BundesligaVorbericht

Hertha BSC – SC Paderborn: Mit Druck ins Kellerduell

Das hatte sich Ante Covic sicher anders vorgestellt. Ein Punkt, Tabellenletzter und die zweitschlechteste Tordifferenz aller Bundesligisten – so lautet die ernüchternde Bilanz nach vier Spieltagen. Auch wenn man gegen Mainz keineswegs wie ein Schlusslicht auftrat und sich zahlreiche Hochkaräter erarbeitete, hilft das in der aktuellen Situation nur bedingt weiter. Noch betont Michael Preetz, dass man einen kühlen Kopf bewahren würde. Beginnt Hertha nun aber nicht schleunigst, Punkte einzufahren, könnte diese Ruhe passé sein. Insbesondere, da in den kommenden Wochen jeweils Gegner auf dem Plan stehen, die man dem eigenen Anspruch nach schlagen sollte. Das gilt auch für den SC Paderborn, der am Samstagnachmittag im Berliner Olympiastadion gastiert.

Im Rahmen unseres Vorberichts haben wir uns mit Paderborn-Fan Stephan, unter anderem Autor des Blogs #schwarzundblau, unterhalten und ihn zu seiner Einschätzung zum SC Paderborn befragt.

Von Null auf Hundert in drei Jahren

Der SC Paderborn feiert den Aufstieg in die Bundesliga. (Quelle: Thomas Eisenhuth/Bongarts/Getty Images)

Dass der SC Paderborn in der Saison 2019/2020 Bundesligist ist, hätte vor drei Jahren wohl niemand für möglich gehalten. Zu diesem Zeitpunkt war man gerade sportlich aus der dritten Liga abgestiegen und durfte nur wegen des Lizenzentzuges und des damit verbundenen Zwangsabstiegs von 1860 München in der dritthöchsten Spielklasse bleiben. Zuvor hatten die Paderborner einen Absturz sondergleichen hinter sich. Nachdem die Ostwestfalen in der Spielzeit 2014/2015 erstmalig in ihrer Vereinsgeschichte erstklassig spielten, erlebten sie in der Folge zwei Abstiege in Serie – und beinahe wäre der Dritte gefolgt. Was dann folgte, ist nicht minder spektakulär als der vorausgegangene Fall. Der SCP stieg zweimal in Folge auf und hat so das Kunststück vollbracht, seit der Saison 2013/2014 mit einer Ausnahme jedes Jahr in einer anderen Liga zu verbringen.

Fußball mit Wiedererkennungswert

Wie absurd der Erfolg der Schwarz-Blauen ist, zeigt sich insbesondere, wenn man einen Blick auf die finanziellen Möglichkeiten des Vereins wirft. So gab man in diesem Sommer laut transfermarkt.de 100.000 Euro für neue Spieler aus. Zum Vergleich: Bei Mitaufsteiger Union Berlin waren es rund 7 1/2 Millionen Euro. Dass man dennoch den Durchmarsch von der dritten in die erste Liga schaffte, ist eng mit der Person Steffen Baumgart verbunden. Der gebürtige Rostocker ist seit 2017 Cheftrainer der Paderborner und hat es seither geschafft, einen unverwechselbaren Spielstil zu implementieren.
Constantin Eckner vom Taktikblog spielverlagerung.de beschreibt den Fußball der Paderborner wie folgt: „Die Mannschaft von Cheftrainer Steffen Baumgart unternimmt viele Dribblings, spielt den Ball vielfach in die Spitze und zögert nicht lange, wenn sie sich einmal zum gegnerischen Tor vorgearbeitet hat.“(Quelle: watson.de)

Steffen Baumgart gilt als Hauptverantwortlicher für den Paderborner Erfolg. (Quelle: Photo by Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images)

Auch in der ersten Liga wird von dieser Philosophie nicht abgewichen. Schon vor Saisonstart prognostizierten zahlreiche Experten, dass es mit dieser Herangehensweise im Oberhaus eng zu werden droht. Der reine Blick auf die Tabelle, der Paderborn auf dem 17. Platz zeigt, scheint den Kritikern Recht zu geben. Unser Experte Stephan bewertet das Festhalten an der bisherigen Taktik jedoch positiv: „Ich halte es für sehr vernünftig mit dem weiterzumachen, was man kann. Durch die offensive Ausrichtung wurde der Durchmarsch in die Bundesliga überhaupt erst ermöglicht und wieso sollte man vom Erfolgsrezept abrücken?“

Zwischenzeugnis positiv – mit einer Ausnahme

In der Tat muss man trotz der mageren Punkteausbeute konstatieren, dass der SC Paderborn bislang in der ersten Liga mithalten kann. In den ersten drei Spielen hielt man jeweils gut dagegen und holte gegen Wolfsburg den ersten Punktgewinn. Dass es dann aber eben doch einen Klassenunterschied zwischen erster und zweiter Liga gibt, zeigt ein Blick auf die Torschüsse. War man in der zweiten Liga noch das Team mit den meisten Torschüssen ist man in der aktuellen Spielzeit Schlusslicht in dieser Statistik. Zudem lässt man umgekehrt die drittmeisten Chancen zu. Setzt sich dieser Trend in den kommenden Monaten fort, wird es in der Tat schwer mit dem Klassenerhalt.

