BundesligaEinzelkritik

Einzelkritik 21. Spieltag: Borussia Mönchengladbach – Hertha BSC

Die letzten zwei Pflichtspiele verloren, 120 Pokal-Minuten gegen den FC Bayern in den Beinen, Spieler wie Lazaro und Maier fehlten und dazu seit 2008 nicht mehr bei Mönchengladbach gewonnen – die Vorzeichen für die Partie gegen die “Fohlen” waren auf der Seite von Hertha BSC keineswegs gute und ließen schlimmes erahnen. Doch völlig unbeeindruckt davon zeigten die Berliner am Samstag eines ihrer besten Saisonspiele und gewannen beim bis dato Tabellenzweiten mit 3:0. Ein herausragender Matchplan und eine starke kämpferisch-läuferische Leistung waren die Garanten für den Überraschungserfolg.

Tor

Rune Jarstein – Note: 3+

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Es war Herthas starker Defensivleistung zu verdanken, dass Jarstein am Samstag kaum eingreifen musste.

Lediglich vier Gladbacher Abschlüsse landeten direkt auf dem Kasten des Herthaner Schlussmannes, sodass Jarstein in den 90 Minuten recht wenig zu tun bekam. Einzig die Torchance von Gladbachs Rechtsverteidiger Michael Lang stellte eine Herausforderung für den 34-Jährigen, doch reagierte er in der 20. Minute aus kurzer Distanz mustergültig und verhinderte die gegnerische Führung.

Es war keine Partie, in welcher der Norweger großartig glänzen konnte. Dennoch war es auch ihm zu verdanken, dass Hertha vor seiner eigenen Sturm- und Drangphase nicht in Rückstand geraten war.

 

Abwehr

Lukas Klünter – Note: 2-

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Der Rechtsverteidiger überzeugte bei seinem Startelfdebüt, musste sich in den ersten 20 Minuten aber akklimatisieren.

Eine viel bessere Premiere hätte sich Klünter wohl kaum vorstellen können. Erstmals seit seinem Wechsel nach Berlin stand er von Anfang an auf dem Feld und konnte als gebürtiger Kölner einen deutlichen Sieg gegen Rivale Gladbach feiern. Die Anfangsphase der Begegnung verlief für Klünter allerdings genauso holprig wie für den Rest der Mannschaft. Der Rechtsverteidiger kam selten in die Zweikämpfe und hatte immer wieder technische Fehler in seinem Spiel. Mit der Zeit wendete sich das Blatt allerdings und der 22-Jährige wurde immer sicherer. Er behauptete sich gegen Gladbachs Thorgan Hazard (!) immer besser und überzeugte durch ein gutes Gespür für Stellungsspiel wie Zweikampfverhalten.

Je sicherer er sich defensiv fühlte, desto mehr Läufe in die gegnerische Hälfte traute sich Klünter zu. Der Ex-Kölner sorgte für viel Entlastung bei Flügelpartner Kalou, indem er durch weite Sprints die Gegner auf sich zog und somit dem Ivorer Platz schaffte. So gelang auch Herthas Führungstreffer, bei dem Klünter mit seinem Vorstoß Gladbachs Oscar Wendt an sich band und Kalou die Gelegenheit gab, den Raum einfacher zu nutzen. 36 Sprints legte Klünter am Samstag hin, niemand anderes konnte ansatzweise so viele aufweisen. Zwar sind ein Torschuss und zwei misslungene Flanken noch keine gute Ausbeute, aber mit seinen ständigen Offensivläufen beschäftigte Klünter den Gegner ununterbrochen und war somit eine wichtige Waffe im Konterspiel. Beinahe hatte er noch einen Treffer direkt aufgelegt, doch seinen sehr guten Steckpass kurz vor Abpfiff konnte Selke nicht verwerten.

Insgesamt also eine wirklich gute Vorstellung mit stottrigem Start. Defensiv stark und offensiv sehr engagiert.

Niklas Stark – Note: 2

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Die starke Abwehrleistung der “alten Dame” wurde bereits angesprochen – einer der Hauptfaktoren für diese war Stark.

Herthas Innenverteidiger stand wie der berühmte Fels in der Brandung und entschärfte gegen Gladbachs exzellente Offensivspieler eine Szene nach der anderen. Insgesamt 13 Aktionen klärte Stark, dazu kommen zwei Tackles und zwei Blocks. Der 23-Jährige überragte im Stellungsspiel, wodurch er gefährliche Situation bereits früh erkannte und gar nicht mehr in den Zweikampf musste. Es war beeindruckend zu sehen, wie hoch konzentriert Stark über die volle Spieldauer agierte und seinen Spielern somit den Rücken freihielt. Stark verlor keines seiner Luftduelle und entschied fünf seiner sieben Zweikämpfe für sich. Dazu kommt eine wirklich gute Passquote von 87%.

