Einzelkritik

Einzelkritik 3. Spieltag: FC Schalke 04 – Hertha BSC

Als im Sommer klar wurde, wie das Auftaktprogramm von Hertha BSC in dieser Saison aussehen würde, machten sich nicht wenige Sorgen darüber, dass es mit dem frühen Punkte Sammeln schwierig werden könnte. Angesichts der bisherigen Gegner ist ein Punkt in drei Spielen sicherlich kein Beinbruch. Beim 0:3 in Gelsenkirchen war es jedoch wieder die Art der Niederlage, die die Fans am meisten verärgerte – wie auch schon im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg.

Gefühlt chancenlos musste man sich am Wochenende geschlagen geben. Dazu warf man sich zum Teil mit zwei Eigentoren und fahrlässigem Defensivverhalten selbst aus der Bahn. Offensiv war das Spiel der „alten Dame“ größtenteils von Ideenlosigkeit und Ungenauigkeiten geprägt. In unserer Einzelkritik werfen wir einen Blick auf die Spieler, die dabei besonders auffielen.

Karim Rekik und Niklas Stark – im Selbstzerstörungsmodus

Karim Rekik kann in dieser Saison bisher nicht überzeugen (Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Zwei Eigentore in einem Spiel gibt es sicher nicht häufig, schon gar nicht in der Bundesliga (zuletzt übrigens 2009). Bezeichnend ist dabei auch, dass es in Gelsenkirchen gleich beide Stammkräfte in der Innenverteidigung erwischte. Sowohl Niklas Stark als auch Karim Rekik fielen durch folgenschwere Patzer auf, es war für beide Spieler ein Tag zum vergessen. Doch den gab es leider auch schon gegen den VfL Wolfsburg.

Die Gegentore der letzten Wochen fielen zwar alle viel zu leicht, doch den Ball für den Gegner selber über die Linie zu drücken, ist wohl ein neuer Tiefpunkt. Zwar konnte die Hertha-Defensive dieses Mal einen Strafstoß vermeiden, trotzdem fiel erneut auf, wie unglücklich und zum Teil kopflos die Berliner Abwehr agierte. Als bestes Beispiel dafür dient neben den Eigentoren auch die Szene in der 44. Minute. Niklas Stark war im eigenen Strafraum im Ballbesitz, doch anstatt in Ruhe zu klären, wartete er darauf, dass Rune Jarstein sich den Ball holt. Sein Torhüter aber blieb im Tor, sodass sich Stark den Ball von Burgstaller abnehmen ließ und nur ein Fehlschuss vom Stürmer aus Gelsenkirchen schlimmeres verhinderte.

Ein Totalausfall, der nicht isoliert zu betrachten ist, weil es solche Aktionen zuletzt zu oft gab. „Im Moment muss der Gegner nicht viel machen, um gegen uns zu treffen“, sagte Ante Covic am Sonntag dazu. Das ist zweifelsfrei wahr: so überragend nach vorne spielten sowohl die Wolfsburger als auch die Königsblauen nicht. Am Ende kassierten die Hauptstädter trotzdem sechs Gegentreffer.

Cheftrainer Covic stellte sich zwar schützend vor seinen Innenverteidigern, sprach von „Pech“ und stellte klar: „Es hilft nur eins dagegen – arbeiten und Ärmel hochkrempeln“. Doch was auch immer die Gründe für die Anfälligkeit der blau-weißen Defensive ist, es stellt sich langsam die Frage, ob nicht ein personeller Wechsel von Nöten ist. Auf der Bank wartet nämlich Jordan Torunarigha, der Startelfambitionen hegt und nur auf seine Chance wartet. „So kann es nicht weitergehen“, hieß es von Niklas Stark nach der desaströsen Vorstellung in Gelsenkirchen. Ein treffender Abschlusssatz zu der aktuellen Situation in der Defensive. Nach vier Pflichtspielen stehen neun Gegentreffer zu Buche.

Dodi Lukebakio – undankbarer Beginn im neuen Team

Lukebakio blieb in Gelsenkirchen glücklos. (Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Eigentlich war Dodi Lukebakio einer der aktiveren Spieler der Partie. Viel wurde über ihn versucht, oft mit langen Bällen nach vorne. Erneut wurde der Belgier auf der rechten Seite aufgestellt. Dieses Mal fiel er leider vor allem durch schwache Ballannahmen auf. Zu oft versprang ihm der Ball, oft dauerte es zu lange, ehe der 21-jährige mit der Kugel urchstarten konnte.

