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Lukebakio: schnell, torgefährlich und mit “Flair”

Der Nächste bitte. Am Donnerstag verkündete Manager Michael Preetz den nächsten Neuzugang der Berliner und präsentiert einen echten Kracher: Dodi Lukebakio. Wir haben uns mit Fortuna Düsseldorf-Experte Dennis über Herthas neuen Rekordeinkauf (ca. 20 Millionen Euro Ablöse) unterhalten und seine Eindrücke zum Belgier mit in unsere Einschätzung zum Spieler einfließen lassen.

Die Stärken von Dodi Lukebakio

Bilder sprechen mehr als tausend Worte, weshalb das folgende Video wärmsten empfohlen sei (auch wegen der entspannten Musik), denn hier werden die Stärken von Dodi Lukebakio schon ganz gut sichtbar:

Am offensichtlichsten ist seine Dribbelstärke. Lukebakio hatte in der der Saison 2018/19 die neunmeisten Dribblings in der Bundesliga (99) vorzuweisen, mit einer Erfolgsrate von 49,5%. Salomon Kalou und Valentino versuchten sich beispielsweise an 83 bzw. 74 Dribblings in der vergangenen Saison. Ebenso herausragend ist seine Schnelligkeit. Sein Topspeed liegt bei knapp 34 km/h und ist damit noch ein wenig schneller als Speedster Javairo Dilrosun. Mit einer Körpergröße von 1,87m ist er zusätzlich noch kopfballgefährlich (ein Tor per Kopf). Allgemein kann Lukebakio aus jeder Lage und mit beiden Füßen treffen. Am liebsten trifft er jedoch mit dem linken Fuß (acht Tore). Insgesamt hat er für Düsseldorf zehn Tore erzielt. Lukebakio hatte 2018/19 ligaweit die siebtbeste Schussgenauigkeit – 55,4% aller seine Schüssen gingen auf das Tor (31 von 56) und knapp jeder sechste Schuss führte zu einem Tor.

Auch Dennis ist ganz verzaubert vom Belgier: “Dodi hat Flair. Er spielt eine Art Fußball, den viele Fans lieben. Dynamische Dribblings, extreme Geschwindigkeit, Kabinettstückchen und Distanzschüsse. Mangelndes Selbstbewusstsein ist nicht sein Problem.”

Lukebakio passt perfekt in Covics 4-3-3

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Der neue Cheftrainer Ante Covic hat zum Amtsantritt angekündigt, dass er mit dem 4-3-3 zukünftig ein neues System spielen lassen. Im 4-3-3 können mit tiefen und weiträumigen Anspielen gut die Linien überspielt werden, wodurch viele günstige Eins-gegen-eins-Situationen entstehen. Für dieses Spielsystem braucht es jedoch mutige Flügelspieler mit starken Offensivqualitäten. Lukebakio kann mit seiner Schnelligkeit, seinen Dribbelkünsten und seinem Spielverständnis die Vorteile, die dieses Spielsystems bietet, perfekt ausnutzen.

Er ist sehr gut darin, Schnittstellenpässe zu antizipieren und mit Hilfe seiner Schnelligkeit diese vor dem Verteidiger zu erreichen. Lukebakio kann diese Art von Zuspielen aber auch selbst produzieren und damit seine Mitspieler in Szene setzen. Hinzu kommt, dass er durch geschickte Bewegungen regelmäßig die Abseitsfalle des Gegners in die Leere laufen lässt. So verschafft er sich einen Vorteil und Vorsprung, um dann für Torgefahr zu sorgen. Dennis betont, dass Lukebakio in Düsseldorf nicht nur spielerisch geglänzt hat, sondern auch Verantwortung übernommen hat. “In schwierigen Spielsituationen forderte er erfolgreich von seinen Mitspielern konsequent den Ball und wurde schnell der Go-to-Guy des Aufsteigers.”