Denkt man an die Partie vom Samstag zurück, fallen einem zunächst die starken Leistungen der Herthaner Offensivspieler ein, doch auch Niklas Stark war einer der Hauptgründe für diesen Auswärtserfolg. Von Borussia-Stürmer Alassane Plea fehlte jede Spur.

Karim Rekik – Note: 3

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Weniger auffällig, aber ähnlich souverän wie Stark agierte auch Rekik.

Wie gewohnt übernahm Rekik den linken Part der Berliner Innenverteidigung, doch gestaltete es sich am Samstag so, dass ihm Torunarigha und Mittelstädt bereits viel Arbeit abnahmen. So kam der Tunesier in deutlich weniger Zweikämpfe und generell brenzliche Situationen als Innenverteidigung-Kollege Stark, dessen 13 geklärte Aktionen den sechs von Rekik gegenüberstehen. Wurde der 24-Jährige gefordert, konnte man sich aber auf ihn verlassen. In seiner gewohnt robusten Spielweise entschied er die Mehrzahl seiner Duelle für sich und konnte durch gutes Gespür zwei Bälle abfangen.

Rekik leistete sich keine Fehler und es ist spürbar, dass er mit jeder weiteren Partie immer weiter zur Normalform findet. Gegen Gladbach agierte er verlässlich, ohne zu brillieren. Eine ordentliche Vorstellung.

Jordan Torunarigha – Note: 3+

(Foto: Ottmar Winter/Bongarts/Getty Images)

Herthas Eigengewächs durfte das erste Mal seit dem 17. Spieltag wieder in der Startelf stehen und machte seine Sache absolut zufriedenstellend.

Selten hat Torunarigha in dieser Spielzeit solch eine Partie erlebt. Der Grund: oftmals steht der 21-Jährige, wenn er auf dem Feld steht, im Fokus, sei es aufgrund immens starker Leistungen (wie gegen Hannover) oder Schwächephasen (gegen Düsseldorf). Gegen die Borussia war der Innenverteidiger allerdings nur ein recht unauffälliges, aber funktionierendes Puzzle-Teil der Berliner Abwehr. Dabei hatte Torunarigha eine wichtige Aufgabe, da er je nach Systemumstellung Links- oder Innenverteidiger war und somit mental stets auf der Höhe sein musste.

Er sprach sich mit Mittelstädt sehr gut ab und verdichtete Herthas linke Seite, ohne dabei zu glänzen. Höchstens seine drei abgefangenen Bälle sind ein auffällig guter Wert, ansonsten war es viel mehr sein unaufgeregtes und im Zweikampf robustes Spiel, das ihn so wichtig für die “gehaltene Null” gemacht hatte. Eine ordentliche Vorstellung von Torunarigha, der eine taktisch entscheidende Rolle eingenommen hatte, ohne selbst viel in Erscheinung zu treten.

Mittelfeld

Fabian Lustenberger – Note: 3-

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Kämpferisch war Lustenberger nichts vorzuwerfen, allerdings leistete er sich etwas zu viele Fehler im Spielaufbau.

Einer der Schlüssel für den Erfolg gegen die “Fohlen” war Herthas zentrales Mittelfeld, welches das der Gladbacher durch ständiges Anlaufen und unzählige Zweikämpfe zerstreute und so den Spielfluss der Gastgeber maßgeblich störte. Auch Lustenberger erledigte seinen Job als Sand im Gladbacher Getriebe sehr engagiert – er lief die drittmeisten Meter (11,71 km) und streute mit Abstand die meisten intensiven Läufe (83) ein. Der 30-Jährige führte tatsächlich die wenigsten Zweikämpfe aller Herthaner, vielmehr war es seine Aufgabe, den Gegner unter Druck zu setzen und Lücken auszufüllen. Dafür kam ihm sein gutes Raumgefühl zu gute.

War der Schweizer selbst am Ball, wirkte sein Spiel jedoch weniger fokussiert. Lustenberger ließ sich zu viele Bälle vom Fuß stibitzen und auch wenn 87% angekommene Pässe gut aussehen, zeigen sie nicht auf, dass ihm zu viele Fehlpässe in der eigenen Hälfte unterlaufen waren. Es fiel einmal mehr auf, dass das Herthaner Konterspiel zu schnell für ihn ist und er Probleme hat, unter Druck die richtige Entscheidung zu treffen.

Sicherlich keine schlechte Vorstellung der Nummer 28, allerdings ging ihm das spielerische Element etwas zu sehr ab.

Marko Grujic – Note: 2-

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Es war kein weiterer Gala-Auftritt der Liverpooler Leihgabe, allerdings überzeugte Grujic durch aggressives Zweikampfverhalten und gute Entscheidungsfindung bei Angriffen.

