BundesligaVorbericht

Hertha BSC – VfL Wolfsburg: Covics erste Bewährungsprobe

Die neue Saison könnte wahrlich schlechter beginnen. Mit einem 2:2 gegen Bayern München, das sich unmittelbar nach Abpfiff sogar fast wie eine Enttäuschung anfühlte, ist Hertha in die Spielzeit 19/20 gestartet. Natürlich lief längst noch nicht alles rund. Dies ist aber am ersten Spieltag – zumal mit neuem Trainer an der Seitenlinie – auch nicht zu erwarten. Für das Team von Ante Covic gibt es daher allen Grund, mit einer gehörigen Portion Optimismus ins erste Heimspiel der Saison zu gehen. Auch wenn mit dem VfL Wolfsburg einer der Geheimtipps dieses Jahres wartet.

Warum die “Wölfe” die Liga im Sturm erobern könnten, hat uns Anhängerin Rebecca erklärt. Sie ist Teil des FRÜF-Podcasts

Der VfL auf Normalisierungskurs

Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer bringen den VfL wieder in ruhige Fahrwasser. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Hinter den Wolfsburgern liegen turbulente Jahre. Da gab es die erfolgreiche, wenn gleich auch kurze, Phase, als man unter Dieter Hecking Vizemeister und Pokalsieger wurde und Kevin de Bruyne die ganze Liga verzückte. Es gab aber auch zwei Relegationsteilnahmen in Folge, was mit diesem Kader und dem Budget eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit sein sollte. Nun scheint es, als würde sich der VfL wieder im oberen Segment der Tabelle festsetzen können. Das vergangene Spieljahr wurde auf einem starken sechsten Platz beendet. Nach der aktuellen Transferphase, in der man den ohnehin schon gut besetzten Kader weiter verstärken konnte, gibt es wenig Grund, an einer Wiederholung des Erfolgs zu zweifeln. So bestätigt auch Rebecca “eine große Zufriedenheit über die Transferpolitik, die sich unter Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer in eine wirklich vernünftige Richtung weiterentwickelt hat: “Mit Kapitän Josuha Guilavogui (wieder ein Hammerspiel gegen Köln!), Torwart Koen Casteels, Torjäger Wout Weghorst und vielen anderen konnten die Gesichter der erfolgreichen Saison 2018/19 gehalten werden. Und die wenigen Neuzugänge wie Xaver Schlager oder Kevin Mbabu haben sich bisher smooth in das Spiel eingefunden und die Mannschaft im Sinne der Philosophie von Trainer Glasner bereichert. Ich bin da zuversichtlich, und damit sicher nicht die einzige im Wolfsburger Fanlager.“

Der etwas andere Trainerwechsel

Oliver Glasner ersetzte im Sommer Bruno Labbadia. (Photo by Andreas Schaad/Bongarts/Getty Images)

Bruno Labbadia rettete den VfL Wolfsburg erst vor dem Abstieg, schaffte es dann, mit attraktivem und aktivem Fußball in die Europa League einzuziehen – und doch steht nun Oliver Glasner an der Seitenlinie. Aufgrund von Differenzen mit Jörg Schmadtke, über die schon im Saisonverlauf berichtet wurde, kam eine Verlängerung der Zusammenarbeit für Labbadia nicht infrage. Nun soll es also Oliver Glasner richten, der im Sommer aus Linz vom LASK kam.

Laut Rebecca kann man bereits jetzt festmachen, wie sehr sich seine Spielidee von der seines Vorgängers unterscheiden soll: “Unter Bruno Labbadia war in der letzten Saison der Ballbesitzfußball Markenzeichen des VfL, zumal dieses System ja aktuell nicht allzu verbreitet ist und unsere Spiele sich auf eine wohlige Art vom Rest der Bundesliga abhoben (auch wenn natürlich auch da nicht alles perfekt war). Oliver Glasner hingegen ist ein klassischer Gegenpressingtrainer, der offensiv denkt und dabei der Mannschaft auch viel abverlangt. Das 3-4-3 scheint sich nun dementsprechend auch beim Glasner-VfL als Standardgrundordnung durchzusetzen. Was Glasner dabei von der Mannschaft sehen will: frühes Unterbinden des Spielaufbaus, viel Intensität, schnelles, agiles Umschaltspiel, Gegenpressing. Das 2-0 gegen Köln war da wohl ein prototypisches Tor.“

Auch zeichne Glasner aus, dass er sich im Vergleich mit Labbadia stärker an den Gegner anpasse und demzufolge eine höhere Bereitschaft zeige, seine Spielidee anzupassen. Eine Chance für Hertha könnte, bei allem Lob für die Wolfsburger, im Attackieren während des Spielaufbaus liegen. Hier sieht Rebecca, aufgrund der Verschiebung des Fokusses hin zu Gegenpressing-Fußball, noch potenzielle Schwachstellen.

