BundesligaVorbericht

Hertha BSC – TSG 1899 Hoffenheim: Mit Selbstbewusstsein in die englische Woche

Ante Covic konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft gegen Bremen zufrieden sein. (Photo by Cathrin Mueller/Bongarts/Getty Images)

Die Länderspielpause hat Herthas Form keinen Abbruch getan. Mit dem Unentschieden gegen Bremen ist die Alte Dame nun seit vier Spielen ungeschlagen und hat in diesem Zeitraum starke 10 Punkte geholt. Nachdem die Dreier gegen Padeborn, Köln und Düsseldorf noch als Pflichtsiege verbucht werden durften, hat man mit dem Zähler gegen Bremen bewiesen, dass man nicht nur gegen die “Kellerkinder“ gut aussehen kann. Nach dem frühen 0:1 steckte Hertha nicht auf und hätte, wäre ein klarer Elfmeter nicht verwehrt worden, auch gegebenenfalls früher für den Ausgleich sorgen können. Auch Covic bewies, nachdem er schon gegen Düsseldorf clever wechselte, wieder ein glückliches Händchen, indem er den an diesem Tag unauffälligen Dilrosun auswechselte und mit Lukebakio den Ausgleich brachte. Vor der anstehenden englischen Woche hat Hertha also eine gute Basis geschaffen, um mit breiter Brust in die nächsten Spiele zu gehen. Zuerst steht mit dem Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim ein Gegner auf dem Programm, den man derzeit noch schwer einschätzen kann.

Um Licht ins Dunkel rund um Hoffenheim zu bringen, haben wir dem TSG-Experten Louis, Chefredakteur bei Hoffenews.de, ein paar Fragen dazu gestellt, wie man Hoffenheim zurzeit bewerten soll und was sich im Sommer alles getan hat.

Ein Sommer der Veränderungen

Die Klubs der Bundesliga waren in diesem Sommer besonders wechselfreudig. Sieben Mannschaften gingen mit einem neuen Trainer in die Spielzeit 2019/2020. Doch keines dieser Teams war vom Umbruch derart stark betroffen wie die Hoffenheimer. Denn neben dem Übungsleiter hat man in Sinsheim auch gleich die Hälfte des Stammpersonals abgegeben. So steht nun eine stark veränderte Mannschaft mit einem neuen Chefcoach auf dem Platz. Eine Mischung, die nicht ganz ungefährlich ist. Mit 11 Punkten aus acht Spielen bildet man gemeinsam mit Hertha quasi allein das Mittelfeld der Tabelle. Um tabellarisch ein Resümee zu ziehen, ist es daher noch viel zu früh. Jedoch kann man sehr wohl bewerten, was auf dem Platz sichtbar ist.

Ein Trainerwechsel mit Nachwehen

Julian Nagelsmann kehrte Hoffenheim nach dreieinhalb sehr erfolgreichen Jahren den Rücken. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Von den angesprochenen sieben Trainerwechseln im Sommer hatte wohl keiner eine derartige Tragweite, wie es in Hoffenheim der Fall ist. Julian Nagelsmann hat die TSG von einem fast schon sicheren Absteiger zu einem Spitzenteam der Bundesliga geformt und dabei immer wieder mit taktischer Flexibilität und einem offensiv ausgerichtetem Spielstil dafür gesorgt, dass man auch als Neutraler nicht abgeneigt war, sich Spiele der Hoffenheimer anzusehen. So war es auch nicht verwunderlich, dass schon früh Avancen aus Dortmund und Bayern publik wurden. Bekannterweise kam es aber anders, sodass Nagelsmann seit dieser Saison in Leipzig aktiv ist. Zur Dimension und Einordnung dieser Entscheidung sagt Louis: “Es war absehbar, dass ein Talent wie Julian Nagelsmann den Klub eines Tages verlassen würde. Seine Entscheidung fiel bereits frühzeitig, sodass die Vereinsbosse lange Zeit hatten, um Nagelsmanns Nachfolge zu regeln. Nichtsdestotrotz kann Hoffenheim einen solchen Verlust nicht von heute auf morgen verkraften. Nagelsmann hat in den vergangenen Jahren die Hoffenheimer Philosophie entscheidend geprägt und ist das Gesicht der erfolgreichsten Zeit der Klubhistorie. Deshalb ist es wichtig, dass man Alfred Schreuder Zeit gibt, um seine eigenen Konzepte zu entwickeln. Dies hat die Hoffenheimer Führungsetage bisher beherzigt, weshalb ich den Ablauf des Trainerwechsels trotz des großen Verlusts positiv wahrgenommen habe.”

