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Die Stärken und Schwächen des Eduard Löwen – Interview mit Nürnberg-Experte

Bevor Neuzugang Eduard Löwen überhaupt so richtig in Berlin angekommen ist, hat er bereits Eindruck hinterlassen – und zwar in den sozialen Netzwerken. Sein Nachname ist natürlich ein gefundenes Fressen für Flachwitz-Amateure (oder -Experten, wie unser Chefredakteur Marc). Da jetzt wohl alle Witze gemacht wurden, können wir uns den wichtigen Fragen zuwenden: wer ist überhaupt Eduard Löwen? Welchen Eindruck hinterließ er bei seinem vorherigen Verein, dem 1. FC Nürnberg und wie kann er wertvoll für Hertha BSC werden? Wie ist er als Mensch? Alles Fragen, über die wir bei Hertha BASE nicht allein grübeln wollen. Wir haben uns deshalb Verstärkung geholt und dem FCN-Experten Steffen (auf Twitter @2_Steffen ) einige Fragen gestellt. Steffen hat Eduard Löwen bereits persönlich kennengelernt und sich freundlicherweise bereit erklärt, uns Auskunft über Herthas zweiten Sommertransfer zu geben.

Wer ist überhaupt Eduard Löwen?

Löwen, geboren in Idar-Oberstein, kam 2008 zur Jugendmannschaft vom 1. FC Kaiserslautern. Dort wurde er bis 2015 ausgebildet und wechselte zunächst zur U19 vom 1. FC Saarbrücken, ehe es ihn am 01.07.2016 zum 1. FC Nürnberg zog. Vergangene Saison verbuchte er 22 Spiele für die Nürnberger, in diesen drei Tore und drei Vorlagen. Wie diese Saison, und die vorherige in der zweiten Liga, zu bewerten ist, erzählt uns Steffen im Interview.

Hertha BASE: Hallo Steffen! Die Frage zum Start: wie siehst du die Entscheidung, Löwen zu Hertha BSC ziehen zu lassen? Bist du eher verärgert oder sogar glücklich über die hohe Ablösesumme (sieben Millionen Euro)?

(Foto: Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Steffen: Hallo erstmal und vielen Dank für die Einladung. Ich sehe den Transfer von Eduard Löwen zwiegespalten. Auf der einen Seite ist natürlich klar, dass uns dieses Geld helfen wird, weiter in die Infrastruktur und neues Personal zu investieren. Auf der anderen Seite verliert der Club einen sehr guten Zweitligaspieler. In der Bundesliga konnte Löwen sein Potential nicht wirklich zeigen, was aber auch daran lag, dass Ex-Trainer Michael Köllner nahezu gar nicht auf ihn gesetzt hatte. Erst nach dem Trainerwechsel konnte er unter Schommers überzeugen, aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Das war auf jeden Fall ein bisschen überraschend, weil er in der zweiten Liga mit zu den besten Akteuren gehörte und eigentlich jeder ihm zutraute, den Schritt in die Bundesliga zu schaffen. Aufgrund seines hohen Potentials und der Vielseitigkeit verstehe ich die Ablösesumme, glaube aber, dass es ein bisschen zuviel Geld war, aber wer beschwert sich denn da schon *schmunzelt*.

Ein Polyvalenter Spieler als Ersatz für Fabian Lustenberger?

HB: Die klassische Frage folgt: was sind die Stärken von Löwen? Welche Qualitäten hat er in Nürnberg gezeigt?

Steffen: Ich glaube, dass die Stärken von Eduard Löwen sehr breit gefächert sind, was sich auch in der Polyvalenz widerspiegelt. Er hat nicht nur eine extrem starke Physis, sondern weiß auch noch, wie er diese sinnvoll einsetzen kann. Des Weiteren hat er ein gutes Timing im Zweikampf und verfügt über einen technisch sehr starken Fuß. Er ist zudem auf keine Position begrenzt. Er hat bei uns schon als Innenverteidiger, Außenverteidiger, defensiver Mittelfeldspieler, offensiver Mittelfeldspieler und Flügelspieler gespielt. Selbst als Stürmer kam er schon zum Einsatz. Ich glaube es ist untertrieben zu sagen, dass er vielseitig einsetzbar wäre. Wie er aber auch schon bei euch im Interview sagt: Am besten ist er im zentralen Mittelfeld aufgehoben. Ebenfalls zeichnet ihn eine gute Torgefahr aus, was ihn zu einem sehr guten Allrounder macht.