Ein Transferfenster wie gemalt

Nicht nur das neue System, das offenbar sehr schnell von der Mannschaft adaptiert wurde, gibt Anlass zur Zuversicht. Auch der Transfersommer lief für Wolfsburg hervorragend. Kein einziger Leistungsträger verließ den Verein. Zudem konnte man die wenigen Schwachstellen mit neuen Spielern nachbessern. Besonders Xaver Schlager, der im zentralen Mittelfeld neben Maximilian Arnold agiert, sticht heraus und war laut Rebecca im Auftaktspiel gegen Köln „der zweiten Halbzeit gegen Köln der Mann des Spiels.“ Auch Kevin Mbabu, den man aus Bern loseiste, ist für Rebecca vor allem wichtig, um den in der Vorsaison nicht unumstrittenen – mangels Alternativen aber gesetzten – William Konkurrenz zu machen. In Joao Victor sieht sie jemanden, „der sowohl zum Spiel des Trainers passt als auch jemand ist, in den Glasner viele Hoffnungen für die Zukunft setzt.“ Die Vorzeichen auf eine erfolgreiche Saison waren lange nicht mehr so positiv wie in diesem Jahr.

Mit neuer Taktik zum ersten Saisonsieg

Die Aufgabe, vor der sich Ante Covics Team am Sonntag sieht, ist also alles andere als einfach. Nachdem die Partie gegen München eher ein Bonusspiel war, in dem wohl niemand davon ausgegangen war, dass Hertha etwas Zählbares mitnehmen würde, geht nun gegen Wolfsburg der Ernst des Lebens los. Die personelle Situation macht es, wie schon gegen München, nicht unbedingt einfacher. Dilrosun, Boyata, Maier und Plattenhardt werden weiterhin nicht zur Verfügung stehen. Trotz des Ausfalls des niederländischen Flügelflitzers will Covic gegen den VfL vor allem das Spiel über die Flügel fokussieren: „Es wird darauf hinaus laufen, dass wir viel über die Seite kommen müssen, um Erfolg zu haben.“, so der Kroate gegenüber der B.Z. Der zuletzt 90 Minuten auf die Bank beorderte Kalou dürfte dann wieder in die Startelf rücken. An Wolfsburg hat der Ivorer keine allzu schlechten Erinnerungen. Sein erstes Bundesligator erzielte er in einem Heimspiel gegen die „Wölfe“ – die Vorlage kam über die rechte Außenbahn.

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Die neue Saison könnte wahrlich schlechter beginnen. Mit einem 2:2 gegen Bayern München, das sich unmittelbar nach Abpfiff sogar fast wie eine Enttäuschung anfühlte, ist Hertha in die Spielzeit 19/20 gestartet. Natürlich lief längst noch nicht alles rund. Dies ist aber am ersten Spieltag – zumal mit neuem Trainer an der Seitenlinie – auch nicht zu erwarten. Für das Team von Ante Covic gibt es daher allen Grund, mit einer gehörigen Portion Optimismus ins erste Heimspiel der Saison zu gehen. Auch wenn mit dem VfL Wolfsburg einer der Geheimtipps dieses Jahres wartet.

Warum die “Wölfe” die Liga im Sturm erobern könnten, hat uns Anhängerin Rebecca erklärt. Sie ist Teil des FRÜF-Podcasts

Der VfL auf Normalisierungskurs

Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer bringen den VfL wieder in ruhige Fahrwasser. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Hinter den Wolfsburgern liegen turbulente Jahre. Da gab es die erfolgreiche, wenn gleich auch kurze, Phase, als man unter Dieter Hecking Vizemeister und Pokalsieger wurde und Kevin de Bruyne die ganze Liga verzückte. Es gab aber auch zwei Relegationsteilnahmen in Folge, was mit diesem Kader und dem Budget eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit sein sollte. Nun scheint es, als würde sich der VfL wieder im oberen Segment der Tabelle festsetzen können. Das vergangene Spieljahr wurde auf einem starken sechsten Platz beendet. Nach der aktuellen Transferphase, in der man den ohnehin schon gut besetzten Kader weiter verstärken konnte, gibt es wenig Grund, an einer Wiederholung des Erfolgs zu zweifeln. So bestätigt auch Rebecca “eine große Zufriedenheit über die Transferpolitik, die sich unter Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer in eine wirklich vernünftige Richtung weiterentwickelt hat: “Mit Kapitän Josuha Guilavogui (wieder ein Hammerspiel gegen Köln!), Torwart Koen Casteels, Torjäger Wout Weghorst und vielen anderen konnten die Gesichter der erfolgreichen Saison 2018/19 gehalten werden. Und die wenigen Neuzugänge wie Xaver Schlager oder Kevin Mbabu haben sich bisher smooth in das Spiel eingefunden und die Mannschaft im Sinne der Philosophie von Trainer Glasner bereichert. Ich bin da zuversichtlich, und damit sicher nicht die einzige im Wolfsburger Fanlager.“