Dabei war er es, der in der 10. Minute die bis dahin größte Chance des Spiels hatte. Aus sehr guter Position konnte er jedoch Alexander Nübel nicht bezwingen und verpasste die Gelegenheit, Hertha zum ersten Mal in dieser Bundesliga-Spielzeit mit 1:0 in Führung zu bringen. In der zweiten Halbzeit zeichnete sich ebenfalls ab, dass es nicht sein Spiel werden würde. 35 Ballkontakte und nur 33 % gewonnene Zweikämpfe weisen auch darauf hin, dass der Berliner Angreifer Schwierigkeiten hatte, sich durchzusetzen.

Trotz seiner schwachen Leistung sollte hier nicht der Fehler begangen werden, voreilige Schlüsse über den Rekordtransfer zu ziehen. Sowohl in der Fitness als auch in der Abstimmung im Team hat Lukebakio einiges nachzuholen und ist mit Sicherheit noch nicht bei 100 Prozent. Er wird die Gelegenheit haben, sich zu steigern und diese Saison eine wichtige Rolle für die „alte Dame“ zu spielen. Der Wechsel von Marius Wolf könnte zudem die Qualität der rechten Seite bei Hertha BSC steigern und auch Lukebakio zu Gute kommen.

Vedad Ibisevic – Der Wille ist da, das Tor nicht

Wartet noch auf sein erstes Saisontor: Vedad Ibisevic (Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Zugegeben: es war ein undankbares Spiel für Vedad Ibisevic. Es klappte für seine Mannschaft nach vorne so gut wie gar nichts, er selber wurde sehr selten in Szene gesetzt und musste oft den Ball weit vom Tor suchen. Er führte zwölf Zweikämpfe, gewann 50 % davon, konnte zwei Freistöße herausholen. Heraus kam leider zu wenig. Nur eine gute Chance konnte sich der gebürtige Bosnier herausarbeiten, als er kurz vor der Halbzeit den Ball per Kopf über den Kasten beförderte. Dazu holte er sich eine eher unnötige gelbe Karte ab.

Man kennt und schätzt den 35-Jährigen in Berlin für seine eiskalte Art vor dem Tor, und seine Fähigkeit aus Halbchancen mal ein Tor zu erzielen. Auf einen solchen Treffer warten die Berliner Fans jedoch in dieser Bundesliga-Saison weiterhin. Auch gegen Gelsenkirchen gelang ihm kein Torerfolg. In der 50. Minute traf Ibisevic zwar das Tor, allerdings aus eindeutiger Abseitssituation. Es wurde korrekterweise nicht gegeben.

Nur zehn Minuten später war dann der Arbeitstag vom Hertha-Kapitän auch wieder zu Ende. Konkurrent Davie Selke kam in die Partie, konnte dieser allerdings auch nicht sein Stempel auflegen. Das Stürmerduell zwischen Ibisevic und Selke kann bisher niemanden so richtig befriedigen. Ibisevic hat zwar die Nase vorn, doch weder er, noch Selke können die so wichtigen Treffer für Hertha erzielen. Es sollte ein erbarmungsloser Konkurrenzkampf zweier torhungrigen Vollstürmern werden, bisher fehlen nach vorne jedoch einfach die Ideen, um auch nur einen der beiden gut in Szene zu setzen.

Für Ante Covic wird es jedenfalls nicht leichter, seine Mannschaft im nächsten Spiel aufzustellen. Hertha braucht dringend wieder Tore, inbesondere auch von seinen Torgaranten.

Javairo Dilrosun – ein Funken Hoffnung

Dilrosun letztes Jahr noch als Vorbereiter für Ondrej Duda. (Foto: Patrik Stollarz/AFP/Getty Images)

Ein Spieler trat am Samstag doch leicht positiv in Erscheinung. Im vergangenen Jahr konnte er in Gelsenkirchen kurz nach seiner Einwechslung sehenswert einen Treffer von Ondrej Duda vorbereiten. Dies gelang Javairo Dilrosun dieses Mal zwar nicht, als er in der 61. Minute für den blass gebliebenen Maximilian Mittelstädt eingewechselt wurde.

Doch auch ohne Torvorlage war es der Niederländer, der in den letzten zwanzig Minuten die wenigen Berliner Angriffe einleitete. Nach seiner Verletzung zeigte sich der junge Flügelstürmer hochmotiviert und gefährlich. In einer knappen halben Stunde kam er auf 27 Ballkontakte, einen mehr als Mittelstädt, der die doppelte Spielzeit hatte. In der 67. Minute bereits konnte Dilrosun in Erscheinung treten, schlug den Ball an der Strafraumgrenze über das Tor von Nübel. Kurz vor Schluss fehlte nicht allzu viel, um noch den Ehrentreffer zu erzielen: sein Freistoß landete nur am Außennetz.