Prinzipientreue auch auf dem Transfermarkt

Während man also auf dem Platz eine klare Idee erkennt, zeigen auch die Transfers eine eindeutige Handschrift. Mit Ausgaben von 100.000 Euro hat man es geschafft, neun Spieler zu sich zu lotsen. Stephan glaubt, dass “[…] mehr Geld nicht zur Verfügung stand, wobei der SCP aus dieser Not in den letzten Jahren eine Tugend gemacht hat.“ Angesprochen auf die Qualität der dazugewonnenen Spieler sagt er: “Insgesamt bin ich recht zufrieden mit den Neuzugängen. Huth, Mamba und Cauly überzeugen sehr, die anderen Neu-Paderborner sind zumindest in Lauerstellung und werden auch noch ihre Chance bekommen. Besonders schmerzt allerdings der Abgang von Klement, der bisher kaum adäquat ersetzt werden konnte.

Der Druck liegt bei Hertha

Für die “Alte Dame“ ist es nun das zweite Kellerduell in Folge. Auch wenn die Tabelle zu einem solch frühen Zeitpunkt der Saison wenig Aussagekraft besitzt, muss man gehörig aufpassen, nicht frühzeitig den Anschluss zu verlieren. Gerade für Covic, der erst am Anfang seiner Profikarriere als Trainer steht, ist es elementar wichtig, schnellstmöglich Erfolgserlebnisse einfahren zu können, um in Ruhe an seinen Ideen weiterzupfeilen. Hilfreich bei diesem Vorhaben dürfte die Tatsache sein, dass Javairo Dilrosun, nachdem er gegen Mainz einen sehr erfolgreichen Kurzeinsatz feierte, wieder eine Option für die Startelf ist. Auch Arne Maier, der Hertha wochenlang wegen einer Patellasehnenreizung fehlte, sollte bald wieder in den 18er-Kader drängen. Bleibt nur zu hoffen, dass die positiven Nachrichten am Samstagnachmittag nicht abreißen.

Das hatte sich Ante Covic sicher anders vorgestellt. Ein Punkt, Tabellenletzter und die zweitschlechteste Tordifferenz aller Bundesligisten – so lautet die ernüchternde Bilanz nach vier Spieltagen. Auch wenn man gegen Mainz keineswegs wie ein Schlusslicht auftrat und sich zahlreiche Hochkaräter erarbeitete, hilft das in der aktuellen Situation nur bedingt weiter. Noch betont Michael Preetz, dass man einen kühlen Kopf bewahren würde. Beginnt Hertha nun aber nicht schleunigst, Punkte einzufahren, könnte diese Ruhe passé sein. Insbesondere, da in den kommenden Wochen jeweils Gegner auf dem Plan stehen, die man dem eigenen Anspruch nach schlagen sollte. Das gilt auch für den SC Paderborn, der am Samstagnachmittag im Berliner Olympiastadion gastiert.

Im Rahmen unseres Vorberichts haben wir uns mit Paderborn-Fan Stephan, unter anderem Autor des Blogs #schwarzundblau, unterhalten und ihn zu seiner Einschätzung zum SC Paderborn befragt.

Von Null auf Hundert in drei Jahren

Der SC Paderborn feiert den Aufstieg in die Bundesliga. (Quelle: Thomas Eisenhuth/Bongarts/Getty Images)

Dass der SC Paderborn in der Saison 2019/2020 Bundesligist ist, hätte vor drei Jahren wohl niemand für möglich gehalten. Zu diesem Zeitpunkt war man gerade sportlich aus der dritten Liga abgestiegen und durfte nur wegen des Lizenzentzuges und des damit verbundenen Zwangsabstiegs von 1860 München in der dritthöchsten Spielklasse bleiben. Zuvor hatten die Paderborner einen Absturz sondergleichen hinter sich. Nachdem die Ostwestfalen in der Spielzeit 2014/2015 erstmalig in ihrer Vereinsgeschichte erstklassig spielten, erlebten sie in der Folge zwei Abstiege in Serie – und beinahe wäre der Dritte gefolgt. Was dann folgte, ist nicht minder spektakulär als der vorausgegangene Fall. Der SCP stieg zweimal in Folge auf und hat so das Kunststück vollbracht, seit der Saison 2013/2014 mit einer Ausnahme jedes Jahr in einer anderen Liga zu verbringen.

