BundesligaVorbericht

Werder Bremen – Hertha BSC: Die Alte Dame auf historischer Mission

Diese Länderspielpause hätte es aus Berliner Sicht wahrlich nicht gebraucht. Gerade, als Hertha mit drei Siegen in Folge und einem phasenweise begeisternden Auftritt gegen Düsseldorf so richtig in Fahrt kam und man sich endlich wieder auf den Bundesligaspieltag freuen durfte, unterbrach die Nationalmannschaft die Euphorie. Dass Niklas Stark dann auch noch das Kunststück vollbrachte, eine dermaßen intensive Begegnung mit einem Tisch zu haben, dass er nun gegen Bremen auszufallen droht, steigert die Begeisterung nicht unbedingt. Verglichen mit dem Stand von vor 4 Wochen, als man vom Tabellenende grüßte, sind dies jedoch Luxusprobleme. Das Team ist oben auf, Covics Ideen sind langsam auch auf dem Platz erkennbar und nun wartet mit Werder eine Mannschaft, die – insbesondere in der aktuellen Situation – nicht unschlagbar ist.

Vor der Partie am Samstagnachmittag haben wir mit Johanna, unter anderem bekannt aus dem Weserfunk, gesprochen und sie nach ihrer Einschätzung zu den Grün-Weißen gefragt.

Werders Abkehr von der One man-Show

Max Kruse bei seiner Verabschiedung in Bremen

Der Abschied von Max Kruse lässt bei Bremen eine große Lücke klaffen.(Quelle: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Schaute man sich in den vergangenen drei Saisons Spiele von Werder an, brauchte es kein taktisch geschultes Auge, um zu erkennen, wie abhängig man von Max Kruse war. Sowohl unter Florian Kohfeldt als auch bei dessen Vorgänger Alexander Nouri war Kruse der herausragende Spieler im Bremer Offensivspiel. Allein in der letzten Saison standen für ihn 11 Treffer und 10 Assists zu Buche. Dabei war Kruse nicht nur als Torschütze und Vorlagengeber wichtig, er bestimmte auch das Tempo des Bremer Spiels. Entsprechend groß waren die Hoffnungen, ihn trotz seines auslaufenden Vertrags an der Weser halten zu können. Bekanntermaßen kam es anders und Kruse entschied sich für einen Wechsel in die Türkei.
Dass dies gravierende Auswirkungen auf das Bremer Spiel hat, bestätigt auch Johanna: “Früher war alles auf Max ausgerichtet. Jetzt stehen mehrere Spieler in der Verantwortung, können sich aber gleichzeitig auch mehr entfalten.“ So erklären sich auch die Verpflichtungen von Werder. Anstatt einen einzigen Spieler zu holen, der eine ähnliche Rolle wie Max Kruse spielen könnte, hat man eher in die Breite investiert. So konnte man beispielsweise Niclas Füllkrug, der eher vom Typ Stoßstürmer ist, sowie Leonardo Bittencourt, der primär über Tempo und weniger über gefährliche Abschlüsse kommt, verpflichten. Über ihn sagt Johanna: “Bittencourt ist ein kleines, nickliges Arschloch. Das gefällt mir. So jemand hat uns im Spiel gefehlt.“
Der Spieler, der Kruse indes in seinen Anlagen noch am meisten ähnelt, ist derweil Yuya Osako, dem die Experten und das Bremer Umfeld angesichts einer starken Vorbereitung einges für diese Saison zutrauten. Doch auch ihn erteilte ein Problem, das sich bislang als roter Faden durch die Werderaner Saison zieht.

Bremen vom Verletzungspech verfolgt

Nachdem Yuya Osako mit drei Toren aus den ersten vier Spielen äußerst vielversprechend startete, zog er sich eine Muskelverletzung zu, die ihn für die darauffolgenden drei Spiele außer Gefecht setzte. Immerhin ist die Verletzung nun früher als erwartet ausgeheilt, sodass er bald wieder zur Verfügung stehen dürfte. Gegen Hertha ist er laut Trainer Kohfeldt aber noch keine Option. Weitaus weniger erheiternd stellt sich die Lage indes bei Neuzugang Niclas Füllkrug dar. Auch dieser hatte mit zwei Toren und einer Vorlage in den vier Auftaktpartien keinerlei Anlaufschwierigkeiten, zog sich dann jedoch im Training vor dem Spiel gegen Leipzig einen Kreuzbandriss zu, der ihn einige Monate zum Zusehen zwingen wird. Damit gesellt er sich zu den derzeit ebenfalls Verletzten Augustinsson, Bartels, Langkamp, Möhwald und Moisander.