Zugegeben: eine überragende Vorstellung war es vom schnellen Niederländer auch nicht. Trotzdem verspricht seine Einwechslung eine gute Alternative auf den Außen. Seine Rückkehr weckt die Hoffnung, dass endlich wieder Gefahr und Unberechenbarkeit über die Flügel der Berliner zurückkehrt. Tatsächlich ist die fehlende Gefahr der Offensive aktuell ein fast so großes Problem, wie die anfällige Defensive. Ein Funken Hoffnung also in sonst eher düsteren Hertha-Wochen.

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Gefühlt chancenlos musste man sich am Wochenende geschlagen geben. Dazu warf man sich zum Teil mit zwei Eigentoren und fahrlässigem Defensivverhalten selbst aus der Bahn. Offensiv war das Spiel der „alten Dame“ größtenteils von Ideenlosigkeit und Ungenauigkeiten geprägt. In unserer Einzelkritik werfen wir einen Blick auf die Spieler, die dabei besonders auffielen.

Karim Rekik und Niklas Stark – im Selbstzerstörungsmodus

Karim Rekik kann in dieser Saison bisher nicht überzeugen (Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Zwei Eigentore in einem Spiel gibt es sicher nicht häufig, schon gar nicht in der Bundesliga (zuletzt übrigens 2009). Bezeichnend ist dabei auch, dass es in Gelsenkirchen gleich beide Stammkräfte in der Innenverteidigung erwischte. Sowohl Niklas Stark als auch Karim Rekik fielen durch folgenschwere Patzer auf, es war für beide Spieler ein Tag zum vergessen. Doch den gab es leider auch schon gegen den VfL Wolfsburg.

Die Gegentore der letzten Wochen fielen zwar alle viel zu leicht, doch den Ball für den Gegner selber über die Linie zu drücken, ist wohl ein neuer Tiefpunkt. Zwar konnte die Hertha-Defensive dieses Mal einen Strafstoß vermeiden, trotzdem fiel erneut auf, wie unglücklich und zum Teil kopflos die Berliner Abwehr agierte. Als bestes Beispiel dafür dient neben den Eigentoren auch die Szene in der 44. Minute. Niklas Stark war im eigenen Strafraum im Ballbesitz, doch anstatt in Ruhe zu klären, wartete er darauf, dass Rune Jarstein sich den Ball holt. Sein Torhüter aber blieb im Tor, sodass sich Stark den Ball von Burgstaller abnehmen ließ und nur ein Fehlschuss vom Stürmer aus Gelsenkirchen schlimmeres verhinderte.

Ein Totalausfall, der nicht isoliert zu betrachten ist, weil es solche Aktionen zuletzt zu oft gab. „Im Moment muss der Gegner nicht viel machen, um gegen uns zu treffen“, sagte Ante Covic am Sonntag dazu. Das ist zweifelsfrei wahr: so überragend nach vorne spielten sowohl die Wolfsburger als auch die Königsblauen nicht. Am Ende kassierten die Hauptstädter trotzdem sechs Gegentreffer.

Cheftrainer Covic stellte sich zwar schützend vor seinen Innenverteidigern, sprach von „Pech“ und stellte klar: „Es hilft nur eins dagegen – arbeiten und Ärmel hochkrempeln“. Doch was auch immer die Gründe für die Anfälligkeit der blau-weißen Defensive ist, es stellt sich langsam die Frage, ob nicht ein personeller Wechsel von Nöten ist. Auf der Bank wartet nämlich Jordan Torunarigha, der Startelfambitionen hegt und nur auf seine Chance wartet. „So kann es nicht weitergehen“, hieß es von Niklas Stark nach der desaströsen Vorstellung in Gelsenkirchen. Ein treffender Abschlusssatz zu der aktuellen Situation in der Defensive. Nach vier Pflichtspielen stehen neun Gegentreffer zu Buche.

Dodi Lukebakio – undankbarer Beginn im neuen Team

Lukebakio blieb in Gelsenkirchen glücklos. (Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Eigentlich war Dodi Lukebakio einer der aktiveren Spieler der Partie. Viel wurde über ihn versucht, oft mit langen Bällen nach vorne. Erneut wurde der Belgier auf der rechten Seite aufgestellt. Dieses Mal fiel er leider vor allem durch schwache Ballannahmen auf. Zu oft versprang ihm der Ball, oft dauerte es zu lange, ehe der 21-jährige mit der Kugel urchstarten konnte.

Dabei war er es, der in der 10. Minute die bis dahin größte Chance des Spiels hatte. Aus sehr guter Position konnte er jedoch Alexander Nübel nicht bezwingen und verpasste die Gelegenheit, Hertha zum ersten Mal in dieser Bundesliga-Spielzeit mit 1:0 in Führung zu bringen. In der zweiten Halbzeit zeichnete sich ebenfalls ab, dass es nicht sein Spiel werden würde. 35 Ballkontakte und nur 33 % gewonnene Zweikämpfe weisen auch darauf hin, dass der Berliner Angreifer Schwierigkeiten hatte, sich durchzusetzen.