Lukebakio ist durchaus als polyvalent zu bezeichnen, da er in Düsseldorf meist auf dem Flügel (gerne rechts aber auch links), als hängende Spitze oder Stoßstürmer gespielt hat. Dennis sieht Lukebakio eher in der Mitte, denn: “Für einen klassischen Winger ist er eigentlich zu schade, da er auch im Zentrum ein gutes Auge für die Mitspieler besitzt.” Friedhelm Funkel hat mit Düsseldorf oft schnellen Konterfußball spielen lassen, der Lukebakios Fähigkeiten entgegenkam.

Aus seiner Zeit in Düsseldorf lässt sich jedoch nicht ablesen, wie groß Lukebakios Potential als Flügelspieler gegen kompakt stehende Defensiven ist. So ist beispielsweise seine Flankenstatistik mehr als überschaubar. In der gesamten Saison 2018/19 gab es von ihm nur 10 angekommene Flanken (zum Vergleich: Lazaro brachte 45 Flanken an den Mann). Es bleibt also abzuwarten, wie sich der 21-Jährige in den dominanteren Covic-Fußball integrieren lässt.

Jung und talent, aber noch mit Schwächen

Das größte Defizit Lukebakios ist wohl sein schwaches Defensivverhalten. Dennis merkt dazu an: “Als Tackling-Monster wird er nicht in die Fußball-Annalen eingehen.” So hat er beispielsweise in der gesamten Saison 2018/19 nur zu 32 Tacklings angesetzt (Lazaro im Vergleich 78). Dabei ist jedoch seine Tacklingquote von 53,3% noch als guter Durchschnitt zu bezeichnen. Als offensiver Außenbahnspieler ist das auch nicht seine Aufgaben, was am Vergleich mit Timo Werner deutlich wird, der ebenso nur 31 Tacklings durchführte.

Der eine geht, der andere kommt. (Bild: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Bemerkenswert sind ebenso seine Schwächen im Aufbauspiel, die durch fehlerhafte Ballanahmen und schwaches Ballhalten bedingt sind. Inwieweit sich dies in Berlin bemerkbar machen wird, hängt auch davon ab, wie die Berliner unter Covic zukünftig die Spiele, vor allem den Spielaufbau angehen wollen und wie sehr die Flügelspieler hier mit einbezogen werden. Grundsätzlich ist mit der starken Mittelfeldbesetzung durch Grujic, Maier, Löwen, Duda und Skjelbred davon auszugehen, dass Hertha eher durch die Mitte aufbauen und spielen will.

Allgemein ist die Einbindung in das Spiel und die Verbindung zu den Mitspielern für Lukebakio sehr wichtig. “Mit Landsmann Raman und Mittelfeldstratege Stöger passte das Zusammenspiel. Wird Lukebakio auch bei der Hertha kongeniale Spielpartner vorfinden?”

Eine weitere Investition in die Zukunft

Lukebakio ist, nach den Verpflichtungen von Eduard Löwen und Daishawn Redan, bereits der dritte Transfer von Manager Michael Preetz, der klar auf die Zukunft ausgerichtet ist. Die Kombination aus spielerischem Potential, Vertragslaufzeit (fünf Jahre) und aktuellem Marktwert machen ihn zu einer lukrativen und sinnvollen Verpflichtung. So ist auch die Höhe der Ablösesumme (bis zu 20 Millionen) als angemessen zu bezeichnen. Dennis sieht bei Lukebakios Entwicklung auch noch Steigerungsmöglichkeiten: “Wenn er so weiter macht, ist er meines Erachtens in zwei bis drei Jahren über 40 Millionen Euro wert.”

Mit der Verpflichtung von Lukebakio wird auch die gesteigerte Anspruchshaltung von Hertha BSC deutlich. Der Belgier wird mit großem Abstand Herthas neuer Rekordeinkauf sein. Ebenso hat man einen Leistungträger eines direkten Konkurrenten in der vergangenen Saison (über den Umweg Watford) verpflichtet. Nimmt man noch den Transfer von Löwen dazu und berücksichtigt, welche Spieler nicht gewechselt sind (Stark, Maier, Duda, Grujic), wäre am Ende der Saison 2019/20 alles andere als ein Tabellenplatz unter den ersten Acht wohl als Enttäuschung zu bewerten.