Die Rückkehr eines alten Bekannten

Der neue Trainer Alfred Schreuder war bereits als Assistent unter Nagelsmann in Hoffenheim. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Der angesprochene Alfred Schreuder ist in Hoffenheim kein unbeschriebenes Blatt. Von Oktober 2015 bis Januar 2018 war der Niederländer als Nagelsmanns Assistent in Hoffenheim, ehe er sich für 1 1/2 Jahre als Co-Trainer Ajax Amsterdam anschloss. Betrachtet man den Fußball, den diese zwei Mannschaften in jenem Zeitraum gespielt haben, könnte man meinen, dass ein offensiver Ansatz unter Schreuder vorprogrammiert ist. Die Realität auf dem Platz sieht aktuell jedoch anders aus. Im Vergleich zu den Vorjahren tritt Hoffenheim wesentlich defensiver auf. Besonders eindruckvoll lässt sich dies anhand der Torchancen untermauern.
War Hoffenheim beispielsweise im Vorjahr noch das Team mit den zweitmeisten Torchancen ligaweit, liegt man in dieser Statistik gegenwärtig auf Rang 17. (Quelle: https://www.wahretabelle.de/statistik/chancen). Louis begründet diesen Umstand vor allem mit dem anspruchsvollen Auftaktprogramm und den hochkarätigen Abgängen im Sommer: “In seiner Antritts-PK erklärte Schreuder, ähnlich wie Nagelsmann einen offensiven und mutigen Fußball spielen zu wollen. Wie die bisherigen Spiele zeigen, verfolgt er dabei jedoch einen deutlich pragmatischeren Ansatz: Wenn er das Gefühl hat, dass ein defensiveres Herangehen erfolgsversprechender ist, ist er dem nicht abgeneigt und opfert das Offensivdogma dem Erfolg. Ich denke aber auch, dass diese für Hoffenheim eher untypische Spielanlage auch dem Umstand zuschulden kommt, dass man gleich mehrere Stammspieler abgeben musste und Schreuder noch Zeit braucht, um seine Vorstellungen umzusetzen. Spiele wie gegen Schalke, Leverkusen und Bayern, in denen sich die TSG teils tief fallen ließ, werden in Zukunft, wenn es nach Schreuder geht, eher eine Ausnahme sein. Nachdem zu Saisonstart gleich sechs Gegner aus der Top 8 des vergangenen Jahres warteten, wird die TSG nun gegen vermeintlich schwächere Mannschaften dominanter auftreten.”

Ausverkauf in Hoffenheim

Gerade in der Offensive musste Hoffenheim im Sommer einen Aderlass hinnehmen. (Photo by Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images)