“Dem Gegner auf den Füßen stehen” hatte der Serbe am Samstag sehr tief verinnerlicht und so investierte Grujic immens viel, um das Mittelfeld der Heimmannschaft durch gezieltes Anlaufen und kleine Nickligkeiten im Zweikampf unter Druck zu setzen. Hierfür lief Grujic die zweitgrößte Strecke aller Berliner (11,78 km), gewann 66% seiner Duelle (100% in der Luft) und zog an den richtigen Stellen Fouls.

Im Gegensatz zu der Partie gegen Wolfsburg wirkte der 22-Jährige trotz des Pokalspiels am Mittwoch mental fokussierter und dadurch ballsicherer. Sieben Ballsicherungen konnte Grujic vorweisen, so viele wie sonst nur Kalou. Dazu kam seine Rolle bei Umschaltaktionen, bei denen er den Ball weit in die gegnerische Hälfte trug und im richtigen Moment abspielte. So legte Grujic zwei Torschüsse und das Tor von Kalou (welches er zugebenermaßen nahezu allein erzielte) direkt auf. Vorwerfen kann man Herthas Mittelfeldmotor nur, dass er sich in zu vielen Phasen versteckt hatte und ihm dadurch etwas der Zugriff auf die Partie verloren ging. Dass auch er nach 120 Minuten gegen den FC Bayern Pausen braucht, ist verständlich, kann allerdings nicht in die Bewertung mit einfließen.

Eine zusammenfassend gute Leistung von Grujic, der dem Spiel aber nicht über 90 Minuten seinen Stempel aufdrücken konnte.

Ondrej Duda – Note: 1-

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Duda ist bei seinen Saisontoren nun bei der Zweistelligkeit angelangt und war auch darüber hinaus sehr wichtig für den Sieg der Blau-Weißen.

In Minute 55 war es soweit – Saisontor Nummer zehn für Herthas Nummer zehn. Hervorragend von Selke bedient, musste Duda nur noch seinen Fuß richtig ausrichten und einschieben. Der Slowake bedankte sich 20 Minuten später und legte Selke das 3:0 auf. Ein wunderbares Duo. Insgesamt bereitete Duda am Samstag drei Torschüsse direkt vor und verzeichnete zudem die meisten Ballkontakte seiner Mannschaft – Zahlen, die Dudas Wert unterstreichen.

Der 23-Jährige überzeugte allerdings nicht nur spielerisch, sondern nahm auch seine Rolle in der Rückwärtsbewegung sehr ernst. Mit 12 Kilometern verbuchte Duda die größte Laufstrecke aller Spieler auf dem Feld und auch den geführten Zweikämpfen belegt er einen der oberen Plätze. Dardai wollte mit Duda den für Gladbach so wichtigen Tobias Strobl aus dem Spiel nehmen, was über weite Strecken der Partie gelang. Sicherlich war sein Spiel nicht vor Fehlern gefeit, so kamen nur 60% seiner Pässe an den Mann und er verlor auch die Mehrzahl seiner Duelle. Dennoch war ihm das Engagement nicht abzusprechen und durch seine hohe Laufleistung und die vielen Ballphasen wurde Duda zu einem der bestimmendsten Faktoren auf dem Platz.

Eine sehr gute Leistung Dudas, der in manchen Szenen nicht zu 100% fokussiert wirkte, aber stets an dem Spiel teilnahm und es mit entschied.

Salomon Kalou – Note: 1-

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Am Samstag konnte man die bislang beste Saisonleistung des “Slalomon” Kalou bestaunen.

Und “bestaunen” ist das richtige Wort, denn wohl jeder hatte bei Kalous Treffer zum 1:0 den Mund sperrangelweit offen und die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Technisch herausragend und mental kühler als das Olympiastadion bei Minusgraden schlängelte sich der Ivorer durch zwei Finten an drei Gladbachern vorbei und schob dann überlegt ins linke Eck. Damit läutete der Kapitän in diesem Spiel einen absoluten Richtungswechsel ein und Hertha übernahm daraufhin das Ruder.

Es sollte die letzte wirklich gefährliche Torraumszene des 33-Jährigen bleiben, sein Wert für die Mannschaft ging aber darüber hinaus. Während Kalou in einigen Spielen den Hang dazu hat, für Minuten unterzutauchen, war er gegen die “Fohlen” allseits präsent und defensiv so engagiert wie selten. Elf Kilometer lief der Torschütze, das sind zwei mehr, als er im Durchschnitt läuft. Immer wieder unterstützte Kalou seinen Flügelpartner Klünter, indem er bis tief in die eigene Hälfte lief und Gladbacher zu Zweikämpfen zwang. Erst einmal an den Ball gekommen, gab Kalou ihn nicht mehr so schnell her. Durch seine Ruhe und Technik war Kalou in der Lage, das Spiel seiner Mannschaft aus der eigenen Hälfte heraus anzukurbeln und notfalls einen Gegner aussteigen zu lassen. Dass Hertha oftmals so viel Platz bei Kontern hatte, lag an den so effektiven Aktionen des Flügelstürmers.