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Die Stärken von Dodi Lukebakio

Bilder sprechen mehr als tausend Worte, weshalb das folgende Video wärmsten empfohlen sei (auch wegen der entspannten Musik), denn hier werden die Stärken von Dodi Lukebakio schon ganz gut sichtbar:

Am offensichtlichsten ist seine Dribbelstärke. Lukebakio hatte in der der Saison 2018/19 die neunmeisten Dribblings in der Bundesliga (99) vorzuweisen, mit einer Erfolgsrate von 49,5%. Salomon Kalou und Valentino versuchten sich beispielsweise an 83 bzw. 74 Dribblings in der vergangenen Saison. Ebenso herausragend ist seine Schnelligkeit. Sein Topspeed liegt bei knapp 34 km/h und ist damit noch ein wenig schneller als Speedster Javairo Dilrosun. Mit einer Körpergröße von 1,87m ist er zusätzlich noch kopfballgefährlich (ein Tor per Kopf). Allgemein kann Lukebakio aus jeder Lage und mit beiden Füßen treffen. Am liebsten trifft er jedoch mit dem linken Fuß (acht Tore). Insgesamt hat er für Düsseldorf zehn Tore erzielt. Lukebakio hatte 2018/19 ligaweit die siebtbeste Schussgenauigkeit – 55,4% aller seine Schüssen gingen auf das Tor (31 von 56) und knapp jeder sechste Schuss führte zu einem Tor.

Auch Dennis ist ganz verzaubert vom Belgier: “Dodi hat Flair. Er spielt eine Art Fußball, den viele Fans lieben. Dynamische Dribblings, extreme Geschwindigkeit, Kabinettstückchen und Distanzschüsse. Mangelndes Selbstbewusstsein ist nicht sein Problem.”

Lukebakio passt perfekt in Covics 4-3-3

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Der neue Cheftrainer Ante Covic hat zum Amtsantritt angekündigt, dass er mit dem 4-3-3 zukünftig ein neues System spielen lassen. Im 4-3-3 können mit tiefen und weiträumigen Anspielen gut die Linien überspielt werden, wodurch viele günstige Eins-gegen-eins-Situationen entstehen. Für dieses Spielsystem braucht es jedoch mutige Flügelspieler mit starken Offensivqualitäten. Lukebakio kann mit seiner Schnelligkeit, seinen Dribbelkünsten und seinem Spielverständnis die Vorteile, die dieses Spielsystems bietet, perfekt ausnutzen.

Er ist sehr gut darin, Schnittstellenpässe zu antizipieren und mit Hilfe seiner Schnelligkeit diese vor dem Verteidiger zu erreichen. Lukebakio kann diese Art von Zuspielen aber auch selbst produzieren und damit seine Mitspieler in Szene setzen. Hinzu kommt, dass er durch geschickte Bewegungen regelmäßig die Abseitsfalle des Gegners in die Leere laufen lässt. So verschafft er sich einen Vorteil und Vorsprung, um dann für Torgefahr zu sorgen. Dennis betont, dass Lukebakio in Düsseldorf nicht nur spielerisch geglänzt hat, sondern auch Verantwortung übernommen hat. “In schwierigen Spielsituationen forderte er erfolgreich von seinen Mitspielern konsequent den Ball und wurde schnell der Go-to-Guy des Aufsteigers.”

Lukebakio ist durchaus als polyvalent zu bezeichnen, da er in Düsseldorf meist auf dem Flügel (gerne rechts aber auch links), als hängende Spitze oder Stoßstürmer gespielt hat. Dennis sieht Lukebakio eher in der Mitte, denn: “Für einen klassischen Winger ist er eigentlich zu schade, da er auch im Zentrum ein gutes Auge für die Mitspieler besitzt.” Friedhelm Funkel hat mit Düsseldorf oft schnellen Konterfußball spielen lassen, der Lukebakios Fähigkeiten entgegenkam.