Wie bereits angeschnitten hat sich nicht nur an der Hoffenheimer Seitenlinie in den letzten Monaten einiges getan. Analog zu Nagelsmann verließ auch gleich ein beachtlicher Teil an Spielern den Verein, darunter klangvolle Namen wie Demirbay, Amiri (beide nach Leverkusen), Nico Schulz (Borussia Dortmund) und Joelinton (Newcastle United), um nur einige zu nennen. Insbesondere die Abgänge von Demirbay und Joelinton bezeichnet Louis dabei als schmerzhaft: “Vor allem in der Offensive merkt man, dass die Kreativität eines Demirbays und die Durchschlagskraft eines Joelintons fehlen.” Immerhin wurde Hoffenheim für die Verkäufe fürstlich entlohnt. So erzielte man die stattliche Summe von rund 120 Millionen Euro (Quelle: https://www.transfermarkt.de/tsg-1899-hoffenheim/transfers/verein/533). Dass man trotz des Geldes natürlich nicht von heute auf morgen plötzlich ein Verein wird, der Spieler dieser Preisklasse anlockt, versteht sich dabei von selbst. Daher war es auch klar, dass man mit dem gefüllten Konto die Abgänge nicht 1:1 würde aufwiegen können. Dennoch ist Louis “der Meinung, dass die Summe der Einzelspieler mindestens für einen Platz in der oberen Tabellenhälfte ausreicht. Mit Bebou, Skov, Rudy und Adamyan sind gleich vier Neuzugänge bereits jetzt Leistungsträger. Samassékou, der bisher verletzungsbedingt fehlte, zeigt zudem enormes Potenzial. Vor allem in der Breite ist die TSG trotz verpasster Europa-League-Qualifikation gut aufgestellt. Lediglich die ausgebliebene Verpflichtung eines „echten Mittelstürmers“ ist für mich nach den Abgängen von Joelinton und Adam Szalai nicht nachvollziehbar.”

Obwohl sich die Neuzugänge also bislang gut integriert haben, ist es offensichtlich, dass an einigen Stellen noch Verbesserungsbedarf besteht. Dabei kritisert Louis vor allem “das Spiel im eigenen Ballbesitz” und die bereits angesprochene unzureichende Kreierung von Chancen. “Ohne Ball steht man hingegen sehr kompakt und setzt Schreuders Plan bereits gut um, weshalb die Spiele gegen Leverkusen, Bayern und Schalke der Mannschaft entgegenkamen.”, ergänzt Louis desweiteren. Wie gut insbesondere die Spiele gegen Bayern und Schalke Schreuder und Co. entgegenkamen, zeigen die Ergebnisse. So reisen die Hoffenheimer mit sechs Punkten aus den beiden angesprochenen Partien im Gepäck nach Berlin. Es treffen sich also zwei Mannschaften, deren Formkurven aktuell klar nach oben zeigen.

Covics Schlafprobleme zeigen Herthas Stärke

Dass es bei Hertha dieser Tage so gut läuft, liegt unter anderem daran, dass man nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf der Bank in dieser Spielzeit enorme Qualität hat. So saßen gegen Bremen unter anderem Kalou, Duda, Selke und Lukebakio auf der Bank. Letzterer sorgte mit seinem Ausgleich gegen Werder dafür, dass Covic nach dem Spiel in Bremen befürchtete, er könnte “ein paar schlaflose Nächte [bekommen]”. Immerhin war es die dritte Torbeteiligung im dritten Spiel in Folge – in allen drei Partien kam der Rekordtransfer von der Bank. Ob es nun gegen Hoffenheim für die Startelf reicht, darf mit Spannung beobachtet werden. Gleiches gilt auch für Niklas Stark, dessen Einsatz sich im Laufe des Freitags entscheiden soll.

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Die Länderspielpause hat Herthas Form keinen Abbruch getan. Mit dem Unentschieden gegen Bremen ist die Alte Dame nun seit vier Spielen ungeschlagen und hat in diesem Zeitraum starke 10 Punkte geholt. Nachdem die Dreier gegen Padeborn, Köln und Düsseldorf noch als Pflichtsiege verbucht werden durften, hat man mit dem Zähler gegen Bremen bewiesen, dass man nicht nur gegen die “Kellerkinder“ gut aussehen kann. Nach dem frühen 0:1 steckte Hertha nicht auf und hätte, wäre ein klarer Elfmeter nicht verwehrt worden, auch gegebenenfalls früher für den Ausgleich sorgen können. Auch Covic bewies, nachdem er schon gegen Düsseldorf clever wechselte, wieder ein glückliches Händchen, indem er den an diesem Tag unauffälligen Dilrosun auswechselte und mit Lukebakio den Ausgleich brachte. Vor der anstehenden englischen Woche hat Hertha also eine gute Basis geschaffen, um mit breiter Brust in die nächsten Spiele zu gehen. Zuerst steht mit dem Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim ein Gegner auf dem Programm, den man derzeit noch schwer einschätzen kann.