HB: Du sprichst das an, was im Zusammenhang mit Löwen immer wieder gesagt wird: seine „Vielseitigkeit“. Auf welchen Positionen hat er dich denn am meisten überzeugt, wo siehst du ihn am stärksten?

(Foto: Jörg Schüler/Getty Images)

Steffen: Mir gefällt er eigentlich als klassische Achter, so kann er von der einen Seite das Spiel von hinten lenken, ohne dass seine offensiv Qualitäten verloren gehen. Ich glaube aber, dass er aushilfsweise auch sehr gut als Innenverteidiger agieren kann, was ihn eigentlich zu dem perfekten Kaderspieler macht.

HB: Ohne bei den Hertha-Fans auf die Euphoriebremse treten zu wollen: was sind seine größten Schwächen? Wo kann er sich/muss er sich noch steigern?

Steffen: Da zeigt sich das Problem der Vielseitigkeit: Er konnte sich bis jetzt noch nicht auf einer Position festspielen und perfekt weiterentwickeln. Er galt so ein kleines bisschen als Freigeist, was heiß, dass er die taktische Disziplin teilweise vermissen lassen hat. Auch hatte er manchmal gedankliche Aussetzer, was aber zu der Entwicklung eines jungen Spielers dazu zugehört, weswegen ich es nicht als bedenklich ansehe.

Alles andere als nur “einer für die Defensive”

HB: Du hast vorhin seine offensiven Qualitäten angesprochen: bei Hertha fehlt, sieht man von Ondrej Duda ab, gerade die Torgefahr im Mittelfeld. Kann Löwen deiner Meinung nach der richtige Spieler sein, um diese Schwäche zu beheben?

(Foto: Adam Pretty/Bongarts/Getty Images)

Steffen: Auf jeden Fall. Natürlich kann es sein, dass er erst einmal Eingewöhnungszeit braucht. Wenn er spielt, kann er auf jeden Fall kreative Impulse aus dem Mittelfeld heraus setzen. Er kann nicht nur den letzten Pass spielen, sondern auch selbst zum Abschluss kommen, weswegen ich glaube, dass er auf jeden Fall eine sehr gute Ergänzung für zentrales Mittelfeld ist. Ich glaube auch, ohne es despektierlich zu meinen, dass Hertha der bessere Schritt als Frankfurt gewesen ist, weil er bei euch mehr Zeit hat, sich weiterzuentwickeln, als bei einer Mannschaft, die jetzt schon international spielt. Das soll aber nicht heißen, dass ich Eduard Löwen nicht zutraue, langfristig auch international zu spielen.

HB: Wie hat er sich in Nürnberg verhalten? Gab es schon mal Auffälligkeiten, Disziplinlosigkeiten? Wie beliebt ist er bei seinen Mitspielern gewesen?

Steffen: Wenn ich mich jetzt nicht komplett täusche, gab es noch keinen einzigen Aussetzer bei Eduard Löwen. Natürlich hat er, wie viele gute Spieler, ein Problem damit, wenn er nicht spielt. Aber das gehört eben dazu, wenn man einen extrem ehrgeizigen Spieler hat. Sonst aber konnte sich Eduard Löwen extrem mit seinem christlichen Glauben identifizieren, was ihm dabei geholfen hat, auch bei den gestandenen Spielern ein gewisses Standing sich zu erarbeiten. Deswegen hat er auch eine sehr gute Verbindung zu Enrico Valentini und Mikael Ishak – die beiden gehören zu den Stützen der Mannschaft. Auch mit seiner Leistung konnte sich Löwen einen gewissen Respekt erspielen, aber auch seine Disziplin war beeindruckend.

Was für ein Mensch ist Löwen?

HB: Du kennst Löwen persönlich – was kannst du uns über den Menschen Eduard Löwen sagen?

(Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Steffen: Ich hatte das große Vergnügen, für drei Monate bei einer Zeitung arbeiten zu dürfen. Da durfte ich sehr viel Eigeninitiative zeigen, was mich sehr nah an die Spieler gebracht hat, weil ich alleine mit den Spielern gesprochen und interviewt habe. Eduard Löwen war einer der Spieler, mit denen ich am meisten gesprochen habe. Dabei war er stets respektvoll, obwohl ich sichtbar jünger bin als er. Er hat seine Worte stets sinnvoll gewählt und wusste immer genau, was er mit seinen Aussagen bewirkt.

Eine kleine Geschichte habe ich noch: In Nürnberg wird das sogenannte Presse-Bowling (mit Spielern der lokalen Vereinen) veranstaltet und währenddessen spielte sein Ex-Verein Kaiserslautern. Dabei bekamen sie deutlich auf die Mütze. Eduard Löwen schaute sich das Spiel vor dem Fernseher dort an und war komplett sprachlos. Diese Szene hat mich sehr beeindruckt, auch wie demütig er im persönlichen Gespräch über seine sportlich schwere Vergangenheit gesprochen hat.

HB: Hat er im Bezug auf seine persönliche Zukunft hohe Ambitionen formuliert? Gibt es ein Land/eine Liga/einen Verein, wo er langfristig hinwechseln möchte?

Steffen: Eduard Löwen hat im vergangenen Winter gesagt, dass er den Klub nach dem Abstieg nicht verlassen will. Das hat sich nun leider nicht bewahrheitet, aber es wurde schon sehr deutlich, dass er nicht lange bei Nürnberg bleiben würde, weil seine Entwicklung viel zu schnell ging. Ich glaube auch, dass es der richtige Zeitpunkt für ihn ist, eine neue Herausforderung anzunehmen. Wie weit nach oben es für ihn reicht, ist natürlich schwer zu sagen. Ich glaube aber, dass er auf jeden Fall noch einen Schritt weiter als die Hertha gehen kann. Ich glaube, dass Löwen und Hertha sehr gut zusammenpassen kann – das wünsche ich ihm auch persönlich.

 

Vielen Dank an Steffen für die freundliche, professionelle und ausführliche Beantwortung unserer Fragen! Wir freuen uns Eduard Löwen kennenzulernen und wünschen ihm natürlich viel Glück und Erfolg bei unserer „alten Dame“!

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Bevor Neuzugang Eduard Löwen überhaupt so richtig in Berlin angekommen ist, hat er bereits Eindruck hinterlassen – und zwar in den sozialen Netzwerken. Sein Nachname ist natürlich ein gefundenes Fressen für Flachwitz-Amateure (oder -Experten, wie unser Chefredakteur Marc). Da jetzt wohl alle Witze gemacht wurden, können wir uns den wichtigen Fragen zuwenden: wer ist überhaupt Eduard Löwen? Welchen Eindruck hinterließ er bei seinem vorherigen Verein, dem 1. FC Nürnberg und wie kann er wertvoll für Hertha BSC werden? Wie ist er als Mensch? Alles Fragen, über die wir bei Hertha BASE nicht allein grübeln wollen. Wir haben uns deshalb Verstärkung geholt und dem FCN-Experten Steffen (auf Twitter @2_Steffen ) einige Fragen gestellt. Steffen hat Eduard Löwen bereits persönlich kennengelernt und sich freundlicherweise bereit erklärt, uns Auskunft über Herthas zweiten Sommertransfer zu geben.

Wer ist überhaupt Eduard Löwen?

Löwen, geboren in Idar-Oberstein, kam 2008 zur Jugendmannschaft vom 1. FC Kaiserslautern. Dort wurde er bis 2015 ausgebildet und wechselte zunächst zur U19 vom 1. FC Saarbrücken, ehe es ihn am 01.07.2016 zum 1. FC Nürnberg zog. Vergangene Saison verbuchte er 22 Spiele für die Nürnberger, in diesen drei Tore und drei Vorlagen. Wie diese Saison, und die vorherige in der zweiten Liga, zu bewerten ist, erzählt uns Steffen im Interview.

Hertha BASE: Hallo Steffen! Die Frage zum Start: wie siehst du die Entscheidung, Löwen zu Hertha BSC ziehen zu lassen? Bist du eher verärgert oder sogar glücklich über die hohe Ablösesumme (sieben Millionen Euro)?