Aus seiner Zeit in Düsseldorf lässt sich jedoch nicht ablesen, wie groß Lukebakios Potential als Flügelspieler gegen kompakt stehende Defensiven ist. So ist beispielsweise seine Flankenstatistik mehr als überschaubar. In der gesamten Saison 2018/19 gab es von ihm nur 10 angekommene Flanken (zum Vergleich: Lazaro brachte 45 Flanken an den Mann). Es bleibt also abzuwarten, wie sich der 21-Jährige in den dominanteren Covic-Fußball integrieren lässt.

Jung und talent, aber noch mit Schwächen

Das größte Defizit Lukebakios ist wohl sein schwaches Defensivverhalten. Dennis merkt dazu an: “Als Tackling-Monster wird er nicht in die Fußball-Annalen eingehen.” So hat er beispielsweise in der gesamten Saison 2018/19 nur zu 32 Tacklings angesetzt (Lazaro im Vergleich 78). Dabei ist jedoch seine Tacklingquote von 53,3% noch als guter Durchschnitt zu bezeichnen. Als offensiver Außenbahnspieler ist das auch nicht seine Aufgaben, was am Vergleich mit Timo Werner deutlich wird, der ebenso nur 31 Tacklings durchführte.

Der eine geht, der andere kommt. (Bild: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Bemerkenswert sind ebenso seine Schwächen im Aufbauspiel, die durch fehlerhafte Ballanahmen und schwaches Ballhalten bedingt sind. Inwieweit sich dies in Berlin bemerkbar machen wird, hängt auch davon ab, wie die Berliner unter Covic zukünftig die Spiele, vor allem den Spielaufbau angehen wollen und wie sehr die Flügelspieler hier mit einbezogen werden. Grundsätzlich ist mit der starken Mittelfeldbesetzung durch Grujic, Maier, Löwen, Duda und Skjelbred davon auszugehen, dass Hertha eher durch die Mitte aufbauen und spielen will.

Allgemein ist die Einbindung in das Spiel und die Verbindung zu den Mitspielern für Lukebakio sehr wichtig. “Mit Landsmann Raman und Mittelfeldstratege Stöger passte das Zusammenspiel. Wird Lukebakio auch bei der Hertha kongeniale Spielpartner vorfinden?”

Eine weitere Investition in die Zukunft

Lukebakio ist, nach den Verpflichtungen von Eduard Löwen und Daishawn Redan, bereits der dritte Transfer von Manager Michael Preetz, der klar auf die Zukunft ausgerichtet ist. Die Kombination aus spielerischem Potential, Vertragslaufzeit (fünf Jahre) und aktuellem Marktwert machen ihn zu einer lukrativen und sinnvollen Verpflichtung. So ist auch die Höhe der Ablösesumme (bis zu 20 Millionen) als angemessen zu bezeichnen. Dennis sieht bei Lukebakios Entwicklung auch noch Steigerungsmöglichkeiten: “Wenn er so weiter macht, ist er meines Erachtens in zwei bis drei Jahren über 40 Millionen Euro wert.”

Mit der Verpflichtung von Lukebakio wird auch die gesteigerte Anspruchshaltung von Hertha BSC deutlich. Der Belgier wird mit großem Abstand Herthas neuer Rekordeinkauf sein. Ebenso hat man einen Leistungträger eines direkten Konkurrenten in der vergangenen Saison (über den Umweg Watford) verpflichtet. Nimmt man noch den Transfer von Löwen dazu und berücksichtigt, welche Spieler nicht gewechselt sind (Stark, Maier, Duda, Grujic), wäre am Ende der Saison 2019/20 alles andere als ein Tabellenplatz unter den ersten Acht wohl als Enttäuschung zu bewerten.

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