Der Kreuzbandriss von Niclas Füllkrug reißt eine große Lücke in die Bremer Offensive. (Quelle: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Bremen und die Frage nach dem Status Quo

Diese dünne Personalsituation sorgt auch dafür, dass man die aktuelle sportliche Situation der Bremer nur schwer einschätzen kann. Mit acht Punkten aus sieben Spielen ist tabellarisch noch Luft nach oben. Insbesondere, wenn man sich vor Augen führt, dass “Europa […] das offizielle Saisonziel des Vereins [ist]”, wie Johanna sagt. Weiter führt sie aus: “Nach dem Saisonstart mit den etlichen Verletzten kam die Frage auf, ob das Ziel geändert werden sollte, aber das wäre nicht Werder.“ Zur ganzen Wahrheit zählt aber auch, dass man den ausbaufähigen Start nicht allein auf die Verletzten schieben kann. So hatte man bei der 1:3-Niederlage gegen Düsseldorf noch u.a. Osako und Füllkrug dabei. Auf der anderen Seite holte man gegen Dortmund und Frankfurt trotz der angespannten Personallage jeweils einen Punkt und bewies dabei in beiden Fällen Moral. Hertha sollte also gewarnt sein, Bremen nicht zu unterschätzen.

Covic zum Umstellen verpflichtet?

Auch wenn es kein Vergleich zur Situation im Norden ist, so geht auch Hertha nicht gänzlich sorgenfrei ins Wochenende. Nachdem sich Niklas Stark bei der Reise mit der Nationalmannschaft erst einen Magen-Darm-Infekt und kurze Zeit später eine Schnittwunde am Knie zuzog, ist sein Einsatz am Samstag in Gefahr. Mit Karim Rekik und Jordan Torunarigha stehen zwei Kandidaten für den Platz neben dem gesetzten Boyata bereit. Abgesehen von Herthas Abwehrchef kann Covic allerdings – mit Ausnahme vom Langzeitverletzten Arne Maier – auf alle Spieler zurückgreifen. Ein Dreier in Bremen hätte im Übrigen fast schon Historisches. Den letzten Sieg der Alten Dame im Weserstadion gab es im März 2006. Es wird also höchste Zeit.

Diese Länderspielpause hätte es aus Berliner Sicht wahrlich nicht gebraucht. Gerade, als Hertha mit drei Siegen in Folge und einem phasenweise begeisternden Auftritt gegen Düsseldorf so richtig in Fahrt kam und man sich endlich wieder auf den Bundesligaspieltag freuen durfte, unterbrach die Nationalmannschaft die Euphorie. Dass Niklas Stark dann auch noch das Kunststück vollbrachte, eine dermaßen intensive Begegnung mit einem Tisch zu haben, dass er nun gegen Bremen auszufallen droht, steigert die Begeisterung nicht unbedingt. Verglichen mit dem Stand von vor 4 Wochen, als man vom Tabellenende grüßte, sind dies jedoch Luxusprobleme. Das Team ist oben auf, Covics Ideen sind langsam auch auf dem Platz erkennbar und nun wartet mit Werder eine Mannschaft, die – insbesondere in der aktuellen Situation – nicht unschlagbar ist.

Vor der Partie am Samstagnachmittag haben wir mit Johanna, unter anderem bekannt aus dem Weserfunk, gesprochen und sie nach ihrer Einschätzung zu den Grün-Weißen gefragt.