(Foto: Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Steffen: Hallo erstmal und vielen Dank für die Einladung. Ich sehe den Transfer von Eduard Löwen zwiegespalten. Auf der einen Seite ist natürlich klar, dass uns dieses Geld helfen wird, weiter in die Infrastruktur und neues Personal zu investieren. Auf der anderen Seite verliert der Club einen sehr guten Zweitligaspieler. In der Bundesliga konnte Löwen sein Potential nicht wirklich zeigen, was aber auch daran lag, dass Ex-Trainer Michael Köllner nahezu gar nicht auf ihn gesetzt hatte. Erst nach dem Trainerwechsel konnte er unter Schommers überzeugen, aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Das war auf jeden Fall ein bisschen überraschend, weil er in der zweiten Liga mit zu den besten Akteuren gehörte und eigentlich jeder ihm zutraute, den Schritt in die Bundesliga zu schaffen. Aufgrund seines hohen Potentials und der Vielseitigkeit verstehe ich die Ablösesumme, glaube aber, dass es ein bisschen zuviel Geld war, aber wer beschwert sich denn da schon *schmunzelt*.

Ein Polyvalenter Spieler als Ersatz für Fabian Lustenberger?

HB: Die klassische Frage folgt: was sind die Stärken von Löwen? Welche Qualitäten hat er in Nürnberg gezeigt?

Steffen: Ich glaube, dass die Stärken von Eduard Löwen sehr breit gefächert sind, was sich auch in der Polyvalenz widerspiegelt. Er hat nicht nur eine extrem starke Physis, sondern weiß auch noch, wie er diese sinnvoll einsetzen kann. Des Weiteren hat er ein gutes Timing im Zweikampf und verfügt über einen technisch sehr starken Fuß. Er ist zudem auf keine Position begrenzt. Er hat bei uns schon als Innenverteidiger, Außenverteidiger, defensiver Mittelfeldspieler, offensiver Mittelfeldspieler und Flügelspieler gespielt. Selbst als Stürmer kam er schon zum Einsatz. Ich glaube es ist untertrieben zu sagen, dass er vielseitig einsetzbar wäre. Wie er aber auch schon bei euch im Interview sagt: Am besten ist er im zentralen Mittelfeld aufgehoben. Ebenfalls zeichnet ihn eine gute Torgefahr aus, was ihn zu einem sehr guten Allrounder macht.

HB: Du sprichst das an, was im Zusammenhang mit Löwen immer wieder gesagt wird: seine „Vielseitigkeit“. Auf welchen Positionen hat er dich denn am meisten überzeugt, wo siehst du ihn am stärksten?

(Foto: Jörg Schüler/Getty Images)

Steffen: Mir gefällt er eigentlich als klassische Achter, so kann er von der einen Seite das Spiel von hinten lenken, ohne dass seine offensiv Qualitäten verloren gehen. Ich glaube aber, dass er aushilfsweise auch sehr gut als Innenverteidiger agieren kann, was ihn eigentlich zu dem perfekten Kaderspieler macht.

HB: Ohne bei den Hertha-Fans auf die Euphoriebremse treten zu wollen: was sind seine größten Schwächen? Wo kann er sich/muss er sich noch steigern?

Steffen: Da zeigt sich das Problem der Vielseitigkeit: Er konnte sich bis jetzt noch nicht auf einer Position festspielen und perfekt weiterentwickeln. Er galt so ein kleines bisschen als Freigeist, was heiß, dass er die taktische Disziplin teilweise vermissen lassen hat. Auch hatte er manchmal gedankliche Aussetzer, was aber zu der Entwicklung eines jungen Spielers dazu zugehört, weswegen ich es nicht als bedenklich ansehe.

Alles andere als nur “einer für die Defensive”

HB: Du hast vorhin seine offensiven Qualitäten angesprochen: bei Hertha fehlt, sieht man von Ondrej Duda ab, gerade die Torgefahr im Mittelfeld. Kann Löwen deiner Meinung nach der richtige Spieler sein, um diese Schwäche zu beheben?