Um Licht ins Dunkel rund um Hoffenheim zu bringen, haben wir dem TSG-Experten Louis, Chefredakteur bei Hoffenews.de, ein paar Fragen dazu gestellt, wie man Hoffenheim zurzeit bewerten soll und was sich im Sommer alles getan hat.

Ein Sommer der Veränderungen

Die Klubs der Bundesliga waren in diesem Sommer besonders wechselfreudig. Sieben Mannschaften gingen mit einem neuen Trainer in die Spielzeit 2019/2020. Doch keines dieser Teams war vom Umbruch derart stark betroffen wie die Hoffenheimer. Denn neben dem Übungsleiter hat man in Sinsheim auch gleich die Hälfte des Stammpersonals abgegeben. So steht nun eine stark veränderte Mannschaft mit einem neuen Chefcoach auf dem Platz. Eine Mischung, die nicht ganz ungefährlich ist. Mit 11 Punkten aus acht Spielen bildet man gemeinsam mit Hertha quasi allein das Mittelfeld der Tabelle. Um tabellarisch ein Resümee zu ziehen, ist es daher noch viel zu früh. Jedoch kann man sehr wohl bewerten, was auf dem Platz sichtbar ist.

Ein Trainerwechsel mit Nachwehen

Julian Nagelsmann kehrte Hoffenheim nach dreieinhalb sehr erfolgreichen Jahren den Rücken. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Von den angesprochenen sieben Trainerwechseln im Sommer hatte wohl keiner eine derartige Tragweite, wie es in Hoffenheim der Fall ist. Julian Nagelsmann hat die TSG von einem fast schon sicheren Absteiger zu einem Spitzenteam der Bundesliga geformt und dabei immer wieder mit taktischer Flexibilität und einem offensiv ausgerichtetem Spielstil dafür gesorgt, dass man auch als Neutraler nicht abgeneigt war, sich Spiele der Hoffenheimer anzusehen. So war es auch nicht verwunderlich, dass schon früh Avancen aus Dortmund und Bayern publik wurden. Bekannterweise kam es aber anders, sodass Nagelsmann seit dieser Saison in Leipzig aktiv ist. Zur Dimension und Einordnung dieser Entscheidung sagt Louis: “Es war absehbar, dass ein Talent wie Julian Nagelsmann den Klub eines Tages verlassen würde. Seine Entscheidung fiel bereits frühzeitig, sodass die Vereinsbosse lange Zeit hatten, um Nagelsmanns Nachfolge zu regeln. Nichtsdestotrotz kann Hoffenheim einen solchen Verlust nicht von heute auf morgen verkraften. Nagelsmann hat in den vergangenen Jahren die Hoffenheimer Philosophie entscheidend geprägt und ist das Gesicht der erfolgreichsten Zeit der Klubhistorie. Deshalb ist es wichtig, dass man Alfred Schreuder Zeit gibt, um seine eigenen Konzepte zu entwickeln. Dies hat die Hoffenheimer Führungsetage bisher beherzigt, weshalb ich den Ablauf des Trainerwechsels trotz des großen Verlusts positiv wahrgenommen habe.”