Es ist lange her, seitdem man Kalou in solch einer Form gesehen hat. Nicht nur, dass er die Blau-Weißen auf die Siegerstraße gebracht hat, auch sein Einsatz und die Aktionen mit dem Ball waren entscheidend für die drei Punkte. Eine herausragende Leistung des Oldies.

Maxi Mittelstädt – Note: 2

(Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Wo Mittelstädt nach den 120 Minuten gegen die Bayern solch eine Darbietung hergeholt hat, bleibt wohl ein Mysterium.

Hertha spielte am Samstag eine Mischform aus einem 4-2-3-1 und 3-4-1-2 System, in welchem Mittelstädt entweder den klassischen linken Mittelfeldspieler oder aber den “Schienenspieler” für den Flügel gab. Dabei kam es auf mentale Frische und vor allem Laufleistung an – in beiden Disziplinen überzeugte der 21-Jährige auf ganzer Linie. Das Eigengewächs war sich für keinen Meter (lief die viertmeisten) und Sprint (27 – die zweitmeisten) zu schade und hatte die Gladbacher rechte Seite zusammen mit Torunarigha exzellent im Griff. Unfassbar fleißig verbiss sich Mittelstädt in den Zweikämpfen und fand selbst immer wieder pfiffige Lösungen, um sich aus Pressingfallen zu lösen. Zwar agiert Mittelstädt nicht mit vielen Finten, jedoch wühlte er sich regelmäßig auf der linken Seite durch und sorgte für gute Offensivaktionen. Vier Bälle fing der deutsche U21-Nationalspieler ab, dazu kommen ein geblockter Abschluss und eine Torschussvorlage.

Mittelstädt war zu keiner Sekunde anzumerken, dass er am Mittwoch bereits ein immenses Pensum abgespult hatte. Stattdessen jagte er jedem Ball hinterher, überzeugte durch starkes Stellungsspiel und ständigen Offensivdrang. Mit seinen 21 Jahren ging er voran, auch wenn ihm spielerisch sicherlich nicht alles (Passquote: 48%) gelingen wollte. Eine tolle Vorstellung des Youngsters, der damit einmal mehr Startelfansprüche stellt.

Sturm

Davie Selke – Note: 1

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Ein Auftritt, auf den Selke so lange hingearbeitet hatte.

“In der 55. Minute begab der Hertha-Stürmer sich auf eine sehr weite Reise: er bekam den Ball in der eigenen Hälfte auf der linken Seite, der Weg zum Tor schien unendlich, dazu hatte Matze Ginter (Nationalverteidiger) die Innenbahn. Selke, in diesem Moment taktisch zum Eigensinn im allgemeinen Interesse delegiert, trat an, verschaffte sich einen Vorteil, und dann kamen die Skillz. Selke brach ab, Ginter brach, erleichtert, auch ab, aber Selke hatte nur abgebrochen, um erneut anzutreten. Er beschleunigte noch einmal, und war nur schon im Sechzehner, dann im Fünfer. Inzwischen war aber auch Personal in diese Bereiche zurückgekehrt, defensives Personal und dazu der blauweiße Intuitionsspieler Duda. Selke packte eine letzte Finte aus, und bediente den Kollegen, der wie schon des Öfteren in dieser Saison nur einschieben musste. Es war eine Weltklassetat der Nummer 27.”, beschrieb Blogger-Kollege Marxelinho den Weg und die Vorlage von Selke zum 2:0-Treffer so wunderbar, dass wir einfach nur zitieren wollen.

Ja, diese Vorbereitung des wohl entscheidenden Tores dieser Begegnung steht stellvertretend für den Aufwand, den Selke in den letzten Wochen und auch in dieser Partie betrieben hat. Zwar auf der Position des klassischen Zielspielers eingesetzt, genügte dies dem 24-Jährigen nicht und so beackerte er das halbe Feld für seine Mannschaft. Der Mittelstürmer scheute wie gewohnt keinen Zweikampf, gewann auch viele davon und durch das Ausweichen auf die Außenbahnen war er für Gladbachs Innenverteidigung nur schwer zu fassen. So legte Selke insgesamt zwei Torschüsse direkt auf. Die Krönung gelang ihm in der 75. Minute, als er sich clever gegen Lars Stindl durchgesetzt und den Freistoß von Duda eingeköpft hatte – neben acht Vorlagen steht Selke in der Liga nun bei zwei Toren.

Eine Vorlage, ein Tor, eine herausragende Willensleistung – es war der Tag des Davie Selke, und das trotz der Vorstellungen von Duda und Kalou.


