dort nicht leer ausgeht.

Ondrej Duda – Note: 3

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Leider bereitete Duda nicht nur Herthas “Tor des Jahrzehnts” vor, sondern hatte auch einige Aktionen, die schwerwiegende Folgen für seine Mannschaft hatten. Zunächst einmal müssen wir feststellen, dass ihm offensiv deutlich weniger gelang als vergangene Woche gegen Nürnberg. Letzte Woche schoss er vier Mal aufs gegnerische Tor, traf dabei doppelt. Gegen Schalke gab er keinen einzigen Schuss ab, seine Traumvorlage auf Grujic ist seine einzige Torschussbeteiligung gewesen.

Er ließ am Freitag Abend zudem immer wieder seine altbekannten Schwächen zum Vorschein kommen. Beim 0:1 durch Konoplyanka sah der Slowake auffällig schlecht aus. Er ist derjenige, der beim Ukrainer steht, lässt sich jedoch durch eine simple Körpertäuschung ausspielen. Damit hatte der Schalker freie Bahn für die zwischenzeitliche Führung. Gefährliche Fehlpässe und Ballverluste im Spielaufbau führten schon in der 37. Minute fast zum zweiten Gegentreffer. Sieben Minuten später führte ein solcher Ballverlust dann zum zweiten Gegentor.

In der Bundesliga ist Ondrej Duda die Nummer eins in der Kategorie „Fouls am Gegner”. Das sagt eine Menge darüber aus, wie viel er im Mittelfeld um jeden Ball kämpft. Allerdings zeigt es auch, dass er öfter einen Schritt zu spät ist, so wie auch beim 1:2 von Gelsenkirchen, als er in der 43. Minute gegen zwei Gegenspieler den Ball verliert und beim Versuch den Ball zurückzuholen daneben grätscht. Beim damit entstandene Konter traf Mark Uth zur erneuten Führung für die Gäste. Somit ist Duda leider an beiden Gegentoren direkt beteiligt gewesen.

Allerdings ist der beste Torschütze der „alten Dame“ auch ganz klar der Hauptakteur der Szene des Spiels. Er leitet mit dem „Magischen Dreieck“ (Maier – Grujic – Duda) zusammen den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 mit ein, seine Vorlage per Hackentrick perfekt in den Lauf von Marko Grujic ist so schön, dass man sie sich eigentlich an die Wand hängen möchte. Mit dieser Szene, und mit dem Doppelpack in Nürnberg im Hinterkopf, kann man hinsichtlich der Leistung von Duda weiterhin optimistisch sein.

Sturm

Vedad Ibisevic – Note: 2-

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Viel gelang dem Berliner Kapitän nicht. Dafür aber wieder ein Treffer und ein sehr wichtiger noch dazu. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit traf er per Kopf nach Vorlage von Davie Selke. „Job getan“ also für Ibisevic, dessen Zukunft in der Hauptstadt noch nicht geklärt ist. Die Leistung eines „Goalgetters“ wie Ibisevic ist allgemein schwer zu bewerten. Wenn er jedoch trifft, kann man zufrieden sein.

Nur zwei Torschüsse gab der Bosnier ab, stand zweimal im Abseits und hatte allgemein Schwierigkeiten, sich gegen die starken Innenverteidiger aus Gelsenkirchen durchzusetzen. Trotzdem wunderten sich einige, als er derjenige war, der in der 72. Minute ausgewechselt wurde. Er hatte weniger Aktionen als Davie Selke, war jedoch in seinen wenigen Szenen erneut im Abschluss erfolgreich. Diese Effektivität und Coolness vor dem Tor machen ihn weiterhin sehr wertvoll für Hertha BSC.

Davie Selke – Note: 3+

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Kaum einer kämpft mehr als Davie Selke auf dem Platz. Auch am Freitagabend war dies gut zu erkennen. 29 Zweikämpfe führte der 24-Jährige Stürmer, gewann allerdings nur neun davon (31%). Diese Bereitschaft um jeden Ball zu kämpfen haben wir bereits einige Male gelobt. Leider war er aber auch in vielen Aktionen zu ungestüm und überhastet. Unmittelbar nach dem 1:1 von Grujic legte er sich mit Sebastian Rudy an und holte sich eine unnötige gelbe Karte ab.

Sein Wille, selber einen Treffer zu erzielen, zeigte sich auch negativ dadurch, dass er in manchen Szene vergaß, seine besser positionierten Mitspieler anzuspielen. In der 61. Minute scheiterte er in seiner besten Szene der zweiten Halbzeit zunächst an Torhüter Nübel, übersah jedoch im Anschluss den im Rückraum anlaufenden Ibisevic.

In den Aktionen, in denen er jedoch die Entscheidung traf, seine Mitspieler in Szene zu setzen, konnte er überzeugen. Bestes Beispiel dafür ist seine Vorlage zum 2:2 auf Vedad Ibisevic. Allgemein war er leider in vielen Situationen glücklos, verlor zu viele Bälle und ist auch der Spieler, der die meisten Bälle nicht kontrollieren konnte. Ein Treffer würde ihm sicherlich gut tun, nächste Woche gegen Wolfsburg hat er wieder die Gelegenheit dazu.


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