Die Rückkehr eines alten Bekannten

Der neue Trainer Alfred Schreuder war bereits als Assistent unter Nagelsmann in Hoffenheim. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Der angesprochene Alfred Schreuder ist in Hoffenheim kein unbeschriebenes Blatt. Von Oktober 2015 bis Januar 2018 war der Niederländer als Nagelsmanns Assistent in Hoffenheim, ehe er sich für 1 1/2 Jahre als Co-Trainer Ajax Amsterdam anschloss. Betrachtet man den Fußball, den diese zwei Mannschaften in jenem Zeitraum gespielt haben, könnte man meinen, dass ein offensiver Ansatz unter Schreuder vorprogrammiert ist. Die Realität auf dem Platz sieht aktuell jedoch anders aus. Im Vergleich zu den Vorjahren tritt Hoffenheim wesentlich defensiver auf. Besonders eindruckvoll lässt sich dies anhand der Torchancen untermauern.
War Hoffenheim beispielsweise im Vorjahr noch das Team mit den zweitmeisten Torchancen ligaweit, liegt man in dieser Statistik gegenwärtig auf Rang 17. (Quelle: https://www.wahretabelle.de/statistik/chancen). Louis begründet diesen Umstand vor allem mit dem anspruchsvollen Auftaktprogramm und den hochkarätigen Abgängen im Sommer: “In seiner Antritts-PK erklärte Schreuder, ähnlich wie Nagelsmann einen offensiven und mutigen Fußball spielen zu wollen. Wie die bisherigen Spiele zeigen, verfolgt er dabei jedoch einen deutlich pragmatischeren Ansatz: Wenn er das Gefühl hat, dass ein defensiveres Herangehen erfolgsversprechender ist, ist er dem nicht abgeneigt und opfert das Offensivdogma dem Erfolg. Ich denke aber auch, dass diese für Hoffenheim eher untypische Spielanlage auch dem Umstand zuschulden kommt, dass man gleich mehrere Stammspieler abgeben musste und Schreuder noch Zeit braucht, um seine Vorstellungen umzusetzen. Spiele wie gegen Schalke, Leverkusen und Bayern, in denen sich die TSG teils tief fallen ließ, werden in Zukunft, wenn es nach Schreuder geht, eher eine Ausnahme sein. Nachdem zu Saisonstart gleich sechs Gegner aus der Top 8 des vergangenen Jahres warteten, wird die TSG nun gegen vermeintlich schwächere Mannschaften dominanter auftreten.”

Ausverkauf in Hoffenheim

Gerade in der Offensive musste Hoffenheim im Sommer einen Aderlass hinnehmen. (Photo by Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images)

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Obwohl sich die Neuzugänge also bislang gut integriert haben, ist es offensichtlich, dass an einigen Stellen noch Verbesserungsbedarf besteht. Dabei kritisert Louis vor allem “das Spiel im eigenen Ballbesitz” und die bereits angesprochene unzureichende Kreierung von Chancen. “Ohne Ball steht man hingegen sehr kompakt und setzt Schreuders Plan bereits gut um, weshalb die Spiele gegen Leverkusen, Bayern und Schalke der Mannschaft entgegenkamen.”, ergänzt Louis desweiteren. Wie gut insbesondere die Spiele gegen Bayern und Schalke Schreuder und Co. entgegenkamen, zeigen die Ergebnisse. So reisen die Hoffenheimer mit sechs Punkten aus den beiden angesprochenen Partien im Gepäck nach Berlin. Es treffen sich also zwei Mannschaften, deren Formkurven aktuell klar nach oben zeigen.

Covics Schlafprobleme zeigen Herthas Stärke

Dass es bei Hertha dieser Tage so gut läuft, liegt unter anderem daran, dass man nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf der Bank in dieser Spielzeit enorme Qualität hat. So saßen gegen Bremen unter anderem Kalou, Duda, Selke und Lukebakio auf der Bank. Letzterer sorgte mit seinem Ausgleich gegen Werder dafür, dass Covic nach dem Spiel in Bremen befürchtete, er könnte “ein paar schlaflose Nächte [bekommen]”. Immerhin war es die dritte Torbeteiligung im dritten Spiel in Folge – in allen drei Partien kam der Rekordtransfer von der Bank. Ob es nun gegen Hoffenheim für die Startelf reicht, darf mit Spannung beobachtet werden. Gleiches gilt auch für Niklas Stark, dessen Einsatz sich im Laufe des Freitags entscheiden soll.

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