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Die letzten zwei Pflichtspiele verloren, 120 Pokal-Minuten gegen den FC Bayern in den Beinen, Spieler wie Lazaro und Maier fehlten und dazu seit 2008 nicht mehr bei Mönchengladbach gewonnen – die Vorzeichen für die Partie gegen die “Fohlen” waren auf der Seite von Hertha BSC keineswegs gute und ließen schlimmes erahnen. Doch völlig unbeeindruckt davon zeigten die Berliner am Samstag eines ihrer besten Saisonspiele und gewannen beim bis dato Tabellenzweiten mit 3:0. Ein herausragender Matchplan und eine starke kämpferisch-läuferische Leistung waren die Garanten für den Überraschungserfolg.

Tor

Rune Jarstein – Note: 3+

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Es war Herthas starker Defensivleistung zu verdanken, dass Jarstein am Samstag kaum eingreifen musste.

Lediglich vier Gladbacher Abschlüsse landeten direkt auf dem Kasten des Herthaner Schlussmannes, sodass Jarstein in den 90 Minuten recht wenig zu tun bekam. Einzig die Torchance von Gladbachs Rechtsverteidiger Michael Lang stellte eine Herausforderung für den 34-Jährigen, doch reagierte er in der 20. Minute aus kurzer Distanz mustergültig und verhinderte die gegnerische Führung.

Es war keine Partie, in welcher der Norweger großartig glänzen konnte. Dennoch war es auch ihm zu verdanken, dass Hertha vor seiner eigenen Sturm- und Drangphase nicht in Rückstand geraten war.

 

Abwehr

Lukas Klünter – Note: 2-

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Der Rechtsverteidiger überzeugte bei seinem Startelfdebüt, musste sich in den ersten 20 Minuten aber akklimatisieren.

Eine viel bessere Premiere hätte sich Klünter wohl kaum vorstellen können. Erstmals seit seinem Wechsel nach Berlin stand er von Anfang an auf dem Feld und konnte als gebürtiger Kölner einen deutlichen Sieg gegen Rivale Gladbach feiern. Die Anfangsphase der Begegnung verlief für Klünter allerdings genauso holprig wie für den Rest der Mannschaft. Der Rechtsverteidiger kam selten in die Zweikämpfe und hatte immer wieder technische Fehler in seinem Spiel. Mit der Zeit wendete sich das Blatt allerdings und der 22-Jährige wurde immer sicherer. Er behauptete sich gegen Gladbachs Thorgan Hazard (!) immer besser und überzeugte durch ein gutes Gespür für Stellungsspiel wie Zweikampfverhalten.

Je sicherer er sich defensiv fühlte, desto mehr Läufe in die gegnerische Hälfte traute sich Klünter zu. Der Ex-Kölner sorgte für viel Entlastung bei Flügelpartner Kalou, indem er durch weite Sprints die Gegner auf sich zog und somit dem Ivorer Platz schaffte. So gelang auch Herthas Führungstreffer, bei dem Klünter mit seinem Vorstoß Gladbachs Oscar Wendt an sich band und Kalou die Gelegenheit gab, den Raum einfacher zu nutzen. 36 Sprints legte Klünter am Samstag hin, niemand anderes konnte ansatzweise so viele aufweisen. Zwar sind ein Torschuss und zwei misslungene Flanken noch keine gute Ausbeute, aber mit seinen ständigen Offensivläufen beschäftigte Klünter den Gegner ununterbrochen und war somit eine wichtige Waffe im Konterspiel. Beinahe hatte er noch einen Treffer direkt aufgelegt, doch seinen sehr guten Steckpass kurz vor Abpfiff konnte Selke nicht verwerten.

Insgesamt also eine wirklich gute Vorstellung mit stottrigem Start. Defensiv stark und offensiv sehr engagiert.

Niklas Stark – Note: 2

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Die starke Abwehrleistung der “alten Dame” wurde bereits angesprochen – einer der Hauptfaktoren für diese war Stark.

Herthas Innenverteidiger stand wie der berühmte Fels in der Brandung und entschärfte gegen Gladbachs exzellente Offensivspieler eine Szene nach der anderen. Insgesamt 13 Aktionen klärte Stark, dazu kommen zwei Tackles und zwei Blocks. Der 23-Jährige überragte im Stellungsspiel, wodurch er gefährliche Situation bereits früh erkannte und gar nicht mehr in den Zweikampf musste. Es war beeindruckend zu sehen, wie hoch konzentriert Stark über die volle Spieldauer agierte und seinen Spielern somit den Rücken freihielt. Stark verlor keines seiner Luftduelle und entschied fünf seiner sieben Zweikämpfe für sich. Dazu kommt eine wirklich gute Passquote von 87%.