Fußball mit Wiedererkennungswert

Wie absurd der Erfolg der Schwarz-Blauen ist, zeigt sich insbesondere, wenn man einen Blick auf die finanziellen Möglichkeiten des Vereins wirft. So gab man in diesem Sommer laut transfermarkt.de 100.000 Euro für neue Spieler aus. Zum Vergleich: Bei Mitaufsteiger Union Berlin waren es rund 7 1/2 Millionen Euro. Dass man dennoch den Durchmarsch von der dritten in die erste Liga schaffte, ist eng mit der Person Steffen Baumgart verbunden. Der gebürtige Rostocker ist seit 2017 Cheftrainer der Paderborner und hat es seither geschafft, einen unverwechselbaren Spielstil zu implementieren.
Constantin Eckner vom Taktikblog spielverlagerung.de beschreibt den Fußball der Paderborner wie folgt: „Die Mannschaft von Cheftrainer Steffen Baumgart unternimmt viele Dribblings, spielt den Ball vielfach in die Spitze und zögert nicht lange, wenn sie sich einmal zum gegnerischen Tor vorgearbeitet hat.“(Quelle: watson.de)

Steffen Baumgart gilt als Hauptverantwortlicher für den Paderborner Erfolg. (Quelle: Photo by Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images)

Auch in der ersten Liga wird von dieser Philosophie nicht abgewichen. Schon vor Saisonstart prognostizierten zahlreiche Experten, dass es mit dieser Herangehensweise im Oberhaus eng zu werden droht. Der reine Blick auf die Tabelle, der Paderborn auf dem 17. Platz zeigt, scheint den Kritikern Recht zu geben. Unser Experte Stephan bewertet das Festhalten an der bisherigen Taktik jedoch positiv: „Ich halte es für sehr vernünftig mit dem weiterzumachen, was man kann. Durch die offensive Ausrichtung wurde der Durchmarsch in die Bundesliga überhaupt erst ermöglicht und wieso sollte man vom Erfolgsrezept abrücken?“

Zwischenzeugnis positiv – mit einer Ausnahme

In der Tat muss man trotz der mageren Punkteausbeute konstatieren, dass der SC Paderborn bislang in der ersten Liga mithalten kann. In den ersten drei Spielen hielt man jeweils gut dagegen und holte gegen Wolfsburg den ersten Punktgewinn. Dass es dann aber eben doch einen Klassenunterschied zwischen erster und zweiter Liga gibt, zeigt ein Blick auf die Torschüsse. War man in der zweiten Liga noch das Team mit den meisten Torschüssen ist man in der aktuellen Spielzeit Schlusslicht in dieser Statistik. Zudem lässt man umgekehrt die drittmeisten Chancen zu. Setzt sich dieser Trend in den kommenden Monaten fort, wird es in der Tat schwer mit dem Klassenerhalt.

Prinzipientreue auch auf dem Transfermarkt

Während man also auf dem Platz eine klare Idee erkennt, zeigen auch die Transfers eine eindeutige Handschrift. Mit Ausgaben von 100.000 Euro hat man es geschafft, neun Spieler zu sich zu lotsen. Stephan glaubt, dass “[…] mehr Geld nicht zur Verfügung stand, wobei der SCP aus dieser Not in den letzten Jahren eine Tugend gemacht hat.“ Angesprochen auf die Qualität der dazugewonnenen Spieler sagt er: “Insgesamt bin ich recht zufrieden mit den Neuzugängen. Huth, Mamba und Cauly überzeugen sehr, die anderen Neu-Paderborner sind zumindest in Lauerstellung und werden auch noch ihre Chance bekommen. Besonders schmerzt allerdings der Abgang von Klement, der bisher kaum adäquat ersetzt werden konnte.

Der Druck liegt bei Hertha

Für die “Alte Dame“ ist es nun das zweite Kellerduell in Folge. Auch wenn die Tabelle zu einem solch frühen Zeitpunkt der Saison wenig Aussagekraft besitzt, muss man gehörig aufpassen, nicht frühzeitig den Anschluss zu verlieren. Gerade für Covic, der erst am Anfang seiner Profikarriere als Trainer steht, ist es elementar wichtig, schnellstmöglich Erfolgserlebnisse einfahren zu können, um in Ruhe an seinen Ideen weiterzupfeilen. Hilfreich bei diesem Vorhaben dürfte die Tatsache sein, dass Javairo Dilrosun, nachdem er gegen Mainz einen sehr erfolgreichen Kurzeinsatz feierte, wieder eine Option für die Startelf ist. Auch Arne Maier, der Hertha wochenlang wegen einer Patellasehnenreizung fehlte, sollte bald wieder in den 18er-Kader drängen. Bleibt nur zu hoffen, dass die positiven Nachrichten am Samstagnachmittag nicht abreißen.

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