(Foto: Adam Pretty/Bongarts/Getty Images)

Steffen: Auf jeden Fall. Natürlich kann es sein, dass er erst einmal Eingewöhnungszeit braucht. Wenn er spielt, kann er auf jeden Fall kreative Impulse aus dem Mittelfeld heraus setzen. Er kann nicht nur den letzten Pass spielen, sondern auch selbst zum Abschluss kommen, weswegen ich glaube, dass er auf jeden Fall eine sehr gute Ergänzung für zentrales Mittelfeld ist. Ich glaube auch, ohne es despektierlich zu meinen, dass Hertha der bessere Schritt als Frankfurt gewesen ist, weil er bei euch mehr Zeit hat, sich weiterzuentwickeln, als bei einer Mannschaft, die jetzt schon international spielt. Das soll aber nicht heißen, dass ich Eduard Löwen nicht zutraue, langfristig auch international zu spielen.

HB: Wie hat er sich in Nürnberg verhalten? Gab es schon mal Auffälligkeiten, Disziplinlosigkeiten? Wie beliebt ist er bei seinen Mitspielern gewesen?

Steffen: Wenn ich mich jetzt nicht komplett täusche, gab es noch keinen einzigen Aussetzer bei Eduard Löwen. Natürlich hat er, wie viele gute Spieler, ein Problem damit, wenn er nicht spielt. Aber das gehört eben dazu, wenn man einen extrem ehrgeizigen Spieler hat. Sonst aber konnte sich Eduard Löwen extrem mit seinem christlichen Glauben identifizieren, was ihm dabei geholfen hat, auch bei den gestandenen Spielern ein gewisses Standing sich zu erarbeiten. Deswegen hat er auch eine sehr gute Verbindung zu Enrico Valentini und Mikael Ishak – die beiden gehören zu den Stützen der Mannschaft. Auch mit seiner Leistung konnte sich Löwen einen gewissen Respekt erspielen, aber auch seine Disziplin war beeindruckend.

Was für ein Mensch ist Löwen?

HB: Du kennst Löwen persönlich – was kannst du uns über den Menschen Eduard Löwen sagen?

(Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Steffen: Ich hatte das große Vergnügen, für drei Monate bei einer Zeitung arbeiten zu dürfen. Da durfte ich sehr viel Eigeninitiative zeigen, was mich sehr nah an die Spieler gebracht hat, weil ich alleine mit den Spielern gesprochen und interviewt habe. Eduard Löwen war einer der Spieler, mit denen ich am meisten gesprochen habe. Dabei war er stets respektvoll, obwohl ich sichtbar jünger bin als er. Er hat seine Worte stets sinnvoll gewählt und wusste immer genau, was er mit seinen Aussagen bewirkt.

Eine kleine Geschichte habe ich noch: In Nürnberg wird das sogenannte Presse-Bowling (mit Spielern der lokalen Vereinen) veranstaltet und währenddessen spielte sein Ex-Verein Kaiserslautern. Dabei bekamen sie deutlich auf die Mütze. Eduard Löwen schaute sich das Spiel vor dem Fernseher dort an und war komplett sprachlos. Diese Szene hat mich sehr beeindruckt, auch wie demütig er im persönlichen Gespräch über seine sportlich schwere Vergangenheit gesprochen hat.

HB: Hat er im Bezug auf seine persönliche Zukunft hohe Ambitionen formuliert? Gibt es ein Land/eine Liga/einen Verein, wo er langfristig hinwechseln möchte?

Steffen: Eduard Löwen hat im vergangenen Winter gesagt, dass er den Klub nach dem Abstieg nicht verlassen will. Das hat sich nun leider nicht bewahrheitet, aber es wurde schon sehr deutlich, dass er nicht lange bei Nürnberg bleiben würde, weil seine Entwicklung viel zu schnell ging. Ich glaube auch, dass es der richtige Zeitpunkt für ihn ist, eine neue Herausforderung anzunehmen. Wie weit nach oben es für ihn reicht, ist natürlich schwer zu sagen. Ich glaube aber, dass er auf jeden Fall noch einen Schritt weiter als die Hertha gehen kann. Ich glaube, dass Löwen und Hertha sehr gut zusammenpassen kann – das wünsche ich ihm auch persönlich.

 

Vielen Dank an Steffen für die freundliche, professionelle und ausführliche Beantwortung unserer Fragen! Wir freuen uns Eduard Löwen kennenzulernen und wünschen ihm natürlich viel Glück und Erfolg bei unserer „alten Dame“!

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