Denkt man an die Partie vom Samstag zurück, fallen einem zunächst die starken Leistungen der Herthaner Offensivspieler ein, doch auch Niklas Stark war einer der Hauptgründe für diesen Auswärtserfolg. Von Borussia-Stürmer Alassane Plea fehlte jede Spur.

Karim Rekik – Note: 3

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Weniger auffällig, aber ähnlich souverän wie Stark agierte auch Rekik.

Wie gewohnt übernahm Rekik den linken Part der Berliner Innenverteidigung, doch gestaltete es sich am Samstag so, dass ihm Torunarigha und Mittelstädt bereits viel Arbeit abnahmen. So kam der Tunesier in deutlich weniger Zweikämpfe und generell brenzliche Situationen als Innenverteidigung-Kollege Stark, dessen 13 geklärte Aktionen den sechs von Rekik gegenüberstehen. Wurde der 24-Jährige gefordert, konnte man sich aber auf ihn verlassen. In seiner gewohnt robusten Spielweise entschied er die Mehrzahl seiner Duelle für sich und konnte durch gutes Gespür zwei Bälle abfangen.

Rekik leistete sich keine Fehler und es ist spürbar, dass er mit jeder weiteren Partie immer weiter zur Normalform findet. Gegen Gladbach agierte er verlässlich, ohne zu brillieren. Eine ordentliche Vorstellung.

Jordan Torunarigha – Note: 3+

(Foto: Ottmar Winter/Bongarts/Getty Images)

Herthas Eigengewächs durfte das erste Mal seit dem 17. Spieltag wieder in der Startelf stehen und machte seine Sache absolut zufriedenstellend.

Selten hat Torunarigha in dieser Spielzeit solch eine Partie erlebt. Der Grund: oftmals steht der 21-Jährige, wenn er auf dem Feld steht, im Fokus, sei es aufgrund immens starker Leistungen (wie gegen Hannover) oder Schwächephasen (gegen Düsseldorf). Gegen die Borussia war der Innenverteidiger allerdings nur ein recht unauffälliges, aber funktionierendes Puzzle-Teil der Berliner Abwehr. Dabei hatte Torunarigha eine wichtige Aufgabe, da er je nach Systemumstellung Links- oder Innenverteidiger war und somit mental stets auf der Höhe sein musste.

Er sprach sich mit Mittelstädt sehr gut ab und verdichtete Herthas linke Seite, ohne dabei zu glänzen. Höchstens seine drei abgefangenen Bälle sind ein auffällig guter Wert, ansonsten war es viel mehr sein unaufgeregtes und im Zweikampf robustes Spiel, das ihn so wichtig für die “gehaltene Null” gemacht hatte. Eine ordentliche Vorstellung von Torunarigha, der eine taktisch entscheidende Rolle eingenommen hatte, ohne selbst viel in Erscheinung zu treten.

Mittelfeld

Fabian Lustenberger – Note: 3-

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Kämpferisch war Lustenberger nichts vorzuwerfen, allerdings leistete er sich etwas zu viele Fehler im Spielaufbau.

Einer der Schlüssel für den Erfolg gegen die “Fohlen” war Herthas zentrales Mittelfeld, welches das der Gladbacher durch ständiges Anlaufen und unzählige Zweikämpfe zerstreute und so den Spielfluss der Gastgeber maßgeblich störte. Auch Lustenberger erledigte seinen Job als Sand im Gladbacher Getriebe sehr engagiert – er lief die drittmeisten Meter (11,71 km) und streute mit Abstand die meisten intensiven Läufe (83) ein. Der 30-Jährige führte tatsächlich die wenigsten Zweikämpfe aller Herthaner, vielmehr war es seine Aufgabe, den Gegner unter Druck zu setzen und Lücken auszufüllen. Dafür kam ihm sein gutes Raumgefühl zu gute.

War der Schweizer selbst am Ball, wirkte sein Spiel jedoch weniger fokussiert. Lustenberger ließ sich zu viele Bälle vom Fuß stibitzen und auch wenn 87% angekommene Pässe gut aussehen, zeigen sie nicht auf, dass ihm zu viele Fehlpässe in der eigenen Hälfte unterlaufen waren. Es fiel einmal mehr auf, dass das Herthaner Konterspiel zu schnell für ihn ist und er Probleme hat, unter Druck die richtige Entscheidung zu treffen.

Sicherlich keine schlechte Vorstellung der Nummer 28, allerdings ging ihm das spielerische Element etwas zu sehr ab.

Marko Grujic – Note: 2-

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Es war kein weiterer Gala-Auftritt der Liverpooler Leihgabe, allerdings überzeugte Grujic durch aggressives Zweikampfverhalten und gute Entscheidungsfindung bei Angriffen.