Trotz seiner schwachen Leistung sollte hier nicht der Fehler begangen werden, voreilige Schlüsse über den Rekordtransfer zu ziehen. Sowohl in der Fitness als auch in der Abstimmung im Team hat Lukebakio einiges nachzuholen und ist mit Sicherheit noch nicht bei 100 Prozent. Er wird die Gelegenheit haben, sich zu steigern und diese Saison eine wichtige Rolle für die „alte Dame“ zu spielen. Der Wechsel von Marius Wolf könnte zudem die Qualität der rechten Seite bei Hertha BSC steigern und auch Lukebakio zu Gute kommen.

Vedad Ibisevic – Der Wille ist da, das Tor nicht

Wartet noch auf sein erstes Saisontor: Vedad Ibisevic (Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Zugegeben: es war ein undankbares Spiel für Vedad Ibisevic. Es klappte für seine Mannschaft nach vorne so gut wie gar nichts, er selber wurde sehr selten in Szene gesetzt und musste oft den Ball weit vom Tor suchen. Er führte zwölf Zweikämpfe, gewann 50 % davon, konnte zwei Freistöße herausholen. Heraus kam leider zu wenig. Nur eine gute Chance konnte sich der gebürtige Bosnier herausarbeiten, als er kurz vor der Halbzeit den Ball per Kopf über den Kasten beförderte. Dazu holte er sich eine eher unnötige gelbe Karte ab.

Man kennt und schätzt den 35-Jährigen in Berlin für seine eiskalte Art vor dem Tor, und seine Fähigkeit aus Halbchancen mal ein Tor zu erzielen. Auf einen solchen Treffer warten die Berliner Fans jedoch in dieser Bundesliga-Saison weiterhin. Auch gegen Gelsenkirchen gelang ihm kein Torerfolg. In der 50. Minute traf Ibisevic zwar das Tor, allerdings aus eindeutiger Abseitssituation. Es wurde korrekterweise nicht gegeben.

Nur zehn Minuten später war dann der Arbeitstag vom Hertha-Kapitän auch wieder zu Ende. Konkurrent Davie Selke kam in die Partie, konnte dieser allerdings auch nicht sein Stempel auflegen. Das Stürmerduell zwischen Ibisevic und Selke kann bisher niemanden so richtig befriedigen. Ibisevic hat zwar die Nase vorn, doch weder er, noch Selke können die so wichtigen Treffer für Hertha erzielen. Es sollte ein erbarmungsloser Konkurrenzkampf zweier torhungrigen Vollstürmern werden, bisher fehlen nach vorne jedoch einfach die Ideen, um auch nur einen der beiden gut in Szene zu setzen.

Für Ante Covic wird es jedenfalls nicht leichter, seine Mannschaft im nächsten Spiel aufzustellen. Hertha braucht dringend wieder Tore, inbesondere auch von seinen Torgaranten.

Javairo Dilrosun – ein Funken Hoffnung

Dilrosun letztes Jahr noch als Vorbereiter für Ondrej Duda. (Foto: Patrik Stollarz/AFP/Getty Images)

Ein Spieler trat am Samstag doch leicht positiv in Erscheinung. Im vergangenen Jahr konnte er in Gelsenkirchen kurz nach seiner Einwechslung sehenswert einen Treffer von Ondrej Duda vorbereiten. Dies gelang Javairo Dilrosun dieses Mal zwar nicht, als er in der 61. Minute für den blass gebliebenen Maximilian Mittelstädt eingewechselt wurde.

Doch auch ohne Torvorlage war es der Niederländer, der in den letzten zwanzig Minuten die wenigen Berliner Angriffe einleitete. Nach seiner Verletzung zeigte sich der junge Flügelstürmer hochmotiviert und gefährlich. In einer knappen halben Stunde kam er auf 27 Ballkontakte, einen mehr als Mittelstädt, der die doppelte Spielzeit hatte. In der 67. Minute bereits konnte Dilrosun in Erscheinung treten, schlug den Ball an der Strafraumgrenze über das Tor von Nübel. Kurz vor Schluss fehlte nicht allzu viel, um noch den Ehrentreffer zu erzielen: sein Freistoß landete nur am Außennetz.

Zugegeben: eine überragende Vorstellung war es vom schnellen Niederländer auch nicht. Trotzdem verspricht seine Einwechslung eine gute Alternative auf den Außen. Seine Rückkehr weckt die Hoffnung, dass endlich wieder Gefahr und Unberechenbarkeit über die Flügel der Berliner zurückkehrt. Tatsächlich ist die fehlende Gefahr der Offensive aktuell ein fast so großes Problem, wie die anfällige Defensive. Ein Funken Hoffnung also in sonst eher düsteren Hertha-Wochen.

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