Werders Abkehr von der One man-Show

Max Kruse bei seiner Verabschiedung in Bremen

Der Abschied von Max Kruse lässt bei Bremen eine große Lücke klaffen.(Quelle: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Schaute man sich in den vergangenen drei Saisons Spiele von Werder an, brauchte es kein taktisch geschultes Auge, um zu erkennen, wie abhängig man von Max Kruse war. Sowohl unter Florian Kohfeldt als auch bei dessen Vorgänger Alexander Nouri war Kruse der herausragende Spieler im Bremer Offensivspiel. Allein in der letzten Saison standen für ihn 11 Treffer und 10 Assists zu Buche. Dabei war Kruse nicht nur als Torschütze und Vorlagengeber wichtig, er bestimmte auch das Tempo des Bremer Spiels. Entsprechend groß waren die Hoffnungen, ihn trotz seines auslaufenden Vertrags an der Weser halten zu können. Bekanntermaßen kam es anders und Kruse entschied sich für einen Wechsel in die Türkei.
Dass dies gravierende Auswirkungen auf das Bremer Spiel hat, bestätigt auch Johanna: “Früher war alles auf Max ausgerichtet. Jetzt stehen mehrere Spieler in der Verantwortung, können sich aber gleichzeitig auch mehr entfalten.“ So erklären sich auch die Verpflichtungen von Werder. Anstatt einen einzigen Spieler zu holen, der eine ähnliche Rolle wie Max Kruse spielen könnte, hat man eher in die Breite investiert. So konnte man beispielsweise Niclas Füllkrug, der eher vom Typ Stoßstürmer ist, sowie Leonardo Bittencourt, der primär über Tempo und weniger über gefährliche Abschlüsse kommt, verpflichten. Über ihn sagt Johanna: “Bittencourt ist ein kleines, nickliges Arschloch. Das gefällt mir. So jemand hat uns im Spiel gefehlt.“
Der Spieler, der Kruse indes in seinen Anlagen noch am meisten ähnelt, ist derweil Yuya Osako, dem die Experten und das Bremer Umfeld angesichts einer starken Vorbereitung einges für diese Saison zutrauten. Doch auch ihn erteilte ein Problem, das sich bislang als roter Faden durch die Werderaner Saison zieht.

Bremen vom Verletzungspech verfolgt

Nachdem Yuya Osako mit drei Toren aus den ersten vier Spielen äußerst vielversprechend startete, zog er sich eine Muskelverletzung zu, die ihn für die darauffolgenden drei Spiele außer Gefecht setzte. Immerhin ist die Verletzung nun früher als erwartet ausgeheilt, sodass er bald wieder zur Verfügung stehen dürfte. Gegen Hertha ist er laut Trainer Kohfeldt aber noch keine Option. Weitaus weniger erheiternd stellt sich die Lage indes bei Neuzugang Niclas Füllkrug dar. Auch dieser hatte mit zwei Toren und einer Vorlage in den vier Auftaktpartien keinerlei Anlaufschwierigkeiten, zog sich dann jedoch im Training vor dem Spiel gegen Leipzig einen Kreuzbandriss zu, der ihn einige Monate zum Zusehen zwingen wird. Damit gesellt er sich zu den derzeit ebenfalls Verletzten Augustinsson, Bartels, Langkamp, Möhwald und Moisander.

Der Kreuzbandriss von Niclas Füllkrug reißt eine große Lücke in die Bremer Offensive. (Quelle: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Bremen und die Frage nach dem Status Quo

Diese dünne Personalsituation sorgt auch dafür, dass man die aktuelle sportliche Situation der Bremer nur schwer einschätzen kann. Mit acht Punkten aus sieben Spielen ist tabellarisch noch Luft nach oben. Insbesondere, wenn man sich vor Augen führt, dass “Europa […] das offizielle Saisonziel des Vereins [ist]”, wie Johanna sagt. Weiter führt sie aus: “Nach dem Saisonstart mit den etlichen Verletzten kam die Frage auf, ob das Ziel geändert werden sollte, aber das wäre nicht Werder.“ Zur ganzen Wahrheit zählt aber auch, dass man den ausbaufähigen Start nicht allein auf die Verletzten schieben kann. So hatte man bei der 1:3-Niederlage gegen Düsseldorf noch u.a. Osako und Füllkrug dabei. Auf der anderen Seite holte man gegen Dortmund und Frankfurt trotz der angespannten Personallage jeweils einen Punkt und bewies dabei in beiden Fällen Moral. Hertha sollte also gewarnt sein, Bremen nicht zu unterschätzen.

Covic zum Umstellen verpflichtet?

Auch wenn es kein Vergleich zur Situation im Norden ist, so geht auch Hertha nicht gänzlich sorgenfrei ins Wochenende. Nachdem sich Niklas Stark bei der Reise mit der Nationalmannschaft erst einen Magen-Darm-Infekt und kurze Zeit später eine Schnittwunde am Knie zuzog, ist sein Einsatz am Samstag in Gefahr. Mit Karim Rekik und Jordan Torunarigha stehen zwei Kandidaten für den Platz neben dem gesetzten Boyata bereit. Abgesehen von Herthas Abwehrchef kann Covic allerdings – mit Ausnahme vom Langzeitverletzten Arne Maier – auf alle Spieler zurückgreifen. Ein Dreier in Bremen hätte im Übrigen fast schon Historisches. Den letzten Sieg der Alten Dame im Weserstadion gab es im März 2006. Es wird also höchste Zeit.

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