“Dem Gegner auf den Füßen stehen” hatte der Serbe am Samstag sehr tief verinnerlicht und so investierte Grujic immens viel, um das Mittelfeld der Heimmannschaft durch gezieltes Anlaufen und kleine Nickligkeiten im Zweikampf unter Druck zu setzen. Hierfür lief Grujic die zweitgrößte Strecke aller Berliner (11,78 km), gewann 66% seiner Duelle (100% in der Luft) und zog an den richtigen Stellen Fouls.

Im Gegensatz zu der Partie gegen Wolfsburg wirkte der 22-Jährige trotz des Pokalspiels am Mittwoch mental fokussierter und dadurch ballsicherer. Sieben Ballsicherungen konnte Grujic vorweisen, so viele wie sonst nur Kalou. Dazu kam seine Rolle bei Umschaltaktionen, bei denen er den Ball weit in die gegnerische Hälfte trug und im richtigen Moment abspielte. So legte Grujic zwei Torschüsse und das Tor von Kalou (welches er zugebenermaßen nahezu allein erzielte) direkt auf. Vorwerfen kann man Herthas Mittelfeldmotor nur, dass er sich in zu vielen Phasen versteckt hatte und ihm dadurch etwas der Zugriff auf die Partie verloren ging. Dass auch er nach 120 Minuten gegen den FC Bayern Pausen braucht, ist verständlich, kann allerdings nicht in die Bewertung mit einfließen.

Eine zusammenfassend gute Leistung von Grujic, der dem Spiel aber nicht über 90 Minuten seinen Stempel aufdrücken konnte.

Ondrej Duda – Note: 1-

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Duda ist bei seinen Saisontoren nun bei der Zweistelligkeit angelangt und war auch darüber hinaus sehr wichtig für den Sieg der Blau-Weißen.

In Minute 55 war es soweit – Saisontor Nummer zehn für Herthas Nummer zehn. Hervorragend von Selke bedient, musste Duda nur noch seinen Fuß richtig ausrichten und einschieben. Der Slowake bedankte sich 20 Minuten später und legte Selke das 3:0 auf. Ein wunderbares Duo. Insgesamt bereitete Duda am Samstag drei Torschüsse direkt vor und verzeichnete zudem die meisten Ballkontakte seiner Mannschaft – Zahlen, die Dudas Wert unterstreichen.

Der 23-Jährige überzeugte allerdings nicht nur spielerisch, sondern nahm auch seine Rolle in der Rückwärtsbewegung sehr ernst. Mit 12 Kilometern verbuchte Duda die größte Laufstrecke aller Spieler auf dem Feld und auch den geführten Zweikämpfen belegt er einen der oberen Plätze. Dardai wollte mit Duda den für Gladbach so wichtigen Tobias Strobl aus dem Spiel nehmen, was über weite Strecken der Partie gelang. Sicherlich war sein Spiel nicht vor Fehlern gefeit, so kamen nur 60% seiner Pässe an den Mann und er verlor auch die Mehrzahl seiner Duelle. Dennoch war ihm das Engagement nicht abzusprechen und durch seine hohe Laufleistung und die vielen Ballphasen wurde Duda zu einem der bestimmendsten Faktoren auf dem Platz.

Eine sehr gute Leistung Dudas, der in manchen Szenen nicht zu 100% fokussiert wirkte, aber stets an dem Spiel teilnahm und es mit entschied.

Salomon Kalou – Note: 1-

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Am Samstag konnte man die bislang beste Saisonleistung des “Slalomon” Kalou bestaunen.

Und “bestaunen” ist das richtige Wort, denn wohl jeder hatte bei Kalous Treffer zum 1:0 den Mund sperrangelweit offen und die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Technisch herausragend und mental kühler als das Olympiastadion bei Minusgraden schlängelte sich der Ivorer durch zwei Finten an drei Gladbachern vorbei und schob dann überlegt ins linke Eck. Damit läutete der Kapitän in diesem Spiel einen absoluten Richtungswechsel ein und Hertha übernahm daraufhin das Ruder.

Es sollte die letzte wirklich gefährliche Torraumszene des 33-Jährigen bleiben, sein Wert für die Mannschaft ging aber darüber hinaus. Während Kalou in einigen Spielen den Hang dazu hat, für Minuten unterzutauchen, war er gegen die “Fohlen” allseits präsent und defensiv so engagiert wie selten. Elf Kilometer lief der Torschütze, das sind zwei mehr, als er im Durchschnitt läuft. Immer wieder unterstützte Kalou seinen Flügelpartner Klünter, indem er bis tief in die eigene Hälfte lief und Gladbacher zu Zweikämpfen zwang. Erst einmal an den Ball gekommen, gab Kalou ihn nicht mehr so schnell her. Durch seine Ruhe und Technik war Kalou in der Lage, das Spiel seiner Mannschaft aus der eigenen Hälfte heraus anzukurbeln und notfalls einen Gegner aussteigen zu lassen. Dass Hertha oftmals so viel Platz bei Kontern hatte, lag an den so effektiven Aktionen des Flügelstürmers.