Der etwas andere Trainerwechsel

Oliver Glasner ersetzte im Sommer Bruno Labbadia. (Photo by Andreas Schaad/Bongarts/Getty Images)

Bruno Labbadia rettete den VfL Wolfsburg erst vor dem Abstieg, schaffte es dann, mit attraktivem und aktivem Fußball in die Europa League einzuziehen – und doch steht nun Oliver Glasner an der Seitenlinie. Aufgrund von Differenzen mit Jörg Schmadtke, über die schon im Saisonverlauf berichtet wurde, kam eine Verlängerung der Zusammenarbeit für Labbadia nicht infrage. Nun soll es also Oliver Glasner richten, der im Sommer aus Linz vom LASK kam.

Laut Rebecca kann man bereits jetzt festmachen, wie sehr sich seine Spielidee von der seines Vorgängers unterscheiden soll: “Unter Bruno Labbadia war in der letzten Saison der Ballbesitzfußball Markenzeichen des VfL, zumal dieses System ja aktuell nicht allzu verbreitet ist und unsere Spiele sich auf eine wohlige Art vom Rest der Bundesliga abhoben (auch wenn natürlich auch da nicht alles perfekt war). Oliver Glasner hingegen ist ein klassischer Gegenpressingtrainer, der offensiv denkt und dabei der Mannschaft auch viel abverlangt. Das 3-4-3 scheint sich nun dementsprechend auch beim Glasner-VfL als Standardgrundordnung durchzusetzen. Was Glasner dabei von der Mannschaft sehen will: frühes Unterbinden des Spielaufbaus, viel Intensität, schnelles, agiles Umschaltspiel, Gegenpressing. Das 2-0 gegen Köln war da wohl ein prototypisches Tor.“

Auch zeichne Glasner aus, dass er sich im Vergleich mit Labbadia stärker an den Gegner anpasse und demzufolge eine höhere Bereitschaft zeige, seine Spielidee anzupassen. Eine Chance für Hertha könnte, bei allem Lob für die Wolfsburger, im Attackieren während des Spielaufbaus liegen. Hier sieht Rebecca, aufgrund der Verschiebung des Fokusses hin zu Gegenpressing-Fußball, noch potenzielle Schwachstellen.

Ein Transferfenster wie gemalt

Nicht nur das neue System, das offenbar sehr schnell von der Mannschaft adaptiert wurde, gibt Anlass zur Zuversicht. Auch der Transfersommer lief für Wolfsburg hervorragend. Kein einziger Leistungsträger verließ den Verein. Zudem konnte man die wenigen Schwachstellen mit neuen Spielern nachbessern. Besonders Xaver Schlager, der im zentralen Mittelfeld neben Maximilian Arnold agiert, sticht heraus und war laut Rebecca im Auftaktspiel gegen Köln „der zweiten Halbzeit gegen Köln der Mann des Spiels.“ Auch Kevin Mbabu, den man aus Bern loseiste, ist für Rebecca vor allem wichtig, um den in der Vorsaison nicht unumstrittenen – mangels Alternativen aber gesetzten – William Konkurrenz zu machen. In Joao Victor sieht sie jemanden, „der sowohl zum Spiel des Trainers passt als auch jemand ist, in den Glasner viele Hoffnungen für die Zukunft setzt.“ Die Vorzeichen auf eine erfolgreiche Saison waren lange nicht mehr so positiv wie in diesem Jahr.

Mit neuer Taktik zum ersten Saisonsieg

Die Aufgabe, vor der sich Ante Covics Team am Sonntag sieht, ist also alles andere als einfach. Nachdem die Partie gegen München eher ein Bonusspiel war, in dem wohl niemand davon ausgegangen war, dass Hertha etwas Zählbares mitnehmen würde, geht nun gegen Wolfsburg der Ernst des Lebens los. Die personelle Situation macht es, wie schon gegen München, nicht unbedingt einfacher. Dilrosun, Boyata, Maier und Plattenhardt werden weiterhin nicht zur Verfügung stehen. Trotz des Ausfalls des niederländischen Flügelflitzers will Covic gegen den VfL vor allem das Spiel über die Flügel fokussieren: „Es wird darauf hinaus laufen, dass wir viel über die Seite kommen müssen, um Erfolg zu haben.“, so der Kroate gegenüber der B.Z. Der zuletzt 90 Minuten auf die Bank beorderte Kalou dürfte dann wieder in die Startelf rücken. An Wolfsburg hat der Ivorer keine allzu schlechten Erinnerungen. Sein erstes Bundesligator erzielte er in einem Heimspiel gegen die „Wölfe“ – die Vorlage kam über die rechte Außenbahn.

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