Es ist lange her, seitdem man Kalou in solch einer Form gesehen hat. Nicht nur, dass er die Blau-Weißen auf die Siegerstraße gebracht hat, auch sein Einsatz und die Aktionen mit dem Ball waren entscheidend für die drei Punkte. Eine herausragende Leistung des Oldies.

Maxi Mittelstädt – Note: 2

(Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Wo Mittelstädt nach den 120 Minuten gegen die Bayern solch eine Darbietung hergeholt hat, bleibt wohl ein Mysterium.

Hertha spielte am Samstag eine Mischform aus einem 4-2-3-1 und 3-4-1-2 System, in welchem Mittelstädt entweder den klassischen linken Mittelfeldspieler oder aber den “Schienenspieler” für den Flügel gab. Dabei kam es auf mentale Frische und vor allem Laufleistung an – in beiden Disziplinen überzeugte der 21-Jährige auf ganzer Linie. Das Eigengewächs war sich für keinen Meter (lief die viertmeisten) und Sprint (27 – die zweitmeisten) zu schade und hatte die Gladbacher rechte Seite zusammen mit Torunarigha exzellent im Griff. Unfassbar fleißig verbiss sich Mittelstädt in den Zweikämpfen und fand selbst immer wieder pfiffige Lösungen, um sich aus Pressingfallen zu lösen. Zwar agiert Mittelstädt nicht mit vielen Finten, jedoch wühlte er sich regelmäßig auf der linken Seite durch und sorgte für gute Offensivaktionen. Vier Bälle fing der deutsche U21-Nationalspieler ab, dazu kommen ein geblockter Abschluss und eine Torschussvorlage.

Mittelstädt war zu keiner Sekunde anzumerken, dass er am Mittwoch bereits ein immenses Pensum abgespult hatte. Stattdessen jagte er jedem Ball hinterher, überzeugte durch starkes Stellungsspiel und ständigen Offensivdrang. Mit seinen 21 Jahren ging er voran, auch wenn ihm spielerisch sicherlich nicht alles (Passquote: 48%) gelingen wollte. Eine tolle Vorstellung des Youngsters, der damit einmal mehr Startelfansprüche stellt.

Sturm

Davie Selke – Note: 1

(Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Ein Auftritt, auf den Selke so lange hingearbeitet hatte.

“In der 55. Minute begab der Hertha-Stürmer sich auf eine sehr weite Reise: er bekam den Ball in der eigenen Hälfte auf der linken Seite, der Weg zum Tor schien unendlich, dazu hatte Matze Ginter (Nationalverteidiger) die Innenbahn. Selke, in diesem Moment taktisch zum Eigensinn im allgemeinen Interesse delegiert, trat an, verschaffte sich einen Vorteil, und dann kamen die Skillz. Selke brach ab, Ginter brach, erleichtert, auch ab, aber Selke hatte nur abgebrochen, um erneut anzutreten. Er beschleunigte noch einmal, und war nur schon im Sechzehner, dann im Fünfer. Inzwischen war aber auch Personal in diese Bereiche zurückgekehrt, defensives Personal und dazu der blauweiße Intuitionsspieler Duda. Selke packte eine letzte Finte aus, und bediente den Kollegen, der wie schon des Öfteren in dieser Saison nur einschieben musste. Es war eine Weltklassetat der Nummer 27.”, beschrieb Blogger-Kollege Marxelinho den Weg und die Vorlage von Selke zum 2:0-Treffer so wunderbar, dass wir einfach nur zitieren wollen.

Ja, diese Vorbereitung des wohl entscheidenden Tores dieser Begegnung steht stellvertretend für den Aufwand, den Selke in den letzten Wochen und auch in dieser Partie betrieben hat. Zwar auf der Position des klassischen Zielspielers eingesetzt, genügte dies dem 24-Jährigen nicht und so beackerte er das halbe Feld für seine Mannschaft. Der Mittelstürmer scheute wie gewohnt keinen Zweikampf, gewann auch viele davon und durch das Ausweichen auf die Außenbahnen war er für Gladbachs Innenverteidigung nur schwer zu fassen. So legte Selke insgesamt zwei Torschüsse direkt auf. Die Krönung gelang ihm in der 75. Minute, als er sich clever gegen Lars Stindl durchgesetzt und den Freistoß von Duda eingeköpft hatte – neben acht Vorlagen steht Selke in der Liga nun bei zwei Toren.

Eine Vorlage, ein Tor, eine herausragende Willensleistung – es war der Tag des Davie Selke, und das trotz der Vorstellungen von Duda und Kalou.


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